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Freitag, 6. August 2021

Devil Spider Review

Devil Spider

Story:

 

Der Clan um Long Hair Ghost (Dok Go-Sung) lässt mit Hilfe von Spinnen und Zauber nach einer Schatzkarte suchen, die auf einem Rücken einer Frau präsent sein soll. Schon 20 Jahre sucht er danach. Seine Gift-Spinnen haben unzähligen Frauen den Tod gebracht. Nun kämpfen diverse Helden (Chiang Ming, Sun Chia-Lin, Tsai Hei-Hwa) gegen Long Hair Ghost und seinen Clan an…

 

Meine Meinung:

 

Devil Spider, auch bekannt unter dem Titel Treasure Castle, ist eine in Südkorea gedrehte, scheinbare Co-Produktion zwischen Taiwan und Südkorea. Das würde auch die Drehorte, den teilweise koreanischen Cast (Dok Go-Sung als Bösewicht) und das Regie-Trio erklären – zumindest teilweise. Nebst Chiang Ming, der vor allem Action Director war, führten noch zwei Koreaner Regie (Kwon Yeong-seon und Kim Si-hyeon).

 

Der Film ist selten, was ich nicht wusste. Ich habe den Film als Betamax aus Indonesien verpasst, da andere Käufer 250 Euro dafür zahlten, was mir doch deutlich zu viel war. Nach dem Schauen kann ich auch sagen, dass ich froh bin, nicht so viel gezahlt zu haben! Der Film ist nämlich relativ mässig und alles andere als ein Kracher.

 

Der Film wirkt mehr wie ein Ende 60er Jahre Film. Von den Kampfszenen kann man meist enttäuscht sein, da unspektakulär, steif, langsam und blutarm. Da hat Han Ying-Chieh, der Choreograph von Bruce Lee Filmen wie Fist of Fury oder The Big Boss, deutlich bessere Arbeiten abgeliefert. Dazu kommt, dass sich der Film länger als 88 Minuten anfühlt.

 

Held Chiang Ming war etwas blass und wenig charismatisch. Er wird sogar verkrüppelt. Dok Go-Sung als Bösewicht war mit störender Perücke und der Synchro oft unfreiwillig komisch. Immerhin die Mädels, vor allem Sun Chia-Lin, überzeugten und spielten gut.

 

Weiter negativ ist die englische Synchro. Die war grottenschlecht. Die hat den Film runtergezogen. In Mandarin wäre der sicher besser. Interessant war, dass die Synchro und die englischen Subs teilweise sehr abweichend waren (Devil Spider King Vs. Long Hair Ghost). Nicht identisch. Im Finale wurde der Film besser (auch die Action und endlich etwas Blut). Obs ein richtiges Happy End gibt oder nicht - darüber kann man streiten. Mir gefiel das Ende auf eine Art und Weise. Dazu gibt es Fantasy-Elemente wie Skelette, Zauber/Magie und Spinnen vor und regten wie die Perücke des Bösewichts hier und da zum Schmunzeln an.

 

Fazit: Würde ich nur für wenig Geld und in einer Mandarin Fassung in die Sammlung stellen…

 

Infos:

 

O: Fei Long Duo Bao

 

Taiwan, Südkorea 1971

 

R: Han Ying-Chieh, Kwon Yeong-seon, Kim Si-hyeon

 

D: Chiang Ming, Dok Go-Sung, Sun Chia-Lin, Tsai Hei-Hwa

 

Laufzeit des Filmes: Ca. 88 Min.

 

Gesehen am: 21.04.21

 

Fassungen: Ich sah vom Film beim Kollegen eine Kopie in sehr guter Qualität und mit sehr gut lesbaren englischen und chinesischen Subs, die aber erst nach ca. 10 Minuten vorkommen. Interessant ist, dass trotzdem ein Englischer Dub die Version «beglückt» = grottenschlechte Synchro. Es gibt mind. zwei Fassungen in Mandarin mit englischen Subs: VHS aus China und eine DVCD aus China. Eine deutsche Fassung und Blu-Ray gibt es nicht (Stand: April 2021).

