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Donnerstag, 27. November 2025

Nobody 2

 

Nobody 2

Story:

Hutch Mansell (Bob Odenkirk) macht zusammen mit seiner Familie (Connie Nielsen, Christopher Lloyd, Gage Munroe, Paisley Cadorath) in einem Vergnügungspark Urlaub. Doch vor Ort gerät er an lokale Gangster (Sharon Stone, Colin Hanks, Megan Hui, Rochelle Okoye, Daniel Bernhardt), die ihm den Kampf ansagen…

Meine Meinung:

Nobody war bei seiner Veröffentlichung ein Überraschungshit. Vier Jahre später bringt Hollywood die obligatorische Fortsetzung. Aus dem ersten Film kehrt die ganze Familie zurück, der Mittelsmann (Barber) und Hutchs «Bruder» (RZA) sowie der Schweizer Daniel Bernhardt. Letzterer spielt natürlich eine neue Rolle aber erneut einen Bösewicht. Er spielt diesmal eine grosse Nebenrolle und er war erneut für die Action-Szenen (Kämpfe und Choreographie) zuständig.

Zudem holte man sich Alt-Stars wie Sharon Stone (Nico) und den Indonesier Timo Tjahjanto (May the Devil Take You, Codename 13, Headshot, The Night Comes for Us) an Bord. Von dem Film, der erneut eine angenehm kurze Laufzeit aufweist, ging ich ohne grosse Erwartungen an die Sichtung. Ich sah mir einige Tage zuvor nochmals den Vorgänger an, den ich wirklich toll finde. Und das Niveau kann Nobody 2 in jeder Hinsicht nicht mehr erreichen.

Nobody 2 ist  eine unnötige Fortsetzung, auch wenn per se kein schlechter Film. Nobody 2 ist lustig, unterhaltsam und kurzweilig. Aber der Funke springt nicht mehr gleich rüber, wie bei Nobody. Zudem ist der Film zu lustig und die Actionszenen können mit jenen des Vorgängers nicht mithalten. Geniale Szenen wie die Bus-Szene, sucht man hier vergebens. Ich empfand eigentlich nur die Kampfszenen im Arcade-Saal und auf dem Boot als gut. Der Rest war zu billiges John Wick Getue. Einzelne Action-Momente (der Kampf von Daniel Bernhardt gegen RZA) waren sogar richtig schlecht (totale Wackelkamera).

Vom Aufbau her ist Nobody 2 seinem Vorgänger sehr ähnlich. Das ist zuerst Mal sympathisch und bringt die Vibes gekonnt mit in die Fortsetzung. Allerdings ist der Film mehr eine Action-Komödie als ein Actionfilm mit satirischem Unterton. Die Familienmitglieder bekommen viel mehr Screentime (cool war der Name der Katze = Lasagne). RZA mag ich noch immer nicht. Peinliche Darbietung von ihm (als schwarzer Ninja aus Osaka zurückgekehrt). Schade, hat man ihn nicht weggelassen. Die Bösewichte waren im 1. Film besser.

Sharon Stone war ein Witz. Eine Mumie. An Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Kann man als Bösewicht nicht ernst nehmen. Colin Hanks, bekannt aus Dexter, war hingegen gut (stirb am blutigsten). Der Film ist ok und wie gesagt unterhaltsam und kurzweilig, aber gerade im Vergleich zu seinen früheren Werken ist der Werdegang von Timo Tjahjanto (Wechsel nach Hollywood) nicht gelungen. Nach wie vor sind Headshot und The Night Comes for Us seine besten Filme. Danach ging es, zwar langsam aber sicher, bergab. Asiaten verschwenden, wie schon zuvor Jackie Chan und Co., ihr Talent in Amerika.

Fazit: Erreicht nicht die Klasse des Vorgängers!

Infos:

O: Nobody 2

USA 2025

R: Timo Tjahjanto

D: Bob Odenkirk, Connie Nielsen, Christopher Lloyd, Gage Munroe, Paisley Cadorath, Sharon Stone, Colin Hanks, Megan Hui, Rochelle Okoye, Daniel Bernhardt, RZA

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 89 Min.

