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Freitag, 29. Dezember 2023

Die Rückkehr im Schatten des Adlers

Die Rückkehr im Schatten des Adlers

Story:

Master Lu (Hsieh Hsing) und dessen Tochter Liu (Hsia Ling-Ling) werden von Kang (Chan Sing) und Co. (u.a. Chang Chi-Ping) bedroht. Kang will Lus Schule übernehmen und Liu soll gegen ihren Willen verheiratet werden. Master Lus Schüler Ah Fu (Don Wong Tao) und Li Chi (Lee Kwan) nehmen sich dem Problem an. Nach der 1. Niederlage sucht Kang Hilfe und findet diese in Nan Kung Ping (Lung Fei). Dieser will Rache an Ah Fu, da dieser seinen Bruder auf dem Gewissen hat…

Meine Meinung:

Aka Snaky Knight Fight Against Mantis. Aka Snake in the Eagle's Shadow 2. Nach dem Erfolg von Yuen Woo Pings Jackie Chan Klassikern Snake in the Eagle's Shadow und Drunken Master sprangen die Filmemacher auf die Erfolgswelle auf. Cheung San-Yee (Secret Rivals 3, The Thrilling Sword) schickte diese inoffizielle «Snake in the Eagle's Shadow» Fortsetzung, in Taiwan gedreht, ins Rennen. Ein Film, der jedoch mit dem Jackie Chan Klassiker nichts zu tun hat und ein Jackie Chan kommt in der offiziellen Fassung auch nicht vor.

Die Rückkehr im Schatten des Adlers ist dabei, vor allem für Fans von Old School Kung Fu Filmen, sehr zu empfehlen. Dabei ist der Film sehr gut, aber kein Kracher. Der Film wirkt wie unzählige andere Filme dieser Art (z.B. Cantonen Iron Kung Fu, Sleeping Fist, Lackey and the Lady Tiger oder Killer Wears White): Tolles Intro mit Kampf Demonstrationen, Genre-Mix (Kung Fu, Morde, Slapstick), episodenhafter Plot, der erst spät in die Gänge kommt, kurze, zuerst wenig spektakuläre Kampfszenen, die erst im Verlauf und vor und im Finale so richtig krachen.

Fans solcher Filme aus Taiwan oder Hong Kong sind solche Inhalte gewohnt. Die Musik war phasenweise bekannt billig und auf der anderen Seite, leider, unbekannt und unpassend. Leider wirkt sich die unpassende Musik auch auf negativ das Intro und den Finalkampf aus. Da wäre eine andere Musikwahl massiv besser gewesen. Die Wirkung durch unpassende Musik war grösser als gedacht. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut. Viele bekannte Sprecher. Der Film wird dadurch sogar noch aufgewertet.

Der Film ist, was die Namen angehen, gut besetzt. Vor und hinter der Kamera. Don Wong Tao (Phantom Kung Fu) spielt die Hauptrolle und macht das toll. Er spielt den Helden und er überzeugt nicht nur in den Kampfszenen, sondern auch in den amüsanten Szenen (z.B. seine Hochzeitsnacht). Interessant ist, dass seine Figur von Anfang an kämpfen kann. D.h. auf eine typische Meister-Schüler-Story wird verzichtet. Seine Kampfszenen gegen Chan Sing (The Bloody Fists) und Lung Fei (General Stone) waren spektakulär.

Chan Sing spielt einen Bösewicht, aber nur als kleinere Nebenrolle. Auch Lung Fei, der den Hauptbösewicht spielt, hat am Anfang und Mittelteil praktisch keine Szenen abgekommen. Er spielt den harten Brocken aber authentisch und mit viel Charisma. Ihn sehe ich, wie auch Chan Sing, immer gerne als Fiesling. In weiteren, kleinen Rollen sind u.a. Alan Chui Chung-San (Two Fists Against the Law), Chang Chi-Ping (The Kung-Fu Revenger) und Carter Wong (The Legendary Strike) zu sehen. Der mir namentlich unbekannte Chang Chi-Ping hat in seinen wenigen Kampfszenen auch eine tolle Figur gemacht.

Die Kampfchoreographie stammt u.a. von Blacky Ko Shou-Liang. Dieser hat in vielen Filmen die Action-Szenen inszeniert (The Last Blood, A Better Tomorrow, Invincible, Mission Kiss and Kill). Hsia Ling-Ling (Bruce Tuan's 7 Promises), das einzige Mädel im Film, ist sympathisch. Besonders im Verlauf harmoniert sie gekonnt mit Don Wong Tao. Beide überzeugen als Liebespaar (nur paar wenige Szenen vor dem Finale). Der Einzige, der aus der Reihe tanzt, im negativen, war Lee Kwan (Of Cooks and Kung Fu), der einen sehr nervenden Charakter spielt.

