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Donnerstag, 20. Januar 2022

What’s Michael? 2 Review

 Japanuary 2022

What’s Michael? 2

Inhalt inklusive meiner Meinung:

What’s Michael? war damals eine nette Geste und Geschenk eines Kollegen. Ich hörte zuvor nie etwas von der Anime-Serie What’s Michael?. Was es davon alles gibt (Comic? Serie? Filme? Zusammenstellung?) ist mir nicht bekannt. What’s Michael? 2 bleibt seinem Vorgänger treu: es wird in dem Sinn keine langfädige Handlung präsentiert. Nachtrag: es handelt sich bei beiden Animes um die Original video animation Filme. Daneben gäbe es noch das Original-Comic und eine TV Serie.

What’s Michael? 2 ist ein Anime und dauert ca. 45 Minuten. Es sind erneut Kurzgeschichten zu sehen, die meist Michael und Co. (= Menschen oder andere Tiere) beinhalten. Die Kurzgeschichten sind unzusammenhängend. Am Zeichentrick- und Animationsstil hat sich nichts geändert. Auch Musik und Tanz, Eigenschaften welche im Vorgänger breit ausgewalzt wurden, kommen in kleinerer Ausbeutung wieder vor.

Wem Teil eins gefallen hat und/oder Katzen mag, kann sich bedenkenlos an What’s Michael? 2 wagen. Man sollte die Erwartungen jedoch etwas zurückschrauben. Die Laufzeit ist kürzer, dafür sind die Sketches länger. Bedeutet: es gibt Anzahl mässig weniger Episoden und somit auch weniger Abwechslung. Im Vorgänger gab es mehr Innovation und What the Fuck Momente (Godzilla Hommage oder der Sänger z.B.).

Ausserdem mochte ich zwei Episoden im letzten Viertel nicht: in diesen agieren die Katzen wie Menschen, können sprechen und sind in diversen Sportarten (Baseball oder Wrestling) zu sehen. Das fand ich fiktiv und doof. Nur der Gag beim Wrestling, als die Katze immer auf den Pfoten landet, fand ich niedlich und amüsant! Als Ausnahme. Und natürlich ist dies Geschmackssache…

Fazit: Für Fans des ersten OVA, des Manga oder Katzen allgemein zu empfehlen! Alle anderen fassen sich erst Mal an den Kopf…

Infos:

O: ホワッツ マイケル?2

Japan 1988

R: Yoriyasu Kogawa

D: -

Laufzeit der jap. LD: Ca. 45 Min.

Gesehen am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die jap. LD von Kitty Video vor = Gute Qualität, nur jap. Ton, keine Subs, Uncut. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2022).

Mittwoch, 19. Januar 2022

Gozu Review


 
Japanuary 2022

Gozu

Story:

Yakuza Minami (Yûta Sone) bekommt von seinem Boss (Renji Ishibashi) den Auftrag, seinen Kumpel Ozaki (Shô Aikawa), ebenfalls ein Yakuza, aber den Verstand verlierend, zu exekutieren. Auf dem Weg zu einer Müllhalde stirbt Ozaki jedoch unerwartet, als die Leiche plötzlich spurlos verschwindet. Minami macht sich auf die Suche und landet in einen Höllentrip…

Meine Meinung:

Ende der 90er / Anfang der 2000er kamen die besten Filme von Takashi Miike (One Missed Call, The Mole Song: Hong Kong Capriccio, First Love) Filme auf den Markt (siehe Filme wie Ichi the Killer oder Fudoh: The New Generation Review). Gozu kam auch in dieser Zeitspanne raus. Gemäss meinem alten Review fand ich den Film früher besser.

Gozu ist ein spezieller, sonderbarer Film, der Vieles unerklärt und unbeantwortet offenlässt. Man kann viel interpretieren. Das kann, muss aber nicht gefallen. Mit einer Laufzeit von über zwei Stunden ist der Film sehr lang. Und zäh. Es gibt auch Längen. Teilweise kam mir der Film wie eine langgezogene Twin Peaks Folge vor. Vor allem was die Ortschaft, in welcher Minami festsitzt und die skurrilen Figuren angehen.