Gesehen am: 24.08.25

Fassungen: In Bern im Kino gesehen: Originalton mit deutschen Untertiteln, Uncut, ab 16 Jahren freigegeben. Soll in Deutschland (DVD, Blu-Ray, UHD) am 31.12.25 erscheinen.

Mittwoch, 26. November 2025

18 Bronzemen


18 Bronzemen

Story:

Wan (Carter Wong) und Tang (Tien Peng) lernen im Shaolin Tempel 20 Jahre Kung Fu Techniken. Beide verfolgen Motive der Rache. Tang will den Tod von Herrscher Hei (Yi Yuan), der für den Tod seines Vaters (Chang Yi) verantwortlich ist, rächen. Hilfe bekommt er von seiner Schwester (Polly Shang-Kuan Ling-Feng). 

Meine Meinung (Rekonstruierte Originalfassung):

18 Bronzemen dürfte wohl der bekannteste Eastern von Regisseur Joseph Kuo (The Death Duel, The Mighty One, The 36 Deadly Styles) sein. Ich dachte immer, dass wäre die taiwanesische Antwort auf den Shaw Brothers Klassiker Die 36 Kammern der Shaolin. Aber wenn die Daten (der HK-Filmdatenbank) stimmen, wurde dieser erst ein Jahr nach 18 Bronzemen realisiert. Somit war 18 Bronzemen wohl einer der ersten seiner Art. Noch für den Shaw Brothers oder weiteren Arbeiten durch Dritte (Lo Wei und Jackie Chan mit Wooden Man).

Der Inhalt war wegweisend und eine Inspiration. Das harte Training im Shaolin Tempel dient der Rache, es gibt Bronzemänner und am Ende wird ausserhalb des (Shaolin) Klosters gekämpft. Ich sah den Film bisher nur einmal. Das ist sehr lange her (Okt. 2007). Damals sah ich die reguläre HK-Fassung, welche jedoch einer stark veränderten Fassung entspricht, die für den japanischen Markt kreiert wurde. Viele Szenen aus der Original-Fassung, die es früher nur auf VHS und Co. gab, wurden entfernt. Joseph Kuo hat den Film für den jap. Markt mit Szenen aus Filmen wie The Unbeaten 28, Der Bronzeschwur der Shaolin sowie The Blazing Temple aufgepeppt.

Der Film ist solide, aber dennoch kein Kracher. Die Kampfszenen sind gut, aber nicht überragend und zudem waren mir die Helden zu wenig charismatisch. Tien Peng (The Elimination Pursuit) kann sein Talent erst gegen Ende abrufen, Polly Shang (Seven to One) kommt nur im letzten Viertel vor und Carter Wong (The Legendary Strike) war mehrheitlich sehr unsympathisch. Chang Yi (The War of the Boundary) spielt leider nur in einer Flashback-Szene mit d.h. einen sehr kleinen Auftritt. Dennoch: solide und viele Trainings- und Kampfszenen erwarten den Zuschauer = es wird kaum langweilig.

Fazit: Für Kung Fu Fans zu empfehlen!

Gefolgt von: The Return of the 18 Bronzemen

Infos:

O: Shao Lin Si Shi Ba Tong Ren

Taiwan 1975

R: Joseph Kuo Nan-Hong

D: Carter Wong, Tien Peng, Yi Yuan, Chang Yi, Polly Shang-Kuan Ling-Feng

Laufzeit der UK-Blu: 100:50 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Neusichtung: 18.08.25

Fassungen: Früher sah ich den Film als HK-Fassung via Koch Media DVD. Diese «HK-Fassung» entsprach aber einer massiv stark veränderten Fassung, die dazumal für den japanischen Markt erstellt wurde. Diese wurde mit Szenen aus The Unbeaten 28, Der Bronzeschwur der Shaolin sowie The Blazing Temple integriert. Die Originalfassung gab es nur als VHS-Fassungen. Eureka haben mit ihrer Cinematic Vengeance Box nebst der japanischen Fassung im durchgängigen HD auch eine rekonstruierte Uncut Fassung gebastelt. 90% HD, aber es wurden auch Szenen aus 35mm Prints und VHS (Vollbild-Inserts) integriert. O-Ton mit englischen Subs. Löblich.

