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Sonntag, 25. Oktober 2020

Born in Coffin Review

Horroktober 2020

Born in Coffin

Story:

Guo Suyue (?) und ein junger Mann verlieben sich und heiraten. Doch das Familienglück ist nur von kurzer Dauer: die Mutter des Mannes macht Guo Suyue, auch Dank dem negativen Einfluss einer anderen Frau (Eifersucht) im gleichen Haushalt, das Leben zur Hölle. Die Folge: Guo Suyue wird entstellt und als tot geglaubt beerdigt. Doch sie lebt und gebärt im Sarg einen Sohn…

Meine Meinung:

Born in Coffin oder Coffin Birth oder The Child Delivery in the Coffin ist ein 1980er Gruselfilm aus Taiwan bzw. mehr Drama mit Grusel-Setting. Was der Film definitiv nicht ist: ein echter Horrorfilm und schon gar nicht ein «Hong Kong Horror»(Film) wie es das Cover der US-VHS suggerieren will (zumal der Film aus Taiwan und nicht aus Hong Kong ist).

Der Film ist relativ harmlos und zahm. Grusel. Der Film passt zu Filmen wie The Old Lock oder Who's the Ghost in the Sleepy Hollow?. Also weniger Effekte geladene Obskuritäten à la The Devil oder The Witch with Flying Head. Der Film ist selten. Ich finde kein einziges englischsprachiges Review zum Film und in diversen Datenbanken ist der Film nicht gelistet (ofdb, LB). Nachtrag: in LB doch gelistet (mit anderem Titel).

Die Einleitung ist vielleicht der schwächste Part des Filmes und beansprucht rund 30 Minuten. Danach kristallisiert sich eine Handlung, die Parteien und Figuren sind vorgestellt. Es kommt zu mehr «Action» und einigen stimmungsvollen Szenen (Beerdigung von Guo Suyue, die jedoch gar nicht tot ist), der Geburt im Sarg, einigen «Rache-Szenen» in denen sich Guo Suyue als Geist ausgibt, Attentat Versuche auf Guo Suyue mittels Feuer (= Finale und sehr spektakulär für diese Art Film). Der Film war in diesen Szenen, mehr oder weniger, unterhaltsam. Man sollte die Erwartungen jedoch klein halten & unvoreingenommen an den Film gehen.

Der Cast war mir unbekannt. Regie führt Chang Jen-Chieh, der den Kracher The Devil drehte. Wang Pao-Yu (Shocking!, Baby Blood, The Devil), Hao Man-Li (Woman with Knife, Tsu Hong Wu, Virago) oder Chan Mei-Hua (The Witch with Flying Head) spielten in ähnlichen Filmen mit. Alles in allem solide Leistungen, zumindest was die Hauptfiguren angehen.

Fazit: Kein Kracher, aber für Fans des taiwanesischen, unbekannten Grusel-Kinos (Ende der 70er, Anfang der 80er Produktionen) zu empfehlen!

Infos:

O: Guan zhong chan zi

Taiwan 1980

R: Chang Jen-Chieh

D: Wang Pao-Yu, Wong Hon, Hao Man-Li, Chin Liu, Tian Ming

Laufzeit des US-VHS: 88:54 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag das US-VHS von Pan-Asia vor = Gute Bildqualität, Vollbild, statt O-Ton Mandarin ein Dub (Kantonesisch), keine Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt 2020).

