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Donnerstag, 16. Februar 2023

Die 120 Tage von Sodom Buch Empfehlung

120 Tage von Sodom

Inhalt:

Zitat Back-Cover:

 

"Marquis de Sade

 

Werke

 

Die 120 Tage von Sodom

Die Philosophie im Boudoir

Justine oder die Leiden der Tugend

Juliette oder die Wonnen des Lasters

 

Fast 30 Jahre saß de Sade hinter Gittern – in Gefängnissen und zuletzt in der Irrenanstalt von Charenton. Im 19. Jhdt. totgeschwiegen oder als bloße Illustration psychopathologischer Verirrung abgetan, erfuhr sein Werk erst mit Baudelaire und später mit den Surrealisten literarische Anerkennung. Seine geistesgeschichtliche Bedeutung wurde schließlich von den Vertretern der Frankfurter Schule Horkheimer und Adorno anerkannt."

 

Meine Meinung:

 

Dieses Buch umfasst vier Geschichten von Marquis de Sade, dem "Erfinder" des "Sadismus". Das Buch beinhaltet die Romane Die 120 Tage von Sodom (welches jedoch leider nie zu Ende geschrieben wurde), Die Philosophie im Boudoir, Justine oder die Leiden der Tugend und Juliette oder die Wonnen des Lasters. Erstmals habe ich Die 120 Tage von Sodom zwischen 2006-2008 gelesen. Ich wusste kaum mehr etwas. Nun war ich motiviert, den Roman, der später von Pier Paolo Pasolini verfilmt wurde (Salò o le 120 giornate di Sodoma), erneut zu lesen. Warum das Werk nie vollendet wurde? Scheinbar gingen de Sade die Ressourcen aus (Schreibmaterial und/oder Papier).

 

De Sade schrieb den Roman im Jahr 1785 während 37 Tagen (in Haft). In kleinster Schrift auf einer 12 Meter langen Papierrolle. Seit 2017 gilt das Werk als Nationalgut in Frankreich. So können sich die Zeiten ändern. Früher geächtet, verboten und zensiert (Roman und auch der Film), so ist dies aktuell nicht mehr der Fall (der Film ist zudem seit dem 01.12.22 auch vom Index). Wer meinen Blog aufmerksam verfolgt weiss, dass ich 2022 viele Bücher las: u.a. die gesamte Der Dunkle Turm Reihe. Später fing ich mit Die 120 Tage von Sodom an. Es gab Pausen (in denen ich z.B. Naked Lunch gelesen habe). Es dauerte nun viele Monate, bis ich den Roman ein 2. zu Ende gelesen habe. Warum? Dies aus zwei Gründen:

 

1. Auf der Arbeit habe ich nachts (ich arbeite als Nachtwache) mehr zu tun. Wir haben neu Ämtli und Zusatzaufgaben, wo wir vorher keine hatten.

 

2. Der Inhalt ist nicht per se spassig (ok, manchmal schon) und die Art und Weise, wie der Roman geschrieben wurde, ist teilweise mühsam zum Lesen. Lange Sätze, viele (französische) Namen, wo ich nicht Mal weiss, wie man diese aussprechen tut. Das Lesen fällt nicht leicht, so waren mehrere Pausen nötig. Keine Lektüre, die man an einem Abend verschlingt. Teilweise war der Inhalt auch zu repetitiv und mit der Zeit «lahm» (wenn sich die Figuren gegenseitig anfurzen oder in die Münder defäkieren, irgendwann "hat man es gesehen").

 

Die Inhalte sind ein Mix aus de Sades Weltanschauung (Menschenbild, Religion…), einer Kritik am System, welches ihn viele Jahre seines Lebens (für illegale Vergehen) ins Gefängnis brachten, satirische Momente (einzelne Szenen/Beschreibungen sind so übertrieben, dass man sie nicht ernst nehmen kann und hier und da musste ich auch wirklich Schmunzeln) und Vorlieben/Perversionen/Fetischen. De Sade war damit und den Beschreibungen seiner Zeit weit voraus (Sexuelle Präferenzen/Fetische/Beschreibungen). In der Hinsicht sind die Fussnoten des Übersetzers interessant, der hier und da Fakten und Hintergrundinfos im Roman beschreibt.

 

Es werden 150 Passionen in Form von Geschichten, welche die Erzählerinnen selbst erlebt haben, beschrieben. Dies stellt den ersten Handlungsabschnitt dar (beschriebt eine Zeitspanne von 30 Tagen). Laut Wiki werden diese als "einfachen Passionen" betitelt. Spannend ist, dass es scheinbar auch Benennungen der drei nie fertig gestellten/geschriebenen Passionen gibt, ich zitiere vom Wiki Eintrag:

 

"Die 150 komplexen Passionen

 

 (Diese Passionen enthalten Erzählungen über Praktiken wie das Vergewaltigen von Kindern, Inzest, Flagellation, sadomasochistischen Gruppensex.)

