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Dienstag, 11. Januar 2022

Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight Review

 Japanuary 2022

Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight

Story:

Ronin Shino Asu (Tetsurō Tamba) will sich umbringen und wird zufällig vom Bohachi-Clan gerettet. Dessen Anführer Shirobei Daimon (Tatsurô Endô) nimmt Shino Asu in den Clan auf. Im Namen des Clans, die vor allem durch Prostitution und Opium-Geschäften Geld machen, soll er die Konkurrenz ausschalten bis er selbst auf der Todesliste landet…

Meine Meinung:

Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight, der zumindest laut ofdb zur Tokugawa-Reihe gehört, stellt eine Verfilmung eines Kazuo Koike (Lone Wolf & Cub, Lady Snowblood, Hanzo the Razor) Mangas dar und wurde vom legendären Regisseur Teruo Ishii (Orgies of Edo, The Executioner II: Karate Inferno, Japanese Hell) für Toei realisiert. Und dies mit Mainstream-Schauspieler Tetsurō Tamba (Samurai Reincarnation, Prophecies of Nostradamus) als Antiheld.

Der Film muss zu den besten Arbeiten des fleissigen Teruo Ishii gezählt werden. Er hat aus der Vorlage einen wunderbar stimmungsvollen, optisch sehr schönen, psychedelischen und erotischen Film geschaffen. Interessant ist, dass die Japaner selbst (Bonusmaterial der US-DVD) der Film als «Porno» betitelt wird. Für meine Begriffe übertrieben, da nur Soft-Sex und viele Nacktszenen (selten sah ich so viele Brüste wie in Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight).

Die Optik und das Wechselspiel mit Licht, Schatten und Farben passt wunderbar zur skurrilen und düsteren Szenerie eines Teruo Ishii. Tetsurō Tamba als Antiheld ist eine Wucht. Sowohl in den ruhigen Momenten, wie auch in den blutigen Schwertkampf-Szenen, in welchen diverse Körperteile durch die Lüfte fliegen (Beine, Köpfe, Ohren…). Auch ein wenig Folter darf es sein, wobei vor allem die erotischen Komponenten dominieren (die Frauen sind mehr oder weniger praktisch die ganze Zeit über nackt und auch wirklich hübsch anzusehen).

Die Schwertkämpfe auf der Brücke, die Gruppenkämpfe mit den nackten Frauen, der spätere Feuerkampf oder das Finale im blutroten Schnee sind nur einige der optischen Highlights des Filmes. Im Feuerkampf entkleiden sich die Frauen, da sie zuvor mit Kleidern über das Feuer rollen, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen bzw. es zu löschen. Slow-Mo-Szenen runden die Kampfszenen ab. Von der tollen Optik erinnert der Film am ehesten an Sex & Fury und Female Yakuza Tale (auch von Teruo Ishii).

Fazit: Für Exploitation, Erotik, Samurai/Schwertkampf-Film, Ero guro («ero from erotic and guro from grotesque»), Teruo Ishii oder Fans des Mangas uneingeschränkt zu empfehlen! 

Gefolgt von: Bohachi bushidô: Sa burai

Infos:

O: Poruno jidai-geki: Bô hachi bushidô

Japan 1973

R: Teruo Ishii

D: Tetsurō Tamba, Gorô Ibuki, Tatsurô Endô, Ryôhei Uchida, Shirô Kuno, Akira Shine, Yuriko Hishimi

Laufzeit der US-DVD: 81:11 Min.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag früher die DVD aus Japan vor, die keine Subs hat. Die wurde inzwischen entsorgt/verkauft, da mir nun die US-DVD von Discotek Media vorlag = Uncut, O-Ton, Wendecover, englische Subs, interessante Extras (diverse Interviews, Audiokommentar etc.). Es gibt keine deutsche Fassung und scheinbar keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2022).

