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Samstag, 5. August 2017

Lantern Review

Lantern

Story:

Zwei ehemalige Triaden Mitglieder (Ng Man Tat und Max Mok) kommen aus dem Gefängnis. Sie schwören dem Triaden-Leben ab. Ng Man Tat eröffnet ein Restaurant, welches schleppend läuft. Max Mok beginnt dort als Kellner zu arbeiten. Die Vergangenheit kommt Ng Man Tats Familie negativ zu stehen. Die Lage verschlimmert sich, als die Vergangenheit die beiden und Ng Man Tats Familie einholt….

Meine Meinung:

Lantern ist ein wenig originelles 08/15 Triaden-Drama und ein durchschnittlicher Film geworden. Der Film kann länger nicht fesseln, bietet keine Überraschungen und der Zuschauer muss zunächst auch Längen über sich ergehen lassen.

Dazu kommt, dass einigen Szenen deutlich zu ernst-dramatisch geworden sind (Tränendrüse), z.B. als Ng Man Tat die Schule seiner Tochter besucht und vom Resozialisieren von ehemaligen Triaden Mitgliedern spricht und fast zu weinen beginnt. Nimmt man dem Stephen Chow "Sidekick" kaum ab…

Die Geschichte hat man schon unzählige Male besser, intensiver und vor allem actionreicher gesehen. Max Mok kann auch nicht all sein Können abspulen, aber rettet den Film immerhin vor dem Totalausfall. Die vereinzelten, gegen Ende hin zum Glück mehr und mehr auftauchenden Actionszenen (Triaden Massenszenen) sorgen dann für weniger Längen, so dass man den Film, trotz Längen, gut einmal schauen kann.

Die eher durchschnittliche Qualität des Bildes (VCD) macht das Sehvergnügen auch nicht ansprechender, so dass man Lantern als HK Filmfan nicht gesehen haben muss. Kein Must See Film und eigentlich auch kein Titel für die Sammlung…

Infos:

O: Deng Long

HK 1994

R: Lau Kar-Yung

D: Max Mok Siu-Chung, Ng Man-Tat, Athena Chu, Law Koon-Lan, Lee Ga Sing, Lawrence Ng

Laufzeit der HK VCD: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 16.07.17

Fassungen: Es gibt keine deutsche Fassung und es scheint auch keine DVD Fassung zu geben (Stand: Juli 2017). Mir lag die HK VCD vor = durchschnittliche Qualität, O-Ton, englische UT. O-Ton ist zensiert, Mandarin Ton Uncut (daher sind auch zwei Altersfreigaben auf dem VCD Cover).

The Silence of the Tomb Review

The Silence of the Tomb

Story:

Einsame Insel, Wochenend-Party für mehrere Gäste, welche vor allem aus der Filmbranche stammen. Plötzlich wird der kleine Sohn entführt – eine Notiz wird hinterlassen. Danach beginnt ein Unbekannter, die Gäste, einen nach dem anderen, zu töten…

Meine Meinung:

Eher unbekannter Krimi von Jess Franco (Daughter of Dracula, Night Has a Thousand Desires, 99 Women) zu seiner Zeit, in welcher er in Spanien Filme gedreht hat.

Im Vergleich zu späteren Werken geben sich diese Filme noch zahm, was auch der spanischen Filmzensur geschuldet ist. Der Film nimmt sich Zeit was die Geschichte angeht und präsentiert die Figuren ausführlich. Dies führt hier und da auch für Längen, so dass der Film sicher nicht zu den besten Filmen des Vielfilmers zu zählen ist.

Doch trotz dieser Längen und der 08/15 Geschichte fand ich am Film und einzelnen Szenen gefallen. Der Film ist vor allem sehr stimmungsvoll in Szene gesetzt. Dazu kommt, dass der Film technisch versiert gedreht wurde. Die Darsteller agieren alle sehr glaubhaft und gut – kein übertriebenes Overacting und/oder unfreiwillige Komik, welche durch einzelne Figuren ausgelöst werden. Vor allem Lead Montserrat Prous macht ihre Sache sehr gut (und sieht auch ziemlich gut aus), frühe «Scream Queen» und Powerfrau die sich zu wehren weiss.

Die Story und das Motiv um den Täter werden gegen Ende doch auch spannend – da optisch schön und atmosphärisch gefilmt, auch viele Szenen mit Licht, Schatten und Dunkelheit (z.B. Treppenhaus, Licht, Schrottflinte – knistert richtig vor Spannung). Der Drehort, eine einsame Insel, passt auch gut zur Story. 08/15 hin oder her.

