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Freitag, 25. Oktober 2019

Revenge of Billy the Kid Review

Horroktober 2019
Revenge of Billy the Kid

Story:

Vor der englischen Küste befindet sich eine Insel, auf welcher die Familie McDonald lebt. Ein heruntergekommener Haufen von "Rednecks":

der trinkende Vater, die total übergewichtige und rauchende Mutter, die zwei dummen Söhne, welche sich beim Jagen in die Füsse schiessen und dann noch die hübsche Tochter Ronny, die einzig und allein etwas Verstand zu besitzen scheint.

Als der geile Vater im Wald eine Ziege besteigt, ahnt er nicht, was er damit lostritt: die Ziege gebärt einen Freak, einen Ziegenjungen. Die Familie will ihn töten, doch Ronny rettet "Billy", wie sie ihn nennt. Doch dieser wächst und giert nach Fleisch und macht bald schon Jagd auf die Familie McDonald...

Meine Meinung:

Eher unbekannter Fun-Splatter aus England mit viel schlechtem Geschmack, charmanten Effekten, viel Rednecks und Effekten nach meinem Geschmack. Daher hatte ich an dem Film auch früher und auch jetzt noch Freude. Ein Jammer, dass der Film scheinbar wenig bekannt ist. Dies wiederspiegelt sich in Fassungen (mehr dazu unter Fassungen).

Immerhin die englische Presse sah ihren Film als Kult und als Antwort auf Tanz der Teufel. Das Cover wird von vielen Zitaten eingedeckt. Mir hat der Film auch nach Neusichtung gefallen. Der Humor ist pechschwarz, sehr makaber und derb. Man muss britischen schwarzen Humor mögen (dazu auch total überzeichnete Figuren), um dem Film etwas abgewinnen zu können.

Dazu kommt, dass der Humor dem Film natürlich die Härte raubt. So hart oder blutig ist der Film für sich gesehen jedoch nicht. Es gibt einige schöne Make-Up Effekte: Leiche vom Opa, schon etwas verwest, welche von Billy angefressen wird, eine abgetrennte Hand auf dem Boden, Billy, der Ziegenjunge (Puppe, Gummikostüm), der zudem alle Wachstumsstufen durchmacht, Billy der am Ende gar Werkzeuge einsetzt, um die Familie zu jagen etc. Einige der Morde passieren jedoch nur im off screen.

Die Figuren und deren Darstellung haben mich mehr als nur einmal an die holländische Komödie Flodder – Eine Familie zum Knutschen erinnert. Sympathisch. Der Film zitiert Tanz der Teufel mehrfach (Kettensäge, Plakat an der Wand). Auch sympathisch. Dazu besagte Creature Effecte. Zum dritten Mal: sympathisch.

Fazit: Wer gerne Trash-Filme und schlechten Geschmack mag, macht mit Revenge of Billy the Kid alles richtig! 

Infos:

O: Revenge of Billy the Kid

Großbritannien 1991

R: Jim Groom

D: Michael Balfour, Samantha Perkins, Jackie D. Broad, Trevor Peake, Bryan Heeley, Michael Ripper

Laufzeit der UK-DVD: 87:09 Min.

Gesehen am: März 2012 / Review überarbeitet: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Medusa Pictures vor = gute VHS Bildqualität, O-Ton, leider keine englischen Subs, Uncut. Hier und da hätte die Bildqualität heller sein dürfen. Es gibt keine deutsche Fassung, keine Blu-Ray und es scheint keine Auflage mit englischen Subs zu geben. Nebst UK VHS gäbe es noch ein schickes VHS aus Japan. Stand: Okt. 2019.

Donnerstag, 24. Oktober 2019

Razorback Review


Horroktober 2019
Razorback

Story:

Eine Reporterin (Judy Morris) wird im australischen Outback zuerst zum Opfer von Rednecks (Chris Haywood, David Argue) um danach von einem abnormen Eber gefressen zu werden. Derselbe Eber hat vor Jahren bereits für Opfer gesorgt. Ein Jäger (Bill Kerr) und Carl (Gregory Harrison), der Ehemann der Reporterin, versuchen das Tier aufzuhalten…

Meine Meinung:

Razorback ist einer der besten Tierhorrorfilme und wohl der beste Tierhorrorfilm mit einem Schwein (Boar kann dagegen einpacken). Der Film ist quasi Jaws im Outback (und/oder Jaws im Wald à la Grizzly) und allgemein einer der besten Filme von Regisseur Russell Mulcahy (Ricochet, Silent Trigger, Resurrection). Kaum zu glauben das Razorback eine seiner ersten Arbeiten war!

Dem Film kommen vor allem der australische Outback und die Landschaften gutzustehen. Dazu kommt, dass der Film wunderschön gefilmt ist. Durch den Outback erzeugt der Film eine extrem intensive und stimmungsvolle Atmosphäre, die seinesgleichen sucht! Schön creepy und optisch ist fast jede Szene ein Genuss. Da fühlte ich mich nicht selten an Wake in Fright erinnert – einen ebenso starken Film aus Australien!

