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Dienstag, 11. Juni 2024

Phantom War

Phantom War

Story:

Yin (Yammie Lam Kit-Ying), die zusammen mit ihrem Mann Nan (Ben Ng Ngai-Cheung) in Vietnam kämpfte, geraten in London zwischen die Fronten von Gangstern (u.a. Alex Man). Und ein alter Erzfeind aus Vietnam-Zeiten (Phillip Ko Fei) mischt auch noch mit…

Meine Meinung:

Phantom War ist ein relativ durchschnittlicher Low-Budget Actionfilm aus Hong Kong. Kein unbedingter Must See oder Must Have Titel, aber auch nicht schlecht. Der Film des Regie-Gespannes Cindy Chow Fung und Simon Yeung Siu Gwong ist einer jener Filme, die es nicht ins DVD-Zeitalter geschafft haben. Wie so viele andere Filme aus Hong Kong (oder Taiwan) auch. Es handelt sich um eine Regent Film Limited Produktion und aus dieser stammen auch viele andere ähnliche Actionfilme mit Phillip Ko Fei (Final Run, Fatal Termination, The Cyprus Tigers).

Phillip Ko Fei (Profile in Anger) hat zudem mehrfach mit Cindy Chow Fung (Hard to Kill) und Simon Yeung Siu Gwong (Fatal Chase) zusammengearbeitet und Phantom War auch produziert. Die meisten genannten Filme finde ich qualitativ besser als Phantom War. Phantom War überzeugt in zwei Punkten: seinem Unterhaltungswert und der vielen und abwechslungsreichen Action. Aber der Rest ist halt ziemlich uninteressant: kaum fesselnder Plot, die ewigen Kriegs-Flashbacks, billige, unpassende Musik und Phillip Ko Fei und vor allem auch Alex Man haben schon deutlich besser gespielt. Immerhin das London-Setting ist Mal was Neues.

Auch der restliche Cast vermag nicht sonderlich zu überzeugen. Yammie Lam Kit-Ying macht zumindest in den Kampfszenen eine gute Figur. Schade, dass der Fokus mehr auf ihrem Film-Ehemann liegt. Und Lau Siu-Min (The Butterfly Murders) als Gangster-Boss fand ich ganz übel. Sehr schlechtes Schauspiel. Null Charisma oder Ausstrahlung. Schade. Die Actionszenen oder Effekte (Enthauptung, blutige Shoot-Outs) kommen durch die sehr durchschnittlich und teilweise auch viel zu dunkle Bildqualität kaum zur Geltung. Da würde ein restauriertes Master Abhilfe schaffen und den Film zumindest in den Actionmomenten aufwerten.

Fazit: Solider Durchschnitt mit viel harter Action.

Infos:

O: Ying lun yuet jin

HK 1991

R: Cindy Chow Fung, Simon Yeung Siu Gwong

D: Yammie Lam Kit-Ying, Ben Ng Ngai-Cheung, Alex Man, Phillip Ko Fei

Laufzeit der kanadischen LD: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 05.04.24

Fassungen: Mir lag die kanadische LD von Eternity Video & Film Inc. vor (in den USA von World Video vertrieben) = durchschnittliche Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs (für 90% der Dialoge), Uncut. Dürfte inhaltsgleich sein mit der HK-LD von Mei Ah. Alternativen: HK-VCD von WorldTrade Entertainment (Canto/Mandarin mit englischen Subs), HK-VCD von Mei Ah, VHS aus Südkorea (Audio und Subs unbekannt). Es gibt keine DVD, keine Blu-Ray, keine UHD und auch keine deutsche Fassung (Stand: April 2024).

Montag, 10. Juni 2024

Shaolin Mantis

Shaolin Mantis

Story:

Wai Fung (David Chiang) wird im Auftrag der Regierung in einen Haushalt geschickt, in welchem Rebellen vermutet werden. Dort lernt er Tien Gi Gi (Cecilia Wong Hang-Sau) kennen und beide verlieben sich. Wai Fung und Tien Gi Gi heiraten. Später eskaliert die Situation, als Tien Gi Gis Grossvater Master Tien (Lau Kar-Wing) Wai Fung aufgrund der Tatsache, dass er in ihm einen Spion vermutet, verletzt. Dabei kommt Tien Gi Gi zu Tode. Wai Fung kann entkommen und schwört Rache…

Meine Meinung:

Shaolin Mantis hat die Neusichtung bestanden. Die Shaw-Brothers Produktion hat mich nach wie vor sehr unterhalten und begeistert. Der Film von Lau Kar-Leung (Challenge of the Masters), der zusammen mit Wilson Tong (The Treasure Hunters) auch für die absolut spektakuläre Kampf-Choreographie zuständig war, überzeugt vor allem durch seine diversen Kampfstile, die grosse Anzahl an Actionszenen und den Stars, die darin zu überzeugen vermögen.

Der Plot ist simpel und auch mit Dramatik wird nicht gespart. Nur das Ende fand ich irgendwie etwas blöd. Cool fand ich, dass sich David Chiangs Figur die neue Kampftechnik selbst beibringt und er nicht von einem Meister trainiert wird. Ein kleiner, aber feiner Unterschied zum Sonstigen 08/15 Meister-Schüler-Rache-Plot. Die Aufnahmen der Insekten sprich Königsanbeterinnen waren originell und haben an Filme wie Phenomena erinnert, der auch Grossaufnahmen von Insekten beinhaltet.

Action-Fans kommen vor allem zu Beginn und ab dem Mittteilteil bis zum Ende voll auf ihre Kosten. Im ersten Viertel gibt es danach viel Handlung: wie sich David Chiang in die Familie einverleibt, wie sie sich verlieben, die Heirat, der Verrat. Das braucht etwas Zeit und in dieser wird kaum gekämpft und es gibt naiven Humor zu sehen. Das wird nicht allen gefallen wobei der Humor nicht an sonstigen HK-Slapstick oder Klamauk erinnert. Es wird mit verschiedenen Waffen aber auch von Hand zu Hand gekämpft. Spektakel ist garantiert. Vor allem im langen und sehenswerten Finale.

Der Cast ist eine Wucht, bis in die Nebenrollen und Gastauftritte. David Chiang (The One Armed Swordsmen), Lau Kar-Wing (Scared Stiff) und Cecilia Wong Hang-Sau (The Young Avenger) überzeugen in den Hauptrollen. Als weitere Familienmitglieder sind Wilson Tong, Norman Tsui (Das Todesduell der Shaolin) sowie Lily Li (The Greatest Eight Kinds of Kung Fu) zu sehen. Davon überzeugt am meisten Wilson Tong in den Kampfszenen gefolgt von Lily Li. Gordon Liu (The 36th Chamber of Shaolin) bekommt nur einen Gastauftritt spendiert. Seine Rolle ist unverkennbar: ein glatzköpfiger Shaolin-Mönch, der David Chiangs Figur zu einem Testkampf auffordert.

Fazit: Eine der besten Shaw Brothers Produktionen und Pflichtprogramm für jeden Shaw Brothers Fan!

Infos:

O: Tang Lang

HK 1978

R: Liu Chia-Liang

D: David Chiang, Lau Kar-Wing, Cecilia Wong Hang-Sau, Lily Li, Wilson Tong, Gordon Liu, Norman Tsui,

Laufzeit der HK-DVD: 95:46 Min.

Gesehen am: März 2010 / Neusichtung am: Juni 2024

Fassungen: Mir lag die von Gordon Liu im Jahr 2011 in Amsterdam signierte HK-DVD von IVL vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, Uncut, O-Ton und englische Subs vorhanden. Es gibt weder eine deutsche Fassung, noch eine Blu-Ray noch eine UHD (Stand: April 2024).

Sonntag, 9. Juni 2024

Horrible

Horrible

Story:

Mikos Stenopolis (George Eastman) wird verletzt aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dort fallen den Ärzten gewisse Abnormalitäten auf (Wunden, die viel zu schnell heilen etc.). Mikos erwacht und beginnt einen Amoklauf. Die Polizei versucht ihn aufzuhalten…

Meine Meinung:

Horrible gilt je nach Quelle als Fortsetzung von Man-Eater, da gleiches Genre, Herstellungsland, Regisseur und Hauptdarsteller. Der Plot hat aber nichts mit Man-Eater zu tun und, zumindest laut imdb, spielt George Eastman auch jeweils unterschiedliche Figuren. Die Namen sind anders gelistet, wobei das das erstmal auch wenig heissen mag (wurden die Namen der US- oder der Ital. Fassung verwendet etc.?). Auf jeden Fall ist Man-Eater der bessere Film der beiden Werke.

In den 80ern war der Film, vor allem auch durch den Man-Eater Bezug, die Beschlagnahmung in Deutschland und aufgrund einiger expliziter, blutiger Morde sehr erfolgreich und vor allem bei Euro Cult und Splatter-Fans beliebt. Der Kult hält bis heute an. Ich sah den Film wohl ca. 15 Jahre nicht mehr und der Film konnte mich nicht mehr gänzlich überzeugen und fliegt auch aus der Sammlung. Schlecht ist Horrible nicht, aber bis auf paar vereinzelte Gore-Szenen bietet der Film nichts.

Horrible ist weder stimmungsvoll noch atmosphärisch und der Plot ist nahezu inexistent und die Figuren weder besonders sympathisch noch fühlt man mit ihnen mit. Alles solide, aber halt auch einfach Effekthascherei. Nur das zählte und das ist doch, jetzt ab einem gewissen Alter, relativ unspektakulär. Wäre der Plot interessanter, die Musik prägender oder der Film stimmungsvoller, hätte Horrible richtig gut werden können. So hatten Joe D'Amato (Death Smiles on a Murderer) und George Eastman (Baba Yaga) einfach Glück, vorher Man-Eater, der ein grosser Erfolg war, abgeliefert zu haben. Nicht mehr, und nicht weniger.

Fazit: Auch wenn mir persönlich Horrible nicht mehr sonderlich gefällt, können Horrorfans einen Blick riskieren!

Infos:

O: Rosso Sangue

Italien 1981

R: Joe D'Amato

D: George Eastman, Annie Belle, Charles Borromel, Katya Berger, Kasimir Berger, Hanja Kochansky

Laufzeit der US-DVD: 93:50 Min.

Gesehen am: Juli 2009 / Neusichtung am: 04.04.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von mya Communication vor = Uncut in Englisch oder Ital. ohne Subs (guter Englischer Dub), sehr gute Bildqualität (aber nicht anamorph) bis auf aus der belgischen Fassung eingefügte Handlungsszenen. Die Fassung ist gut schaubar. Die US- und Ital. Version unterscheiden sich. Auf Blu-Ray (z.B. 88 Films aus England, Severin Films aus den USA oder XT-Video aus «Österreich») sind jeweils beide Fassungen enthalten. Die Severin Films sieht für meinen Geschmack auf Review-Seiten (im Vergleich zur 88 Films) zu dunkel aus.