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Mittwoch, 22. April 2026

Mermaid

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Mermaid

Story:

Doug (Johnny Pemberton) ist ein Junkie. Er verliert seinen Job, seine Ex findet ihn beknackt und seine Tochter sieht er zu selten und mit Dritten (u.a. Robert Patrick) hat er Probleme. Er will sich das Leben nehmen. Just in dem Moment findet er eine verletze Meerjungfrau und nimmt sie nach Hause…

Meine Meinung:

Von Mermaid, meinem ersten Film am diesjährigen Filmfestival in Brugg, habe ich nicht allzu viel erwartet. Gleichzeitig habe ich mich auch nicht wirklich um den Cast oder die Produktion informiert. Ich wollte mich ggf. positiv überraschen lassen. Wenn ich im Genre-Kino an Filme mit dem Titel Mermaid denke, kommen mir spontan Guinea Pig 6 - Mermaid in a Manhole, The Mermaid von Stephen Chow, The Lure (am NIFFF gesehen) sowie Mermaid Legend in den Sinn.

Mermaid stammt von Tyler Cornack. Einem sehr jungen Regisseur und mir unbekannt. Das gilt auch für die Mehrheit von Cast und Crew mit Ausnahme von Robert Patrick (grosse Nebenrolle) und Tom Arnold (Gastauftritt). Die Schauspieler haben ihre Sache im Grossen und Ganzen ordentlich gemacht. Robert Patrick spielt natürlich eine Art Bösewicht (sehr viel Overacting). Er war zuletzt öfters in solchen Rollen zu sehen (= Tone-Deaf, Tulsa King).

Mermaid erfüllte seinen Zweck. Anspruchslose Indie-Unterhaltung, aber kein Film für die Sammlung. Dafür fesselte der Inhalt zu wenig, die Grenzen durch das kleine Budget werden aufgezeigt, für eine Horrorkomödie war der Humor zu unlustig und der grösste Schwachpunkt waren die Figuren. Die waren uninteressant. Und ein Looser-Versager/Junkie als "Held" hat bei mir als Identifikationsfigur immer schlechte Chancen.

Der Film weiss zum Teil auch nicht Recht, was er sein will. Horror, Komödie, Sozialkritik oder Drama. Dabei haben die dramatischen Parts für mich nicht funktioniert und die sozialkritischen Untertöne wirkten aufgesetzt. Viel Gore gibt es nicht und das Meerjungenfrau-Make-Up ist selten im Detail zu sehen. Eine teilweise zu dunkle Ausleuchtung half dabei ggf. das niedrige Budget zu kaschieren. Die Musikauswahl traf nicht meinen Geschmack. Florida als Setting war cool. Hier und da kamen Dexter Vibes auf. Die Geburtstagsfeier der Tochter war die beste und lustigste Szene des Filmes.

Infos:

O:  Mermaid

USA 2025

R: Tyler Cornack

D: Johnny Pemberton, Avery Potemri, Robert Patrick, Nancy McCrumb, Tyler Rice, Kevin Nealon, Tom Arnold

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 105 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Dienstag, 21. April 2026

Normal

Normal

Story:

Ulysses (Bob Odenkirk) wird vorübergehend Sheriff in der Kleinstadt Normal. Dumm nur, als in dem ansonsten ruhigen Örtchen später nach einem Raubüberfall die Hölle los ist…

Meine Meinung:

Als ich im Kino den Trailer zu Normal sah, war ich überrascht. Ich hörte zuvor noch nie von diesem Film. Ich sah keine Plakate, keine Ankündigungen auf Social Media und auch in dem einzigen Forum, in welchem ich noch etwas aktiv bin, las ich nichts über Normal. Der Film kam wie aus dem Nichts.

Ich hatte aufgrund zwei Dingen, die ich im Trailer sah, Freude. Zum einen an Bob Odenkirk, der hier nach Nobody 2 in einer neuen Actionrolle zu sehen ist (und das noch mit einem Schnauz). Ich kenne von Bob Odenkirk nur Nobody und dessen Fortsetzung. Und Nobody finde ich nach wie vor super. Das zweite was mir sofort gefiel, waren starke Fargo Vibes. Davon liebe ich die Serie (vor allem die ersten vier Staffeln). Das Setting von Normal (friedliche Kleinstadt, verschneite Bilder und Landschaften) hat mich sofort gepackt

Der Film von Ben Wheatley (In the Earth, Kill List) ist relativ unterhaltsam und bietet einige Twists, die ich so nicht erwartet hätte. Der Film war hier und da auch blutiger als erwartet und es gab innovative Tötungen à la Final Destination zu sehen. Die Actionszenen bestehen mehrheitlich aus Schiessereien. Die waren für meinen Geschmack zu rasant und zu sehr à la John Wick inszeniert. Es gab auch einige Explosionen und ein bis zwei Kampfszenen.

