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Freitag, 14. November 2025

The Naked Gun

 

The Naked Gun

Story:

Frank Drebin Jr. (Liam Neeson) soll in einem neuen Fall ermitteln. Bei einem Autounfall gab es ein Todesopfer. Doch die Schwester (Pamela Anderson) des Opfers (Jason MacDonald) vermutet keinen Unfall, sondern einen Mord. Frank Drebin Jr. und sein Partner (Paul Walter Hauser) beginnen zu ermitteln…

Meine Meinung:

Eigentlich war ich sehr skeptisch, als ich den ersten Trailer zum neuen Film der kultigen Die nackte Kanone Reihe sah. Besonders die Musik im Trailer gefiel mir gar nicht. Paramount hat sich aber ins Zeug gelegt und gute Kampagnen geführt, so dass für mich ein Kinobesuch beschlossene Sache war. Es handelt sich nicht um ein Remake, sondern um eine Fortsetzung. Liam Neeson spielt Frank Drebins Sohn und Paul Walter Hauser spielt Ed Hockens Sohn. George Kennedy und Leslie Nielsen werden gewürdigt, spielen aber nicht mit, da tot. Dasselbe gilt für O.J. Simpson.

Und lohnt sich der Kinobesuch? Ja, würde ich sagen. Ich fand den Film besser als erwartet. Ich fand zwar nicht jeden Joke amüsant, aber im Grossen und Ganzen war es mehrheitlich lustig und der Streifen fängt den Geist und die Stimmung der alten Filme gekonnt ein. Es kam wirklich oft eine Die nackte Kanone Stimmung auf. Das war schön und nostalgisch. Schade, dass die Musik aus dem Original nicht im Vorspann zu hören ist (dafür unbedingt im Abspann sitzen bleiben). Gegen Ende flacht der Film zwar etwas ab und wirkt übertrieben, aber unterhaltsam war es allemal.

Mit einer angenehmen Laufzeit von nur 85 Minuten ist der Film sehr kurzweilig und somit nie langweilig. Die Zeit geht schnell vorbei und der Film ist vollgepackt mit irrwitzigen Ideen (Schneemann). Einige Jokes erinnern, ohne aufdringlich zu wirken, an die alten Filme. Der mir unbekannte Liam Neeson gibt einen würdevollen Nachfolger von Leslie Nielsen ab und auch Pamela Anderson war sehenswert. Abzüge gibt es bei Franks Partner oder beim Bösewicht. Die waren weniger überzeugend, vor allem im Vergleich zu den alten Filmen.

Fazit: Kurzweilig, unterhaltsam und oft auch lustig. Wer die alten Filme mochte, kann sich gut an die neue Fortsetzung wagen!

Infos:

O: The Naked Gun

USA 2025

R: Akiva Schaffer

D: Liam Neeson, Paul Walter Hauser, Pamela Anderson, Kevin Durand, Danny Huston, Liza Koshy, Cody Rhodes, Busta Rhymes

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 01.08.25

Fassungen: Gesehen im Originalton mit deutschen Subs im Kino. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD sind noch nicht angekündigt (Stand: Aug. 2025).

Donnerstag, 13. November 2025

Diablo


Diablo

Story:

Kris Chaney (Scott Adkins) entführt Elisa (Alanna De La Rossa). Elisa ist in Wahrheit seine Tochter, was Elisa nicht weiss. Ihr «Vater», ein Gangsterboss (Lucho Velasco), schickt seine Männer nach Elisa los. Gleichzeitig mischt sich auch ein Psychopath (Marko Zaror) ins Geschehen ein…

Meine Meinung:

Auf Diablo wurde ich durch ein deutschsprachiges Forum aufmerksam. Sonst hätte ich den neusten Actionfilm mit Scott Adkins (The Expendables 2, Savage Dog, Accident Man) verpasst. Und was soll ich sagen? Für mich ist das seit Triple Threat/Avengement (beide 2019) die beste Scott Adkins Arbeit. Letzterer hat den Film sogar mit produziert. Damit lässt Scott Adkins schwächere Werke wie Ip Man 4, Debt Collectors, Legacy of Lies oder The Intergalactic Adventures of Max Cloud vergessen. Selbst Accident Man: Hitman’s Holiday, der eigentlich noch ganz brauchbar war, wird von Diablo locker übertroffen.

