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Freitag, 27. Dezember 2024

Bolo

Bolo

Story:

Bolo und Ma (Bolo Yeung & Jason Pai Piao) werden aus dem Gefängnis entlassen und zu den «Sheriffs» eines Dorfes gewählt. Sie machen sich auf die Suche nach Gold und legen sich mit diversen Kleingangstern (Fung Ging-Man, Chiang Tao, Huang Ha) an…

Meine Meinung:

Bei Bolo handelt es sich um einen Old School Kung Fu Film bzw. eine Kung Fu Komödie, welche ab 1979 zu Dutzenden produziert wurden. Bolo soll das Regie-Debüt von Bloodsport-Star Bolo Yeung (Master Killers, Legacy of Rage, Soul of Bruce Lee) darstellen, wobei in der Hong Kong Filmdatenbank im gleichen Jahr eine weitere Regiearbeit von Bolo Yeung geleistet wird (= Writing Kung Fu). Zudem war Bolo Yeung zusammen mit Jason Pai Piao (Portrait in Crystal, Kung-Fu Brothers in the Wild West, Blood Sorcery) auch Produzent und auch Action-Regisseur.

Jason Pai Piao ist der 2. grosse Name des Filmes und spielt zusammen mit Bolo die Hauptrolle. Der Film ist in meinen Augen kein Kracher, aber sehr solide und gut schaubar. Der Plot gibt wahrlich nicht viel her. Sehr unzusammenhängend. Mehr als üblich. Das ist etwas negativ zu werden. Es ist mehr eine Ansammlung von diversen Kurz-Themen und Abenteuer, die unsere Helden überstehen müssen, ohne dabei wirklich jemals in Gefahr zu geraten. Die deutsche Synchronisation, wohl zu grossen Teilen eine KI-Synchronisation, verpasst dem Film dazu auch einige Dialoge oder Figuren eigene Dialekte, um den Film in Richtung «Klamauk» von anno dazumal zu drücken.

So erinnert der Sprecher von Jason Pai Piao z.B. an Thomas Danneberg. Ich empfand das als ganz ok und passend. Vor allem ist das so deutlich besser als in der miesen englischen Synchronisation. Nur bei der Abmischung hat das Label gepfuscht, mehr dazu unter Fassungen. Jason Pai Piao und Bolo Yeung Fans werden jedoch voll auf ihre Kosten kommen. Die zwei bieten viel zu lachen und überzeugen auch in den Kampfszenen. Ich denke, es sind einige der besten choreographierten Kampfszenen, welche ich von Bolo Yeung sah.

Zudem fand ich es schön, Bolo Yeung, der hier mir Locken und Bart zu sehen ist (ungewohnt), Mal a) als Helden (auch ungewohnt) und b) in einer Hauptrolle zu sehen. Sonst spielt er meist Schurken und Nebenfiguren. Das fand ich wirklich cool und er überzeugt definitiv in den Kampfszenen. In einer Sequenz wird ein Song von Sam Hui abgespielt, was ich ziemlich cool fand. Ist auch die Musik des Blu-Ray Menüs und wenn ich nicht irre, kommt der Song auch im deutschen Trailer vor. Ziemlich abgefahren.

Die Kampfszenen waren mehrheitlich gut und solide. Es gibt vereinzelt auch bessere Kampfszenen. Der Finalkampf z.B. war richtig toll, in welchem Jason Pai Piao und Bolo Yeung gegen Huang Ha (The Killer in White, The Challenger, Encounter of the Spooky Kind) kämpfen. Der Humor ist grenzdebil. Die deutsche Synchro und die Dialoge passen gut dazu. In Gastauftritten sind noch Addy Sung Gam-Loi (The Buddhist Fist), Eric Tsang (Hitman), Fung Ging-Man (Lackey and the Lady Tiger) und Chiang Tao (The Kung Fu Cook) zu sehen. Nebst dem schielenden Addy Sung Gam-Loi sind die noch stärker schielenden To Siu-Ming (The First Vampire in China) und Yue Tau-Wan (Miss Magic) zu sehen. Die haben sogar mehr Screentime als Addy Sung abbekommen.

Fazit: Für Sammler von klassischen Kung Fu (Komödien) zu empfehlen, auch wenn kein Kracher!

Infos:

O: Bai Ma Hei Qi

HK 1979 (je nach Quelle 1977)

R: Bolo Yeung

D: Bolo Yeung, Jason Pai Piao, Addy Sung Gam-Loi, Eric Tsang, Fung Ging-Man, Chiang Tao, Huang Ha

