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Donnerstag, 30. Juni 2022

Reservoir Dogs Review

Reservoir Dogs

Story:

 

Ein Juwelenraub geht in die Hose. Es gibt Tote und Verletze. In einer Lagerhalle geraten sich die Gangster (Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney), die einen Spion in ihren Rehen vermuten, in die Haare…

 

Meine Meinung:

 

Reservoir Dogs gefiel mir nach der 2. Sichtung besser als früher. Dennoch sehe ich den Film, das kultige Film-Debüt von Nerd und Ex- Videothekar Quentin Tarantino (Kill Bill: Vol. 1, Kill Bill: Vol. 2, Once Upon a Time in Hollywood, True Romance) nicht als einen Kracher an. Aber eine durch und durch bemerkenswerte Leistung!

 

Quentin Tarantino, nicht nur Fan von Ital. Filmen, sondern auch Fan von John Woo und Co., liess viele Elemente des Ringo Lam Filmes City on Fire (1987) in Reservoir Dogs einfliessen. Teilweise sind einige Momente fast 1:1 übernommen worden (was mich motiviert, bald City on Fire zu «rewatchen»). Weitere HK Vibes und Hommagen liess Tarantino in True Romance (z.B. A Better Tomorrow 2) oder in Desperado (z.B. From Here to Prosperity) einfliessen.

 

Wer City on Fire nicht kennt, wird die Hong Kong Motive in Reservoir Dogs hingegen nicht wahrnehmen. Was den Plot angeht, ist eine gewisse Spannung gegeben, der Cast rockt und einige der Dialoge sind cool. Vor allem Harvey Keitel (Bad Lieutenant), Michael Madsen (The Hateful 8), Chris Penn (True Romance) und Steve Buscemi (Fargo) haben mir gefallen. Quentin Tarantino selbst spielt auch einen kleinen Part.

 

Es gibt nur wenig Action. Der Plot wird in Rückblenden und nicht chronologisch erzählt. Für sein Debüt trommelte Tarantino einen Traum-Cast um sich. Für die wenigen blutigen Effekte (Ohr-Szene) war die KNB-FX Group (Jenifer, Wishmaster) zuständig. Die Musik fand ich unauffällig, vor allem im Vergleich zu späteren Filmen von Quentin Tarantino. Warum der Film kein Kracher ist? Nebst coolen Dialogen (z.B. Trinkgeld) gibt es definitiv auch Längen in Reservoir Dogs.

 

Fazit: Eindrückliches Regie-Debüt von Quentin Tarantino!

 

Infos:

 

O: Reservoir Dogs

 

USA 1992

 

R: Quentin Tarantino

 

D: Harvey Keitel, Tim Roth, Michael Madsen, Chris Penn, Steve Buscemi, Lawrence Tierney, Edward Bunker, Quentin Tarantino, Kirk Baltz

 

Laufzeit der deutschen DVD: 95:01 Min.

 

Neusichtung am: 15.06.22

 

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Universum Film vor = Doppel-DVD mit Schuber, Deutsch/Englisch mit Subs (gute Synchro), Uncut, gute Bild- und Tonqualität, diverse Extras. Gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray.

Mittwoch, 29. Juni 2022

Fleisch 7

Fleisch 7

Inhalt:

 

Zitat Back-Cover:

 

"Bevor Sie dieses Buch in die Hand nehmen, sollten Sie scher sein, dass Sie einiges verkraften können. - Den Spruch kennen unsere Altleser schon auswendig. Zu trifft er dennoch. Zum siebten Mal servieren Ihnen ausgewählte deutschsprachige Horror-Autoren ein extremes Menü aus Fleisch, Blut, Sex und Tod. FLEISCH - die Königin der deutschsprachigen Horror-Anthologien. Oft kopiert, nie erreicht."

 

Meine Meinung:

 

Die Fleisch-Reihe begibt sich in die 6. Fortsetzung und kann es mit dem Vorgänger (Fleisch sex) nicht ganz aufnehmen. Dort wurde der Schwerpunkt auf Sex gelegt. Dem bleiben sich die Macher treu, nur das der Schwerpunkt diesmal, oh kontrovers, auf Kindern liegt (ohne Sex natürlich), wie man am Cover des Buches bereits erahnen kann.

