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Donnerstag, 11. April 2024

The Sin

BIFFF 2024 Spezial

The Sin

Story:

Si-young und Chae-yoon spielen als Tänzerinnen die Hauptrollen in einem Dance-Film. Gedreht wird an einer abgelegenen Universität. Ihre Tanzfähigkeiten sind dabei von Vorteil. Doch die Produktion wird von mysteriösen und bald tödlichen Ereignissen überschattet…

Meine Meinung:

Ich wusste nicht viel über The Sin, einen neuen südkoreanischen Horrorfilm. Die Inhaltsangabe der BIFFF-Homepage wie auch die Infos, welche die Filmemacher am BIFFF VOR der Sichtung auf der Bühne verraten haben, haben zumindest einen Punkt schon verraten: es kommen auch Zombies vor! Kein Fantasy Filmfest ohne Zombiefilm. The Sin des mir total unbekannten Regisseurs Han Dong-seok ist jedoch ein wilder Genre-Mix mit unzähligen Twists die nicht vorhersehbar sind.

Daher ist es nicht schlimm, dass man weiss, dass auch Zombies eine Rolle spielen. Der Film fesselt und startet interessant. Der Film und seine Stimmung sind ernst und düster. Dass die Hauptfigur in der Vergangenheit etwas Schlimmes erlebt hat, wird immer wieder in kurzen Flashbacks angedeutet. Der Film ist gut gefilmt, technisch stark und die Tanz-Choreographie ist besonders gelungen und erinnert an das Remake von Suspiria. Ich mochte die 1. Filmhälfte, da ruhig (Unheil kündigt sich an), mehr als die 2. Hälfte.

Der mir unbekannte Cast hat ihre Sache gut gemacht, auch wenn die Figuren nur wenig sympathisch waren. Der Film bietet einige blutige Momente, aber im Vergleich zu z.B. südkoreanischen Serien à la All of Us Are Dead auf Netflix zieht der Film klar den Kürzeren in Sachen Anzahl und Qualität der Effekte. Ab einem gewissen Punkt und vor allem im letzten Viertel übertreibt es der Film dann aber klar mit den ewigen Wendungen. Wo ich zuvor noch gefesselt war oder gespannt lauschte, wie es weitergeht, verlor ich stetig an Interesse. Der Verlauf der Handlung und der Figuren wird schlicht immer abstruser und unglaubwürdiger, so dass sich der Film auch am Ende sehr zieht und kein Ende finden will. Schade um die interessante 1. Filmhälfte…

Fazit: Da wollte die Drehbuchschreiberin zu viel des Guten, mit negativem Fazit! 

Infos:

O: Deo Ssin

Südkorea 2023

R: Han Dong-seok

D: Kim Yoon-hye, Song Yi-jae, Park Ji-hoon, Lee Sang-ah

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 102 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 Uncut und im O-Ton mit englischen Subs. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Kryptic

BIFFF 2024 Spezial

Kryptic

Story:

Kryptozoologin Barb Valentine verschwindet auf der Suche nach dem Suka-Monster. Kay (Chloe Pirrie) besucht den Krypto Gipfel und bucht eine Führung. Während dieser bekommt sie das Monster zu Gesicht. Danach verändert sich ihr Leben für immer…

Meine Meinung:

Kryptic war einer der wenigen BIFFF-Titel, wo ich vor der Sichtung kaum etwas über den Film wusste. So gibt es bis heute (10.04.24) weder ein Plakat noch einen Trailer zum Film. So habe ich mir auch keine konkreten Vorstellungen gemacht, was ich schauen werde. Mit Kryptic, einem kanadischen Film (aber auch mit Geldern aus England), kommt für mich schon am ersten BIFFF Tag ein Geheimtipp und Überraschungsfilm daher.

Der Film hat mich von Beginn an interessiert, da ich die Themen um Monster und Kryptozoologie sehr spannend finde. Daraus nun eine Art Mystery-Unterhaltung zu generieren, fand ich von Beginn an fesselnd. Den Film empfand ich allgemein als sehr fesselnd und spannend. Als Zuschauer wollte ich wissen, wo die Reise hinführt. Der Film startet nicht nur für seine Hauptperson wie ein grosses Rätsel und Fragezeichen, sondern auch für den Zuschauer.

In anderen Reviews wird der Film, der diverse Themen wie Monster, Sexualität, Road Trip, Bodyhorror, «Krankheit oder gibt es das Monster?» und Zeitschleifen beinhaltet, gar mit Gössen wie David Lynch oder David Cronenberg vergleichen. Zurecht, wie ich meine. Mir kamen beim Schauen auch Filme wie Murder Me, Monster, La Bête, Possession, Twin Peaks oder Under the Silver Lake in den Sinn. Die Spannung ist bis zum Ende gegeben.