Bob Odenkirk und der trockene Kleinstadthumor haben mir gefallen. Auch das Setting sowie der Start in den Film. Wenn der Song Paranoid von Black Sabbath als japanische Variante im Vorspann auf der Kinoleinwand zu hören ist, ist das schon eine sehr coole Nummer (der Film beginnt bei den Yakuza in Japan = Klischee-Bösewichte, leider im Film nicht ganz ernst zu nehmend).

Bei dem Humor, es handelt sich um eine Actionkomödie, zündete nicht jeder Gag. Auf der anderen Seite gab es auch kein Kinopublikum, welches für Stimmung gesorgt hat. Ganze zwei Menschen waren in der Vorstellung. Wo der Film schwächelt sind viele der anderen Haupt- und Nebenfiguren sowie einige Drehbuchentscheidungen, die zu nichts führen. Und schlimm war der CGI-Elch. Billige CGI-Tiere gehen für meinen Geschmack gar nicht.

Fazit: Okay für einen langweiligen Abend, aber leider nicht auf dem Niveau von Nobody!

Infos:

O: Normal

USA, Kanada 2025

R: Ben Wheatley

D: Bob Odenkirk, Lena Headey, Henry Winkler, Brendan Fletcher, Summer H. Howell, Jess McLeod

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 20.04.26

Fassungen: In Bern im Originalton mit deutschen Untertiteln und Uncut im Kino gesehen (ab 18 Jahren). Soll am 31.07.26 in Deutschland auf Blu-Ray und Co. erscheinen.

Sonntag, 19. April 2026

Lee Cronin's The Mummy

Lee Cronin's The Mummy

Story:

Ein Journalist und dessen Frau gehen durch die Hölle, als ihre Tochter in der Wüste spurlos verschwindet. Acht Jahre später taucht das Mädchen plötzlich wieder bei der Familie auf. Doch sie ist verändert…

Meine Meinung:

Als ich dieses Jahr den Trailer zu Lee Cronin's The Mummy im Kino sah, war ein Kinobesuch beschlossene Sache. Zuvor hatte ich von diesem Titel und dem Namen Lee Cronin noch nie gehört. Der Trailer machte definitiv Lust auf mehr. Richtig gute Mumienhorrorfilme gibt es nämlich viel zu wenige, würde ich sagen.

Gestern sah ich mir den Film, der eine stolze Laufzeit von 133 Minuten beinhaltet, vor meiner 4. von sechs Nächten (ich arbeite als Nachtwache) an. Trotz der langen Laufzeit und der Tatsache, dass ich erst seit 16.00 Uhr wach war, wurde ich im Kino nicht müde. Das spricht für den Film. Vielleicht stimmt das Verhältnis nicht ganz. Am Anfang und Mittelteil ist der Film ruhig erzählt, gegen Ende hin wird es hingegen hektischer.

Wer den Film sieht dürfte sich an Filme wie Drag Me to Hell, Der Exorzist, Das Omen und vor allem die neuen Evil Dead Filme erinnert fühlen. Und das überrascht auch nicht, denn wie ich nach der Sichtung feststellte, handelt es sich bei Lee Cronin um den Regisseur von Evil Dead Rise.

Der Cast war solide. Die zwischenmenschlichen Probleme, die durch den Horror entstehen, wollen aber nicht wirklich zünden. Dazu waren die Entscheidungen, welche die Mutter und der Vater treffen, zu oft nicht nachvollziehbar. Die Kinder spielten fast besser als die Erwachsenen. Einzelne Horrorparts wirkten zudem zu drüber und mehr unfreiwillig komisch, statt zum Fürchten (z.B. die Abdankung der Grossmutter). Und einige Ideen werden nicht in den Plot integriert (der Professor).

Abgesehen von zwei-drei billigen CGI-Szenen (Sandsturm und Kojoten) bietet der Film eine ordentliche Palette an blutigen Splattereffekten, Bodyhorror Sequenzen und, und das freute mich am meisten, viele Ekelszenen, die mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Zudem sieht der Film allgemein toll aus und ist stark in Szene gesetzt. Das Make-Up (Gesicht) des Kindes hingegen fand ich wenig originell. Solche Fratzen sah man in den letzten Jahren einfach zu oft in dem Genre. Der Inhalt des Filmes ist auch alles andere als originell. Ägypten als Setting war hingegen cool und eine willkommene Abwechslung.

Fazit: Horrorfans können bedenkenlos einen Blick riskieren!

Infos:

O: Lee Cronin's The Mummy

USA, Irland 2026

R: Lee Cronin

D: Jack Reynor, Laia Costa, Veronica Falcón, May Calamawy, Natalie Grace

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 133 Min.

Gesehen am: 18.04.26

Fassungen: In Bern im Originalton mit deutschen Untertiteln und Uncut im Kino gesehen (ab 16 Jahren, während der in Deutschland keine Jugendfreigabe erhalten hat). Soll am 31.12.26 von Warner in Deutschland auf Blu-Ray und Co. erscheinen.