Samstag, 24. Oktober 2020

The Killer of Dolls

Horroktober 2020

The Killer of Dolls

Story:

Paul (David Rocha) ist gestört. Er leidet an einer gespaltenen Persönlichkeit. Er guckt Paaren beim Sex zu, um die Frauen später zu ermorden. Er spielt gerne mit Puppen und verbindet eine Hassliebe zu ihnen wie auch zu Frauen. Auch ein Nachbarsjunge ist ständig in Gefahr, von Paul missbraucht und/oder getötet zu werden. Als Paul eine Beziehung zu Audrey (Inma de Santis) beginnt, beginnt sich sein Geisteszustand zu bessern - vorerst…         

Meine Meinung:

Ich ging mit gemischten Gefühlen an The Killer of Dolls. Vom Kumpel vorgewarnt, der Film «sei schwul», sind durchgehend homoerotische Szenen im Film vorhanden – durchs Band durch. Der Low-Budget Film aus Spanien, zur Franco-Zeit entstanden, erinnerte mich von der Machart und dem Inhalt her ein wenig an Filme wie Maniac oder Mosquito - Der Schänder.

Dass der Film mit den diversen, provokanten Themen durch die damalige spanische Zensur kam, ist überraschend. Regisseur Miguel Madrid leitet den Film ein und informiert das Publikum über die Figur und dessen Erkrankung (gespaltene Persönlichkeit). In meinen Augen kein guter Schachzug, da dies dem Inhalt bereits Spannung raubt.

Der Film war mir in vielen Szenen zu übertrieben in seiner Darstellung – dies meine ich in Bezug auf das Overacting von Hauptdarsteller David Rocha und die homoerotischen Szenen. Zum Beispiel die Dusch-Szene mit David Rocha oder die quasi schon «Vergewaltigung» von David Rocha an dem kleinen Jungen (klar tragen sie Kleider, aber es sieht ein Blinder, dass dies eine simulierte Missbrauchsszene ist). Solche Szenen brauche ich in keinem Film zu sehen…

Dazu kommt, dass mir David Rocha als Person nicht sympathisch (im Bonusmaterial erzählt er, wie er in der spanischen Presse in einem Klatsch-Heft seinen Suizid ankündigte und nicht umsetzte) und auch sein Schauspieltalent laienhaft ist. Laut David Rocha (Bonusmaterial) war er unerfahren und nervös und der Film wurde ohne Re-Takes gedreht, was man dem Film auch ansieht: teilweise sehr schlecht gespielt und unfreiwillig komisch.

Die anderen Figuren sind da teilweise auch nicht viel besser. Aus Marketing Gründen wurde die damals minderjährige Inma de Santis, ein spanischer «Lolita Star der 70er», an Bord geholt, die im letzten Viertel David Rochas Freundin mimen darf. Eine Schönheit in dem ansonsten teilweise ekligen Film. Wenig blutige Morde, der Soundtrack wie auch einige herrlich surreale Szenen (gegen Ende hin) sind die positiven Aspekte dieses merkwürdigen Filmes aus Spanien…

Fazit: Für Euro-Cult Fans ggf. interessant. In meine Sammlung wird der Film nicht aufgenommen, da mir Schauspieler David Rocha zu sehr auf die Nerven ging mit seinem Overacting…

Infos:

O: El Asesino de muñecas

Spanien 1975

R: Miguel Madrid

D: Marina Ferri, Salvador Buchila, María Condal, Alejandro Del Río, Inma de Santis

Laufzeit der US-Blu Ray: Ca. 102 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die Code Free Blu-Ray von Mondo Macabro vor = Uncut, spanischer O-Ton, englische Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität, exklusive Extras. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2020).

Freitag, 23. Oktober 2020

Jungle Holocaust Review


Horroktober 2020 
(mit Deodato am NIFFF, wo die DVDs signiert wurden)

Jungle Holocaust

Story:

Zwei Amerikaner (Massimo Foschi, Ivan Rassimov) gehen im philippinischen Regenwald verschollen. Sie geraten an einen Kannibalen-Stamm (u.a. Me Me Lai)…

Meine Meinung:

Nach dem Erfolg von Mondo Cane und Co. sorgte Umberto Lenzi mit Man from Deep River für den Einstieg ins Ital. Kannibalen-Genre, gefolgt von Ruggero Deodatos Jungle Holocaust. Beide sehen sich als Urväter der Ital. Kannibalen-Filmes und beide stahlen Ideen aus Filmen des anderen.

