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Montag, 17. Oktober 2022

Divine Power and Magic Martial Arts Review

 
Horroktober 2022

Divine Power and Magic Martial Arts

Story:

Ein Mann wird für tot geglaubt im Wald zurückgelassen. Er reanimiert sich und beschwört in einer Höhle die Mächte der Hölle. Mit dieser tötet er ein Elternpaar. Nur die kleine Tochter überlebt. Nun, viele Jahre später, soll genau diese Tochter (Huang Jin-Yi) mit einem Fettsack verheiratet werden. Dessen (?) Vater (Melvin Chang Yun-Wen) hat dies arrangiert, um sie zu töten. Auf dem Weg zur Zeremonie bekommt sie es mit diversen Geschöpfen der Hölle zu tun…

Meine Meinung:

Auf Divine Power and Magic Martial Arts, der "südkoreanischen Version" des taiwanesischen Filmes Revenge of Two Exorcists (sehr selten) war ich sehr gespannt. Erstens sieht das Artwork sehenswert aus, zweitens soll der Film Gummi-Monster- und Kaiju-Effekte bieten! Toll! Da ich den Film ohne Untertitel sah und es sich um eine chinesische Folklore handelt, war das Gezeigte nicht unbedingt einfach zu verstehen. Dass die koreanischen Filmemacher ggf. noch Szenen gekürzt oder mit koreanischem Cast neu gedreht haben, macht die Sache nicht unbedingt einfacher.

Beim Schauen ist mir zumindest nichts aufgefallen. Der Film wirkte wie aus einem Guss. Zudem waren auch deutlich HK/TW-Stars wie Huang Jin-Yi, Melvin Chang Yun-Wen oder Kou Feng zu sehen. Melvin Chang Yun-Wen (Furious Dragon), der im Film Wu Ma ähnlich sieht, spielt den Bösewicht, Huang Jin-Yi den weiblichen Lead und Kou Feng (Princess and the Toxicant) dessen "echte Liebe".

Die grosse Frage: lohnt sich der Film für Fantasy- und Kaiju-Fans? Leider nur bedingt! Wären da nicht die sehenswerten letzten 25 Minuten, hätte ich den seltenen Film gleich wieder verkauft. In den ersten 60 Minuten gibt es nur zwei gute Szenen. Ansonsten viel Plot, Liebesgeschichte, etwas Humor. Alles sehr dialoglastig. Martial Arts gibt es nichts zu sehen. Der Film wurde für den Horroktober ausgewählt, aber vom wirklichem Horror darf keine Rede sein.

Der Fan von charmanten Monster- und Kaiju-Effekten, angeblich auch unter Mithilfe aus Japan realisiert (und/oder auch teilweise dort gedreht), muss bis zum Finale warten, bevor er befriedigt wird. Die dort gezeigten Effekte waren dann jedoch wirklich cool! Es gibt fliegende Monster, Riesen, Monster direkt aus der Hölle oder ein Kampf zwischen einer Schlange und einem Drachen zu sehen. Die Schlange hat mich an King of Snake und der Kampf mit dem Morgenstern an The Boy and a Magic Box erinnert.

Fazit: Aufgrund der letzten 25 Min. bleibt der Film (knapp) in der Sammlung. Fans sollten sich auf lahme 60 Minuten einstellen. Mit richtigen Erwartungen wird man auch weniger enttäuscht. Ich hatte sicherlich auch zu viel erwartet. Cool wäre es natürlich gewesen, wenn die Monster- und Effekte-Szenen mehr durch den Plot verteilt gewesen wären…

Infos:

O: Sinsulmasul, 신술마술

Südkorea 1985

R: Kim Jong-seong

D: Nam Hye-gyeong, Ho Won-chi, Moon Mi-bong, Kim Gi-jong

Hier noch Angaben zur taiwanesischen Fassung:

Revenge of Two Exorcists

O: Tao Hua Nu dou Zhou Gong, 桃花女鬥周公

Taiwan 1975

R: Lai Cheng-Ying

D: Huang Jin-Yi, Kou Feng, Wu Sung, Chang Kuei, Melvin Chang Yun-Wen

Laufzeit der südkoreanischen VHS: 85:54 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag das südkoreanische VHS von Jung Woo Cinema vor = Uncut, Koreanischer O-Ton, keine Subs, Vollbild, gute Bildqualität aber aufgrund Band-Fehler mit Störungen (vor allem in den ersten sechs und den letzten fünf Minuten). Andere Fassungen sind mir nicht bekannt. Bei Divine Power and Magic Martial Arts handelt es sich um die koreanische Version der Mitte des 70er Jahre (1975) Filmes Revenge of Two Exorcists aus Taiwan. Wie sich die beiden Fassungen mit Ausnahme der Sprache unterscheiden, ist mir nicht bekannt. Laut taiwanesischem Filmarchiv, die angeblich einen 35mm Print von Revenge of Two Exorcists besitzen, läuft diese Fassung neun Min. länger als die Divine Power and Magic Martial Arts Version.

Sonntag, 16. Oktober 2022

The Beach House Review

Horroktober 2022
The Beach House

Story:

Emily (Liana Liberato) und Randall (Noah Le Gros) planen ihre Beziehungsprobleme an einem Wochenende in einem abgelegenen Strandhaus zu bereinigen. Keine gute Idee…

Meine Meinung:

The Beach House kaufte ich nur, da ich von Bodyhorror-Inhalten las. Und, wenn ich nicht irre, von einem Slow-Burner Plot. The Beach House konnte mich jedoch gar nicht überzeugen. Die 1. Hälfte ist lahm und das grösste Problem ist die Tatsache, dass einem die Figuren und deren Charakterisierung total egal sind. Die Beziehungsprobleme haben mit dem Verlauf des Plots kaum etwas zu tun.

Aber auch die 2. Filmhälfte überzeugt wenig: lahme Nebel-Settings, kaum Effekte, keine Antworten was passiert und vor allem fast kein Body-Horror-Inhalt. Schade. Die 2. Filmhälfte ist zwar jene, die mehr Horrorparts aufweist, wenn man so will, aber in dieser kämpfte ich gegen das Einschlafen und mehrfach bin ich fast weggepennt.

Der Film ist zwar ganz gut gemacht und schaut schick aus (schon fast zu schick), aber die ungenügende Charakterisierung der Figuren und vor allem die wenig wechselhaften und wiederholenden Nebel-Settings (fand ich lahm und alles andere als stimmungsvoll) wirkten sich negativ auf den Film aus. Einige Füllszenen waren unpassend und dienten nur dazu, den Film zu strecken (Drogenkonsum).

Trotz einer Laufzeit von nur 87 Minuten (mit Abspann) wirkte die Laufzeit gefühlt viel länger. Es gab im ganzen Film nur eine einzige wirklich tolle Szene: und das war die mit dem Fuss! Mehr sage ich dazu nicht, um Überraschungen nicht zu verderben! Aber das ist die einzige Szene, in der Gefühle beim Zuschauer entstehen! Eine gute Szene in 87 Minuten? Zu wenig, um in die Sammlung aufgenommen zu werden…

Fazit: Leider langweilig statt fesselnd und viel zu wenig Bodyhorror. Schade! Da wäre mehr möglich gewesen…

Infos:

O: The Beach House

USA 2019

R: Jeffrey A. Brown

D: Liana Liberato, Noah Le Gros, Jake Weber, Maryanne Nagel, Michael Brumfield, Matt Maisto

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 87:55 Min.

Gesehen am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu-Ray von Koch Films vor = Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. Wendecover vorhanden.