Im Film des mir unbekannten Ernesto Díaz Espinoza (wobei er eine Episode in The ABCs of Death beisteuerte) geht es unkompliziert, unterhaltsam und gradlinig zu. Die Action rockt zu jeder Zeit, der Film drückt von Beginn an mächtig auf das Gaspedal und die Kameraarbeit war toll. Toll heisst in dem Fall total übersichtlich. Ein Genuss. Eine Wohltat. Da erkennt der Zuschauer, was passiert. Keine schnellen Schnitte, keine Wackelkamera. So muss das sein. Die Fights wurden auch gut eingefangen und gefilmt. Der Mix aus harten Kämpfen, kleineren Stunts und blutigen Shoot-Outs machte Spass und gefiel mir.

Der Plot ist dünn und nur Mittel zum Zweck. Dieser wird gut erfüllt und mehr Plot brauche ich auch nicht. Scott Adkins macht als Held eine gute Figur. Toll ist auch der Bösewicht. In ein-zwei Szenen gibt es definitiv The Terminator Vibes. Der Bösewicht wird vom mir unbekannten Chilenen Marko Zaror gespielt, der schon in Savage Dog sowie Undisputed III: Redemption zusammen mit Scott Adkins vor der Kamera stand. Marko Zaror hat als fieser Bösewicht absolut überzeugt. Newcomer Alanna de la Rosa (das Teenie-Mädchen) machte ihre Sache auch glaubhaft und ordentlich. Da haben andere Kinder/Jugendliche in anderen Filmen viel mehr genervt. Das einzige Manko ist, dass Marko Zaror im Finale nicht im Kampf besiegt wird. Auf der anderen Seite, wird eine Fortsetzung angedeutet. Die dürfte von mir aus gerne kommen…

Fazit: Für Scott Adkins Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Diablo

USA, Kolumbien 2025

R: Ernesto Díaz Espinoza

D: Scott Adkins, Alanna De La Rossa, Lucho Velasco, Marko Zaror

Laufzeit der Streaming Fassung: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 20.07.25

Fassungen: Den Film gibt es bisher nur via Stream. Es gibt keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Mittwoch, 12. November 2025

The Woman of Wrath

The Woman of Wrath

Story:

Taiwan während der japanischen Besatzung:

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Shih (Pat Ha Man-Jik) wird an ein anderes Fischerdorf verkauft und mit einem älteren Mann (Pai Ying), der als Metzger arbeitet, zwangsverheiratet. Shih sieht sich täglich Schlägen und sexueller Gewalt ausgeliefert. Ob sie ihrem Leben, welches einem Gefängnis gleicht, entkommen wird?

Meine Meinung:

Es gibt Filme, die entsprechen einem Zeitgeist-Phänomen. Die haben nicht viel Budget, aber junge Talente vor und hinter der Kamera. New Wave Vibes. Um Effekte zu sparen, wird auch auf reale Gewalt gegen Tiere nicht verzichtet. Da kommen mir direkt und indirekt Titel wie Cannibal Man oder Silip: Daughters of Eve in den Sinn. Und da passt auch der taiwanesische Film The Woman of Wrath perfekt dazu. Der Film, der ganz leicht auch an Bedevilled erinnert, ist eine Novellen-Verfilmung. Chang Chong-Cheung hat dabei die Novelle The Butcher's Wife verfilmt.

