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Mittwoch, 8. Juni 2022

Jenifer - Masters of Horror Review





Jenifer - Masters of Horror

Story:

 

Cop Frank (Steven Weber) rettet in einem Einsatz eine mysteriöse Frau namens Jenifer (Carrie Anne Fleming) - im Gesicht furchtbar entstellt und kognitiv minderintelligent. Jenifer übt auf Frank einen grossen Reiz aus, so dass er sie sogar bei sich zu Hause aufnimmt, ohne seinen Sohn oder vor allem seine Ehefrau davon zu unterrichten. Keine gute Idee…

 

Meine Meinung:

 

2005 wurde eine neue Serie Horror-Serie auf die Horrorgemeinschaft losgelassen: Masters of Horror. Diese brachte es auf zwei Staffeln und einen weiteren Ableger (Fear Itself). Der Kopf hinter dem Projekt: Mick Garris (Schlafwandler)! Dieser gab diversen Horror-Legenden eine Chance, sich mit einer Episode in der Serie zu verwirklichen, z.B. John Landis (Deer Woman), Tobe Hooper (Dance of the Dead) oder John Carpenter (Cigarette Burns).

 

Doch auch ausländische Regisseure wie Takashi Miike (Imprint) oder Dario Argento (Dark Glasses) bekamen ihre Chance. Dario Argento durfte in der 2. Staffel dann sogar nochmal ran (Pelts). Jenifer ist ok. Kein Kracher, aber absolut ok. Kurzweilig und solide, aber auf der anderen Seite auch vorhersehbar. Dennoch gefällt Argentos Episode. Guter Durchschnitt.

 

Es gelingt Dario Argento einige fiese und unheimliche Momente einzufangen - aufgrund Jenifers entstelltem Aussehen (Mund, Fratze, Augen). Da hat die KNB-FX Group (Wishmaster, Nightwish) ganze Arbeit geleistet. Jenifer ist furchteinflössend, wie auch ihre Taten. Es gibt einig sehr blutige und saftige Splatter-Szenen zu sehen. Diese sind vor allem auf Därme fixiert. Leider beinhaltet eine dieser Szenen auch eine Katze, so dass Tierfreude viel Kraft aufbringen müssen.

 

Die Musik steuerte Claudio Simonetti (Suspiria, Dawn of the Dead, Demons, Inferno) bei, mit welchem Argento auch in Pelts wieder zusammenarbeiten sollte. Die Musik für Jenifer sagte mir jedoch mehr zu. Wo der Film Probleme hat, ist in der Glaubwürdigkeit seiner Figuren: Franks Wandel und Obsession mit Jenifer ist nicht nachvollziehbar. Als Zuschauer fasst man sich da mehr als einmal an den Kopf. Das macht den Plot dann eben auch vorhersehbar und zuweilen spannungsarm. Obwohl nur 55 Minute Laufzeit, gabs Längen.

 

Fazit: Solide Episode mit Optimierungsbedarf mit Ausnahme der schönen Splatter-Effekte!

 

Infos:

 

O: Jenifer - Masters of Horror

 

USA 2005

 

R: Dario Argento

 

D: Steven Weber, Carrie Anne Fleming, Laurie Brunetti, Harris Allan, Kevin Crofton, Beau Starr

 

Laufzeit der UK-DVD: 55:41 Min.

 

Neusichtung am: 08.05.22

 

Fassungen: Mir lag die Episode als UK-Ausgabe Vol. 2 vor (Season 1 wurde als Vol. 1 und Vol. 2 aufgesplittet veröffentlicht), von Anchor Bay in einer schicken Box veröffentlicht. Diverse Regisseure haben diese an diversen NFFF Besuchen signiert (Takashi Miike, Larry Cohen, John McNaughton, Mick Garris). Jenifer liegt Uncut in einer guten Bild- und Tonqualität vor. In Englisch ohne Subs. In Deutschland als Einzel-DVD raus (Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs) oder als Gesamtbox von Nameless Media (Deutsch/Englisch mit deutschen Subs) auf Blu-Ray.