De Film hat viele tolle Momentaufnahmen. Die Kameraarbeit und Settings (kanadische Wälder) sind der Wahnsinn. Die Musik ist toll. Retro-Stil und Pop-Songs (die Bar-Szene war der Hammer). Allgemein wirkt der Film durch die Kameraarbeit, die Bilder und die Musik sehr stimmig und hypnotisch. Die wenigen Effekte sind auch sehr gelungen. Starke Arbeit. Chloe Pirrie in der Wahl als Hauptfigur war eine Wucht. Sie trägt den Film mit ihrer mutigen und starken Performance von ganz alleine.

Fazit: Ein Film, den man gut mehrfach schauen kann, um neue Hinweise und Details zu entdecken! Ich freue mich schon jetzt auf die 2. Sichtung dieses BIFFF Geheimtipps = landet auf meiner Wunschliste! 

Infos:

O: Kryptic

Kanada, Grossbritannien 2024

R: Kourtney Roy

D: Chloe Pirrie, Jeff Gladstone, Jason Deline

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 96 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 im O-Ton, Uncut. Eine DVD/Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).

Noryang: Deadly Sea

BIFFF 2024 Spezial

Noryang: Deadly Sea

Story:

Imjin-Krieg im Winter 1598: Admiral Yi Sun-shin (Kim Yoon-seok) begibt sich nach sieben Jahren Krieg in der Noryang-Strasse in die alles entscheidende Schlacht…

Meine Meinung:

Hit oder Miss. Dem war ich mir bewusst, als ich das Ticket zu diesem geschichtlichen Kriegsfilm im klassischen Setting buchte. Der Film von Regisseur Han min-Kim, der diese Settings zu mögen scheint (siehe andere Filme von ihm), erzählt von dem wahren Imjin-Krieg. Und genau hier liegt schon eines der Probleme: dem 08/15 Zuschauer und vor allem westlichen Fan, ist dieser Krieg unbekannt. Der kurze Crash-Kurs zu Beginn des Filmes, auf Texttafeln erzählt, hilft nicht wirklich weiter wie auch die vielen Namen oder Ortschaften, die erwähnt werden.

Das zweite Problem ist die Tatsache, dass klare Identifikationsfiguren fehlen. Niemand ist wirklich sympathisch oder charismatisch. Als Zuschauer fiebert und/oder fühlt man nicht mit. Ein richtiges Böse oder Gut gibt es meiner Meinung nach auch nicht. Immerhin sind Chinesen, Koreaner sowohl Japaner im Krieg involviert gewesen und auch im Film kommen Figuren aus diesen drei Nationen vor. Die werden aber alle, meist glaubhaft und solide, von südkoreanischen Schauspielern gespielt. Da für mich optisch auch kein mir bekanntes Gesicht dabei war, war dem Treiben zuzusehen, auf die Dauer öde (Film läuft 152 Minuten).

Da kommen wir auch zum dritten Problem: der Film ist lang, zäh und will nicht enden. Immer dann, wenn ich das Ende erwartete, ging es weiter. Hier noch eine Rückblende, da noch eine Erklärung. Das typische Korea-Syndrom, woran einige südkoreanische Blockbuster zu leiden haben. Einige Handlungen der Figuren sind auch unglaubwürdig, nur um danach noch dramatischen Kitsch um besten zu geben. Und dass dem General in der Finalschlacht sein toter Sohn als Geist/Einblendung erscheint, um ihn in richtige Bahnen zu lenken, fand ich einfach unpassend wie auch der dargestellte Tod des jap. Generals. 

Daher ist der Film für mich nur durchschnittlich gelungen. Am Anfang werden dem Zuschauer die Ausgangslage, der Verlauf des Plots und die Figuren/Kriegsparteien erläutert. Da gibt es auch sicher mind. 60 Minuten keine einzige Action-Szene zu sehen. Dafür ist dann die 2. Hälfte eine ununterbrochene lange Seefahrt-Action-Szene. Diese Szenen sind solide in Szene gesetzt. Das können die südkoreanischen Filmemacher einfach. Aber auf Dauer wurde es auch eintönig, da viele Wiederholungen und Massenszenen.

Fazit: Wer das südkoreanische Kino und/oder Kriegsfilme mag, wird den Film sicherlich mögen. Ich fand den Film aufgrund meiner Kritikpunkte nur mässig. 

Infos:

O: Noryang

Südkorea 2024

R: Han-min Kim

D: Kim Yoon-seok, Jeong Jae-yeong, Baek Yoon-Seok

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 152 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Am BIFFF 2024 im O-Ton mit englischen Subs gesehen. Uncut. In den USA erscheint der Film auf DVD oder Blu-Ray Mitte Mai 2024 von Well Go USA (Uncut, O-Ton, englische Subs). Eine deutsche Vö ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).