 

Wie bei den Vorgängern (Fleisch 3, Fleisch 4, Fleisch 5 etc.) besteht das Buch aus Kurzgeschichten. Abgerundet wird die Anthologie durch «Das Kinderkochbuch». Nach jeder Geschichte wird ein Menü (z.B. "Baby Ribs") präsentiert. Wer schwarzen Humor mag, wird das mögen. Die Geschichten sind unterschiedlichster Qualität. Es gibt schlechtere (z.B. Zehn gute Menschen), es gibt bessere.

 

Nicht alle machen Kinder zum Mittelpunkt und das Buch ist weniger kontrovers, als es das Frontcover suggeriert. Teilweise fühlte ich mich an Filme erinnert (Die Nonnenbrut = Hemoglobin, Touristenfalle = Blutgericht in Texas), teilweise geht’s nach dem modernen Zeitgeist zu und her (Geburtsparkour, Für unsere Lieben nur das Beste). Auf Folter à la Hostel und Sex wird auch in manchen Episoden nicht verzichtet (Stimmen, Alessia).

 

Das Buch ist kurzweilig. Richtiger Ekel oder bombastische Episoden sind selten, aber zum Glück dennoch auch (vereinzeln) vorhanden. Der Raumausstatter war eine solche. Ed Gein Vibes. Schön pervers, krank, makaber, fantasievoll. Da fühlte ich mich an Romane von Edward Lee erinnert und musste auch schmunzeln beim Lesen. Und das will was heissen! Sehr innovativ fand ich auch die Sci-Fi Story Scheherazade antwortet nicht (fühlte ich mich etwas an Creature erinnert).

 

Schinderschänder gefiel mir auch, da pervers übertrieben und fantasievoll. Da wird der Spiess umgedreht und Kinderschänder bekommen, was sie verdienen. Bodyhorror-Elemente kommen in Euphorbia ani vor. Auch eine amüsante Geschichte und die letzte, Das Leben ist schön, gefiel auch, da wirklich Mal böse gegen Kinder gerichtet. Die besten Geschichten kamen erst im letzten Vierteil vor, wobei das natürlich auch immer Geschmackssache ist.

 

Wer ein Faible für makabrere Horrorkurzgeschichten hat, macht mit Fleisch 7 alles richtig!

 

Infos:

 

Autor: Verschiedene

 

Herausgeber: Eldur Horror / Eldur Verlag

 

Sprache: Deutsch

 

Buchart: Taschenbuch

 

Anzahl Seiten: 202

 

In Deutschland erschienen: Ja.

 

Erschienen: 2021 (1. Auflage)

 

Roman/Sachbuch: Roman (Kurzgeschichten)

Dienstag, 28. Juni 2022

Harte Ziele Review

Harte Ziele

Story:

 

Reiche Gangster (Lance Henriksen, Arnold Vosloo) organisieren für Reiche (u.a. Joe Warfield) Menschjagden in New Orleans. Doch als die Tochter (Yancy Butler) eines Opfers (Chuck Pfarrer) und deren Helfer (Jean-Claude Van Damme) unbequeme Fragen stellen, laden auch diese auf der Abschussliste…

 

Meine Meinung (Unrated Fassung & XXL Rohschnitt-Fassung = Sneak Preview Fassung):

 

Früher habe ich Harte Ziele als besten US-Film von John Woo (The Killer, A Better Tomorrow, Hard-Boiled) betitelt. Heute kann ich das nicht mehr sagen. Dazu müssten zuerst Neusichtungen von Operation: Broken Arrow und Im Körper des Feindes her. Auf jeden Fall ist Harte Ziele für sich gesehen ein unglaublich toller Film und das damalige US-Debüt von John Woo (Windtalkers).

 

John Woo, dem Sam Raimi (Tanz der Teufel) zur Seite stand (Studio hatte Angst, dass Woo zu wenig gut Englisch kann), hatte leider Probleme mit seiner Wunschfassung und dem Studio. Sieht man sich den XXL Rohschnitt-Fassung (=Sneak Preview Cut) an und schaut, was davon in der Un- oder R-Rated (Kinofassung) übrig ist, ist das ein echtes Ärgernis. Die XXL Rohschnitt-Fassung (= Sneak Preview Cut) bietet mehr John Woo Feeling und ist für Fans die bessere Filmfassung.

