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Dienstag, 28. Juni 2022

Harte Ziele Review

Harte Ziele

Story:

 

Reiche Gangster (Lance Henriksen, Arnold Vosloo) organisieren für Reiche (u.a. Joe Warfield) Menschjagden in New Orleans. Doch als die Tochter (Yancy Butler) eines Opfers (Chuck Pfarrer) und deren Helfer (Jean-Claude Van Damme) unbequeme Fragen stellen, laden auch diese auf der Abschussliste…

 

Meine Meinung (Unrated Fassung & XXL Rohschnitt-Fassung = Sneak Preview Fassung):

 

Früher habe ich Harte Ziele als besten US-Film von John Woo (The Killer, A Better Tomorrow, Hard-Boiled) betitelt. Heute kann ich das nicht mehr sagen. Dazu müssten zuerst Neusichtungen von Operation: Broken Arrow und Im Körper des Feindes her. Auf jeden Fall ist Harte Ziele für sich gesehen ein unglaublich toller Film und das damalige US-Debüt von John Woo (Windtalkers).

 

John Woo, dem Sam Raimi (Tanz der Teufel) zur Seite stand (Studio hatte Angst, dass Woo zu wenig gut Englisch kann), hatte leider Probleme mit seiner Wunschfassung und dem Studio. Sieht man sich den XXL Rohschnitt-Fassung (=Sneak Preview Cut) an und schaut, was davon in der Un- oder R-Rated (Kinofassung) übrig ist, ist das ein echtes Ärgernis. Die XXL Rohschnitt-Fassung (= Sneak Preview Cut) bietet mehr John Woo Feeling und ist für Fans die bessere Filmfassung.

 

Die Unrated Fassung, welche auch in Gewaltszenen nach wie vor teilweise stark zensiert ist, ist dennoch auch eine gut schaubare Fassung. Ausserdem mag ich die deutsche Synchronisation, da ich Harte Ziele als Kind/Jugendlicher zuerst im deutschen Free-TV sah und selbst in der stark verstümmelten Fassung mochte ich den Film. John Woo abreitet mit Jean-Claude Van Damme (The Last Mercenary). Dieser macht, mit Ausnahme von seiner Frisur, eine gute Figur, so war er doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

 

Vor allem die Zeitlupen-Szenen im Finale komme Van Damme gut zu stehen: da kann er Stunts wie Saltos einlegen, seine Kicks demonstrieren und Gegner blutig ins Jenseits befördern. Für eine US-Actionfilm gibt es sehr viel Action und wenig Plot zu sehen. Der Plot um Menschenjagd ist dünn, aber perfekt geeignet, um dem Fan spektakuläre und blutige Action zu bieten.

 

Das New Orleans Setting kommt dem Film auch gut zu stehen und auch die Musik mochte ich. Sehr Freude hatte ich ausserdem an den Bösewichten des Filmes: Lance Henriksen (House III, Piranha II – Fliegende Killer) und Arnold Vosloo harmonieren prächtig miteinander und sind schön fies, diabolisch und charismatisch.

 

Zudem ist der Film schön politisch unkorrekt (z.B. gegen Übergewichtige wie Eliott Keener, bekannt aus Angel Heart). Abstriche gibt es bei Yancy Butler (zu naiv, unglaubwürdig), dem Humor (weiblicher Cop und Geburtstagskuchen in Schublade) und dem Overacting von Jean-Claude Van Dammes Filmonkel (Nervt: Wilford Brimley). Wobei er bei Neusichtung weniger nervte als früher. Sam Raimis Bruder Ted hat, wie dazumal (Candymans Fluch) üblich, seinen obligatorischen Gastauftritt.

 

Fazit: Harte Ziele ist einer der besten Filme von John Woo und Jean-Claude Van Damme und jedem Actionfan uneingeschränkt zu empfehlen! 

 

Gefolgt von: Hard Target 2

 

Infos:

 

O: Hard Target

 

USA 1994

 

R: John Woo

 

D: Jean-Claude Van Damme, Yancy Butler, Lance Henriksen, Arnold Vosloo, Wilford Brimley, Chuck Pfarrer, Robert Apisa, Joe Warfield, Ted Raimi

 

Laufzeit der deutschen DVD / XXL Rohschnitt-Fassung: 116:24 Min.

 

Neusichtung am: 14.06.22

 

Fassungen: Es gibt mind. fünf Fassungen:

 

1. R-Rated Kinofassung: Schrott, da stark zensiert. 

 

2. Unrated Fassung: Gut schaubar und gibt es auf DVD / Blu-Ray, aber im Gegensatz zur XXL

Rohschnitt-Fassung noch immer in Handlung, Action und Gewalt zensiert. 