 

Die 150 verbrecherischen Passionen

 

 (Diese Passionen enthalten Erzählungen über Praktiken wie Analverkehr mit Kleinkindern, sexuelle Handlungen an Leichen, Verkehr mit Tieren, das Verstümmeln des Sexualpartners.)

 

Die 150 meuchlerischen Passionen

 

 (Diese Passionen enthalten Erzählungen über Praktiken wie das Töten von Kindern vor ihren Müttern, das Herumwühlen in den Eingeweiden noch lebender Körper, das Masturbieren während des Folterns einer Vielzahl von Frauen und Männern bis zu ihrem Tode.)"

 

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_120_Tage_von_Sodom_(Buch)

 

Laut dem Übersetzer des Romans (in der Schlussbemerkung) existiert von den "drei anderen Teilen" ein "Plan mit präzisen" Beschreibungen der sexuellen Perversitäten, die darin besprochen hätten werden sollen. Mehr Infos habe ich zu diesem "Plan" nicht. Der Wiki-Eintrag zeugt aber davon, dass diese Inhalte recherchiert werden könnten. Inhaltlich geht es darum, dass vier adelige Männer mit diversen Bediensteten (Köchin etc.) und verschleppten Jugendlichen (Jungen und Mädchen) auf ein Anwesen ziehen und sich dort unter strikten Regeln, Hausordnungen und Strafen an den Verschleppten vergehen. "Aufgelockert" wird der Plot, indem vier Erzählerinnen aus ihrem Leben erzählen = die ersten 150 Passionen sind im Werk beschrieben. Die Qualität der Episoden ist unterschiedlich. Einige Episoden werden nur in paar wenigen Sätzen erzählt, andere werden weitaus expliziter beschrieben.

 

Wer einen schwachen Magen hat, sollte sich nicht an den Roman wagen. Sensible Menschen könnten schockiert sein. Die Inhalte sind pervers, eklig und böse. Die Tugend und auch Gott bekommen ihr Fett weg (fand ich als Atheist amüsant und zum Schmunzeln anregend). Dies wurde später ja immer wieder Thema in den Arbeiten von de Sade. Siehe z.B. seinen Roman Justine oder die Leiden der Tugend. Wer Gutes tut, wird bestraft, es zählt sich nicht aus etc. Diese Weltanschauung finde ich amüsant und interessant (in der Fiktion). Einzelne Passionen waren interessant, mehrheitlich wars aber zu repetitiv und zu pervers. Da waren die Füllszenen (das Philosophieren und die beschriebene Weltanschauung der Figuren nach dem Erzählen der Passionen) interessanter. Da die Geschichte nie zu Ende geschrieben wurde, kann kein Gesamtbild gezeichnet werden.

 

Fazit: Wegweisende und wichtige Literatur, die viel Raum für Interpretationen bietet aber sicherlich nicht für jedermann geeignet ist! Bis ich die drei anderen Geschichten in diesem Sammelband lese, dürften wohl einige Jahre ins Land ziehen…

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Parkland

 

Anzahl Seiten: 324

 

Roman/Sachbuch: Roman

 

Art: Gebunden

 

Autoren: Marquis de Sade

 

Erschienen: 2. Auflage 2004

Mittwoch, 15. Februar 2023

One Shot Review

One Shot 

Story:

 

Navy SEALs (u.a. Scott Adkins) sollen einen Gefangenen (Waleed Elgadi), von dem sie sich den Standort einer Bombe erhoffen (bevorstehender Terroranschlag), in die USA überführen. Doch kurz vor Abflug wird das Camp von Terroristen (u.a. Jess Liaudin) gestürmt. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…

 

Meine Meinung:

 

Mit One Shot wurde die Wunschliste regulärer Titel (d.h. keine raren Filme auf VCD, VHS, LD oder Betamax) abgearbeitet. Es handelt sich um einen relativ neuen (2021) Action-Film aus England mit Scott Adkins (Held) und Jess Liaudin (Bösewicht). Der Film versucht realistisch zu sein und kommt im Terroristen- und Spezialeinheit-Setting daher inklusive Kammerspiel und John Carpenter Vibes (Assault – Anschlag bei Nacht). Abgerundet wird das ganze durch das Spektakel, dass der Film scheinbar aus einer langen Kamerafahrt besteht d.h. es gibt keine Schnitte im Film. Damit reiht sich der Film zu Filmen wie Tom Yum Goong (eine Szene), Old Boy (eine Szene) und One Cut of the Dead (ganzer Film).

 

Leider hat mir One Shot jedoch zu wenig zugesagt, so dass der Film, technische Raffinesse und Spektakel hin oder her, nicht in die Sammlung aufgenommen wird. Der Grund ist, dass der Plot versucht, zu realistisch zu sein aber gerade einige der Nebenfiguren zu unglaubwürdig gezeichnet sind. Zudem nervt der Film am Anfang (die Rolle der Frau hätte man sich z.B. komplett sparen können). Die Szene im Hubschrauber erinnerte an Predator.

