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Mittwoch, 8. Januar 2025

The Ghost of Yotsuya

 

Japanuary 2025

The Ghost of Yotsuya

Story:

Oiwa (Yasuko Nakada) erlebte eine Fehlgeburt. Die Ehe zu Samurai und Ehemann Iemon (Kazuo Hasegawa) ist danach trist und gefühlslos. Oume (Yôko Uraji), die schon länger ein Auge auf Iemon geworfen hat, sieht sich bestätigt, als sie von Iemon von einer Horde betrunkener Männer gerettet wird. Um den Weg für Oume frei zu machen, wird Oiwa von Vertrauten von Iemon, ohne dessen Wissen, vergiftet. Nach dessen Tod erscheint sie als Geist, um Rache zu üben…

Meine Meinung:

Yotsuya Kaidan ist eine in Japan extrem bekannte, populäre und weit verbreitete Ghost-Story. Egal ob in Filmen, Serien, Animes oder Mangas, fast jeder kennt dort die Geschichten von Oiwa und Iemon. Vergleichbar mir der Wong Fei-Hung Legenden, welche wohl jeder Chinese kennen dürfte. So stelle ich mir den Bekanntheitsgrad vor. Allein im Jahr 1959 wurden mehrere Filme mit dem Titel The Ghost of Yotsuya gedreht. Zum einen der hier besprochene Film von Regisseur Kenji Misumi (Hanzo the Razor: Sword of Justice) oder die Shintoho Film-Produktion von Nobuo Nakagawa (Jigoku).

Es geht um Oiwa, die meist durch den Ehemann oder im Auftrag des Ehemannes (Iemon) vergiftet wird und danach als Geist Rache nimmt. Eigentlich sehr simpel. In dieser Version von Kenji Misumi ist der Haupttäter nicht Iemon. Das ist vielleicht die einzige Neuerung, welche er der ansonsten bekannten Story hinzufügt. Ich sah bisher zwei Filme mit dem Thema: Crest of Betrayal von Kinji Fukasaku (der integrierte dazu noch den 47 Rōnin-Plot) und Takashi Miikes Over Your Dead Body (wobei ich hier noch nie den Director's Cut sah). The Ghost of Yotsuya ist in der neuen Daiei Gothic: Japanese Ghost Stories Box von Radiance Films enthalten.

Um ehrlich zu sein, finde ich die Story relativ lahm und unspektakulär. Haute mich nicht vom Hocker. Ähnlich nehme ich die Nosferatu Storyline wahr. Die kennt man. Lahm und unspektakulär. Beim Schauen von The Ghost of Yotsuya fühlte ich mich sofort an Crest of Betrayal erinnert. Man wartet dann einfach ab, bis im Finale die Ghost-Szenen in Erscheinung treten. Diese sind solide, stimmungsvoll und schön gefilmt. Die Samurai-Schwertkampfszenen hingegen waren unspektakulär. Da sieht man dem Film sein Alter einfach negativ an. Abgesehen davon passiert nicht wirklich viel Interessantes.

Es wäre anders, wenn ich mit den Figuren, mit Oiwa und Iemon, mitgefühlt und mit gefiebert hätte. Doch das war beides nicht der Fall. Beider Hauptfiguren fand ich nicht wirklich sympathisch, so dass das gezeigte wenig gefesselt hat. Ihr Schicksal war mir gleichgültig. Das ist natürlich schade, wenn dem Zuschauer die Hauptfiguren nicht am Herz liegen. Dann können auch keine Emotion und keine wirkliche Dramatik, die der Zuschauer fühlt, auf die Figuren oder umgekehrt übertragen werden. Und der historisch zwar realistische Einsatz von "Ohaguro" (Zähne der Frauen werden schwarz gefärbt) war zwar passend und authentisch, aber jedes Mal, wenn Oiwa den Mund öffnete, sah das einfach wenig einladend aus. Sie sah dadurch ungepflegt aus, was sie nochmals unsympathischer machte. 