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 17.11.24

Fassungen: Mir lag das deutsche Mediabook von Cinestrange Extreme vor = DVD/Blu-Ray Mediabook mit Booklet in Deutsch/Englisch und deutschen Subs (an den deutschen Dialogen angelegt), kein O-Ton dafür hervorragende Bildqualität (schöner Widescreen-Print) und Uncut. Die deutsche Synchronisation dürfte eine teil- oder sogar durchgehend durch KI erstellte Synchronisation sein. Man hat sich da an inzwischen toten Synchro-Legenden orientiert, eigenen Klamauk/Sprüche erstellt und einige Nebenfiguren sprechen Dialekte. Das stört mich alles nicht, denn das ist noch immer massiv besser als der miese englische Dub. Nur bei der Abmischung hat das Label, wie schon bei Zakato - Die Faust des Todes, geschlampt. Michael Speier von bluray-disc.de hat das gut formuliert, Zitat: «klingt der gesamte Ton ausgesprochen blechern. Surroundeffekte gibt es keine, die Musik klingt teilweise äußerst unangenehm und die Dialoge sind unharmonisch abgemischt, so dass die eine Stimme extrem leise, die andere übertrieben laut klingt – während beide Charaktere sich quasi nebeneinanderstehend unterhalten. Bei einigen Dialogen hat man den Eindruck, dass sie aus einer komplett anderen Quelle stammen, und dass am Anfang und Ende eines Satzes die Lautstärke ein- und ausblendet ist auch keine Seltenheit». In der Hinsicht sollte sich das Label in Zukunft optimieren. Als Bonus gibt es ein «Interview» mit Bolo Yeung, als der 2012 Deutschland besucht hat. Ziemlich uninteressante Fragen und dass ständige Übersetzen (der übelst einfachen englischen Antworten von Bolo, die jeder verstehen müsste) fressen viel Zeit und sind auch oft kaum zu verstehen. Eine Fassung mit O-Ton ist mir nicht bekannt (Stand: Nov. 2024).

Donnerstag, 26. Dezember 2024

The Gold Connection

The Gold Connection

Story:

Ah Wai (Bruce Lai) und seine Freunde stossen beim Tauchen auf Gold. Dieses gilt Immigranten aus Vietnam. Daher wird das Gold an Ort und stelle belassen. Doch Ah Keung (Hon Kwok-Choi) kann es nicht lassen und klaut das Gold einen Tag später. Dies zieht den Zorn einer Vietnamesischen Gangster-Bande auf Ah Keung und dessen Freude. Selbst vor Folter und Mord wird nicht zurückgeschreckt. Doch als Ah Wai und Co. zurückschlagen, schicken die Hintermänner einen Profikiller (Phillip Ko Fei) los, der die Sache erledigen soll…

Meine Meinung:

The Gold Connection hat mich positiv überrascht. Der Film lag lange ungesehen rum. Ich dachte, es handelt sich um einen klassischen Kung-Fu-Film. Falsch gedacht. Die Goldig Films-Produktion, die dem Fan schon einige tolle Eastern wie Duel of the 7 Tigers, Two Wondrous Tigers, Snake in the Monkey's Shadow oder Tiger Over the Wall präsentiert haben, stammt aus dem Jahr 1979. Die Hong Kong Produktion spielt in der Gegenwart, nicht im vergangenen China. Das war die erste Überraschung.

Der Film war deutlich besser als erwartet. Der Film kommt düster, nihilistisch, brutal und schmerzhaft daher. Die Kampfszenen sind nicht ästhetisch, übertrieben oder unrealistisch, sondern mehr realistisch, bodenständig und da, um dem Gegner zu schaden, ihm Schmerzen zuzufügen, den Feind zu töten und zu zerstören. Der Grundton des Filmes ist düster. Und wer hätte da als Regisseur nicht besser gepasst als Shaw Brothers-Regisseur Kuei Chih-Hung (The Bamboo House of Dolls, The Killer Snakes).

Kuei Chih-Hung, der tolle Kracher wie The Delinquent, Payment in Blood, Spirit of the Raped, Killers on Wheels, Killer Constable, Coward Bastard, Corpse Mania, Curse of Evil, The Boxer's Omen, The Teenager's Nightmare, Hex oder Misfire inszenierte, war auch der Mann hinter The Gold Connection. Am ehesten lässt sich der Film mit Kuei Chih-Hungs Werken wie The Delinquent oder Payment in Blood vergleichen. Die handeln auch in der modernen Grossstadt, sind düster, grimmig und z.T. ohne Happy End.

The Gold Connection ist dank der kurzen Laufzeit zu keiner Sekunde langweilig und den Film im modernen Hong Kong, in der Grossstadt, in dunklen Gassen oder anderen abgelegenen Orten (Kiesgrube) spielen zu lassen, war ein willkommener Zug und eine Abwechslung zum ständigen klassischen Kung Fu-Kino (1979) der Zeit. Bruce Lai (Fury in Shaolin Temple, Bruce Lee – Seine Erben nehmen Rache), der damit laut Interviews (auf der US-Blu-Ray laut YouTube Videos) seinen Bruceploitation-Filmen «entkommen wollte», macht eine sehr gute Figur.

Selbst Namen wie Hon Kwok-Choi (Little Super Man, Crocodile Evil, Crazy Horse and Intelligent Monkey) haben mich hier überzeugt. Und toll fand ich selbstverständlich, nebst den harten Kampfszenen und dem Ende, auch den Auftritt von Phillip Ko Fei (Lethal Panther 2, The Challenger, The War of the Boundary). Er kommt hier nur vereinzelt und sagen wir Mal, im letzten Viertel des Filmes vor. Er spielt einen geheimnisvollen Profikiller. Sein Finalkampf gegen Bruce Lai ist absolut sehenswert und allein diese Szenen rechtfertigen den Kauf des Filmes. Phillip Ko Fei macht das unglaublich gut. Er wirkt bedrohlich und unheimlich. Er nimmt damit fast schon seine spätere Rolle als Psychopathen und Profikiller-Rolle in Profile in Anger vorneweg.