Fazit: Old School Kung-Fu Film-Fans können einen Blick riskieren!

Infos:

O: She Xing Diao Shou Dou Tang Lang

HK 1979

R: Cheung San-Yee

D: Don Wong Tao, Hsia Ling-Ling, Carter Wong, Chan Sing, Lung Fei, Alan Chui Chung-San, Lee Kwan, Hsieh Hsing, Chang Chi-Ping

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 92:36 Min.

Gesehen am: 08.12.23

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Shamrock Media vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, Originalbildformat. Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Leider fehlt der O-Ton. Die deutsche Synchronisation ist aber sehr gelungen und qualitativ hochwertig Die DVD aus England wäre in Mandarin mit englischen Subs, aber in Vollbild.

Donnerstag, 28. Dezember 2023

Godzilla Minus One

 

Godzilla Minus One

Story:

Japan am Ende des 2. Weltkriegs:

Godzilla taucht auf und Koichi (Ryunosuke Kamiki), ein Pilot, der seinen Kamikaze-Dienst an der Front verweigert hat, nimmt zusammen mit Freiwilligen den Kampf gegen das Monster auf, um Japan zu retten…

Meine Meinung:

Nach Shin Godzilla, der mir nicht durchgängig gefallen hat und an dem ich einiges zu kritisieren hatte, war ich sehr skeptisch auf Tohos neusten Godzilla Streich mit dem Titel Godzilla Minus One. Obwohl der Film erfolgreich anlief, durchgehend gute Reviews bekam (imdb 8.4/10, Stand 02.12.23) und er es sogar nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz schaffte (Kinoauswertung), blieb ich weiterhin skeptisch. Warum? Ich empfand den ersten Trailer als wenig ansprechend und die Tatsache, dass Godzilla diesmal aus CGI besteht, gefiel mir nicht.

Nach Godzilla: Final Wars, damals am NIFFF gesehen, sollte Godzilla Minus One der nächste Godzilla Film werden, den ich im Kino erleben durfte. Und was soll ich sagen? Ich wurde positiv überrascht. In jeder Hinsicht. Godzilla Minus One hat mich teilweise beeindruckt und ich empfand den Film als besser als sein Vorgänger. Es gab mehr Action, weniger Längen, die Effekte waren besser, der Film spannender, dramatischer und düsterer. Auch das Setting, das während dem Ende und nach dem 2. Weltkrieg spielt, war ein kluger Schachzug.

Und Godzilla ist böse. Die erste Action-Szene kam viel schneller als erwartet. In dieser hat mich Godzilla als CGI-Monster noch nicht überzeugt (da war er auch noch nicht mutiert). Da erinnerte er mich zu sehr an den US-Godzilla oder an Jurassic Park (den T-Rex, vor allem das Schreien). Aber spätestens während der 2. Action-Szene haben mich die Effekte, CGI hin oder her, überzeugt. Godzilla wurde, wie Gollum in Der Herr der Ringe, auf die Leinwand gebannt. Die Technik soll Motion capture heissen und erklärt die realistischen Bewegungen seitens Godzilla, obwohl «nur» ein CGI-Effekt.

Die Tatsache, dass der Film düster ist, hat mir gut gefallen. Die Effekte waren stark. Die mir unbekannten Schauspieler haben mir durch die Bank gut gefallen. Der Plot und die Probleme, welche damals vorherrschten (Hunger, Zerstörung, Tod, Trauer, praktisch regierungslos, Krieg), werden gekonnt in den Plot geflochten. Es gibt auch böse Seitenhiebe gegen die damalige Regierung Japans. Das persönliche Schicksal und Traumata von Koichi wirken glaubhaft. Dem Zuschauer sind die Figuren und deren Schicksale nicht egal = alles richtig gemacht. Über das Ende kann man sicherlich streiten, mir gefiel es.

