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Mittwoch, 22. April 2026

Whistle

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Whistle

Story:

Eine Gruppe von Jugendlichen findet eine antike Pfeife mit magischer, tödlicher Wirkung…

Meine Meinung:

Whistle war der einzige Titel am diesjährigen Filmfestival, der mir im Voraus etwas sagte, da der Film auch einen regulären Schweizer Kinostart erhalten wird und ich schon darüber in einem Forum gelesen habe. Zudem dachte ich, dass das der neue Film vom Oddity Regisseur sei. Eine falsche Annahme.

In Wahrheit handelt es sich bei Whistle um den neusten Film vom The Nun Regisseur. Das hätte mir eine Warnung sein sollen, da ich bereits The Nun sehr schlecht fand. Leider hat mich Whistle, auch wenn der nicht langweilig war, eher enttäuscht.

Der Film startet bereits schlecht. Kein Gespür für Spannung. Kein Gespür für Stimmung. Die Geisterwesen, die in den ersten 15 Minuten auftauchen, sind extrem schlechte CGI-Momente wie auch mehrere der Kills zu Beginn. Furchtbar. Da wäre ich am liebsten schon aus dem Kino gelaufen. Wer kann solche Effekte als gut absegnen? Schlimm!

Der Film ist zudem mehr oder weniger unoriginell. Der Plot erinnert an Final Destination. Der Film war zu keiner Sekunde spannend oder gruselig. Die Figuren sind nervende Klischees, die aus dem Netflix Universum stammen könnten. Nick Frost (Krazy House) konnte ich in seiner Rolle absolut nicht ernst nehmen. Gut, dass er zum Glück nur eine kleine Rolle spielt. Die Szenen beim Rummelplatz waren immerhin optisch cool und zwei Kills waren aussergewöhnlich brutal, blutig und innovativ. Die zwei Szenen waren das Licht am Horizont. Während dem Abspann gibt es noch ein Leckerli, also noch sitzen bleiben (was ich eben nicht tat).

Fazit: Leider ein mehrheitlich enttäuschender und unorigineller Horrorfilm!

Infos:

O: Whistle

USA, Irland 2025

R: Corin Hardy

D: Percy Hynes White, Dafne Keen, Nick Frost, Sophie Nélisse, Mika Amonsen, Ali Skovbye

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 97 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Mermaid

Brugggore Filmfestival 2026 Spezial

Mermaid

Story:

Doug (Johnny Pemberton) ist ein Junkie. Er verliert seinen Job, seine Ex findet ihn beknackt und seine Tochter sieht er zu selten und mit Dritten (u.a. Robert Patrick) hat er Probleme. Er will sich das Leben nehmen. Just in dem Moment findet er eine verletze Meerjungfrau und nimmt sie nach Hause…

Meine Meinung:

Von Mermaid, meinem ersten Film am diesjährigen Filmfestival in Brugg, habe ich nicht allzu viel erwartet. Gleichzeitig habe ich mich auch nicht wirklich um den Cast oder die Produktion informiert. Ich wollte mich ggf. positiv überraschen lassen. Wenn ich im Genre-Kino an Filme mit dem Titel Mermaid denke, kommen mir spontan Guinea Pig 6 - Mermaid in a Manhole, The Mermaid von Stephen Chow, The Lure (am NIFFF gesehen) sowie Mermaid Legend in den Sinn.

Mermaid stammt von Tyler Cornack. Einem sehr jungen Regisseur und mir unbekannt. Das gilt auch für die Mehrheit von Cast und Crew mit Ausnahme von Robert Patrick (grosse Nebenrolle) und Tom Arnold (Gastauftritt). Die Schauspieler haben ihre Sache im Grossen und Ganzen ordentlich gemacht. Robert Patrick spielt natürlich eine Art Bösewicht (sehr viel Overacting). Er war zuletzt öfters in solchen Rollen zu sehen (= Tone-Deaf, Tulsa King).

Mermaid erfüllte seinen Zweck. Anspruchslose Indie-Unterhaltung, aber kein Film für die Sammlung. Dafür fesselte der Inhalt zu wenig, die Grenzen durch das kleine Budget werden aufgezeigt, für eine Horrorkomödie war der Humor zu unlustig und der grösste Schwachpunkt waren die Figuren. Die waren uninteressant. Und ein Looser-Versager/Junkie als "Held" hat bei mir als Identifikationsfigur immer schlechte Chancen.