 

Hauptproblem ist, dass nie so recht eine wirkliche Spannung aufkommen mag. Zudem sind praktisch keine (blutigen) Shoot-Outs auszumachen, so dass der Film auch in den Action-Szenen wenig fetzt (zu 90% wird nur geschossen). In der 2. Filmhälfte und im Finale gibt es immerhin paar Kampfszenen. Die erfreuten mich mehr. Scott Adkins Messer-Kampfszenen waren nett anzusehen wie auch das Ende gegen Real-Life Fighter Jess Liaudin (MMA Fighter & Kickboxer).

 

Wer gerne moderne Action- oder Kriegsfilme (oder Spezialeinheiten) mag, kann definitiv einen Blick riskieren. Ist Geschmackssacke. Schlecht ist One Shot nicht. Kann man gut einmal weggucken. Auch nicht wirklich langweilig. Aber kein Film, den ich je wieder schauen werde! Scott Adkins (Universal Soldier: Day of Reckoning, Hard Target 2, Pay Day, The Intergalactic Adventures of Max Cloud, Accident Man, Savage Dog, Avengement) Fans können dennoch einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: One Shot

 

Großbritannien 2021

 

R: James Nunn

 

D: Scott Adkins, Ashley Greene, Ryan Phillippe, Emmanuel Imani, Dino Kelly, Jack Parr, Waleed Elgadi, Terence Maynard, Jess Liaudin

 

Laufzeit der deutschen DVD: 93:05 Min.

 

Gesehen am: 07.02.23

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD mit Wendecover von LEONINE vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Gibt es vom gleichen Label auch auf Blu-Ray.

Dienstag, 14. Februar 2023

Honeymoon Killer Review




Honeymoon Killer

Story:

Gambler und Kämpfer Raymond (Raymond Lui Shing-Gung) verspricht seiner Freundin Hou (Hou Yi), dass er, ab dem Tag ihrer Hochzeit, nicht mehr kämpfen und sie in Schwierigkeiten bringen wird. Beide heiraten und fahren in die Flitterwochen. Doch Gangster haben es plötzlich auf Raymons Ehefrau abgesehen…

 

Meine Meinung:

 

Aka The Honey-Moon Killer. Honeymoon Killer ist ein Mitte der 70er Jahre Basher aus Taiwan mit Raymond Lui Shing-Gung (Thirty Six Killers) als schlagfertiger Held. Honeymoon Killer ist relativ unbekannt. Reviews finden sich wenige. Auch Fassungen scheinen rar. Ich kam mehr durch Zufall zu dem Film und nicht durch eigene Recherche. Gekauft direkt aus Indonesien. Storytechnisch bietet der Film nichts Neues.

 

Es gibt wenige Gamble-Szenen und sonst vor allem Kampfszenen. Viele. Sehr viele. Es wird unendlich viel gekämpft in dem Film. Das Thema/Inhalt, dass der Held schwört, nicht mehr zu kämpfen, ist nicht neu aber sehe ich z.B. weniger gerne als andere Eastern-Inhalte (Rache-Plot, Schüler-Meister Plot). Dass störte mich z.B. auch in Chinese Hercules mit Michael Chan Wai-Man: da hat man einen solchen kampferfahrenen Star, der gefühlt nur am Anfang und Finale zulangen darf.

 

Der Film spielt im modernen Setting, was eine willkommene Abwechslung darstellt. Der Cast ist mir hingegen wenig bekannt. Das einzige bekannte Gesicht für meine Augen war Shan Mao. Den erkannte ich sofort wieder aus Knight Errant mit Jimmy Wang Yu. Er spielt natürlich auch hier einen der Bösewichte. Die Kampfszenen sind solide. Es wird meistens ohne Waffen gekämpft. Die Settings (Baugruben etc.) passen zu den Kung Fu Szenen.

 

Zwei Damen spielen im Plot auch eine wichtige Rolle. Zur Musikuntermalung kann ich nicht viel sagen, da mein Betamax-Player spinnt und den Ton massiv leise wiedergibt. Auch Dialoge waren oft kaum verständlich, aber so oder so wenig wichtig bei dem dünnen Plot. Was man von einem Film wie Honeymoon Killer erwartet, wird erfüllt: typische 70er Jahre Kampfszenen in hoher Anzahl! Längen sind Mangelware, so dass der Film spezifisch für 70er Jahre Basher-Fans interessant ist!

 

Infos:

 

O: Mi Yue Zhui Hun

 

Taiwan 1975

 

R: Liu Wei-Bin

 

D: Raymond Lui Shing-Gung, Hou Yi, Lam Yi-Wa, Huang Fei-Long, Shan Mao

 

Laufzeit der indonesischen Beta: 84:30 Min.

 

Gesehen am: 05.02.23

 

Fassungen: Mir lag das indonesische Betamax von Pan Video vor = gute Bildqualität, Englischer Ton, indonesische Subs. Die Synchro scheint, so wie ich es hören konnte, ok zu sein. Mein Betamax-Player ist im Moment nicht mehr 100% «fit». Der Ton wird viel zu leise abgespielt, so dass Dialoge nur sehr leise verständlich waren. Der Film machte einen ungeschnittenen Eindruck. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Feb. 2023).