Fazit: Ich hoffe, dass die anderen zwei Filme in der Box mehr bieten werden…

Infos:

O: Yotsuya kaidan

Japan 1959

R: Kenji Misumi

D: Kazuo Hasegawa, Yasuko Nakada, Yôko Uraji

Laufzeit der UK-Blu: 83:29 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray Box «Daiei Gothic - Japanese Ghost Stories» von Radiance Films vor = drei Filme plus Booklet in einer Box mit Schuber und Wendecover. Zu The Ghost of Yotsuya = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Jap-. O-Ton, denglische Subs, exklusive Extras (u.a. zur legendären Ghost-Story um Oiwa).  Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Dienstag, 7. Januar 2025

Village of Doom

Japanuary 2025

Village of Doom

Story:

Japan in den 30ern:

der 21jährige Tsugio Inumaru (Masato Furuoya), der nach dem Tod seiner Eltern alleine bei der Grossmutter in einem kleinen Bergdorf wohnt, ist deprimiert. Richtige Freunde hat er nicht, er sorgt für Unruhen und, was ihn am meisten stört, er wird nicht zum Militäreinsatz berufen. Er wird bei der Aushebung abgewiesen, da er an Tuberkulose erkrankt ist. Dies spricht sich auch im Dorf rum, so dass sich nun auch das weibliche Geschlecht von ihm abwendet (zuvor waren sexuelle Kontakte nicht selten). Da plant Tsugio sich zu rächen und plant einen Amoklauf…

Meine Meinung:

Auf Village of Doom wurde ich durch das US-Label Unearthed Films aufmerksam, als sie den Film auf Blu-Ray angekündigt hatten. Bei Village of Doom, einem japanischen Film aus dem Jahr 1983, handelt es sich um eine True-Crime Verfilmung. Das Tsuyama-Massaker, welches sich 1931 31 Opfer forderte, wurde von Regisseur Noboru Tanaka verfilmt. Mit Masato Furuoya in der Hauptrolle als Amokläufer und Täter. Der Plot war mir bekannt. Durch die Inhaltsangabe auf der Blu-Ray-Disc-Verpackung wird um den Amoklauf und die dazu benutzten Waffen (Axt, Samurai Schwert, Shotgun) kein Geheimnis gemacht.

Der Film nimmt sich Zeit, bis das Massaker startet. Das ist nicht negativ zu werden. Mögliche Gründe und Hypothesen werden aufgestellt: Mobbing (durch andere Dorfbewohner), Krankheit (Tuberkulose), unerfüllte Wünsche (dem Militär dienen zu können), Stigmata (die Eltern sind an Tuberkulose gestorben), sexuelle Zurückweisung (nachdem sich das mit seiner Tuberkulose im Dorf rumgesprochen hat). Was nur im Bonusmaterial deutlich wird ist, dass auch ein Rückzug an sozialer Interaktion vorhanden war, nachdem seine Schwester ihn und die Grossmutter verlassen hat. Eine Schwester wird im Film hingegen nie erwähnt. 

Ebenso wenig, dass Tsugio Inumaru sich von Abe Sada («Abe Sada wurde bekannt durch die erotische Asphyxiation (Strangulation) ihres Geliebten Ishida Kichizō (石田 吉蔵) am 18. Mai 1936, dem darauffolgenden Abschneiden seines Gliedes und seiner Hoden, die sie dann in ihrer Handtasche herumtrug») inspirieren liess. Er soll sogar an einem Roman geschrieben haben (= "Yūtokaiōmaru"), dessen Inhalt sich von dem Abe Sada Fall inspirieren liess. Da der Film den einzelnen Figuren und Parteien genug Zeit einräumt, sind die Folgen, die für den Zuschauer nachvollziehbar sind, wenig überraschend.

Der Film hält sich da scheinbar auch mehr oder weniger an die Vorgaben. Die Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht. Der Film ist ein Drama. Die Mehrheit des Filmes ist sehr ruhig erzählt. Sehr stimmungsvoll. Hier und da, wird zu schocken versucht (Quälen und Töten eines Huhns). Mit nackten Tatsachen hält sich der Film auch nicht zurück. Masato Furuoya, der den Amoktäter spielte, hat sich später im realen Leben suizidiert (2003 erhängt). Warum, ist nicht bekannt. Das Finale des Filmes ist das Massaker. Und im Gegensatz zu den ersten sehr ruhigen ¾ des Filmes, ist das Finale intensiv, brutal und kompromisslos inszeniert. Ohne jeden Funken Humor und hart anzusehen. Auch stark gespielt. Ein Schlag in die Magengrube.

