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Freitag, 11. Oktober 2019

Suicide Club Review


 Horroktober 2019 / Webmaster mit Sion Sono am NIFFF
Suicide Club

Story:

Nachdem sich 54 Schüler aus diversen Schulen zeitgleich unter einen Zug werfen und weitere rätselhafte Suizide gemeldet werden, beginnt die Polizei zu ermitteln…

Meine Meinung:

Die Sichtung von Suicide Club ist lange her. Dazumal war Sion Sono kaum bekannt und mir kein Begriff. Heute ist er ein bekannter und erfolgreicher Regisseur in Japan, der einige tolle Genre-Filme auf die Menschheit losgelassen hat. Zum Beispiel: Exte: Hair Extensions, Love Exposure, Cold Fish, Guilty of Romance oder Why Don't You Play in Hell?. Viele seiner neuen Filme kenne ich nicht – glaube sein letzter gesehener Film war Tag.

Daher war ich auf die Neusichtung des schon fast 20 Jahre alten Filmes gespannt. Doch leider konnte mich der Film heute nicht mehr fesseln und überzeugen. Gefiel mir nur noch bedingt. Der Film erinnert an viele 90er Jahre / Anfang 2000er Mystery-Krimis aus Japan, doch im Verlauf der 2. Filmhälfte und mit dem Ende hat es der Film bei mir verspielt.

Die erste Hälfte war noch ganz passabel: spannend, rätselhaft, blutig, es wird ermittelt (und ich mag Krimis). Doch danach wird es immer abstruser, es tun sich Längen auf, Erklärungen gibt es nicht und spätestens als die Gitarren-Spieler-Tunte auftaucht, ist es zu einem Grossteil um den Film Geschehen. Danach ist Wirrwarr ohne Auflösung angesagt. Effekte-Szenen nehmen ab, so dass auch Freude des roten (Film)Lebenssaft nicht mehr angesprochen werden.

Was das Sehvergnügen auch beeinträchtig ist die grottige Qualität, in der der Film auf den meisten Fassungen zu sehen ist (US Erstauflage, DVD aus Japan wie auch Deutschland sollen alle mehr oder weniger Schrott sein da qualitativ minderwertig). Das wird eigentlich einem Sion Sono Film nicht gerecht.

Fazit: Sicher stark Geschmacksache – dank der 2. Filmhälfte, die qualitativ einbricht, langweilt, konfus und ohne Lösungen präsentiert wird, nicht mehr gut genug für die Sammlung = fliegt trotz Signatur aus der Sammlung!

Infos:

O: Jisatsu sâkuru

Japan 2001

R: Sino Sono

D: Ryô Ishibashi, Masatoshi Nagase, Mai Hôshô, Tamao Satô, Takashi Nomura, Nao Nagasawa

Laufzeit der US-DVD: 99:22 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die originalsignierte DVD von TLA Releasing vor = Uncut, mittelmässige VHS Bildqualität, jap. Ton, englische Subs. Vom gleichen Label gäbe es eine Neuauflage, welche qualitativ etwas besser (anamorph, bessere Qualität, Subs nicht mehr fest im Bild) sein soll. In Deutschland Uncut von I-On New Media zu haben. Eine Blu-Ray gibt es nicht (Stand: Okt. 2019).

Donnerstag, 10. Oktober 2019

The Lighthouse Review


 
 Horroktober 2019 / ZFF 2019
The Lighthouse

Story:

1890 New England:

Ein Leuchtturmwächter (Willem Dafoe) und sein neuer Assistent (Robert Pattinson) verbringen einen Monat auf einer kleinen, abgelegenen Insel, ehe sie wegen einem Sturm von der Aussenwelt abgeschnitten werden, mit unangenehmen Folgen…

Meine Meinung:

Auf The Lighthouse war ich seit dem ersten Trailer (spätere, neuere Trailer guckte ich dann erst gar nicht mehr) sehr gespannt. Ich hoffte gar, dass der Film am NIFFF 2019 laufen würde. Was er nicht tat, was mich enttäuschte. Doch das Zürich Film Festival zeigte den Film und inzwischen ist bekannt, dass gar ein regulärer CH-Kinostart folgen wird – prima (gibt wohl noch gleich eine 2. Sichtung im regulären Kino).

Meine Vorfreude stieg durch die Tatsache, dass es sich a) um einen Film vom The Witch Regisseur handelt (in meinen Augen einer der besten und stimmungsvollsten Horrorfilme der letzten Jahre) und b), dass es sich um eine A24 Produktion handelt. Diese haben in der Vergangenheit interessante Filme auf die Menschheit losgelassen (It Comes at Night, Hereditary, In Fabric, Midsommar, Under the Silver Lake, February, Green Room oder Under the Skin) und dies sollte sich auch mit The Lighthouse, erneut bestätigen.

Robert Eggers hat den Film technisch so gedreht, als sei es ein Film der in den 30ern entstand. Schwarzweissbilder, Bildformat 1.19 : 1. Doch dies tat dem Film optisch gut. Sehr gut. Der Film ist, ähnlich wie The Witch, ein stimmungsvolles und optisches Meisterwerk. Der Film ist unglaublich schön gefilmt und zuweilen generieren die Bilder eine unglaubliche Kraft an Stimmung, Atmosphäre, Spannung und ziehen den Zuschauer in einen hypnotischen Sog. Die Kameraführung ist exzellent. Die Cinematography ist wunderschön, eine Pracht, genau für solche Erlebnisse wurde das Kino erfunden.