Die Figuren sind sympathisch, die Rednecks richtig fies und eklig gezeichnet (fast schon kippt deren Overacting ins Übertrieben, aber nur fast) und die Effekte sind stark geworden! Die Sau und deren Taten sind nur selten zu sehen – sagen wir zu Beginn und gegen Ende – im Mittelteil gibt es vor allem Story zu sehen (Ehemann sucht nach Frau und gerät auch an die Rednecks). Dem sollte man sich bewusst sein. Razorback ist ein eher ruhiger Film, aber wenn die Sau dann Mal zuschlägt, dann so richtig fies, schmerzhaft, intensiv.

Die Spezialeffekte sind auch stark getrickst – dies gilt für Make-Up Effekte / Masken (Leichen), für Bluteffekte und vor allem für die Sau! So was kann CGI nie ersetzen und/oder an dessen Qualität heranreichen! Die Macher dahinter sind mir unbekannt – schade, denn die Effekte in Razorback sind erste Sahne und absolut sehenswert!

Fazit: Jedem Tierhorrorfilmfan zu empfehlen, einer der besten Tierhorrorfilme überhaupt!

Infos:

O: Razorback

Australien 1984

R: Russell Mulcahy

D: Gregory Harrison, Arkie Whiteley, Bill Kerr, Chris Haywood, David Argue, Judy Morris

Laufzeit der australischen Blu-Ray: 94:50 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lagen die alte Anchor Bay DVD aus England (originalsigniert von Regisseur Russell Mulcahy) und die neue Blu-Ray aus Australien vor (von Umbrella). Diese lohnt, weil: sehr gute Bild- und Tonqualität, speziell wegen den englischen Subs und da als Bonus auch die Uncut-Fassung an Bord ist (ohne Subs, in mind. neun Gewaltszenen länger = VHS Master der australischen VHS). Alle anderen weltweiten Fassungen sind zensiert. In Deutschland nur auf DVD und auch nur in der gängigen und zensierten Kinoversion zu bekommen.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

The Fear of Ancestral Rites Review


Horroktober 2019
The Fear of Ancestral Rites

Story:

Eun-ji, welche im Krankenhaus als Krankenschwester arbeitet und wohnt, wird von mehreren mysteriösen Zwischenfällen heimgesucht. Eines Tages findet sie nach einem weiteren Ereignis eine Halskette, welche früher ihrem Ex-Freund gehörte. Dem Ex-Freund, der nach einem Unfall schwer entstellt und danach eine Klippe zu Tode stürzte…

Meine Meinung:

The Fear of Ancestral Rites ist einer von vielen südkoreanischen Genre-Filmen, die selten sind. Das heisst die ausserhalb Südkoreas nicht veröffentlicht wurden. Und die dem Horror-Genre angerechnet werden können. Und den ich aus meinem Südkorea Urlaub mitgebracht habe, zusammen mit Titeln wie Cemetery of Beautiful Women, Who Broke the Red Rose Stem oder Fairy of the Night.

Zum Teil wird der Film im Internet gar als Giallo betitelt. Das Cover auf jeden Fall, auch mit einem Motiv aus Tenebre, ist auf jeden Fall mehr als sehenswert und macht Lust auf mehr! Leider kann der Film mit dem wunderschönen Cover nicht mithalten. Es handelt sich um einen durchschnittlichen Film. No Jin-Seob, der Regisseur, hat in seiner ganzen Karriere keinen Horrorfilm veröffentlicht - The Fear of Ancestral Rites – laut Cover auch den Titel The 4th Horror tragend, ist die Ausnahme.

Das Krankenhaus Setting kommt dem Film gut zu stehen. Die Story ist jedoch relativ spannungsarm und nicht wirklich unheimlich. Der Film spielt, im Gegensatz zu vielen anderen südkoreanischen Horrorfilmen aus der Zeit, nicht im klassischen Setting sondern in der Gegenwart. Daher punktet der Film weniger mit Stimmung und Atmosphäre. Es gibt leider Längen und wenig Effekte (eines der grössten Mankos).

Phasenweise ist der Film schön und stimmungsvoll gefilmt und spielt mit Farben. Das Rätselraten um den Killer (wusste ich leider schon, da Inhaltsangabe vor dem Sehen gelesen was zwingend von Nöten war, da Fassung keine englischen Subs hat) passt dann auch dazu, um den Film, im Entferntesten noch mit dem «Giallo» Kino in Verbindung zu bringen. Doch nicht nur das Giallo-Genre stand Pate, sondern auch der US-Slasher – so erinnert der Endgag / Schocker an Freitag der 13.

Fazit: Mehr Effekte und Action hätten dem Film, mehr ein Thriller-Drama statt echter Horror, gutgetan! Bleibt, auch dank dem wunderschönen Cover-Artwork, trotzdem in der Sammlung!

Infos:

O: Jesaui gongpo

Südkorea 1984

R: No Jin-Seob

D: Jeong Hyeong-Suk, Choi Jong-Won, Jeong Se-Hyeok, Park Min-Hee

Laufzeit der koreanischen VHS: Ca. 92 Min.

Gesehen am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag das VHS aus Südkorea von Sam Boo Production vor = Uncut, gute Bildqualität, O-Ton, keine Subs. Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray, keine deutsche Fassung und keine Fassung mit englischen Subs (Film wurde ausserhalb Südkoreas nie veröffentlicht). Stand: Okt. 2019.