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Freitag, 2. Januar 2026

The Defensive Power of Aikido

Japanuary 2026

The Defensive Power of Aikido

Story:

Anfang des 20. Jahrhunderts:

Farmer Morihei Ueshib (Jirô Chiba) trainiert das Dorf in Sachen Martial Arts. Als er einen fliehenden Jungen bei sich versteckt, zieht er den Zorn eines Kämpfers (Sonny Chiba) auf sich. Doch Morihei Ueshib hat im Duell gegen den Karate-Kämpfer keine Chance. Zuerst gefrustet und dann motiviert nimmt es sich Morihei Ueshib zur Aufgabe, neue (Kampf)Techniken zu lernen, um sich verwirklichen zu können…

Meine Meinung:

The Defensive Power of Aikido ist ein auf historischen Grundlagen beruhender japanischer Film um Morihei Ueshib, der die japanische Kampfkunst Aikidō kreiert hat. Aikidō? Das ist die Kampfkunst, mit der Steven Seagal Alarmstufe: Rot, Zum Töten freigegeben oder Auf brennendem Eis Gangstern das Fürchten lernte. Toei weichte in dieser Mitte der 70er Jahre Produktion vom Exploitation-Schlag ab (wobei es dennoch die ein oder andere blutige Szene zu bestaunen gibt), um diesen Film zu realisieren.

Ich sah den Film in einer Sonny Chiba (Soul of Bruce Lee, Karate for Life, 13 Steps of Maki) Collection. Die Hauptfigur Morihei Ueshib wird jedoch nicht von Sonny Chiba, sondern von Jirô Chiba (The Street Fighter, Wolf Guy) verkörpert. Wie der Name schon verrät handelt es sich um Sonny Chibas jüngeren Bruder. Dass Sonny Chiba einen Bruder hat, der dazu auch noch im Filmgeschäft tätig war, wusste ich nicht. Und ich teile die Meinung von vielen anderen Zuschauern, wenn ich sage, dass Sonny Chiba die Hauptrolle hätte spielen sollen.

Jirō Chiba hat nämlich definitiv weniger Ausstrahlung und Charisma und auch in den Kampfszenen macht sein älterer Bruder eine bessere Figur. Da wäre andersrum besser gewesen. Sonny Chiba spielt fast eine Art Chow Yun-Fat à la The Killer. In seiner ersten Kampfszene verletzt er unabsichtlich eine Frau, um die er sich danach kümmert. Gegen Ende wird der Film besser. Zuvor gibt es, trotz der kurzen Laufzeit von nur knapp 82 Minuten, auch Längen und Uninteressantes zu sehen. Im letzten Viertel darf dann sogar noch Sister Street Fighter Star Etsuko Shihomi (Message from Space, The Executioner II: Karate Inferno) mitmischen. Cool.

Fazit: Solider Durchschnitt aber auch verschwendets Potenzial. Kein Kracher.

Infos:

O: Gekitotsu! Aikidô

Japan 1975

R: Shigehiro Ozawa

D: Jirô Chiba, Sonny Chiba, Etsuko Shihomi, Yōko Koizumi, Yoko Horikoshi, Ryūnosuke Kaneda, Akira Shioji, Takashi Noguchi

Laufzeit der US-Blu: Ca. 82 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via US-Blu von Shout Factory (Sonny Chiba Collection Vol. 2) = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton mit englischen Subs (1. offizielle Fassung in dieser Form?). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Sympathy for the Underdog

Japanuary 2026

Sympathy for the Underdog

Story:

Nach zehn Jahren Gefängnis kehrt der ehemalige Gangster-Boss Gunji (Kôji Tsuruta) in die Freiheit zurück. Sein damaliger Feind hat nun das Sagen, seine Territorien übernommen und führt ein gigantisches Gangster-Syndikat. Gunji beschliesst, sich eine neue Truppe aufzubauen und danach Okinawa anzusteuern…

Meine Meinung:

Sympathy for the Underdog ist sehenswertes Yakuza-Kino des japanischen Ausnahme-Regisseurs Kinji Fukasaku (Swords of Vengeance, Street Mobster, Battle Royale), der viele Yakuza- und Gangsterstreifen realisiert hat. Sympathy for the Underdog gehört dabei sicherlich zu den besten Werken des fleissigen Japaners. Ich hatte an dem Film und den Figuren grosse Freude. Im Vergleich zu anderen Filmen von Kinji Fukasaku, die im Yakuza-Universum angesiedelt sind, geht es in Sympathy for the Underdog weniger komplex und immer verständlich zu und her.

Ob der Film wirklich in Okinawa gedreht wurde oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Setting wirkt aber authentisch und ist die perfekte Wahl, für eine Gangster-Geschichte. Zudem ist das hier das erste Mal in einem japanischen Film, in dem auch von Personen vom «Mainland» gesprochen wird. Etwas, was ich sonst nur aus dem Hong Kong Kino kenne, wenn sich in diesen Filmen z.B. Gangstern oder Polizisten aus China nach Hong Kong «verirren». Das fand ich amüsant.

