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Montag, 18. Oktober 2021

Blood of Ghastly Horror Review

Horroktober 2021

Blood of Ghastly Horror

Story:

Es geht um einen Zombie, der umher geht und Leute meuchelt, die ermittelnde Polizei und um die Rache eines verrückten Arztes am Tod seines Sohnes…

Meine Meinung:

Meine zweite Al Adamson Erfahrung nach Nurse Sherri. Trash-Filmer und Regisseur Al Adamson hat für Blood of Ghastly Horror auf Material aus seinem früheren Film Psycho-a-Go-Go zurückgegriffen, welchen er schon zuvor mit neuen Szenen neu ins Kino brachte (als The Fiend with the Electronic Brain). Und in diese Fassung kamen nun nochmals neue Szenen und geboren war Blood of Ghastly Horror.

Das Schnittwerk und das Material aus quasi drei Produktionen sieht man dem Film an. Blood of Ghastly Horror ist unzusammenhängend, unausgegoren und wirr. Zwar gibt es hier und da Action (Bankraub, Verfolgungsjagd, ein Kampf, Finale im Schnee) aber die Trash- oder Horror/Genre-Motive waren mir zu schwach, um zu gefallen.

Nach einem coolen Intro geht der Film bergab. Nebst wirren Szenen empfand ich den Film vor allem als lahm und unspektakulär, so dass ich beim Schauen sogar eingeschlafen bin (könnten auch Corona Nachwirkungen sein, da ich den Film in meiner Corona-Quarantäne guckte). Ich spulte nach dem Aufwachen jedoch zurück und merkte, dass ich es genau so gut auch hätte sein lassen können.

Der Mad Scientist oder Zombie-Faktor waren zu billig und zu wenig vorhanden, um zu überzeugen. Jedoch empfand ich den Film als Ganzes als ansehnlich. Besser als jeder deutsche Amateur-Film. Liegt vielleicht auch an der neuen Restauration von Severin films, das Master sah hervorragend aus. Als Greenhorn würde man nie meinen, Material aus drei unterschiedlichen Produktionen sehen zu bekommen.

Die Darsteller und deren Darstellung war besser als erwartet. Ich bin zuversichtlich, nebst Stinkern wie diesem, auch die ein oder andere Trash-Perle im Set vorzufinden (sind ja genug Filme drauf – denke am meisten werden mich die Kung-Fu, Western oder (S)Exploitation Filme ansprechen…)

Fazit: Nicht wirklich zu empfehlen, ausser für Al Adamson Liebhaber!

Infos:

O: Blood of Ghastly Horror

USA 1973

R: Al Adamson

D: John Carradine, Roy Morton, Tommy Kirk, Al Adamson, John Armond

Laufzeit der US-Blu-Ray:

Gesehen am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag das US-Blu-Ray Set aus den USA vor. Dieses Set von Severin Films ist streng limitiert und wird inzwischen für Preise zwischen 300-500 USD gehandelt. Das Set beinhaltet: ein 119seitiges Booklet mit Infos zu allen in der Box enthaltenen Filmen und 32 Filme auf 14 Discs. Dabei wurden die Filme mehrheitlich komplett neu restauriert. Es sind Exploitation-Filme: Erotik, Action, Horror, Western und auch Kung-Fu Filme (sind drei dabei, einer u.a. mit Lam Ching-Ying).

Sonntag, 17. Oktober 2021

Inside Review

 Horroktober 2021

Inside

Story:

Sarah (Alysson Paradis), schwanger und seit einigen Monaten Witwe, wird einen abends von einer unbekannten Frau (Béatrice Dalle) aufgesucht und terrorisiert. Als die Polizei auftaucht ist von der Unbekannten nichts mehr zu sehen, doch der Alptraum ist für Sarah noch lange nicht vorbei...

Meine Meinung:

High Tension, ein Mix aus Terrorfilm und hartem Slasher aus Frankreich, hat 2003 international für Furore gesorgt. Der Film kam auf Filmfestspielen und vor allem im Horrorfilm-Lager sehr gut an. Weitere Filme dieser Art aus Frankreich waren die Folge: Inside, Martyrs, Frontier(s), Livid oder Among the Living.

Mit Inside kommt damit nebst High Tension der meiner Meinung nach beste neuzeitliche Terrorfilm aus Frankreich, während ich betreffend Martyrs oder Frontier(s) denke, dass es Kandidaten sind, die nach Neusichtung aus der Sammlung fliegen könnten.

Nicht so Inside: zwar ist die ganz grosse Schlagkraft nicht mehr vorhanden (da man bei Neusichtung ja schon weiss, wie der Film ausgehen wird), aber Inside ist bestes Terrorkino aus Frankreich. Wer radikale Filme wie High Tension mag, wird wohl auch Inside mögen. Inside, der 2016 sogar ein englischsprachiges Remake aus Spanien erhielt, ist eine kammerspielartige Schlachtplatte sonderglichen.

Inside ist herrlich fies, blutig, kompromisslos und schmerzhaft. Auch auch bei Zweitsichtung sind genug Szenen vorhanden die noch immer unter die Haut gehen und in ihrer Intensität und Kompromisslosigkeit nichts von ihrer Stärke verloren haben.  Beim Plot, der schnell zur Sache kommt und minimalistisch erzählt wird, müssen hingegen Abstriche in Kauf genommen werden.

Vor allem das Verhalten einiger Figuren und derbe Logiklöcher (Türe geöffnet lassen, Cops, "Zombie-Cop") sollen an der Stelle nicht unerwähnt belieben. Aber wer sucht in dieser Art Film schon nach Logik? Und der Inhalt von Inside ist HORROR und TERROR pur (schon ab und an in der Zeitung von solchen Fällen gelesen – erschreckend). 