Montag, 10. Januar 2022

Ring Review


 
NIFFF 2008 / Japanuary 2022

Ring

Story:

Das Gerücht geht um, dass es eine Videokassette gibt, die, nachdem man es sich angesehen hat, dafür sorgt, dass der Zuschauer nach sieben Tagen stirbt. Zuvor soll ein mysteriöser Anruf den Tod am Telefon voraussagen. Eine Reporterin (Nanako Matsushima) nimmt sich dem Fall an…

Meine Meinung:

Ring war ein grosser Hit des japanischen Horrorkinos. Es folgten viele Fortsetzungen, TV-Serien, US- oder Korea-Remakes etc. Dabei war Ring nicht der erste Film zum Thema. Drei Jahre vor dem Erfolg von Ring entstand der TV-Film Ring: Kanzen-ban, der zum ersten Mal den Horrorstoff im Film-Format präsentierte. Dabei soll die Vorlage besser getroffen worden sein, jedoch soll der Film als solches wenig gut sein (Trashig, unfreiwillig komisch und mit viel Sex-Szenen).

Die japanischen Ring-Filme sah ich lange nicht mehr, nur einmal nachdem ich das US-Remake The Ring sah, wenn ich nicht irre. Ich wusste kaum mehr etwas und so sah ich mir Ring zum Japanuary an und habe die Neusichtung nicht bereut. Im Gegenteil: ich empfand Ring besser als früher. Der Film hat mir gut gefallen, bis vielleicht das doofe, offene Ende (hoffe in Teil zwei geht es direkt weiter).

Mir gefiel der mysteriöse und spannende Plot. Schon der Anfang zieht den Zuschauer in seinen Bann. Horror via Telefon – nahm bereits Scream vorneweg! Der Film baut eine wunderbar stimmige und gruselige Atmosphäre auf, ohne dabei auf 08/15 Jump-Scares zu setzen. Die Spannung und Stimmung werden durch Musik, Kameraarbeit und dem Spiel der Erwartungen der Zuschauer aufgebaut. Sich auf die Art und Weise gruseln zu lassen, liebe ich.

Der Plot ist fesselnd und wie die Reporterin im Film, stark gespielt von Nanako Matsushima, will man mehr herausfinden. Auch die Settings gefallen und das Meer spielt eine nicht unwichtige Rolle im Werk – dazu passt auch der stimmungsvolle Vorspann mit der passenden Musik. Es ist mir mehr als nur einmal eiskalt den Rücken runtergelaufen. Man muss sich aber auf diese Art Film auch einlassen können und es wollen. Quasi wie bei einem Placebo. Die Musik empfand ich allgemein als stark. Sie trägt viel zur Stimmung des Filmes bei. Cool fand ich, dass Sonny Chiba Schüler und Kumpel Henry Sanada (Legend of the Eight Samurai, Crest of Betrayal, Hongkong Cop - Im Namen der Rache) auch eine der Hauptrollen spielt. Das wusste ich nicht mehr.

Fazit: Wegweisender und wichtiger Film des neuen japanischen Gruselkinos, der eine ganze Generation von Filmemachern und Fans geprägt hat und auch heute noch wunderbar funktioniert! Tipptopp!

Gefolgt von: Ring 2

Infos:

O: Ringu

Japan 1998

R: Hideo Nakata

D: Nanako Matsushima, Miki Nakatani, Hiroyuki Sanada, Yûko Takeuchi, Hitomi Satô, Yôichi Numata, Yutaka Matsushige

Laufzeit der deutschen DVD: 91:22 Min.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche Ring Universum Box von e-m-s / Anolis vor. Folgende Filme sind enthalten: Ring, Ring 2, Ring 0 & Ring Spiral. Die Filme sind Uncut, haben O-Ton und deutsche Subs. Die Bild- und Tonqualität zu Ring waren sehr gut. Da brauche ich kein Update. Meine DVD-Box wurde zudem 2008 am NIFFF von Regisseur Hideo Nakata visiert. Gibt es inzwischen von Sony auch auf Blu-Ray.