Der Film weiss zum Teil auch nicht Recht, was er sein will. Horror, Komödie, Sozialkritik oder Drama. Dabei haben die dramatischen Parts für mich nicht funktioniert und die sozialkritischen Untertöne wirkten aufgesetzt. Viel Gore gibt es nicht und das Meerjungenfrau-Make-Up ist selten im Detail zu sehen. Eine teilweise zu dunkle Ausleuchtung half dabei ggf. das niedrige Budget zu kaschieren. Die Musikauswahl traf nicht meinen Geschmack. Florida als Setting war cool. Hier und da kamen Dexter Vibes auf. Die Geburtstagsfeier der Tochter war die beste und lustigste Szene des Filmes.

Infos:

O:  Mermaid

USA 2025

R: Tyler Cornack

D: Johnny Pemberton, Avery Potemri, Robert Patrick, Nancy McCrumb, Tyler Rice, Kevin Nealon, Tom Arnold

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 105 Min.

Gesehen am: Brugggore Filmfestival 2026

Fassungen: Gesehen am Brugggore Filmfestival 2026 in Englisch. Uncut. Eine DVD, Blu-Ray oder UHD ist noch nicht angekündigt (Stand: April 2026).

Dienstag, 21. April 2026

Normal

Normal

Story:

Ulysses (Bob Odenkirk) wird vorübergehend Sheriff in der Kleinstadt Normal. Dumm nur, als in dem ansonsten ruhigen Örtchen später nach einem Raubüberfall die Hölle los ist…

Meine Meinung:

Als ich im Kino den Trailer zu Normal sah, war ich überrascht. Ich hörte zuvor noch nie von diesem Film. Ich sah keine Plakate, keine Ankündigungen auf Social Media und auch in dem einzigen Forum, in welchem ich noch etwas aktiv bin, las ich nichts über Normal. Der Film kam wie aus dem Nichts.

Ich hatte aufgrund zwei Dingen, die ich im Trailer sah, Freude. Zum einen an Bob Odenkirk, der hier nach Nobody 2 in einer neuen Actionrolle zu sehen ist (und das noch mit einem Schnauz). Ich kenne von Bob Odenkirk nur Nobody und dessen Fortsetzung. Und Nobody finde ich nach wie vor super. Das zweite was mir sofort gefiel, waren starke Fargo Vibes. Davon liebe ich die Serie (vor allem die ersten vier Staffeln). Das Setting von Normal (friedliche Kleinstadt, verschneite Bilder und Landschaften) hat mich sofort gepackt

Der Film von Ben Wheatley (In the Earth, Kill List) ist relativ unterhaltsam und bietet einige Twists, die ich so nicht erwartet hätte. Der Film war hier und da auch blutiger als erwartet und es gab innovative Tötungen à la Final Destination zu sehen. Die Actionszenen bestehen mehrheitlich aus Schiessereien. Die waren für meinen Geschmack zu rasant und zu sehr à la John Wick inszeniert. Es gab auch einige Explosionen und ein bis zwei Kampfszenen.

Bob Odenkirk und der trockene Kleinstadthumor haben mir gefallen. Auch das Setting sowie der Start in den Film. Wenn der Song Paranoid von Black Sabbath als japanische Variante im Vorspann auf der Kinoleinwand zu hören ist, ist das schon eine sehr coole Nummer (der Film beginnt bei den Yakuza in Japan = Klischee-Bösewichte, leider im Film nicht ganz ernst zu nehmend).

Bei dem Humor, es handelt sich um eine Actionkomödie, zündete nicht jeder Gag. Auf der anderen Seite gab es auch kein Kinopublikum, welches für Stimmung gesorgt hat. Ganze zwei Menschen waren in der Vorstellung. Wo der Film schwächelt sind viele der anderen Haupt- und Nebenfiguren sowie einige Drehbuchentscheidungen, die zu nichts führen. Und schlimm war der CGI-Elch. Billige CGI-Tiere gehen für meinen Geschmack gar nicht.

Fazit: Okay für einen langweiligen Abend, aber leider nicht auf dem Niveau von Nobody!

Infos:

O: Normal

USA, Kanada 2025

R: Ben Wheatley

D: Bob Odenkirk, Lena Headey, Henry Winkler, Brendan Fletcher, Summer H. Howell, Jess McLeod

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 20.04.26

Fassungen: In Bern im Originalton mit deutschen Untertiteln und Uncut im Kino gesehen (ab 18 Jahren). Soll am 31.07.26 in Deutschland auf Blu-Ray und Co. erscheinen.