Die Figuren haben mir nicht alle zugesagt. Teilweise war das Overacting und die Darstellung selbst mir zu viel des Guten und zu übertrieben. Auf der anderen Seite betraf das zum Glück nicht die Hauptfiguren. Die wurden von Yûta Sone, Shô Aikawa (Rainy Dog) und Kimika Yoshino stark gespielt. Nur der Yakuza-Boss fällt in der Hinsicht etwas ab, da zu lächerliche Darstellung mit dem Löffel im Anus plus ein-zwei andere Nebenfiguren.

Der Plot ist schräg, wirr, langsam aber auf eine Art dennoch teilweise spannend. Vor allem gegen Ende, wo sich eine Art Motiv und Fügung eröffnet, wird es bis zum Finale spannend. Wie wird der Film enden? Ich mochte das Ende, auch wenn es dafür keine Erklärungen gibt. Was das ganze soll, wird wohl ein Geheimnis von Takashi Miike bleiben.

Fakt ist, dass es trotz Längen und lahmen Füllszenen auch jede menge obskure Szenen und Dialoge à là Miike in den Film geschafft haben – z.B. der Start mit dem Hund, der Dialog um den Tierporno, der Mann auf dem Klo, die Geburt, der Kuhkopf, die Milch spritzende Frau (à la Visitor Q), stecken gebliebener Penis (erneut à la Visitor Q), anal eingeführter Löffel als Stimulationshilfe, Diskussionen um Penisgrössen etc.

Nebst Twin Peaks und anderen Takashi Miike Werken erinnerte der Film selten auch an einen staubige Road-Movie oder Western. Dabei bleibt der Film immer typisch Japanisch in der Darstellung der Yakuza in Verbindung mit dem Gesetz oder der Gesellschaft. Die Musik hat mir gut gefallen. Ein Film, den ich, obwohl ich auch viel Negatives sah, in der Sammlung halten werde. Ich würde dem Film gerne in Zukunft, wohlmöglich in einer besseren Fassung, nochmal eine Chance geben!

Fazit: Wer abgefahreneres aber auch wenig greifbares, mühsames und zähes Kino eines Takashi Miike mag, macht mit Gozu alles richtig!

Infos:

O:  Gokudô kyôfu dai-gekijô: Gozu

Japan 2003

R: Takashi Miike

D: Yûta Sone, Shô Aikawa, Renji Ishibashi, Kimika Yoshino

Laufzeit der deutschen DVD: 129:45 Mn.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von I-On New Media vor = Uncut, Deutsch/jap. mit deutschen Subs, mittelmässige Qualität. Da wäre ein Upgrade/Restauration (Arrow Video?) ein Wunschdenken! Die Disc wurde am NIFFF von Takashi Miike signiert!

Dienstag, 18. Januar 2022

Guilty of Romance Review


 Japanuary 2022

Guilty of Romance

Story:

In Japans Rotlichtviertel in Maruyama-cho, Shibuya, Tokyo, nahe der Love Hotels, wird eine verstümmelte Frauenleichte gefunden. Polizistin Matsuko (Miki Mizuno) und ihr Kollege beginnen zu ermitteln und stossen auf menschliche Abgründe, animalische Triebe und kaputte Seelen, als die Spur zu einer Hausfrau (Megumi Kagurazaka) und einer Lehrperson (Makoto Togashi) einer Uni führen, die beide im Sumpf der Prostitution feststecken…

Meine Meinung (Internationale Version):

Sion Sono hat für meinen Geschmack das Kino eines Takashi Miike ersetzt. Letzterer dreht nach Filmen wie Visitor Q, Ichi the Killer und Co. «nur» noch Mainstream-Filme. Da kommt das Kino von Sion Sono (Exte: Hair Extensions, The Forest of Love, Antiporno, Tag, Suicide Club) gerade recht. Guilty of Romance soll lose auf einer wahren Begebenheit basieren und gehört zusammen mit Sion Sonos Filmen Love Exposure und Cold Fish zu einer Trilogie (aber in dem Sinn sind es keine wirklichen Fortsetzungen aber ähnliche Inhalte über «kaputte Familien»).