Fazit: Empfehlenswert!

Infos:

O: Hui Feng Hao Huang Jin Da Feng Bao

HK 1979

R: Kuei Chih-Hung

D: Bruce Lai, Hon Kwok-Choi, Phillip Ko Fei

Laufzeit der UK-DVD: 88:24 Min.

Gesehen am: 16.11.24

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Vengeance Video vor. Uncut, solide Bild- und Tonqualität, Mandarin mit englischen Subs. Es gibt zwei längere Passagen, welche in Englisch sind. Das sind vermutlich Szenen, die in der Mandarin Version zensiert wurden und zu denen es keinen Mandarin Ton gibt. Wahrscheinlich handelt es sich allgemein um ein Englisch Dubbed Master, über welches die Mandarin Ton-Spur angelegt wurde. Die deutschen DVDs (Titel: Rache ohne Gesetz) sind auch Uncut, aber ohne O-Ton. Es gibt noch eine US-Blu-Ray von (Titel: The Iron Dragon Strikes Back). Dort liegt der Film scheinbar restauriert (35mm Print) vor. Das angeblich in Englisch oder Mandarin mit englischen Subs. Da müsste ich in dem Fall ein Upgrade tätigen.

Mittwoch, 25. Dezember 2024

Return of the Evil Fox

Return of the Evil Fox

Story:

Die Nachfahren eines Taoist-Priesters (Charine Chan, Wu Fung) und Lamas (Ng Gong, Hon Yee-Sang) bekämpfen in der Gegenwart einen Fox-Geist (Pauline Wong), der auf der Suche nach männlichen Opfern (Charlie Cho Cha-Lee) ist. Hilfe erhalten sie von Drittpartien (Sandra Ng, Shing Fui-On)…

Meine Meinung:

Return of the Evil Fox ist eine solide Hong Kong Produktion aus dem Jahr 1991. Der Film ist durch und durch solide, erzählt aber am Ende nichts Neues. Dessen Inhalt kennen geübte HK-Film-Kenner zu genüge. Der Film startet im alten China. Ein Fuchs-Geist sorgt dort für Schrecken, wird bekämpft und besiegt. Viele 100 Jahre später, im modernen Hong Kong der Gegenwart, soll der Kampf beendet werden. 1991 sahen wir auch Filme wie An Eternal Combat oder zuvor (1989) The Iceman Cometh, wo Handlungen von der Vergangenheit in die Zukunft «vertagt» wurden.

Return of the Evil Fox ist dabei ein Mix aus Komödie, Fantasy, Action und Kostümfilm. Der Plot schreitet gemächlich, fast schon zu langsam und zu Beginn mit zu wenig Action, voran. Abgesehen vom sehenswerten Kampf zu Beginn gibt es bis zur ca. 50. Minute keine einzige Action-Sequenz mehr zu sehen. Diese kommen erst auf der 2. Seite der Laserdisc zum Einsatz. Die Kampf- und Actionszenen sind solide gefilmt, choreographiert und inszeniert. Mit viel Einsatz von Wirework, Fantasy und immerhin am Anfang mit charmanten Effekten (die weissen Taten des Fuchs-Geistes oder ihrer verlängerten Fingernägel). In einer Szene fühlte ich mich ans Laserdisc-Cover von Howling III erinnert.

Mehr Action hätte dem Film jedoch nicht geschadet. Im Gegenteil. Es gibt auch abgesehen von den Fantasy-Szenen einen Sub-Plot mit Glücksspiel- und Kampfszenen. Der Cast besteht aus Charine Chan (Joey Wong Verschnitt), Wu Fung (der Taoist-Priester), Pauline Wong (spielte immer wieder Geister, z.B. in Mr. Vampire Part 2 oder Spooky, Spooky), Charlie Cho Cha-Lee (typische Nebenrolle für ihn), Sandra Ng (die in der ersten Hälfte gar nicht so viel vorkommt) und Shing Fui-On (an ihm hatte ich fast am meisten Freude).  Gerade Shing Fui-On und Sandra Ng sind sehr erfahren und spielten in vielen Filmen dieser Art (Forced Nightmare, Ghost for Sale).

Fazit: Kein Meisterwerk, aber solide und ok.

Infos:

O: Meng Gui Hu Li Jing

HK 1991

R: Leung Joh-Chi

D: Charine Chan, Wu Fung, Ng Gong, Hon Yee-Sang, Pauline Wong, Charlie Cho Cha-Lee, Sandra Ng, Shing Fui-On

Laufzeit der HK-LD: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 15.11.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Ocean Shores vor = Uncut, O-Ton, englische und chinesische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in den USA sogar auf DVD (Brentwood Home Video). Es gibt weder eine Blu-Ray noch eine UHD oder eine deutsche Fassung (Stand: Nov. 2024).