Dienstag, 7. Juni 2022

All Night Long O Review

All Night Long O

Story:

 

Eine Frau wird zufällig Zeuge eines Suizids und erregt sich dadurch sexuell. Dies beobachtet ein Stalker, der sie zu sich nach Hause einlädt. Nach dem gemeinsamen Abendessen wacht sie in einem Verlies/Gefängnis des Mannes auf - um seinen Trieben zu dienen. Als im späteren Verlauf jedoch eine echte Domina ins Geschehen eingreift, eskaliert die Situation…

 

Meine Meinung:

 

All Night Long O ist der 5. Teil der Reihe und der bisher schlechteste und harmloseste Film der japanischen Sicko-Reihe. Erneut führt Katsuya Matsumura, der bereits bei den Vorgängern (All Night Long, All Night Long 2, All Night Long 3, All Night Long R) Regie führte, Regie. Das Budget wurde ab Teil vier kleiner und kleiner, die Filme billiger und billiger.

 

All Night Long O ist langweilig. Die Laufzeit von fast 100 Minuten sind viel zu lang. Der Film ist sehr dialoglastig. Vor allem in den ersten 60 Minuten gibt es kaum Gore, Sex oder Schockierendes zu sehen. Dies wird Fans der Reihe enttäuschen. Es gibt vielleicht 2-3 kleinere Gore-Szenen im ganzen Film. Aber kein Vergleich zu den Vorgängern.

 

Auf Motive und Inhalte kann nicht fundiert eingegangen werden, da mir nur eine nicht untertitelte Fassung zum Film vorlag (es gibt keine mit englischen Untertiteln). So kann über das sadomasochistische Verhältnis des Stalkers und der Entführten nur gemutmasst werden. Ob die Frau z.B. betäubt wurde? Ob sie in 1-2 Szenen Abführmittel bekam? Das Verhältnis der Figuren wird somit für den Zuschauer zu einem Mysterium.

 

Der Film ist eine Art Kammerspiel. Als die 2. Frau, wohl eine waschechte Domina, in Aktion tritt, geht der Film in Richtung SM-Film mit Szenen, die weniger meinem Geschmack entsprechen (Achselhöhle lecken, Auge lecken, Szenen mit Speichel oder Urin). Zudem wird dann oft auch der Mann durch die Domina beherrscht. Da wären mir Frauen an Frauen Szenen lieber gewesen. Danach artet der Film ins obligatorische Blutbad aus, jedoch sehr mässig.

 

Es gab vereinzelt gute Szene, hier und da Flower & Snake / Exzesse im Folterkeller Vibes und ich mochte die Tatsache, dass die Protagonisten nun Erwachsene und keine Jugendliche mehr sind. Da musste eine Neuerung her. Die typischen Mobbing/Stalker/Otaku-Szenen waren langsam ausgelutscht. Zudem hat der Film gegen Ende vereinzelt einen surrealistischen, künstlerischen Touch, so dass der Film nicht gänzlich uninteressant geraten ist. Halt einfach langweilig…

 

Fazit: Hardcore-Fans der ersten Filme werden enttäuscht sein, da zu harmlos. Auch abgesehen davon wenig interessant, da zu langweilig.

 

Gefolgt von: All Night Long 6

 

Infos:

 

O: Ôru naito rongu: Inisharu O

 

Japan 2003

 

R: Katsuya Matsumura

 

D: Sakura Kobayashi, Kadu Koide, Ayumu Saitô, Salmon Sakeyama

 

Laufzeit der jap. DVD: 98:52 Min.

 

Neusichtung am: 08.05.22

 

Fassungen: Mir lag die jap. DVD von GP Museum vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, Jap. O-Ton, keine Subs. Ausserhalb Japans wurde der Film nicht veröffentlicht (Stand: Mai 2022).