Nackt- und Blutszenen darf man nicht erwarten, vor allem ersteres sucht man im Film vergebens. Trotzdem: wer gerne Krimis schaut (wer ist der Täter?) wird mit diesem Franco Film solide unterhalten. Und mir als grosser Jess Franco Fan hat der Film, nach einem schwachen Start mit hier und da Längen, dann am Ende doch ganz gut gefallen.

Infos:

O: Un Silencio de Tumba

Spanien 1976 (1972 gedreht, erst 1976 aufgeführt)

R: Jess Franco

D: Alberto Dalbés, Montserrat Prous, Mario Álex, Glenda Allen, Kali Hansa, Gene Harris

Laufzeit der US Blu Ray: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 16.07.17

Fassungen: Mir lag die US Blu Ray vor = Jess Franco’s Forgotten Films Collector’s Edition Vol. 1. Zum Film = erstklassige Bildqualität, spanischer O-Ton, englische Subs, Uncut, Booklet plus exklusive Extras. Der zweite Film in der Edition: The Sinister Eyes of Dr. Orloff. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2017). Zu Fassungen: es existieren von Montserrat Prous Nacktbilder, welche nicht im Film sind. Laut dem Autor Stephen Thrower, der für die Jess Franco «Bibel» Murderous Passions The Delirious Cinema Of Jesus Franco verantwortlich ist (Volume One), können dies einfach Aufnahmen sein welches es a) nicht in den Film schafften, b) der spanischen Filmzensur zum Opfer fielen oder c) alternativ für Exportversionen gedreht wurden (welche bisher nicht gefunden wurden). Die US Blu Ray wurde in 4K von einem 35mm Print restauriert und entspricht der spanischen Originalversion.

Die Farben der Nacht Review

Die Farben der Nacht

Story:

Jane (Edwige Fenech) hat furchtbare Alpträume und Visionen. Diese handeln vom Tod, Sex und Orgien. Ein Mann (Ivan Rassimov) der sie auf Schritt und Tritt verfolgt und jagt. Jane ist deshalb in Behandlung. Ist sie verrückt? Ist wirklich jemand hinter ihr her? Welche Rolle spielt ihr Ehemann Richard (George Hilton) bei der Sache?

Meine Meinung:

Die Farben der Nacht kann ich jedem Sergio Martino Film nur empfehlen. Der Film ist ein Mix aus Giallo und surrealem Erotikthriller/Paranoia (à la Rosemary's Baby) in dem Traum und Wirklichkeit verschmelzen sind und den Zuschauer so vor Rätsel stellen.

Die Szenen und Visionen verschmelzen und enden teilweise in minutenlangen, satanischen Ritualen und Orgien. Optisch sind diese Szenen eine Wucht und ein Genuss. Die Szenen wirken traumhaft und fantasievoll. Schon fast hypnotisierend.

Der Plot ist dabei dann trotzdem nicht sehr originell, weil man solche Geschichten schon zu oft gesehen hat (ist sie verrückt? Oder wird sie von einer Sekte gejagt? Hilft das Umfeld mit, ihr den Streich zu spielen?).

Daher wirkt das Ganze nicht sonderlich originell oder spannend, aber qualitativ stellt Sergio Martinos Beitrag sicher einen der besten Filme dar, welche in diese Filmschablonen passen.

Zur Optik sei alles gesagt - Edwige Fenech ist heiss anzusehen, Ivan Rassimov spielt einen diabolischen Bösewicht und auch die anderen wichtigen Figuren (Ehemann, Psychiater etc.) sind glaubhaft in ihren Rollen.

Wer das Ital. Kino aus dieser Zeit mag, kommt um Die Farben der Nacht nicht herum.

Infos:

O: Tutti i colori del buio

Italien, Spanien 1972

R: Sergio Martino

D: George Hilton, Edwige Fenech, Ivan Rassimov, Maria Cumani Quasimodo

Laufzeit der deutschen Blu Ray: 94:56 Min.

Gesehen am: 20.07.16

Fassungen: Mir lag die deutsche Blu Ray von X-Rated vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit deutschen UT vorhanden, Extras (Booklet, Audiokommentar, Interview). Die deutsche Synchronisation ist nicht zu empfehlen. Nach ca. 15 Min. musste ich auf O-Ton wechseln. Es handelt sich um die Marketing Synchro d.h. keine alte Synchro und besonders die Stimme der weiblichen Hauptrolle ist sehr schlecht.