Der Plot ist simpel und nichts Neues. Dafür sehr unterhaltsam und cool inszeniert. Das gilt auch für die Figuren. Speziell zwei Namen möchte ich erwähnen. Zum einen Kôji Tsuruta (Killer’s Mission). Die Hauptfigur des Filmes. Er, der immer eine Sonnenbrille trägt ist die Coolness in Person. Egal in welcher hitzigen Situation er sich befindet. Wie er mit dem Gegner verhandelt und/oder Forderungen stellt, liess mich schmunzeln. Ultra coole Darbietung. Kôji Tsuruta trägt den Film allein. Seine Männer sind solide, fallen aber, vor allem im Vergleich, etwas ab. Ungesehen liegt mir noch Japan Organized Crime Boss vor. Auch von Kinji Fukasaku. Und der wird im Japanuary folgen…

Der zweite Name, der mir grosse Freude bereitet hat, war Tomisaburō Wakayama (Zatoichi and the Chest of Gold, Samurai Reincarnation, Eight Men to Kill). Der Star der Okami-Reihe, besser bekannt als Lone Wolf & Cub. Er spielt den Boss in Okinawa. Den einarmigen Boss. Er hat was von einem «Comic-Charakter» aufgrund seines Aussehens: nur ein Arm, Narben im Gesicht, mit Granaten bewaffnet. Eine auffällige und intensive Erscheinung.  Toll, ihn hier als Gangster-Boss zu sehen. Ich hatte an jeder Szene mit ihm Freude.

Die Darsteller haben ihre Sache im Grossen und Ganzen alle ordentlich gemacht. An der Frauenrolle hatte ich auch Freude. Sie hatte etwas Tragisches an sich, vor allem bei dem Ende. Wer das Kino von Kinji Fukasaku kennt, dürfte in etwas erraten, wie der Film endet. Das ist vielleicht das einzige kleine Manko des Filmes: das Finale ist vorhersehbar und ¨überrascht nicht. Im Gegenteil: es wird genauso eintreffen, wie erwartet. Die wenigen Action-Momente (vor allem Shoot-Outs) sind blutig geraten.

Fazit: Für Yakuza- und Kinji Fukasaku Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Gefolgt von: Gambler's Counterattack

Infos:

O: Bakuto gaijin butai

Japan 1971

R: Kinji Fukasaku

D: Kôji Tsuruta, Tomisaburō Wakayama, Noboru Ando, Akiko Kudo, Hideo Murota

Laufzeit der UK-Blu-Ray: 92:53 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Radiance Films = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität, diverse Extras (Booklet, Audiokommentar etc.). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).

The Incorrigible

Japanuary 2026

The Incorrigible

Story:

Togo Konno (Ken Yamanouchi) ist ein schwieriger Jugendlicher. Deshalb wird er von seiner Mutter bei einem Bekannten, der in einer anderen Stadt lebt, abgeladen. Sie verlässt ihn danach. Bei dem Bekannten soll er zu etwas werden. Doch auch hier bringt sich Togo in Schwierigkeiten, als er aneckt und/oder sich verliebt…

Meine Meinung:

Im Grossen und Ganzen würde ich heute sagen, dass der Kauf dieser Edition (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) ein Fehler war. Ich wurde erst 2017 auf Seijun Suzuki aufmerksam. Dank dem NIFFF. Das war ein tolles Jahr, seine besten Filme im Kino entdecken zu dürfen. Und dabei hätte ich es auch bleiben sollen. Die Frühwerke von Seijun Suzuki sind eigentlich, für meinen Geschmack, keine Must See oder Must Have Titel. Das ist auch der Grund, warum ich mich so schwertue, die Filme der Box, anzusehen. Und ich bekam die Box im Feb. 2018.

The Incorrigible ist zwar nach Teenage Yakuza der zweite bessere Titel aus der Box, aber dennoch nichts, was ich eigentlich in der Sammlung stehen haben müsste, um es mal neutral auszudrücken. Die Handlung von The Incorrigible spielt im Jahr 1910. Der Film ist ein Mix aus Drama und Coming of Age. Gangster- oder Yakuza-Settings sucht der Zuschauer fast vergebens. Ich mochte den Mix aus Drama und Coming of Age, auch wenn ich zuerst einen Gangster-Film erwartet hatte.

Der Film ist stark gespielt. Die Darsteller sind mir namentlich nicht bekannt. Lead Ken Yamanouchi spielte zwei Jahre später in Seijun Suzukis Born Under Crossed Stars mit. Das ist der letzte Film aus der Box, den ich mir noch ansehen muss. Ken Yamanouchi hatte seinen filmischen Höhepunkt in den 60ern. Masako Izumi, die die weibliche Rolle spielt, kenne ich u.a. aus dem Samuraifilm Haunted Samurai. Beide harmonieren gut in dem Film. Es knistert richtig und eigentlich wünscht man beiden ein Happy End. Aber das es anders kommt, war fast zu erwarten (was ich aber auch mochte).

Und was Asao Sano (Cops vs. Thugs) angeht, den sah man später noch in weiteren Filmen von Seijun Suzuki = Kagero-za, Fighting Elegy oder Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!. Die Darsteller machen ihre Sache ordentlich, auch unter der Berücksichtigung ihres z.T. jungen Alters. Der Film ist optisch schön gefilmt und die Schwarzweissbilder sind stimmungsvoll. Die Settings wie auch die Kostüme wirken authentisch. Eine gewisse Naivität der Figuren und/oder Vorhersehbarkeit des Plots waren leicht schade, aber abgesehen davon hat der Film als Drama und Coming of Age Film bestens funktioniert.

Fazit: Kein Must See Titel, aber Fans von Seijun Suzuki können einen Blick riskieren!

Infos:

O: Akutarô

Japan 1963

R: Seijun Suzuki

D: Ken Yamanouchi, Masako Izumi, Midori Ashiro, Chiharu Kuri, Shinsuke Ashida

Laufzeit der UK-Blu: Ca. 95 Min.

Gesehen am: Jan. 2026

Fassungen: Gesehen via UK-Blu-Ray von Arrow Video (Seijun Suzuki the Early Years Vol. 1) = Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2026).