Sonntag, 9. Januar 2022

Tetsuo: The Bullet Man Review

NIFFF 2010 / Japanuary 2022

Tetsuo: The Bullet Man

Story:

Nachdem Anthonys (Eric Bossick) Sohn überfahren wird, mutiert dieser zu einem Metallwesen. Gleichzeitig fordert seine schwangere Frau, dass er den Mörder (Shinya Tsukamoto) ausfindig macht und richtet. Derweil findet Anthony immer mehr über die Hintergründe seiner Mutation heraus und dass sein Vater dabei eine Rolle spielte…

Meine Meinung:

Zu jedem Japanuary gibt es einen Tetsuo. Dies findet in diesem Jahr ein Ende, da es nur drei Teile gibt. Diese Fortsetzung war für Fans dennoch unerwartet und überraschend, da 2009 veröffentlicht während Teil zwei aus dem Jahr 1992 stammt. An einen dritten Film hat lange niemand mehr gedacht/gehofft/dies erwartet.

Und dann stammt der Film auch wieder von und mit Genie Shinya Tsukamoto (Marebito, Ichi the Killer). Die Erwartungen waren dementsprechend hoch. Als ich den Film vor zwölf Jahren am NIFFF sah, war ich wohl geblendet vor Euphorie. Denn der Film hat mir aktuell nicht mehr gut gefallen und Tetsuo: The Bullet Man fliegt sogar aus der Sammlung.

Im Vergleich zu Tetsuo 1 und 2 ist der dritte Film wirklich in allen Belangen schlechter. Das liegt an folgenden Gründen (ohne spezielle Reihenfolge):

1. Die Kameraführung ist viel zu verwackelt und unübersichtlich. Viele Details gehen verloren und/oder sind kaum zu erkennen. Um das geringe Budget zu kaschieren? In den ersten zwei Filmen war die Kameraarbeit zwar auch speziell und schnell, aber ohne, dass es sich störend auf einzelne Szenen auswirkte.

2. Der Plot und Inhalt sind viel zu normal. Die ersten zwei Filme sind deutlich abgedrehter un gehen mehr in die Ecke Arthouse. Teil drei bietet Hintergründe, Motive, Erklärungen und wirkt somit kommerzieller. Schade. Teilweise fühlte ich mich an eine Akte-X Folge erinnert (Experimente, Militärs, Vertuschungen etc.).

3. Figur Anthony und seine Frau und damit verbundene kitschige Klischees (sie ist noch schwanger etc.) nerven. Vor allem: warum musste es ein Ausländer sein? Hätte für mich mit einem Japaner besser funktioniert. Das ewige Englisch sprechen in einem japanischen Film ist einfach doof und nervt. Mit einer Hauptfigur, die man nicht sympathisch und charismatisch findet, kann ein Film zudem nicht funktionieren.

So kann ich den Film nur bedingt und nur Hardcore-Fans von Regisseur Shinya Tsukamoto empfehlen! In meinen Augen war Tetsuo: The Bullet Man eine Fortsetzung, die die Welt nicht braucht…

Infos:

O: Tetsuo: The Bullet Man

Japan 2009

R: Shinya Tsukamoto

D: Shinya Tsukamoto, Eric Bossick, Yûko Nakamura, Stephen Sarrazin, Tiger Charlie Gerhardt, Prakhar Jain

Laufzeit der US-DVD: 71:21 Min.

Gesehen am: NIFFF 2010 / Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Erstsichtung am NIFFF 2010 und nun als US-DVD von IFC Films / mpi media Group Disc gesehen = O-Ton, englische Subs, Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Englisch ist mehrheitlich O-Ton, da die Hauptfigur ein Amerikaner ist. Gibt es in Deutschland auf DVD oder Blu-Ray von Koch Media.