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Dienstag, 3. November 2020

Kingfisher the Killer Review

Kingfisher the Killer

Story:

Eine Mutter liegt im Sterben. Während des Sterbens verrät sie ihrem Sohn, dass dieser noch einen Bruder habe und er diesen finden und Rache an den Tätern (Gangster, die es eigentlich auf ihn abgesehen haben) üben soll…

Meine Meinung:

Kingfisher the Killer ist ein Flickwerk, welches Fans Joseph Lai und seiner IFD Films & ARTS Firma zu verdanken haben! Man nahm einen ca. 72minütigen Film aus Thailand (Regie: Wisan Suntisucha) und schmückte diese Fassung mit neuen Szenen – Gewalt, nackten Tatsachen, Schmuddel. Typisch für die IFD Films & ARTS Produktionen. So entstand Kingfisher the Killer, der oft als HK-Taiwan-Co.-Produktion vermarktet wird.

Der Low-Budget Film hat mir gefallen. Kein Kracher, aber durch und durch okay und gut. Ninjas kommen übrigens keine vor, auch kein Richard Harrison wie das sonst oft in IFD Films & ARTS Produktionen der Fall war. Die Story wirkt hier und da ein wenig wirr, was aber auch nicht wundert, da Flickwerk aus bestehendem Film plus neuer Rahmenhandlung.

Der Low-Budget Film wartet hier und da mit seltsamem Klamauk auf, ist aber mehrheitlich ernst. Vor allem gegen Ende verschwindet der Humor total. Der Sleaze-Anteil hätte ich mir höher gewünscht, selbst gilt für Schmuddel, Sex und Gewalt-Szenen. Die Kampfszenen sind jedoch sehenswert, realistisch und zuweilen hart in Szene gesetzt.

Obwohl die Story verwirrend sein kann, sollte man sich darüber nicht ärgern, sondern das Gezeigte vor allem geniessen. Am Ende sind es, glaube ich, drei Helden (darunter die zwei Brüder) gegen den Bad Guy. Darüber hinaus gibt es Explosionen, Auto-Verfolgungsjagden, kleinere Stunts und einige WTF Szenen (Mann benutzt nach dem Sex die nackte Frau als Schild, als der Profi-Killer auf ihn einsticht).

Fazit: Kurzweilige Low-Budget Gangster-Action aus der IFD Films & ARTS Schmiede!

Infos:

O: Jie zhan

HK/Thailand 1981

R: Ang Saan (HK Edit), Wisan Suntisucha (Thai. Originalfassung)

D: Michelle Yim, Jacky Liu Hong-Yi, Bruce Mang Long, Chan Yeung, Ang Saan, Lak Apichat, Supansa Nuengpirom

Laufzeit der thai. Fassung: Ca. 72 Min. / Laufzeit der HK Fassung: Ca. 90 Min.

Gesehen am: 23.07.20

Fassungen: Mir lag die Betamax aus Holland von Video for Pleasure vor = Uncut HK Edit, Englisch Dubbed, Vollbild, gute Bildqualität. Englischer Dub im Großen und Ganzen ok. Gäbe es vom gleichen Label auch auf VHS. Eine DVD/Blu-Ray/O-Ton mit englischen Subs inklusive englische Fassung sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2020).

Montag, 2. November 2020

Patrick Still Lives Review

 
Horroktober 2020

Patrick Still Lives

Story:

Diverse Personen (Carmen Russo, Mariangela Giordano, Franco Silva, John Benedy) werden von einem Arzt (Sacha Pitoëff) auf sein Anwesen eingeladen. Kurze Zeit später beginnen mysteriöse Vorkommnisse und Todesfälle…

Meine Meinung:

Patrick Still Lives kam in den USA nun als Blu-Ray raus. Dies und die Tatsache, dass im Oktober der Horroktober stattfand und Star Gianni Dei (der den Patrick spielt) am 19.10.20 verstarb, führten dazu, eine Neusichtung zu Patrick Still Lives vorzunehmen. Der Film, ein Remake und/oder eine Variante des australischen Filmes Patrick (1978), hat die Neusichtung bestanden.

Der am gleichen Ort wie Burial Grounds gedrehte Film vom Giallo in Venice Regisseur Mario Landi hat mir gut gefallen. Die Grundidee, dass von einer Person im (Wach)Koma eine Gefahr ausgeht, ist origineller als andere Horrorplots wenn auch nicht neu (siehe z.B. den Inhalt des Filmes Der Schrecken der Medusa).

