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Montag, 15. April 2024

Your Monster

BIFFF 2024 Spezial

Your Monster

Story:

Laura Francos (Melissa Barrera) Leben gerät aus den Fugen: Krebs-Diagnose, Schauspielkariere in Schutt und Asche und ihr Freund macht mit ihr Schluss. Sie besiegt den Krebs, aber ihr Job und Freund sind auf den ersten Blick verloren. Sie zieht sich zum Trauern ins Anwesen ihrer abwesenden Eltern zurück, nur um zu erfahren, dass dort ein Monster haust. Und dieses ist wenig erfreut über Lauras Auftauchen…

Meine Meinung:

Dass Your Monster von einer Frau inszeniert wurde, sieht man dem Film zu jeder Sekunde an (nicht negativ gemeint). Der Film von Regisseurin Caroline Lindy basiert auf ihrem eigenen Kurzfilm mit dem Titel Your Monster aus dem Jahr 2020. Aus dem damaligen 16minütigen Film hat Caroline Lindy nun nach Commercials und Kurzfilmen ihren ersten Spielfilm realisiert. Der Film ist vor allem ein Mix aus Komödie, Drama, Liebesgeschichte und Musical. Im «Die Schöne und das Biest» Setting, mit Sozialkritik und biographischen Inhalten.

Caroline Lindy zeigt perfekt, wie Frauen trauern, wie Frauen ticken und wie sich Frauen von Männern unterscheiden. Laut der BIFFF Beschreibung hatte sie mit den gleichen Schicksalsschlägen zu kämpfen, wie die von ihrer kreierten Figur im Film. Sie zeigt auch gekonnt auf, wie gewisse Frauentypen immer wieder zu ihrem Arschloch Freund zurückkehren, obwohl dieser sie schlecht behandelt. Von Your Monster habe ich am heutigen BIFFF Tag am wenigsten erwartet (als ich das Ticket kaufte und Review vorbereitet habe, gab es noch keinen Trailer/Plakat zum Film). Der Film hat aber, muss ich eingestehen, mehr Spass gemacht als erwartet und war sehr unterhaltsam.

Der Film war optisch stark gefilmt und in Szene gesetzt. Persönlich gefiel mir das Make-Up und Aussehen des Monsters nicht. Hat mich irgendwie an Rob Zombie erinnert und mich irritiert und abgelenkt. Das Monster hätte gerne anders aussehen dürfen. Der Plot nimmt gegen Ende einige überraschende Wendungen ein und endet auf der grossen Bühne. Eine Genugtuung. Das Publikum hatte sichtlich Freude. Männer werde abgesehen vom «Monster» negativ dargestellt. Oder zumindest die wichtige Figur (Jacob). Da dürfte viel Persönliches, was die Regisseurin erlebte, eingeflossen sein.

Die Darsteller waren stark in ihren Rollen. Tommy Dewey spielte das Monster auch im Kurzfilm, für die Rolle der Laura wurde eine mexikanische Sängerin und Darstellerin gecastet, die auch in anderen BIFFF Filmen zu sehen ist (Abigail). Melissa Barrera. Sie spielt perfekt und wunderbar. Ihre Erfahrungen als Sängerin und Tänzerin kamen der Rolle zu gute. Horrorerfahrungen sammelte sie bereits in Scream und Scream IV. Auch die restlichen Darsteller sind gut gewählt, auch wenn sich der Film natürlich oft nicht ernst nimmt und viel Overacting dabei ist.

Fazit: War unterhaltsamer als erwartet. Zwar nichts für meine persönliche Filmsammlung, aber wer gerne Musicals oder «Die Schöne und das Biest» Settings mag, kann sich bedenkenlos an Your Monster wagen. 

Infos:

O: Your Monster

USA 2024

R: Caroline Lindy

D: Meghann Fahy, Melissa Barrera, Tommy Dewey

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 98 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 Uncut und im O-Ton. Es gibt noch keine DVD oder Blu-Ray (Stand: April 2024).

The Soul Eater

BIFFF 2024 Spezial

The Soul Eater

Story:

Zwei Cops arbeiten an zwei Fällen in einer französischen Kleinstadt in den Alpen: zum einen geht es um verschwundene Kinder & zum anderen wurde ein Ehepaar brutal abgeschlachtet aufgefunden. Besteht eine Gemeinsamkeit zwischen den Fällen? 