So arbeitete Ruggero Deodato (Der Schlitzer, Body Count) mit dem gleichen Cast wie Umberto Lenzi (Me Me Lai, Ivan Rassimov), wobei letzterer hingegen die letzte Szene mit Me Me Lai aus Jungle Holocaust für seinen Eaten Alive stahl.

Jungle Holocaust ist für sich gesehen ein guter Film, der jedoch, ähnlich wie Eaten Alive, nicht mehr die gleich intensive Wirkung wir früher zu verzichten hat. Der Film ist daher definitiv nicht auf dem Niveau eines Cannibal Holocaust oder Cannibal Ferox, aber für Fans des Ital. Kannibalenfilmes dennoch zu empfehlen.

Der Film geht als Mix aus Abenteuer- und Kannibalenfilm durch und wurde auf den Philippinen und Malaysia gedreht. Laut Darsteller Ivan Rassimov verbrachte die Crew rund einen Monat vor Ort zu teilweise unschönen Bedingungen. Der Film gibt vor, auf wahren Begebenheiten zu beruhen und Deodato gab mehrfach an, mit echten Dschungel-Stämmen zusammen gearbeitet zu haben.

Im Vergleich zu späteren Filmen ist der Film zahmer, im Vergleich zum Vorgänger härter. Es gibt Nackt-Szenen, eine Vergewaltigung, Tier-Snuff und einige derbe Dschungel-Fallen, kannibalistische Riten und ein-zwei blutige Fress-Szenen die u.a. eine echte Schafsleber beinhalten, in welche Massimo Foschi beissen durfte (die sich laut seiner Aussage bereits ungekühlt vier Tage vor Ort befand).

Die Stimmung ist exotisch was dem Setting, dem Drehort und auch der Abwechslung zu verdanken ist (Kannibalen spezifische Themen kommen erst in der 2. Filmhälfte vor). Ivan Rassimov (Der Killer von Wien), Star des Vorgängers, spielt hier lediglich den Co-Star.

Der Haupt-Cast besteht aus  Massimo Foschi (Neun Gäste für den Tod) und der exotischen Schönheit Me Me Lai, welche nebst Jungle Holocaust noch in den Kannibalenfilmen Man from Deep River und Eaten Alive zu sehen war, ehe sie danach praktisch von der Bildfläche verschwand (u.a. sah man sie noch in Lars von Triers Element of Crime oder im Euro-Horror Der Leichengießer).

Fazit: Ein Film, der zur richtigen Zeit entstand und somit gut Kasse machte und als Vorarbeit für das spätere Highlight Cannibal Holocaust anzusehen ist. Wer die Ital. Kannibalenfilme (Cannibal Apocalypse, Emanuelle and the Last Cannibals, Massacre in Dinosaur Valley...) mag, kann bedenkenlos zugreifen...

Infos:

O: Ultimo mondo cannibale

Italien 1977

R: Ruggero Deodato

D: Massimo Foschi, Me Me Lai, Ivan Rassimov

Laufzeit der US-DVD: 88:10 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = eine der ersten Vös seiner Art und dementsprechend sieht man der Disc ihr Alter an. Uncut, Englischer Ton, immerhin Widescreen Bildformat und vier interessante Extras: Vorwort von Regisseur Ruggero Deodato, Audiokommentar mit Ruggero Deodato (mit englischen Subs), Interview mit Massimo Foschi und Interview mit Ivan Rassimov. Die US-Blu-Ray dürfte für Fans interessant sein, da eine deutlich bessere Bildqualität habend. In Deutsch gibt es mehrere DVD-Auflagen (84’ Entertainment, X-Rated, NSM, XT Video, X-NK…). Die DVD plus die DVD aus Japan von liegen original signiert vor (Ruggero Deodato 2x am NIFFF getroffen).