Toll war auch die dezent eingesetzt Musik aus den Vorgänger-Filmen. Da kam fast Gänsehaut-Feeling auf bzw. epische Gefühle. Es wurde Musik aus Godzilla, King Kong Vs. Godzilla und Mothra Vs. Godzilla verwendet. Von Meister Ifukube Akira (Weltraumbestien, The Three Treasures, Whale God). Es gibt noch andere Hommagen ans Original (Szene mit dem Zug). Die mir unbekannten Darsteller in den Hauptrollen wurden von Ryunosuke Kamiki und Minami Hamabe gespielt. Minami Hamabe stand zuletzt bei Shin Kamen Rider vor der Kamera und Ryunosuke Kamiki kennt der Fan aus diversen Takashi Miike Filmen wie The Great Yokai War oder As the Gods Will. Regie führte Takashi Yamazaki, von dem ich nur zwei Filme gesehen habe (Space Battleship Yamato und Returner).

Fazit: Sehenswert und landet auf der Wunschliste!

Infos:

O: Gojira -1.0

Japan 2023

R: Takashi Yamazaki

D: Ryunosuke Kamiki, Minami Hamabe, Yûki Yamada, Hidetaka Yoshioka, Sakura Andô, Kuranosuke Sasaki, Munetaka Aoki

Laufzeit der Originalfassung: Ca. 125 Min.

Gesehen am: 01.12.23

Fassungen: Der Film erfuhr Anfang Dez. 2023 in Deutschland, der Österreich und in der Schweiz eine kleine Kinoauswertung, teilweise sogar in Japanisch mit deutschen Untertiteln. Ich habe den Film im Kanton Zürich in Winterthur gesehen = Uncut, im O-Ton mit deutschen Untertiteln. Eine Blu-Ray in Japanisch mit englischen oder deutschen Untertiteln ist noch nicht angekündigt (Stand: Dez. 2023).

Mittwoch, 27. Dezember 2023

Macumba Sexual

Macumba Sexual

Story:

Alice (Lina Romay) bekommt in ihrem Urlaub den Anruf, sich auf eine nahe entfernte Insel zu begeben um dort Prinzessin Obongo (Ajita Wilson) zu treffen. Vor Ort angekommen erfährt sie vom Hotel-Angestellten (Jess Franco), dass die Prinzessin schon lange tot sei. Alice hat Alpträume und Visionen. Bald schon macht sich Alices Freund (Antonio Mayans) auf die Suche nach der verschwundenen Alice…

Meine Meinung:

Macumba Sexual hat mir nicht gefallen. Viele der zuletzt von Severin Films veröffentlichten Jess Franco Filme waren in meinen Augen nur mittelmässig oder solide (Night of Open Sex, Mansion of the Living Dead, Black Boots, Leather Whip), aber keine Kracher wie die bekannteren Filme des Regisseurs (Vampyros Lesbos, Die Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne, A Virgin Among the Living Dead). Das Hauptproblem waren die Längen und der kaum vorhanden, uninteressante Plot.

Obwohl der Film nur 80 Minuten läuft, sind der Plot und die Szenen, die uns Jess Franco, der auch einen Kurzauftritt hinlegt, wenig interessant. Es tun sich Längen auf. Die Szenen sind wenig abwechslungsreich und es wird mehr oder weniger immer das gleiche gezeigt. Es wird zwar versucht, eine mysteriöse Story und eine Art phantastische Stimmung zu generieren, aber dies kommt aufgrund der Langweile nicht positiv zum Tragen.

Es gibt hier und da Momente, die schön gefilmt wurden oder die an andere Filme erinnern (nackte Menschen via Leine um den Hals als «Hunde» auf allen Vieren = Die 120 Tage von Sodom Vibes) oder denen es ganz leicht gelingt, etwas Stimmung zu generieren. Leider sind solche Momente Mangelware und der Film ist wirklich nur eins: langweilig, langweilig und langweilig. Von echtem Horror keine Spur. Dafür gibt es ellenlangen, immer gleichen (und vor allem unerotischen) Sex.

In den körperbetonten Rollen geben Lina Romay (Two Female Spies with Flowered Panties, The Sadist of Notre Dame, Night Has a Thousand Desires), Antonio Mayans (Cries of Pleasure, The House of Lost Women, Bahia Blanca) und Ajita Wilson alles. Letztere sah man auch in Francos Sadomania vor der Kamera.

Fazit: Nur den Jess Franco Sammlern zu empfehlen, die von ihrem Liebling alles sammeln, unabhängig von der Qualität der Filme. Mir persönlich war der Film zu uninteressant und zu lahm, um in die Sammlung aufgenommen zu werden…

Infos:

O: Macumba sexual

Spanien 1983

R: Jess Franco

D: Jess Franco, Lina Romay, Ajita Wilson, Antonio Mayans

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 80 Min.

Gesehen am: 28.11.23

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Severin Films vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs, exklusive Extras, Region A, B und C. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2023).