Samstag, 15. Oktober 2022

Sketch Review




 
Horroktober 2022

Sketch

Story:

Inspektor Hank Chin (Newton Lai Hon-Chi) wird zusammen mit einer traumatisierten Ehefrau Jun (Doris Law Pooi-Chi) in eine Kleinstadt versetzt. Dort ermittelt er mit seinem Partner Chung Ng (Stanley Fung) in einer Mordserie. Mehrere Verdächtige (Wong Ching, Cheng Lei) kommen in Auswahl…

Meine Meinung:

Sketch sah ich das erste Mal 2011. Ich wusste kaum mehr etwas. Ich wusste, dass das Master ziemlich dunkel ist und dass der Film gestohlene Musik aus John Carpenters Das Ding aus einer anderen Welt beinhaltet. Und das Genre: Horror/Slasher. Mehr wusste ich nicht mehr. Also freute ich mich auf die 2. Sichtung zu Sketch. Einer 1983er Hong Kong Produktion von und mit Wong Ching (Eagle Shadow Fist, The Imp).

Sketch ist ein Mix aus Thriller, Slasher und Backwood-Film. Hat mich teilweise an The Beasts erinnert (nicht nur aufgrund Wong Ching). Wie aufmerksam Leser wissen, mag ich solche Kleinstadt-Settings gerne. So auch hier. Der Cast und die Figuren haben mir auch zugesagt. Teilweise leicht übertrieben und unsympathisch (z.B., dass Hank seiner traumatisierten Frau nicht glaubt), aber die allgemein stereotypische Darbietung und Klischees mochte ich. Die Punks nervten auch deutlich weniger als während der 1. Sichtung.

Ich mag Krimi-Plots. Der Film ist in Sachen Effekte und Kills zwar mehrheitlich harmlos, aber die Tötungsszenen sind wunderschön stimmungsvoll in Szene gesetzt und fies. Da kam mehr als nur einmal Giallo-Feeling auf. Tipptopp. An der Seite von Newton Lai Hon-Chi agiert nebst Wong Ching der zweite grössere Name: Stanley Fung (Ghost in Me, The Owl vs Bombo, Raid on Royal Casino Marine). Dieser spielte öfters Polizisten in seiner Filmkarriere. Unverkennbar ist ein Markenzeichen: sein Schnauz!

Dass die unheimlichen Mordszenen mit Morricones Musik aus The Thing versehen wurden, fand ich auch bei der 2. Sichtung super. Ein bisschen Kung Fu Darbietungen inklusive Drachentanz sowie wenig HK-Klamauk darf es auch sein (Cheng Lei als Höschen Fetischist oder Lung Tin-Sangs Rolle). Wong Ching nimmt man die Rolle als Jugendlicher-Halbstarker hingegen gar nicht ab, dafür ist er definitiv zu alt. Das Finale im Krankenhaus fand ich sehr gelungen!

Fazit: In einer restaurierten Fassung im Originalbildformat wäre der Film sicher nochmals eine ganze Stufe sehenswerter als in dieser Form! Ob jemand was Besseres erscheinen wird? Wahrscheinlich nicht, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Infos:

O: Xie Zhong Xie

HK 1983

R: Wong Ching

D: Wong Ching, Newton Lai Hon-Chi, Doris Law Pooi-Chi, Stanley Fung, Cheng Lei, Lung Tin-Sang

Laufzeit der HK-VCD: 53:08 Min. (1. VCD), 38:13 Min. (2. VCD)

Neusichtung am: Okt. 2022

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Mei Ah vor = Wahrscheinlich Uncut, O-Ton, feste englische Subs, mässige bis zu dunkler Bildqualität. Es gibt noch eine VHS in Südkorea. Wahrscheinlich im O-Ton und ohne englische Subs. Wie diese qualitativ ausgefallen ist (und/oder Zensur ja/nein) ist mir nicht bekannt. Und dann scheint es noch ein US-VHS von Rainbow Video zu geben. Online gibt es qualitativ bessere und hellere Prints zum Film (jedoch ohne englische Subs). Eine restaurierte Blu-Ray im Originalbildformat wäre wünschenswert. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (DVD, Blu-Ray oder eine deutsche Fassung gibt es nicht, Stand: Okt. 2022).