Donnerstag, 5. August 2021

Relentless Broken Blade Review




Relentless Broken Blade

Story:

 

Chiu Yi-Han (Chi Kuan-Chun) will sein Schwert niederlegen und nicht mehr kämpfen – er hat genug von der Martial World und zerbricht sein Schwert. Nur kurze Zeit später gibt es ein Todesopfer und die Spuren bringen Chiu Yi-Han ins Spiel. Dieser ist jedoch unschuldig und bekommt Zeit, zusammen mit seinem Gefährten (Addy Sung Gam-Loi), den wahren Täter zu finden…

 

Meine Meinung:

 

Bei Relentless Broken Blade handelt es sich um eine taiwanesische Produktion und um eine Gu Long Verfilmung. Gu Long Geschichten standen oft im Taiwan und Hong Kong Kino Pate. Meist sind es wirre Erzählungen voller Clans, unzähligen Figuren, Nebenplots und Twists. Meist geht es um Intrigen, Liebe, Verrat und eine Mördersuche.

 

Oft sind die Filme gespickt mit bekannten Namen, wunderschönen, abwechslungsreichen Sets und stimmungsvollen Bildern. Oft rate ich, in solchen Filmen nicht krampfhaft zu versuchen, der Story und jedem einzelnen Nebenplot bis in Detail folgen zu wollen (meist auch fast unmöglich), sondern einfach die Action, Kämpfe, Choreographie, die Sets/Bilder und die Gimmicks und fantastischen Elemente zu geniessen.

 

Dann unterhalten diese Filme auch. Zudem gibt es meist einen Helden. Der kämpft einfach gegen das Böse und jede andere Partei kann grundsätzlich Mal als verdächtig und potenziellen Feind angesehen werden. So machen diese Filme dann auch richtig Bock. Auch Relentless Broken Blade. Dessen Story war aber noch irgendwie nachvollziehbar, auch wenn man aufpassen muss, da selbst ab Mitte des Filmes noch immer neue Figuren auftauchen.

 

Die Sets und Aussenaufnahmen aus Taiwans Natur sind wunderschön. Dazu gibt es coole Waffen (Schwert, an dessen Ende eine Hand befestigt ist) und sogar eine Art fast unsterblicher Kung Fu Zombie, der in den Bambus-Wäldern Taiwan sein Unwesen treibt. Die Action-Szenen sind cool, fantasievoll, rasant und schön anzusehen.

 

Für die Action-Szenen zeichnete sich Addy Sung Gam-Loi (0.38) aus, der im Film auch eine der grösseren Nebenrollen spielt. Ihn mag ich, vor allem wenn er in klassischen Eastern mitspielt und auch kämpfen darf (z.B. in Kung Fu from Beyond the Grave oder Two Crippled Heroes). Abgesehen davon warten mehrere Shaw Brothers Stars als Cast auf:

 

Shih Szu (Lady of the Law), Chi Kuan-Chun (Disciples of Shaolin), Lily Li Li-Li (Daggers 8) oder Phillip Ko (The Club). Phillip Ko spielt nur eine kleine Nebenrolle (cooler Kampf gegen Tien Ho) und Chi Kuan-Chun als langhaariger Held war eine willkommene Abwechslung zu seinen ganzen Shaolin-Kämpfer und Kung-Fu-Rollen.

 

Fazit: Jedem Swordplay/Wuxia/Gu-Long Fan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Duan Jian Wu Qing

 

Taiwan 1979

 

R: Chang Peng-I

 

D: Shih Szu, Chi Kuan-Chun, Lily Li Li-Li, Addy Sung Gam-Loi, Phillip Ko Fei, Tien Ho

 

Laufzeit des Filmes: Ca. 96 Min.

 

Gesehen am: 21.04.21

 

Fassungen: Den Film gibt es offiziell in zwei Fassungen: VHS aus Taiwan von NS (Uncut, O-Ton, Subs aber Vollbild) und als US-VHS (Mandarin, neue englische Subs, Vollbild aber 13 Minuten zensiert = ganzer Anfang soll fehlen). Titel des US-VHS: Lyrical Blades. Es gibt vom Film eine 35mm Widescreen Kopie = O-Ton, englische Subs (nicht abgeschnitten da Widescreen), Uncut, gute Bildqualität! Diese Kopie liegt mehreren Sammlern vor. Ich sah diese bei meinem Kumpel, der gleichzeitig auch das VHS aus Taiwan besitzt. Eine DVD, Blu-Ray oder deutsche Fassung gibt es nicht (Stand: April 2021).