Diese drei Filme sind sicherlich einige der besten und interessantesten Arbeiten von Sion Sono. Guilty of Romance ist vollgestopft mit Themen, um daraus selbst mehrere Filme zu drehen. Der Film, eine Art Erotik-Arthouse-Drama-Krimi handelt von drei verschiedenen Frauen. Dessen Plots finden am Ende zusammen und beinhalten auf die eine oder andere Art und Weise ähnliche Themen und Sehnsüchte.

Leider kommt dies in der internationalen Version weniger gut zur Geltung, da vor allem die Szenen und Sub-Plots um Polizistin Matsuko stark gestraft wurde (ca. 113 Vs. ca. 144 Min.). Das ist eigentlich schade. Der Film erscheint zunächst wenig gradlinig, kompliziert und wirr. Der Film ist in diverse Kapitel unterteilt und ist sehr sozialkritisch, wie auch verstörend, wie auch amüsant, wie auch sexy. Der Cast ist superb und der Film ist stark in Szene gesetzt. Eine gewisse Spannung kann dem Film ebenfalls nicht abgesprochen werden. Zwei-drei Szenen sind irre gut und erinnern z.B. fast an die Tischszene aus Blutgericht in Texas, in welcher das hysterische Gelächter und der Wahnsinn den Zuschauer durch ihre Intensität fast selbst erfassen und dem Wahnsinn überlassen. Klasse!

Der Film fesselt schnell und zeigt sozialkritisch auf, was in Japan teilweise (noch) schiefläuft (Rolle der Frau, Einsamkeit, keine Privatsphäre…). Der Plot fesselt und die Musik, oft klassische Klänge würde ich meinen, passen hervorragend zu den Bildern. Megumi Kagurazaka ist superb und die Nackt-Szenen sind ohne Fogging-Zensur. Ob diesbezüglich die japanischen Gesetze geändert haben? Es ist anzunehmen, da nun auch Schamhaare zu sehen sind.

Megumi Kagurazaka scheint Sion Sono jedoch beeindruckt zu haben, da er sie im gleichen Jahr auch geheiratet hat. Sie ist nun seine Frau. Miki Mizuno (Gamera - Attack of the Legion) und Makoto Togashi (Cure) agieren ebenfalls wunderbar. Aber auch die anderen Figuren gefallen. Vor allem der junge Zuhälter mit Hut (Hommage an Sion Sono? = der trägt immer einen solchen Hut) war ein widerwärtiger Dreckssack wie auch der Schriftsteller-Ehemann. Toll gespielt! Zwar zuweilen arg laut, hysterisch und übertrieben, aber das gehört zum feinen Kino von Sion Sono dazu!

Fazit: Für alle Sion Sono Fans uneingeschränkt zu empfehlen!

Infos:

O: Koi no tsumi

Japan 2011

R: Sion Sono

D: Miki Mizuno, Megumi Kagurazaka, Makoto Togashi, Kazuya Kojima, Ryûju Kobayashi, Hisako Ôkata

Laufzeit der HK-DVD: Ca. 113 Min.

Neusichtung am: Jan. 2022

Fassungen: Mir lag die CAT. III HK-DVD (von CN Entertainment), von Sion Sono am NIFFF original signiert (plus Autogramm einer der Darstellerinnen – ob es Megumi Kagurazaka war, seine Ehefrau?), vor = gute aber nicht sehr gute Bild- und Tonqualität, Schuber, jap. O-Ton, englische Subs, Internationale Fassung (ca. 113 Min.). Der DC läuft ca. 30 Min. länger und gibt es u.a. von REM in Deutschland auf Blu-Ray = Wunschliste! Die neuen Szenen beleuchten die dritte Frau im Film ausführlicher (Polizistin Matsuko).