 

3. XXL Rohschnitt-Fassung = Sneak Preview Fassung. Die Fassung läuft ca. 116 Minuten. Bei der Fassung handelt es sich eigentlich um die Sneak Preview Fassung. Bei dieser waren die Gäste mit Zeitlupenszenen, Flashbacks und Gewaltszenen nicht zufrieden. 

 

4. Rohschnittfassung von 127 Minuten mit Time-Code (auch Workprint Fassung genannt). 

 

5. Rohschnittfassung von 122 Minuten mit Time-Code (auch Workprint Fassung genannt).

 

Interessant ist, dass der 127minütig Rohschnitt/Workprint Fassung zwar keine Musik und einen laufenden Timecode zeigt, dafür aber eine bessere Bildqualität und ein besseres Bildformat aufweist als die XXL Rohschnitt-Fassung. Und: es gibt sogar noch hier und da etwas mehr Gewalt-Spitzen (Leiche länger zu sehen, ein weiterer Typ wird im Finale erschossen, mehr Einstellungen als der Farbige erschossen wird). 

 

 





 

XXL Rohschnitt-Fassung/Sneak Preview Vs. Unrated DVD

 

 

Montag, 27. Juni 2022

Kill Bill: Vol. 2 Review

Kill Bill: Vol. 2

Story:

 

Beatrix Kiddo (Uma Thurman) führt nach den Ereignissen aus Vol. 1 ihren Rachefeldzug fort. Auf ihrer Abschussliste stehen Budd (Michael Madsen), Elle (Daryl Hannah) und Bill (David Carradine).

 

Meine Meinung:

 

Auf Kill Bill: Vol. 2 war ich leicht gespannt, da ich davon seit der letzten Sichtung nur noch wenig wusste. Und dann hiess es warten, da Netflix Schweiz nur Vol. 1 aber nicht die Fortsetzung im Angebot hatte. Eine Leihe half nun Abhilfe und ich freute mich leicht auf Vol. 2. Leider ist Vol. 2, wie auch der Vorgänger, kein Kracher geworden.

 

Im Gegenteil: Vol. 2 war langweiliger als der Vorgänger. Jedoch würde ich beide als etwa gleich durchschnittlich einstufen. Die Musik war phasenweise einmal mehr sehr gut und etwas vom besten im Film. Weitere Highlights betreffen den spannenden Start des Filmes. Erinnerte mich an den Anfang des späteren Quentin Tarantino Filmes Inglourious Basterds. Das Schwarzweiss kommt den Szenen optisch gelungen und die Spannung ist mörderisch. In den Szenen sind als Gastauftritte Sid Haig (Coffy) und Samuel L. Jackson (Tödliche Weihnachten) zu sehen.

 

Weitere Highlights: die Szenen vor dem «Finalkampf» zwischen Uma Thurman und David Carradine und der Wohnwagen-Kampf zwischen Uma Thurman und Daryl Hannah. Der war wirklich cool und auch gut choreographiert. Zudem geht viel kaputt. Der Abspann inklusive Musik und neuer RIP Widmungen (Lucio Fulci) haben mir ebenso gefallen.

 

Alles andere fand ich lahm und relativ belanglos. Es gibt kaum Action. Yuen Woo-Ping (Hero Among Heroes), der Choreograph der Kampfszenen und die KNB-FX Group, hatten in Vol. 2 so gut wie nichts zu tun (die Szene mit dem Auge war cool). Als grosser HK-Fan sollte man meinen, dass ich die Szenen mit Gordon Liu (spielt eine andere Figur, da sein Charakter in Vol. 1 starb) mochte.

 

Er spielt den Meister von Uma Thurman. Leider waren genau diese Szenen erbärmlich schlecht und peinlich. Die haben den Film stark nach unten gezogen. Da war mir Gordon Lius (The Eight Diagram Pole Fighter) Auftritt in Vol. 1 lieber. Auch sein Schauspiel fand ich schwach, was aber sicherlich mehr am Drehbuch, dem Aussehen und den Dialogen lag. Und ausgerechnet in diese Szenen war die Musik mies. Uma Thurman hat als Schülerin auch nicht überzeugt. Den Part nahm man ihr nicht ab.

 

Fazit: Wer Vol. 1 mochte, kann sich die Fortsetzung auch ansehen. Erwartungen jedoch anpassen = es gibt kaum Action und kaum Effekte. Wo der Vorgänger die Messlatte hoch ansetzte, kann Teil zwei nur verlieren…

 

Infos:

 

O: Kill Bill: Vol. 2

 

USA 2004

 

R: Quentin Tarantino

 

D: Uma Thurman, Michael Madsen, Daryl Hannah, David Carradine, Gordon Liu, Bo Svenson, Samuel L. Jackson, Sid Haig, Perla Haney-Jardine

 

Laufzeit der jap. DVD: 137:36 Min.

 

Neusichtung am: 27.05.22

 

Fassungen: Mir lag die japanische DVD von Universal vor = die Fassung ist ca. 36 Sekunden länger (Handlung, Umschnitte, Verlängerungen etc.). Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es hier nicht mehr Gewalt zu sehen. Die Fassung ist in dieser Form ausserhalb Japans nie erschienen. In Deutschland nur in der regulären US-Fassung zu haben (DVD oder Blu-Ray).

Sonntag, 26. Juni 2022

A Sword Renounced Review

A Sword Renounced

Story:

 

Zatoichi (Sing Lung), ein blinder Masseur, Gambler und Schwertkämpfer, erreicht ein Dorf, in dem er sich mit Gangstern (Chen Hung-Lieh, Chiang Tao, Lung Fei etc.) anlegt…

 

Meine Meinung:

 

In den 60ern und 70ern war die jap. Film-Reihe Zatoichi ein Hit. Es gab sogar ein Crossover mit Jimmy Wang Yu als einarmiger Kämpfer in der Co-Produktion Zatoichi and the One-Armed Swordsman im Jahr 1970. Zwei Jahre später schickt Regisseur Larry Tu Chong-Hsun (The Great Hunter, The Lantern Street, A City Called Dragon) einen weiteren «Zatoichi» Beitrag in die Kinos Taiwans.

 

A Sword Renounced aka The Blind-Swordsman's Revenge (On-Screen Titel) hat mir dabei gut gefallen. Es handelt sich selbstverständlich nicht um einen offiziellen Zatoichi-Film sondern um ein taiwanesisches Plagiat. Dabei haben die Filmemacher die japanischen Originale gut imitiert und kopiert (Zatoichi in Dorf, Gamble-Szenen, Massagen, langsamer Aufbau, Martial Arts, die sich zunehmend steigert etc.).

 

Sing Lung, angeblich ein Barkeeper, der einen Zatoichi-Contest gewann (!!!), spielt den blinden Schwertkämpfer mit Bravour. Starke Leistung von ihm. Angeblich gibt es noch weitere «Zatoichi»-Filme aus Taiwan mit ihm, welche ich mir unbedingt auf die Wunschliste setzen werde (The Blind Hero Fighting Evil Wolf, Trust and Brotherhood, The Hunchback). Er gefällt auch in den Kampfszenen.

 

Nebst grossem Zatoichi-Feeling kommen auch Jimmy Wang Yu Vibes vor. Kang Kais Figur zum Beispiel sieht aus wie ein Jimmy Wang Yu Lookalike aus Shaw Brothers Zeiten. Aussehen, Kleidung, Schauspiel, Selbstaufopferung. Auch hier: toll nachgemacht! Und sogar eine fliegende Guillotine kommt vor, und auch in der Hinsicht sind wir wieder bei Jimmy Wang Yu angelangt (Master of the Flying Guillotine).

 

Nebst Sing Lung und Kang Kai sind noch Lung Fei (Kurzauftritt), Chen Pei-Ling (Born Invincible), Chiang Tao (Kämpfer mit der fliegenden Guillotine) und Shaw Brothers Bösewicht Chen Hung-Lieh (On the Waterfront, Midnight Cowgirl, A Taste of Cold Steel) zusehen, wobei dieser den Fiesling gekonnt überzeugend darstellt (und mich hier und da an David Chiang erinnert hat).

 

Fazit: Sowohl für Fans des taiwanesischen 70er Jahre Eastern wie auch für Zatoichi-Fans zu empfehlen!  

 

Infos:

 

O: Mang jian xue di zi

 

Taiwan 1973

 

R: Larry Tu Chong-Hsun

 

D: Sing Lung, Kang Kai, Chen Hung-Lieh, Chen Pei-Ling, Yi Yuan, Chiang Tao, Lung Fei

 

Laufzeit der HK-VCD: 46:40 Min. (1. VCD) / 42:41 Min. (2. VCD).

 

Gesehen am: 26.05.22

 

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Maga Base vor = Solide Bildqualität, Vollbild statt 2.35:1, mieser Ton (Ton Mal leise bis kaum zu hören, dann wieder da), O-Ton vorhanden ohne englische Subs. Die DVD vom Label entspricht dem gleichen Master. In den USA gibt es eine DVD mit englischen Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Mai 2022).