Mittwoch, 4. August 2021

Godzilla Review

Godzilla

Story:

 

Nach mysteriösen Zerstörungen und Vorkommnissen in Japan versuchen japanische Wissenschaftler, die Regierung, die Armee und US-Reporter Steve Martin (Raymond Burr) dem Geheimnis auf die Spur zu kommen…

 

Meine Meinung:

 

Durch ein Forum wurde ich auf diese seltene Fassung zu Godzilla aufmerksam. 1977 erwarb Luigi Cozzi (Demons 6 De Profundis) die Rechte an der veränderten US-Fassung. Doch die Zeit hat sich geändert und s/w Kino war 1977 nicht mehr angesagt. Daher wurde der Film in einem speziellen Verfahren eingefärbt. Der Film, auch bekannt als The Psychedelic Version of Godzilla, Godzilla: The Euro-Trash Version oder Cozzilla ist eine legale Produktion (bestimmt für Italien).

 

Dazu kommt, dass vermutlich Szenen entfernt wurden um dem Film mehr Tempo zu generieren. Cozzi schmückte den Film ausserdem mit Szenen aus anderen Filmen wie The Day the Earth Caught Fire, The Beast from 20,000 Fathoms, The Train (dessen Szenen bei der Zug-Szene hinzugefügt wurden) oder der Godzilla Fortsetzung Godzilla Raids Again.

 

Teilweise wurde wohl noch mehr Extramaterial/Archiv- und/oder Kriegsaufnahmen (z.B. Hiroshima) in den Film geschnitten. Teilweise ergibt das einen krassen Mondo-Faktor (inklusive Ital. Kommentator) der jedoch erstaunlich gut und kurzweilig zu gefallen weiss.

 

Die US-Fassung von Godzilla sah ich nie. Die Szenen mit US-Darsteller Raymond Burr sind nicht wirklich schlimm - erinnern etwas an Richard Harrison und dessen IFD Films and ARTS Produktionen. Raymond Burr starrt hauptsächlich wirr in den Himmel oder hängt am Telefon.

 

Hat man sich erst Mal daran gewöhnt, dass ein Amerikaner und 90% von allen Japanern selbst in Tokyo und Co. Ital. sprechen, kanns losgehen (90% sind in Ital. mit Subs, 10% sind in Jap. ohne Subs). Die "colorierten" Szenen kommen vor allem in den Godzilla- und Zerstörungssequenzen sehr geil zum Tragen. Vor allem dort, wo das Militär scharfes Geschütz einsetzt, wo es brennt und explodiert oder Godzilla mit seinem Feuerstrahl vernichtet. Da passt der Titel The Psychedelic Version of Godzilla perfekt dazu. Die Effekte-Szenen der Filme sind nach wie vor toll anzusehen und jedem Kaiju-Fan absolut zu empfehlen.

 

Die Godzilla Version von Luigi Cozzi ist eine offizielle Fassung, die aber auf VHS und Co. unveröffentlicht ist – schade! Damit reiht sich der Film in andere seltene Filme dieser Art ein: den verschollenen Kaiju Space Monster Wangmagwi aus Südkorea, den Godzilla-Fan-Film Wolfman Vs Godzilla, die Toho-Produktionen Prophecies of Nostradamus oder Half-Human oder die indische Godzilla Variante Gogola und auch HK/Taiwan Produktionen sollen an der Stelle nicht unerwähnt bleiben (The War God, Devil Fighter).

 

Fazit: Diese Version ist optisch interessant (vor allem in den Zerstörungsszenen) und bietet auch aufgrund der sonderbaren neuen Szenen einen Mondo-Faktor. Jedem Kaiju-Fan zu empfehlen!

 

Infos:

 

O: Godzilla

 

Japan, Italien, USA 1977

 

R: Luigi Cozzi, Ishirô Honda, Terry O. Morse, Kurt Neumann, Motoyoshi Oda, Val Guest, Eugène Lourié, Arthur Penn

 

D: Raymond Burr, Mikel Conrad, Akihiko Hirata, Akihiko Hirata, Ren Imaizumi, Paul Frees

 

Laufzeit der Blu-Ray: 92:49 Min.

 

Gesehen am: 19.04.21

 

Fassungen: Mir lag eine US(?)-Blu-Ray vor = kein offizielles Release, gute Bildqualität, in Ital./Jap. (90% Ital., 10% Jap.) mit Subs (englische Subs für Ital. Dialoge), Uncut, einzige mir bekannte Version zu Luigi Cozzis Fassung, die erworben werden kann. Offiziell lief der Film 1977 in den Ital. Kinos und 2017 in Rom (am Fantafestival). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: April 2021).