Die Story ist zwar spannend, aber gilt es eher zu vernachlässigen. Sie war am Ende, in meinen Augen, auch weniger komplex als gedacht. Es gilt mehr, die Optik und das grandiose Schauspiel von Twilight Fuzzi Robert Pattinson und Willem Dafoe (Antichrist) zu geniessen. Der Film ist kammerspielartig aufgebaut und das Schauspiel der beiden ist ein Genuss. Nebst Spannung, grandiosem Schauspiel und Bild gefällt vor allem der starke Soundtrack von Mark Korven, der schon in Eggers The Witch die Musik besorgte. Passend, intensiv, unheimlich.

The Lighthouse, dessen Schlussszene zumindest mir ein Lächeln ins Gesicht zauberte (anhand der Reaktionen im Kino wusste ich, dass die Szene nicht allen gefiel), ist für meinen Begriff einer der besten Filme aus dem Kinojahr 2019 – und ich freue mich schon jetzt, den Film erneut im Kino (oder dann Heimmedium) sichten zu können! Man darf gespannt sein, was Eggers nach The Witch und The Lighthouse auf die Leinwand zaubern wird!

Infos:

O: The Lighthouse

USA, Kanada 2019

R: Robert Eggers

D: Robert Pattinson, Willem Dafoe, Valeriia Karaman

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 109 Min.

Gesehen am: 05.10.19

Fassungen: Im Kino in Zürich (Zürich Film Festival) gesehen im O-Ton mit deutschen Subs. Wird Ende Jahr auch regulär in die Kinos kommen (Deutschland, Schweiz…). Nachtrag 10.05.23: 2. Sichtung nun als deutsche Blu-Ray von Universal erfolgt (in Englisch mit deutschen Subs): Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität und der Film gefiel mir noch besser als damals am ZFF. Herrlich abgedreht, fesselnd und stimmungsvoll!

Mittwoch, 9. Oktober 2019

The Beyond Review




 Horroktober 2019 (Webmaster mit  
Catriona MacColl am NIFFF)
The Beyond

Story:

Lisa (Catriona MacColl) erbet ein Haus, welches sie in ein Hotel umwandeln will. Dumm nur, dass das Haus auf einem Tor zur Hölle errichtet wurde…bald schon mehren sich Unfälle, Personen verschwinden und Zombies tauchen auf. Zusammen mit Arzt John (David Warbeck) versucht sie dem Geheimnis auf die Spur zu kommen…

Meine Meinung:

Meisterwerk von Lucio Fulci (City of the Living Dead) und Klassiker der Ital. Zombie-Splatter-Genres! Mit Lucio Fulci werden einige der besten Ital. (Zombie) Horrorfilme in Verbindung gebracht: City of the Living Dead, The House by the Cemetery oder Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies. Dazu gehört auch The Beyond.

Der Film erzählt eine mystische Story, die nebst tollen Make-Up Masken und einer grossen Anzahl von Splattereffekten, auch mit viel Suspense, Atmosphäre und Stimmung aufwarten kann. Zum Teil bietet der Film schon fast eine unheimliche H.P. Lovecraft Atmosphäre. Dazu kommt ein gewisses (US)Kleinstadt-Feeling, welches ich einfach mag.

Den Soundtrack mag ich sehr und es wurde auf einen guten Cast zurückgegriffen. Catriona MacColl war Stammgast bei Lucio Fulci (sie sah man z.B. auch in dessen City of the Living Dead und The House by the Cemetery) wie auch David Warbeck (The Black Cat) wobei letzterer in weiteren Ital. Genre-Filmen zu sehen war (The Last Hunter, Ratman, Panic). Beiden machen einen guten Job.

Für die Effekte und das Make-Up zeichnete sich u.a. Giannetto De Rossi zuständig. Er und sein Team hatten viel zu tun, denn es gibt unzählige Zombie-Make-Up Masken, sonstige Effekte (die Szene mit der Spinne) und ebenso viele handgemachte Splattereffekte, die auch heute noch ihresgleichen suchen. Von hoher Qualität und extrem blutig, so dass Splatterfans voll auf seine Kosten kommen. Solche Effekte sieht man im heutigen Kino leider nicht mehr. Diese Szenen und Kreationen, Kunst in meinen Augen, werden immer unerreicht bleiben.

Der Film ist, dank der mystischen Story und vielen Effekte-Szenen auch zu keiner Sekunde langweilig. Eintauchen, geniessen, es wirken lassen – das Ende passt wunderbar dazu! Stark!

Fazit: Einer von Lucio Fulcis besten Klassikern!

Infos:

O: ...E tu vivrai nel terrore! L'aldilà

Italien 1981

R: Lucio Fulci

D: Catriona MacColl, David Warbeck, Cinzia Monreale, Antoine Saint-John, Veronica Lazar, Anthony Flees

Laufzeit der UK-DVD: 83:52 Min.

Gesehen: Jugendzeit / Review überarbeitet am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Arrow Video vor (original signieret von Catriona MacColl wie auch die franz. DVD zum Film von Neo Publishing) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Englisch/Ital. mit englischen Subs und vielen exklusiven Extras. Gäbe es inzwischen vom gleichen Label auch auf Blu-Ray. Wer den Film in Deutsch schauen möchte, muss zur XT Video Fassung greifen (auch Blu-Ray).