Dazu kommt, dass der Film technisch stark inszeniert ist (absolut spektakuläre Splatter-Effekte) und glaubhaft gespielt. Vom Duo Alysson Paradis und Béatrice Dalle überzeugt vor allem letztere als durchgeknallte Psycho-Tante. Sie sah man wie auch die Regisseure noch in weiteren Horrorfilmen (Leatherface, ABCs of Death 2, Lux Æterna).

Fazit: Wer das neue franz. Horrorkino liebt, sollte sich Inside nicht entgehen lassen!  

PS: 2018 erschien auch eine franz. TV-Serie: À l'intérieur mit Béatrice Dalle.

Infos:

O:  À l'intérieur

Frankreich 2007

R: Alexandre Bustillo, Julien Maur

D: Béatrice Dalle, Alysson Paradis, Nathalie Roussel, François-Régis Marchasson, Jean-Baptiste Tabourin

Laufzeit der US-DVD: 82:19 Min.

Gesehen am: 31.08.08 / Neusichtung am: Okt. 2021

Fassungen: Mir lag die US-DVD mit Schuber von Dimension vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Englisch oder O-Ton franz. mit englischen Subs. Wer in Deutsch schauen möchte muss zur Ösi-Fassungen von NSM schauen (Deutsch/Franz. und deutsche Subs, Uncut). Gibt es auch als Blu-Ray. Film wurde in Deutschland verboten!

Samstag, 16. Oktober 2021

Blood for Dracula Review


Horroktober 2021

Blood for Dracula

Story:

Graf Dracula (Udo Kier) ist dem Tode nahe. Ihm fehlt das Blut einer Jungfrau und in Rumänien erwecken sie zu viel Aufsehen. Also reist Graf Dracula mit seinem Diener Anton (Arno Jürging) nach Italien, wo sie sich das Blut einer Jungfrau erhoffen. Doch die Suche nach einer Jungfrau lässt den Grafen verzweifeln und ein herumschnüffelnder Bediensteter (Joe Dallesandro) wird zur Gefahr…

Meine Meinung:

Früher gefiel mir Blood for Dracula aka Andy Warhol's Dracula schlechter als sein Erstlingswerk und Vorgänger Flesh for Frankenstein (Andy Warhol's Frankenstein). Nach Neusichtung muss ich meine alte Meinung revidieren: Blood for Dracula gefällt mir praktisch genau so gut wie Flesh for Frankenstein.

Der Film ist halt einfach, und das sollte man im Voraus wissen um die Erwartungen korrekt anzupassen, zahmer. Will heissen: es gibt massiv weniger Splatter-Szenen und diese beschränken sich auch lediglich aufs Finale. Wer die gleiche Schlachtplatte wie beim Vorgänger erwartet, dürfte enttäuscht werde (und das war früher bei mir der Fall, denke ich).

Blood for Dracula wartet um das gleiche Dream Team aus Flesh for Frankenstein auf: Paul Morrissey führte wieder Regie und das Trio um Udo Kier (Puppet Master: The Littlest Reich, Brawl in Cell Block 99), Joe Dallesandro (Die Grausamen Drei, The Climber) und Arno Juerging sind wieder mit von der Partie, auch wenn sie alle neuen Charaktere spielen, blieben ihre Eigenschaften die gleichen: Udo Kier der dramatische Bösewicht, an dessen Seite sein loyaler «Diener» Arno Juerging und Joe Dallesandro mimt den Frauenhelden und Helden allgemein.

Das Schauspiel der oben drei genannten Stars ist, wie auch jenes der Nebenfiguren, perfekt. Das Schauen macht grosse Laune und amüsiert. Dies auch bedingt durch eine grossartige deutsche Synchronisation und der Tatsache, dass der Film per se kein reiner Horrorfilm ist. Blood for Dracula würde ich als Mix aus Drama, Komödie und Horror betiteln (vor allem Komödie). Einige Dialoge sind köstlich und regten in Verbindung mit dem Overacting zum Schmunzeln an. Besonders Arno Juerging war in der Hinsicht grandios und lief Udo Kier und Joe Dallesandro fast den Rang ab. Dazu kommt, dass der Soundtrack schön gefühlsvoll klang und perfekt zum Geschehen gepasst hat.

Fazit: Für Euro-Cult Fans Pflichtprogramm!

Infos:

O: Dracula cerca sangue di vergine... e morì di sete!!!

Italien, Frankreich, USA 1974

R: Paul Morrissey

D: Udo Kier, Joe Dallesandro, Arno Juerging, Maxime McKendry, Milena Vukotic

Laufzeit der deutschen DVD: 103:12 Min.

Neusichtung am: Okt. 2021 / 1. Sichtung der Blu-Ray: Ende Dez. 2024

Fassungen: Siehe Flesh for Frankenstein. Gibt es in D von CMV auf Blu-Ray. Wer keinen deutschen Ton braucht kauft den US-Import (3-Disc 4K UHD + Blu-ray + CD Digipack) von Severin Films. Nachtrag Dez. 2024: Für eine weitere Sichtung lag mir nun die deutsche Blu-Ray von CMV vor. Der Film ist Uncut, die deutsche Sprachfassung erstklassig und die Bild- und Tonqualität sind hervorragend und der alten deutschen DVD um Längen überlegen. Die Fassung ist ein Mediabook mit DVD/Blu-Ray und Booklet und auf 333 Stück limitiert. Ich mag den "Frankenstein" zwar lieber da mehr Screentime von Arno Jürging, Udo Kier und mehr Effekte, aber dennoch macht auch "Dracula" richtig viel Laune und bietet ein spassiges Sehvergnügen.