Montag, 6. Juni 2022

Death Wish Review


Death Wish

Story:

 

Als Paul Kerseys (Charles Bronson) Ehefrau (Hope Lange) und die Ehefrau (Kathleen Tolan) seines Sohnes (Steven Keats) bei einem Überfall getötet und traumatisiert zurückgelassen werden, nimmt Architekt Kersey das Gesetz in die eigene Hand, um die Strassen vor Abschaum zu säubern…

 

Meine Meinung:

 

Death Wish ist ein Klassiker des Selbstjustiz-Filmes (wobei noch mehr Drama/Thriller als nur reine Selbstjustiz-Action) und erhielt in Deutschland den kultigen Titel Ein Mann sieht rot! Star Charles Bronson (Ein Stahlharter Mann) brilliert in dem Film von Michael Winner. Vier Fortsetzungen und ähnliche Filme mit Selbstjustiz-Inhalten waren die Folge. Ein Image, welches Charles Bronson bis zu seinem Tod kaum mehr loswurde.

 

Michael Winner, der schon zuvor mit Charles Bronson drehte (The Mechanic, The Stone Killer), gelang mit Death Wish ein grosser Erfolg. Nicht nur Fortsetzungen, sondern auch ein Remake folgte (Death Wish). Death Wish schaue ich immer wieder gerne: es gibt nichts Schöneres als solche simplen Selbstjustiz-Inhalte. Der Plot baut sich langsam auf und zeigt sozialkritische Probleme, die eine Grossstadt und ihre Bürger Tag für Tag erleben.

 

Da macht es einfach Spass und Freude, wenn Charles Bronson in bester Western-Manier die Schusswaffe auspackt und das Gesindel, Gesocks und den Abschaum von den Strassen schiesst. Die Figurenzeichnung ist dabei typisch für die 70er Jahre und erinnert an Charaktere aus späteren Troma-Produktionen: Overacting, nervend, Pack halt. Und einer davon wird von einem damals unbekannten Jeff Goldblum (Die Fliege) gespielt - herrlich!

 

Der Plot ist fesselnd. Der langsame Aufbau tut dem Film gut (wie bei einem Tierhorrorfilm). Der Überfall auf Bronsons Film-Ehefrau und die Ehefrau seines Sohnes sind derber in Szene gesetzt, als ich es in Erinnerung hatte (und werden nur noch aus den Szenen aus Death Wish 2 getoppt!). Das Schauspiel der anderen Figuren ist absolut solide. Nebst den Taten von Bronson, die seiner Figur seelisch guttun, sehen wir von Zeit zu Zeit die Medien darüber berichten und vor allem Polizeiarbeit.

 

Da kommt so was die Spannung auf, wenn die Cops auf seine Fährte kommen. Etwas schade ist, dass sein Film-Sohn und dessen Ehefrau plötzlich nicht mehr relevant sind und am Ende gar nicht mehr erwähnt werden. Dennoch gefällt das Ende, welches bereits die Tür für eine Fortsetzung offenlässt und mit einer schönen Schlussszene aufwartet: Charles Bronson, der seine neue Berufung gefunden und lieben gelernt hat!

 

Fazit: Klassiker, einer der besten Filme mit Charles Bronson und absolut sehenswert!

 

Gefolgt von: Death Wish 2

 

Infos:

 

O: Death Wish

 

USA 1974

 

R: Michael Winner

 

D: Charles Bronson, Hope Lange, Kathleen Tolan, Steven Keats, Vincent Gardenia, Jeff Goldblum

 

Laufzeit der franz. DVD: 89:52 Min.

 

Neusichtung am: 08.05.22

 

Fassungen: Mir lag das 2er Set aus Frankreich von Columbia TriStar vor. Enthalten sind Death Wish und Death Wish 2 (Unrated Fassung). Packung: Digipack. Zu Teil eins: Uncut, Englischer O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland inzwischen von Studiocanal auf Blu-Ray (Uncut, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs).