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Freitag, 17. Januar 2020

Exte: Hair Extensions Review


Japanuary 2020 / Webmaster mit Sion Sono am NIFFF
Exte: Hair Extensions

Story:

Am Hafen wird die Leiche einer jungen Frau gefunden, deren Organe durch die Organmafia verkauft wurde. Im Körper finden sich bei der Autopsie seltsamerweise Haare, welche auch nach ihrem Tod weiter zu wachsen scheinen. Grund genug für den Perversen Nachtwächter des Leichenschauhauses (Ren Ôsugi), der einen Haar-Fetisch hat, die Leiche zu stehlen. Zu Hause wachsen die Haare weiter und weiter. Er schneidet diese ab, verkauft sie an Friseur-Salons als Haarverlängerungen mit tödlichen Folgen für die Trägerinnen…

Meine Meinung:

Schräger Film von Sion Sono (The Forest of Love) der mir jedoch gut gefällt und im Vergleich zu seinen anderen Filmen ist Exte: Hair Extensions deutlich «normaler» und kommerzieller angerichtet. Es muss nicht immer arg komplex und künstlerisch gearbeitet werden – auch wegen seiner Einfachheit mochte ich Exte: Hair Extensions.

Nach Neusichtung würde ich sagen, dass der Film vielleicht einen Tuck zu lang ist. Einige Szenen mit der kleinen Tsugumi (die Tochter von Chiaki Kuriyama Filmschwester auf welche die von Chiaki Kuriyama gespielte Figur notgezwungen aufpassen muss) hätte man gut verkürzen und/oder weglassen können.

Der Film bietet eine Krimi-Story, Grusel à la The Grudge (die Szenen mit den Haaren als Killerinstrument waren schon total abgefahren und sehenswert – gab ja auch in Suicide Club eine solche Szene), einen irren, perversen Fetischist (grandios gespielt von Ren Ôsugi) und Sozialkritik am Organhandel (wird deutlich kühler und grausamer dargestellt als z.B. in anderen asiatischen Filmen wie Sympathy for Mr. Vengeance).

Die Arbeit der Organhändler wird nicht explizit und nur in Rückblenden festgehalten – die dazu hörende Weihnachtsmusik ist sehr stimmungsvoll und suggeriert im Gegensatz zu den Bildern eine friedliche Stimmung, was die Szenen intensiver werden lässt. Inhaltich wird einiges nicht erklärt.

Der Horror durch Haare, den illegalen Organhandel, durch familiären Missbrauch oder das Ausgesetzt sein und Verletzung der Privatsphäre durch Dritte (durch MA des Leichenschauhauses) kommt in Exte: Hair Extensions gut zur Geltung – Horror in Realität und Fantasie. Die Mischung von Sion Sono kann sich definitiv sehen lassen.

Nebst Ren Ôsugi brilliert die sehenswerte Chiaki Kuriyama (die in Battle Royale eine der besten Todesszenen überhaupt spendiert bekommen hat, vor allem Dank der Musik in der Szene) als Lead.

Fazit: Fans von Sion Sono greifen zu!

Infos:

O: Ekusute

Japan 2007

R: Sion Sono

D: Ren Ôsugi, Chiaki Kuriyama, Megumi Sato, Tsugumi, Eri Machimoto, Miku Sato

Laufzeit der US-DVD: Ca. 108 Min.

Gesehen am: Sept. 2010 / Review überarbeitet am: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor, welche mir von Regisseur Sion Sono (an einem NIFFF Besuch) signiert wurde. Zur DVD = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. In Deutschland von rem erschienen (Vorteil: mehr Extras). Ob es eine Blu-Ray gibt, ist mir nicht bekannt.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Devilman Volume 1: The Birth Review

Japanuary 2020
Devilman Volume 1: The Birth

Story:

High School Schüler Akira wird von einem alten Freund besucht, der ihm Schreckliches erzählt: er selbst sei in Lebensgefahr, sein Vater sei Tod, Dämonen wollen die Erde beherrschen – und Akira soll ihn im Kampf gegen die Dämonen unterstützen…

Meine Meinung:

Devilman ist ein japanischer Comic von Go Nagai (Nagai Gou no kowai zone: Kaiki). Daraus entstanden TV-Serien (Anime), Anime-Filme und u.a. zuletzt eine Real-Verfilmung (2004). Der erste Anime-Film von zwei Teilen, Devilman Volume 1: The Birth, läuft nur knapp 50 Minuten. Teil zwei schliesst nahtlos ans Ende von Teil eins an.

Devilman Volume 1: The Birth habe ich seit 15 Jahren oder länger nicht mehr gesehen. Der Anime hat mir jedoch auch heute noch gut gefallen, auch wenn es trotz kurzer Laufzeit die ein oder andere Länge zu verzeichnen gibt und auch wenn ich aktuell die Figur Ryo sehr wenig charismatisch und unsympathisch fand.

Auf der anderen Seite gefällt mir der Zeichentrick-Stil (als Kind guckte ich auf RTL2 und Co. viele japanische Serien in diesem Animationsstil = Nostalgie-Gefühl), der Soundtrack und vor allem der Fantasy- und Gewaltlevel sehr gut. Der starke Soundtrack stammt von Komponist Kenji Kawai (zwei Tracks die im Film abgespielt werden, stammen von der Band Anthem). 

Die Dämonen, die Dämonen Kämpfe und die vielen Mutationen und Verwandlungen (à la Das Ding aus einer anderen Welt), im echten Film kaum umsetzbar, haben mir sehr gut gefallen. Diese Szenen sind die Highlights des Filmes. Und auch mit Blut wird in diesen Szenen nicht gespart.

Fazit: Fans des Comics und Anime-Fans greifen zu! Bin gespannt auf die Neusichtung von Teil 2!


Infos:

O: Debiruman: Tanjou hen

Japan 1987

R: Tsutomo Iida

D: -

Laufzeit der US-DVD: Ca. 50 Min.

Gesehen am: Juli 2006 / Review überarbeitet am: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Manga Video vor = zusammen mit Teil zwei auf einer Disc = gute Bild- und Tonqualität, Englisch Dubbed, Uncut. Blu-Ray Fassungen (ohne englische Subs aber Jap. O-Ton) gäbe es in Japan und Frankreich. O-Ton mit englischen Subs Fassungen sind mir keine bekannt. Eine deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: Jan. 2020).

Mittwoch, 15. Januar 2020

Battle Heater: Kotatsu Review

Japanuary 2020
Battle Heater: Kotatsu

Story:

Furuchi (Pappara Kawai) und Hama sammeln elektrische Geräte und versuchen, diese zu reparieren und/oder entsorgen. Furuchi findet einen Kotatsu («beheizter Tisch in japanischen Häusern») und nimmt diesen nach Hause. Beim Reinigen des Kotatsu löst sich ein Siegel – und eine dämonische Macht wird befreit. Während sich im Haus bald eine Party ausbreitet, erwacht der Kotatsu zu leben, wächst und giert nach Menschenfleisch…

Meine Meinung:

Battle Heater: Kotatsu stellt das gelungene, leicht verrückte Regie-Debüt* von Jôji Iida dar, der später für Genre-Werke wie Another Heaven oder Dragon Head inszenierte. * Und 1987 den Kurzfilm Cyclops. Er macht dabei einen guten Job.

Battle Heater: Kotatsu ist vor allem eine komische Komödie mit viel Slapstick, humorvollen Szenen und Running Gags (der Mönch am Anfang und Ende) die für westliche Zuschauer komisch wirken könnte da der Humor nicht für jedermann geeignet ist. Die Anwohner des Hauses sind alle zudem sonderbar und deren Probleme nehmen auch einen Grossteil des Inhaltes ein (Liebesgeschichte, Band, misslungene Entsorgung einer Leiche etc.).

Die Macher zitieren im Film viel (der Hauptdarsteller heisst im Film Lucio Fulci = Furuchi), auch anderen Filmemachern soll Respekt gezollt werden, was jedoch nur wenig verständlich ist, da man dafür schon der Japanischen Sprache mächtig sein sollte. Aber auch sonst erinnert man sich an andere Filme – ich fühlte mich z.B. sehr an Little Shop of Horrors erinnert, wobei es hier ein Kotatsu ist, der Menschen isst statt einer singenden Pflanze.

Die Figuren sind sympathisch und man hat eine echte Punk Band im Film integriert, um die Band im Film realistisch rüberzubringen. Die Effekte waren genau nach meinem Geschmack und das Ende ist das Highlight – auf Auftauchen, Wachsen und der Kampf gegen den menschenfressenden Kotatsu mit viel Humor und Massenpanik – davor bekommt der Kotatsu jedoch relativ wenig zu tun, dem sollte man sich bewusst sein.

Fazit: Mehr Komödie statt echten Horrors – der Kotatsu darf vor allem im Finale wüten. Wenn man die richtigen Einstellungen und Erwartungen an den Film anpasst, kann man an dieser skurrilen Komödie aus Japan grosse Freude haben!

Infos:

O: Batoru hîtâ

Japan 1989

R: Jôji Iida

D: Akira Emoto, Pappara Kawai, Shigeru Muroi, Sanplaza Nakano

Laufzeit der US-DVD: 92:53 Min.

Gesehen am: Jan. 2009 / Review überarbeitet: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von BCI Eclipse vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, Jap. mit englischen Subs, u.a. exklusiver Audiokommentar vom Regisseur als Bonus. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2020).