Fazit: Sehenswerte True-Crime Verfilmung!

Infos:

O: Ushimitsu no mura

Japan 1983

R: Noboru Tanaka

D: Masato Furuoya, Misako Tanaka, Kumiko Ohba, Isao Natsuyagi, Midori Satsuki

Laufzeit der US-Blu: Ca. 106 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von Unearthed Films vor = Schuber, Region-A-Disc, Uncut, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras (kurzes Special über den echten Fall und Audiokommentar). Die Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Montag, 6. Januar 2025

When the Last Sword Is Drawn

Japanuary 2025

When the Last Sword Is Drawn

Story:

Kanichiro Yoshimura (Kiichi Nakai) ist ein Samurai. Er verdient jedoch zu wenig, um seine Familie, die er liebt, unterstützen zu können. Um dies zu ändern, tut er sich mit einem berüchtigten Clan zusammen. Sein Ziel ist es, so viel Geld wie möglich zu verdienen, um damit seine Familie unterstützen zu können…

Meine Meinung:

Der Regisseur von Ashura, Yojiro Takita, der seine Karriere im Erotikfilm begann (mit Titeln wie The Serial Rape Murderer, High Noon Ripper, Molester’s School Infirmary, The Bondage, Pink Physical Examination oder Molester Train: Seiko’s Ass), gewann mit seinem 2002er Samurai-Film When the Last Sword Is Drawn an den Japanese Academy Awards mehrere Preise. Ich hörte zuvor noch nie von diesem Film, den ich geliehen bekam.

Ich habe mich gut vorbereitet und ging daher ohne falsche Erwartungen an den Film (viel Plot, viel Dramatik, viel Story, wenig Action). Leider hat mir When the Last Sword Is Drawn nicht gefallen. Die schwächste Phase hat der Film in den letzten 20-40 Minuten. Erstmals muss ich aber auch sagen, dass die von mir gesehene DVD keine wirklich gute Qualität mehr bietet, wenn man mit anderen neuen Filmen oder Restaurationen vergleicht. Die Optik wirkt z.T. billig. Die Laufzeit war zu lang. Es gab zu wenig Action. Geschichtlich waren der Film und die Samurai-Rituale zwar interessant, aber das alleine macht einen Film noch nicht gut.

Die Musik empfand ich teilweise als unpassend und gefiel mir persönlich nicht. Auch das Schauspiel vermochte mich nicht immer zu überzeugen. Kiichi Nakai (Princess from the Moon), der die Hauptrolle als Samurai Yoshimura mimt, gefiel mir nur in den wenigen Action-Szenen. Ansonsten fand ich sein Schauspiel schwach. Da nicht viel gekämpft wird, hat er mich halt auch mehrheitlich nicht überzeugt. Am schlimmsten waren die übertrieben dargestellt melodramatischen Szenen, die gegen Ende immer ätzender und zahlenmässig stark zunehmen. Schade, dass war trotz schöner Bilder und Kameraeinstellungen nichts für mich…

Fazit: Lieber ältere Samurai-Streifen schauen!

Infos:

O: Mibu gishi den

Japan 2003

R: Yôjirô Takita

D: Kiichi Nakai, Kôichi Satô, Yui Natsukawa, Takehiro Murata, Miki Nakatani, Yuji Miyake

Laufzeit der US-DVD: Ca. 137 Min.

Gesehen am: 08.11.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von genius entertainment = Uncut, O-Ton, englische Subs durchschnittliche Bild- und Tonqualität (einige Videos auf YouTube sind massiv besser als diese DVD in Sachen Bildqualität). Gibt es in Deutschland inzwischen unter dem Titel The Last Sword - Die Wölfe von Mibu auf Blu-Ray (Deutsch/Japanisch mit deutschen Subs).