Der Film gehört dabei zur Taiwan New Cinema Bewegung und hatte mit Zensurproblemen zu kämpfen. Ganze acht Szenen flogen aus dem Film, bevor der in die Kinos kam. Der Film, der auf einer Insel Taiwans gedreht wurde und zur Zeit der japanischen Besatzung handelt, ist ein sehr ruhiger Film. Ein Slow-Burner. Ein durch und durch deprimierender Film, abseits des Mainstreams. Der Film wartet mit Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger, My Name Ain't Suzie) auf, die dazumal vor allem durch ihre Rolle in Nomad auf sich aufmerksam machte. Ihre wortkarge Leistung ist eindrücklich.

Der Film zeigt eindrücklich das Leid auf, welches ein Mensch ertragen kann. Seelische, sexuelle und körperliche Gewalt. Traditionen und sture Rollenbilder. Auf der einen Seite haben wir ihren Ehemann, der als Metzger arbeitet und auch deshalb von der Gesellschaft geächtet wird. Auf der anderen Seite haben ausgerechnet die anderen Frauen auch viel Hass für Shih übrig und sprechen die Taten des Ehemannes schön. Die Kamera fängt überdurchschnittlich tolle Bilder ein und die Musik ist aussergewöhnlich und trägt nebst Naturkulissen- und Geräuschen (das Brechen der Wellen) viel zur Stimmung des Filmes bei.

Der Cast war allgemein sehr gut. Pai Ying (Assassin, Heroes in the Late Ming Dynasty, Adventure in Denmark) spielt den Metzger ebenfalls stark. Glaubhaft. Das Mädchen, welches im Film hier und da vorkommt, ist auch überzeugend und nervt nicht (auf Humor wird in dem dramatischen Film sowieso total verzichtet). Der Film kann fast als eine Art dramatisches und sozialkritisches Kammerspiel mit Selbstjustiz-Momenten angesehen werden. Und wie zu Beginn erwähnt gibt es hier einige sehr derbe Momente zu sehen, in denen echte Tiere zu Schaden kommen. Hauptsächlich sind es Schlachtungen (Schweine). Wie die Tiere getötet und auch zerteilt werden.

Der makabre Höhepunkt ist dann erreicht, wenn der Metzger seine Frau mit echten Innereien bewirft (laut Interview wurde Pat Ha Man-Jik bei der Szene ohnmächtig). Sie hätte lieber Fake-Innereien gehabt, aber für solche Effekte war kein Geld vorhanden. Aber auch eine Katze (nach ihr wird getreten) und Enten-Babys (fast die schlimmste Szene, fand ich) werden nicht verschont. Das mag für heutige Verhältnisse ein No-Go sein, aber als billiger (Schockeffekt) und als Metapher (für den Metzger ist seine Frau nichts anderes als ein Stück Vieh) waren diese Szenen nachvollziehbar. Und eben dem Zeitgeist geschuldet. Wie bei Cannibal Holocaust und Co.  

Fazit: Eindrückliches Drama, das unter die Haut geht! Toll, noch solch unbekannte Perlen zu entdecken…

Infos:

O: Sha Fu

Taiwan 1983

R: Chang Chong-Cheung

D: Pat Ha Man-Jik, Pai Ying, Grace Chen Shu-Fang, Yang Li-Yin, Li Hai-Hsing

Laufzeit der taiwanesischen Blu-Ray: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 15.07.25

Fassungen: Mir lag die neue taiwanesische Blu-Ray vom taiwanesischen Filminstitut vor = 40th Anniversary Restored Edition. Seit mehreren Jahren wurde der Film neu restauriert. Der Film kommt Full Uncut daher (inklusive acht ehemals zensierte Szenen), im O-Ton, mit englischen Subs, einem Schuber, Karten und einem ca. 70seitigen Booklet (Infos in Chinesisch und Englisch, u.a. gibt es Hintergrundinfos zur Restauration, zur Zensur zum Film und es gibt ein Interview mit Star Pat Ha Man-Jik). Die Bild- und Tonqualität sind der Wahnsinn. Der Film schaut aus wie ein aktueller, neuer Film. Ehemals zensierte Szenen fallen qualitativ nicht ab. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2025).