Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 22. März 2025

My Name Ain't Suzie

 


My Name Ain't Suzie

Story:

Hong Kong, Wan Chai, 50er Jahre:

Mary Lai Shui Mei (Pat Ha Man-Jik), auf einem Fischerboot lebend und aus ärmsten Verhältnissen stammend, wird zusammen mit einer Gruppe von anderen jungen Mädchen an Monie (Betty Ting Pei) verkauft. Diese bildet die Mädchen aus, damit diese in ihrem Club Männer, vornehmlich Seemänner, bedienen.  Mary Lai Shui Mei verliebt sich später in Johnny (Anthony Wong). In der Hoffnung, mit ihm ein neues Leben zu starten, entschliesst sie sich zusammen mit einer Kollegin, unabhängig von Monie anzuschaffen und «ihr eigenes Ding zu drehen». Doch es läuft nicht wie geplant: Johnny haut ab und die zwei Mädels sind ohne Schutz Gewalt und Polizei ausgesetzt. Doch die Dinge entwickeln sich nicht nur zum Negativen…

Meine Meinung:

Nach Maybe It's Love der 2. Spielfilm von Angela Chan für die Shaw Brothers. Und erneut bietet der Film starke New Wave Vibes und wurde an den Hong Kong Film Awards 1986 in mehreren Kategorien nominiert (und gewann davon in einer). Da ich Maybe It's Love gar nicht so übel fand, schaute ich mir nun auch My Name Ain't Suzie an. Eine Art Mix aus Drama, Romanze, Komödie und Sozialkritik. Quasi der «Casino» (Auf- und Abstieg) im Rotlichtviertel-Setting.

Der Film und Inhalt werden als Rückblende erzählt. 95% der Story spielen in den 50ern Jahren. Zuerst in Wan Chai und später in Tsim Sha Tsui. Und das wurde richtig gut eingefangen. Der damalige Zeitgeist und die politischen Themen wurden stark in den Plot integriert. Der Film begleitet dabei Charakter Mary Lai Shui Mei als minderjähriges Mädchen bis zur alten Frau. Sie blieb ihrem Geschäft bis zum Ende Treu. Mit vielen Hochs, aber auch sehr vielen Tiefs. Das gezeigte wirkt authentisch. Da hat Angela Chan gut recherchiert.

Das Gewerbe wird im Film ungeschönt und neutral dargestellt. Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger) hat das stark gespielt. Auch Namen wie Betty Ting Pei (Mahjong Heroes), Colette Koo Ka-Ling oder der spätere Film-Psycho Anthony Wong (wird im Vorspann als Anthony Perry gelistet) in seiner ersten Filmrolle, haben überzeugt. Anthony Wong (Ebola Syndrome) spielt aber auch «nur» einer der Nebenfiguren, und nicht die Hauptrolle. Die einzige, welche ich nicht überzeugt fand, war Deanie Ip Tak-Han. Ausgerechnet jene, welche dem Film seinen einzigen Preis als beste Nebendarstellerin einbrachte. Sie ist vor allem ab Mitte und im letzten Viertel des Filmes involviert, wo es auch 1-2 graphischere Szenen zu bestaunen gibt inklusive Tiersnuff.

Fazit: Wer Angela Chans New Wave Shaw Brothers Beitrag Maybe It's Love mochte, kann auch hier bedenkenlos Mal einschalten!

Infos:

O: Fa Gai Si Doi

HK 1985

R: Angela Chan

D: Pat Ha Man-Jik, Betty Ting Pei, Anthony Wong, Angela Yu Chien, Colette Koo Ka-Ling, Deanie Ip Tak-Han

Laufzeit der Originalversion: Ca. 96 Min.

Gesehen am: 07.01.25

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle Box = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es in HK (von IVL) auf DVD (O-Ton, Uncut, englische Subs). Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Freitag, 21. März 2025

The Housemaid

The Housemaid

Story:

Eine Familie bestehend aus dem Vater, einem Piano-Lehrer, seiner schwangeren Ehefrau, dem Sohn und der auf Krücken angewiesenen Tochter ziehen in ein neues Haus. Zu viel Stress für die Ehefrau, die kollabiert. Also wird ein Hausmädchen (Lee Eun-shim) angestellt. Diese macht es sich zum Ziel, den Ehemann zu verführen. Mit fatalen Folgen…

Meine Meinung:

Als ich 2019 Südkorea besuchte, besuchte ich auch das koreanische Filmarchiv. Dort kaufte ich auch einige Filme, darunter den s/w Klassiker The Housemaid von Regisseur Kim Ki-young (Woman Chasing the Butterfly of Death). Der Film, der Kultstatus und den Ruf geniesst, einer der besten und wichtigsten Filme aus Südkorea zu sein (etliche Nachahmer und Remakes folgten), hat mir leider überhaupt nicht gefallen. Das Gegenteil ist der Fall: The Housemaid ist einer der nervigsten Filme, welchen ich seit langem sah.

Ich hätte die Sichtung am liebsten nach ca. 60-80 Min. abgebrochen. So sehr hat mich der Inhalt und die Figuren des Filmes genervt. Der Inhalt hat mich an Speak No Evil, den ich am ZFF sah, erinnert. Wie viel Verachtung, Erpressung und Schandtaten erduldet eine Familie, bis sie zurückschlägt? Falls überhaupt. Ich fragte mich, warum sich die Familie von dem Hausmädchen so auf der Nase rumtanzen lässt? Spätestens nach der Szene mit dem Sohn wurde es arg unglaubwürdig, so dass ich das Gezeigte nicht mehr ernst nehmen konnte.

Das Ende (mit Funny Games Vibes) passte hervorragend dazu. Auch dieses gefiel mir gar nicht. Inhaltlich muss man Regisseur Kim Ki-young zwar loben, einen provokanten Stoff inszeniert zu haben, aber gefallen hat mir das Schauspiel, der Verlauf und die Handlungen der Figuren nicht. Technisch ist der Film natürlich toll anzusehen, da kann ich nichts daran aussetzen. Was die Schauspieler angehen, gefiel mir das Overacting von Lee Eun-shim nicht. Mich wundert es nicht, dass sie danach keine grosse Karriere im Filmgeschäft hingelegt hat. Das Gedudel, welches sich Musik nennt, war auch gar nicht mein Fall.

Fazit: Entspricht nicht meinem Filmgeschmack. Überbewertet. Ich hoffe, Kim Ki-youngs Ieoh Island lohnt sich mehr…

Infos:

O: Hanyeo

Südkorea 1960

R: Kim Ki-young

D: Lee Eun-shim, Joo Jeung-nyeo, Kim Jin-kyu, Ahn Sung-ki

Laufzeit der südkoreanischen DVD: 100:57 Min.

Gesehen am: 06.01.25

Fassungen: Mir lag die südkoreanische DVD vom Korean Film Archive vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Der Film war lange Zeit verschollen und wurde erst viel später wiederentdeckt, restauriert und veröffentlicht. Martin Scorsese half mit, den Film zu restaurieren und für die Produktion zu werben. In Südkorea und den USA ist der Film inzwischen auch auf Blu-Ray erschienen. In Deutschland lief der Film im Free-TV in Koreanisch mit u.a. deutschen Untertiteln.

Donnerstag, 20. März 2025

The Sword of Many Lovers

The Sword of Many Lovers

Story:

Der junge Draufgänger Hu Fei (Leon Lai) hat gleich zwei Frauenherzen erobert: jenes von Poison Sue (Michelle Reis) und dieses von Purple Yuen (Sharla Cheung Man). Purple Yuen ist das uneheliche Kind von dem alten Schwertkämpfer Feng (Elvis Tsui Kam-Kong) und resultiert aus einer Vergewaltigung. Purple Yuen will ihre Mutter rächen und ihren Vater töten. Auch Hu Fei hat mit ihm noch eine Rechnung zu begleichen…

Meine Meinung:

The Sword of Many Lovers ist ein Wuxia, dessen Plot scheinbar schon zu Shaw Brothers Zeiten verfilmt wurde (Legend of the Fox, New Tales of the Flying Fox). The Sword of Many Lovers, den es interessanterweise in Hong Kong wohl nicht Mal auf DVD gibt, hat mir gut gefallen. Ich mochte zwar nicht alles an dem Film, aber im Grossen und Ganzen war der Film unterhaltsam und sehenswert. Der Story kann man anhand der Figuren gut folgen, sofern man kein Greenhorn des HK-Kinos der damaligen Zeit ist. Regie führte Poon Man-Kit (To Be Number One).

Die Highlights waren die Actionszenen, die wilde und rasante Choreographie, die interessanten Gimmicks und Waffen, der Fantasy-Gehalt und der krude Humor des damaligen HK-Kinos. Zum Teil hatte der Film Italo-Western Vibes. Zu «krude» passt auch Elvis Tsui (Shaolin and Wu Tang, This Man Is Dangerous, The Seventh Curse) als Bösewicht, wobei letzterer fast schon ein inzestuös Verhalten zu seinem behinderten Sohn aufzeigt und immerhin resultiert auch seine Filmtochter aus einer Vergewaltigung. Sharla Cheung Man (Tiger Cage 3) und Michelle Reis (A Chinese Ghost Story 2) waren solide. Die Kampf- Choreographie wurde cool gefilmt (wie fast alle Filme aus dieser Zeit in diesem Setting) und stammt aus der Hand von Michael Mak Tong-Kit (Dragon Force, Butterfly & Sword).

Schwach war Lead Leon Lai (Fun and Fury). Ihn mochte ich noch nie sonderlich, auch wenn er in den Kampfszenen zu überzeugen weiss. CAT. III Psychopath William Ho Ka-Kui (seine wohl bekannteste Rolle: Daughter of Darkness) ist in einer Nebenrolle zu sehen. Es ist etwas schade, dass es nicht noch mehr Kampfszenen gab. Vor allem von Elvis Tsui hätte ich gerne mehr gesehen. So gibt es auch einige Momente mit Längen oder Klamauk. Es gibt aber auch etliche krude-komische Szenen wie einen Skorpion fressenden Zwerg, der sich auch als Maulwurf versucht, Schweine-Urin, der ins Gesicht von Michelle Reis spritzt (sieht mehr wie Sperma aus), ein Golf-Spiel mit einem abgetrennten Kopf, eine Mutter, die ihrem Sohn den Torso aufschlitzt oder ein aus einem Körper brechendes Skelett.

Fazit: Wuxia Fans können einen Blick riskieren! Bekomme ich gerade Lust, die Shaw Brothers Filme dazu aufzufrischen…

Infos:

O: Fei Hu Wai Zhuan

HK 1993

R: Poon Man-Kit

D: Leon Lai, Sharla Cheung Man, Michelle Reis, Elvis Tsui Kam-Kong, William Ho Ka-Kui

Laufzeit der HK-LD: Ca. 113 Min.

Gesehen am: 05.01.24

Fassungen: Mir lag die HK-LD von Universe vor = Widescreen, O-Ton, englische Subs, Uncut, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. In HK ist der Film ebenso auf VCD und VHS raus. In Frankreich gibt es den Film auf DVD (ohne englische Subs). In HK scheint er auf DVD nicht veröffentlicht worden zu sein. Es gibt keine Blu-Ray und keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).