Meine Meinung:

Von The Soul Eater hätte ich mir mehr versprochen, erhofft und erwünscht. Von den vier BIFFF Filmen am heutigen Tag erhoffte ich mir von diesem (und von The Deep Dark) am meisten. Nach der Sichtung der vier BIFFF Filme kann ich sagen, dass The Soul Eater der am wenigsten interessante Film des heutigen BIFFF Tages war. Vor allem gegen Ende wird der Plot immer schwächer und die Auflösung wenig interessant.

Es sind schlussendlich Klischees, die man schon zig Mal gesehen hat. Und das mit den Drogen war zu übertrieben, um glaubhaft zu sein. Und einige Dinge waren auch klar vorhersehbar (z.B. wer die letzte Person ist, die unter der Maske steckt). Der französische Film stammt vom Regie-Gespann Alexandre Bustillo & Julien Maury. Denen habe Horrorfans Filme wie Among the Living, Inside, Leatherface, The Deep House oder Livid zu verdanken.

Parallelen zu Among the Living taten sich auf. Wenn ich nicht irre, waren dort auch Kinder Opfer und/oder Gejagte. Die Faszination Kinder und dessen Missbrauch für Horrorfilm zu benutzen, finde ich in diesem Fall auffallend und lahm. Der Plot ist zäh, es gibt Längen und das Drehbuch überzeugt nicht.

Dass am Ende der Tod des Hauptbösewicht nicht Mal gezeigt wird, obwohl die Person zuvor so viel Gift und Böses versprühte, ist auch unverzeihlich. Die paar wenigen (aber blutigen) Gewaltmomente (meist Leichen und/oder Wunden) passen dann auch nicht so recht zum Rest des Filmes. Von der Prämisse hätte ich mir mehr erhofft und erwartet.  Schade.

Fazit: Ihr bester Film bleibt mit Abstand noch immer Inside. Daran konnten Alexandre Bustillo und Julien Maury nicht mehr anknüpfen. 

Infos:

O: Le Mangeur d'âmes

Frankreich 2024

R: Alexandre Bustillo, Julien Maury

D: Virginie Ledoyen, Paul Hamy, Sandrine Bonnaire, Francis Renaud, Malik Zidi

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 108 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 Uncut, im O-Ton und mit englischen Subs. Es ist noch keine DVD/Blu-Ray angekündigt (Stand: April 2024).

Unspoken

BIFFF 2024 Spezial

Unspoken

Story:

Ein Chinesischer Ex-Cop (Hanyu Zhang) reist in die USA, um den Mord an seiner Tochter, die dort studierte, aufzuklären…

Meine Meinung:

Unspoken, eine Co.-Produktion zwischen China und Kanada und zu 90% in Kanada gedreht (aber Plot spielt in den USA), wurde durch eine wahre Begebenheit inspiriert. Der Film von Daming Chen, der 1990 in die USA ausgewandert ist, hat mir gefallen. Kein Film für die Sammlung, aber Unspoken war spannend, unterhaltsam, fesselnd und sogar etwas rührend. Unspoken ist daher gut schaubar.

Die zwei Stunden vergingen wie im Flug. Ich mag simple Krimis. Hier gibt es zudem Reize zwischen dem «Clash der Kulturen». Ein Ex-Cop aus China in den USA, der auf eigene Faust zu ermitteln beginnt und Fehler der US-Cops bereinigt/aufdeckt. Dabei ist der Film auch sozialkritisch: Thema Rassismus und Gewalt durch die Polizei werden in mehreren Szenen angesprochen. Das Finale (Shoot-Outs in der Universität) wirkte spannend und realistisch.

Ich mochte die Kleinstadt-Stimmung und die verschneiten Landschaften und Bilder. Schnee, Schnee und nochmals Schnee. Ich spürte die Kälte förmlich. Unspoken ist allgemein wunderschön gefilmt und in Szene gesetzt. Der Film bietet viele sehenswerte Aufnahmen und optisch weiss der Film zu gefallen. Hanyu Zhang (Special ID) und Vivienne Tien spielen das hervorragend. Einige Nebenfiguren wirkten etwas weniger glaubhaft, da etwas zu übertrieben dargestellt. Da waren die Filmemacher etwas zu motiviert.

Fazit: Spannender und schön gefilmter Krimi! 

Infos:

O: Unspoken

Kanada, China 2024

R: Daming Chen

D: Hanyu Zhang, Vivienne Tien, Jake Abel, Michael Cudlitz

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 120 Min.

Gesehen am: BIFFF 2024

Fassungen: Gesehen am BIFFF 2024 Uncut und im O-Ton mit englischen Subs. Eine DVD oder Blu-Ray sind noch nicht angekündigt (Stand: April 2024).