Der Film nimmt sich Zeit. Die Story ist, wenn man diese nicht wissen würde, mysteriös. Ein altes Haus? Ein Arzt der an diverse Gruppen von Menschen eine Einladung schickt? Mit welchem Ziel? Was hat dies mit dem Start des Filmes zu tun? Fragen über Fragen. Wie gesagt: der Film nimmt sich Zeit. Am Anfang stört dies nicht, jedoch dann im Mittelteil…

Aber ab einer gewissen Zeit wird der schmuddelige Film, der viel nacktes Fleisch, Sex, Erotik (Anna Veneziano) und auch grausamen Horror mit fiesen und fantasievollen Tötungsszenen beinhaltet, besser und besser. Einige der Morde (besonders jene mit der Eisenstange) sind hart anzusehen und sehr frauenfeindlich. Pure Exploitation. Die Darsteller waren für diese Art Film gut ausgewählt.

Mit Sacha Pitoëff hatte man einen Ausländer, den man vermarkten konnte, an Bord. Gianni Dei machte später als Darsteller und Pop-Sänger Karriere und die Mädels sind allesamt nett anzusehen.

Fazit: Wer sich am Schmuddel und Sleaze nicht stört (à la Burial Grounds, Man-Eater, Giallo in Venice, Sado - Stoss das Tor zur Hölle auf…), sollte sich die Ital. «Patrick» Variante nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Patrick vive ancora

Italien 1980

R: Mario Landi

D: Sacha Pitoëff, Gianni Dei, Mariangela Giordano, Carmen Russo, Paolo Giusti, Franco Silva, John Benedy, Anna Veneziano

Laufzeit der US-DVD: 92:23 Min.

Gesehen am: ? / Review überarbeitet am: Ende Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, Ital. Ton, englische Subs, exklusive Interviews als Bonus. Erscheint am 27.10.20 in den USA auf Blu-Ray (Severin Films). Gibt es in Deutschland Uncut auf DVD (Motion Picture).

Sonntag, 1. November 2020

Seytan Review

 

Horroktober 2020

Seytan

Story:

Die 12jährige Gül (Canan Perver) verhält sich plötzlich merkwürdig: Sie spricht in einer anderen Stimme, macht komische Bewegungen im Bett oder uriniert vor Besuch auf den Boden. Güls Mutter (Meral Taygun) ist besorgt und lässt Gül medizinisch abklären – ohne Erfolg. Es stellt sich heraus, dass Gül von einem Dämon besessen ist und nur ein Exorzist (Agah Hün) kann Abhilfe schaffen…

Meine Meinung:

Seytan ist ein dreistes Der Exorzist-Rip-Off aus der Türkei. Die türkische Version kam nur ein Jahr nach dem US-Hit und ist praktisch ein 1:1 Remake. Sogar die bekannte Musik aus dem Original von William Friedkin wurde einfach geklaut – unfassbar amüsant wie ich meine!

Die türkische Variante hat mir auch gut gefallen. Der Film versucht ernst zu sein. Sieht man Mal von 1-2 unfreiwillig konisch wirkenden Szenen ab, wirkt Seytan ernst und düster. Der Story kann man auch ohne türkische Sprachkenntnisse gut folgen. Die letzte Der Exorzist Sichtung ist länger her, aber an einige Szenen kann ich mich erinnern und diese sind in Seytan gut umgesetzt worden.

Nebst tollem Soundtrack überzeugten mich vor allem die Effekte. Ich hätte schlechtere Make-Up Effekte und Tricktechniken erwartet. War ich doch positiv überrascht. Dasselbe gilt für die Leistungen der Darsteller. Vor allem die Mädels waren glaubwürdig: Canan Perver überzeugt als Linda Blair Verschnitt und die blonde Schönheit Meral Taygun (ganz ohne Kopftuch und sexy gekleidet) ist definitiv sexier als die Filmmutter im US-Film. Die Priester hingegen sind neutral betrachtet unauffällig.

Fazit: Wer gerne obskure asiatische Filme und freche Kopien aus Ländern wie Indien, Indonesien oder der Türkei mag, sollte sich diesen seltenen Der Exorzist Verschnitt nicht entgehen lassen!

Infos:

O: Seytan

Türkei 1974

R: Metin Erksan

D: Canan Perver, Cihan Ünal, Meral Taygun, Agah Hün, Erol Amaç

Laufzeit der türkischen Beta: Ca. 100 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die Betamax von Saner Video aus der Türkei (bzw. aus London) vor = Uncut, O-Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. O-Ton ist Türkisch. Offizielle Alternativen: VHS und VCD aus der Türkei. Englischuntertitelte Bootleg-DVDs haben eine massiv schlechtere Bildqualität als die Betamax. Auf Youtube gibt es den Film legal in HD-Restauration. Eine deutsche Fassung oder eine offizielle Fassung im O-Ton mit englischen Subs gibt es nicht (Stand: Okt. 2020). Nachtrag 23.04.24: Für eine 2. Sichtung lag mir die Ital. DVD von Filmotronik vor = Uncut, gute Bild- und Tonqualität, O-Ton und englische Subs vorhanden. Die DVD ist Code Free. Die Fassung ist qualitativ der Betamax überlegen und die englischen Subs zum türkischen O-Ton sind natürlich auch flott. Der Film hat die 2. Sichtung auch bestanden.