Dienstag, 25. November 2025

Ein Schlitzohr ausser Rand und Band


 

Ein Schlitzohr ausser Rand und Band

Story:

In einem chinesischen Restaurant stirbt ein Gast. Ein Inspektor (Tomas Milian) wird auf den Fall angesetzt…

Meine Meinung:

Ein Schlitzohr ausser Rand und Band ist der achte Teil der «Giraldi-Reihe» von Bruno Corbucci (Der Superbulle räumt die Wüste auf) und der erste Film der Reihe, der neu von Cecchi Gori produziert wurde (daher auch die Reduktion von vulgären Kraftausdrücken durch die von Tomas Milian gespielte Figur). Mir haben die anderen Teile der Reihe, da besserer Mix aus Action und Komödie (plus bessere deutsche Synchronisation) mehr zugesagt. Damit meine ich die Beiträge wie Die Strickmütze, Hippie Nico von der Kripo oder Der Superbulle jagt den Ripper. Diese sagten mir alle mehr zu als der hier besprochene Ein Schlitzohr ausser Rand und Band.

Tomas Milian (Die Gewalt bin ich, Der Berserker, Die Gangster-Akademie) spielt diesmal eine Doppelrolle. Einmal als bekannter Inspektor und einmal als Chinese. Vor allem letztere Rolle ist amüsant und an dieser hatte Milian sichtlich viel Spass. Ihm zur Seite stand Bombolo, der in Italien zu einem Kult-Phänomen wurde. Warum mochte ich die anderen Filme mehr? Ein Schlitzohr ausser Rand und Band ist praktisch nur noch eine Komödie mit viel Klamauk. Es gibt praktisch keine einzige Actionszene mehr. Das war schade, da der Humor grösstenteils «nur» solide war.

Der Film war als Ganzes ganz ok und solide. Und vor allem unterhaltsam. Die Zeit ging beim Schauen vorbei. Aber Ein Schlitzohr ausser Rand und Band ist ist dabei absolut kein Kracher. Zudem kann diesmal auch die deutsche Synchronisation den Inhalt nicht aufwerten, wie das sonst oft der Fall war. Warum? Es handelt sich diesmal nicht um eine Rainer Brandt-Synchro. Die Musik war leider auch etwas unauffällig. So gesehen ein Film mit Licht und Schatten. Nicht schlecht, aber auch kein Highlight. In einer Collection (wie sie mir vorlag) absolut ok. Aber als Einzel-Vö wäre ich doch etwas enttäuschter gewesen…

Gefolgt von: Das Schlitzohr vom Highway 101

Infos:

O: Delitto al ristorante cinese

Italien 1981

R: Bruno Corbucci

D: Tomas Milian, Bombolo, Enzo Cannavale, Giacomo Furia, Olimpia Di Nardo, John Chan

Laufzeit der deutschen Blu-Ray: 96:45 Min.

Gesehen am: 17.08.25

Fassungen: Gesehen via Tomas Milian 5 Movie Collector’s Edition Vol. 1 von Cinestrange Extreme. Die Box wurde am BIFFF 2024 von Fabio Frizzi signiert. Der Film ist Uncut, die Bild- und Tonqualität sind sehr gut und die deutsche Synchronisation ist gut, aber nicht genial (keine Rainer Brandt Synchro/Stimme). Es befinden sich mehrere Filme und ein ca. 80seitiges Büchlein im Set. Als Extras darf Giorgio Navarro Fragen beantworten und Hintergrundinfos zu Tomas Milian beisteuern. Er war mit ihm befreundet, hat die Homepage tomasmilian.it ins Leben gerufen und er schrieb Bücher über Tomas Milian.