 

Die Unrated Fassung, welche auch in Gewaltszenen nach wie vor teilweise stark zensiert ist, ist dennoch auch eine gut schaubare Fassung. Ausserdem mag ich die deutsche Synchronisation, da ich Harte Ziele als Kind/Jugendlicher zuerst im deutschen Free-TV sah und selbst in der stark verstümmelten Fassung mochte ich den Film. John Woo abreitet mit Jean-Claude Van Damme (The Last Mercenary). Dieser macht, mit Ausnahme von seiner Frisur, eine gute Figur, so war er doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere.

 

Vor allem die Zeitlupen-Szenen im Finale komme Van Damme gut zu stehen: da kann er Stunts wie Saltos einlegen, seine Kicks demonstrieren und Gegner blutig ins Jenseits befördern. Für eine US-Actionfilm gibt es sehr viel Action und wenig Plot zu sehen. Der Plot um Menschenjagd ist dünn, aber perfekt geeignet, um dem Fan spektakuläre und blutige Action zu bieten.

 

Das New Orleans Setting kommt dem Film auch gut zu stehen und auch die Musik mochte ich. Sehr Freude hatte ich ausserdem an den Bösewichten des Filmes: Lance Henriksen (House III, Piranha II – Fliegende Killer) und Arnold Vosloo harmonieren prächtig miteinander und sind schön fies, diabolisch und charismatisch.

 

Zudem ist der Film schön politisch unkorrekt (z.B. gegen Übergewichtige wie Eliott Keener, bekannt aus Angel Heart). Abstriche gibt es bei Yancy Butler (zu naiv, unglaubwürdig), dem Humor (weiblicher Cop und Geburtstagskuchen in Schublade) und dem Overacting von Jean-Claude Van Dammes Filmonkel (Nervt: Wilford Brimley). Wobei er bei Neusichtung weniger nervte als früher. Sam Raimis Bruder Ted hat, wie dazumal (Candymans Fluch) üblich, seinen obligatorischen Gastauftritt.

 

Fazit: Harte Ziele ist einer der besten Filme von John Woo und Jean-Claude Van Damme und jedem Actionfan uneingeschränkt zu empfehlen! 

 

Gefolgt von: Hard Target 2

 

Infos:

 

O: Hard Target

 

USA 1994

 

R: John Woo

 

D: Jean-Claude Van Damme, Yancy Butler, Lance Henriksen, Arnold Vosloo, Wilford Brimley, Chuck Pfarrer, Robert Apisa, Joe Warfield, Ted Raimi

 

Laufzeit der deutschen DVD / XXL Rohschnitt-Fassung: 116:24 Min.

 

Neusichtung am: 14.06.22

 

Fassungen: Es gibt mind. fünf Fassungen:

 

1. R-Rated Kinofassung: Schrott, da stark zensiert. 

 

2. Unrated Fassung: Gut schaubar und gibt es auf DVD / Blu-Ray, aber im Gegensatz zur XXL

Rohschnitt-Fassung noch immer in Handlung, Action und Gewalt zensiert. 

 

3. XXL Rohschnitt-Fassung = Sneak Preview Fassung. Die Fassung läuft ca. 116 Minuten. Bei der Fassung handelt es sich eigentlich um die Sneak Preview Fassung. Bei dieser waren die Gäste mit Zeitlupenszenen, Flashbacks und Gewaltszenen nicht zufrieden. 

 

4. Rohschnittfassung von 127 Minuten mit Time-Code (auch Workprint Fassung genannt). 

 

5. Rohschnittfassung von 122 Minuten mit Time-Code (auch Workprint Fassung genannt).

 

Interessant ist, dass der 127minütig Rohschnitt/Workprint Fassung zwar keine Musik und einen laufenden Timecode zeigt, dafür aber eine bessere Bildqualität und ein besseres Bildformat aufweist als die XXL Rohschnitt-Fassung. Und: es gibt sogar noch hier und da etwas mehr Gewalt-Spitzen (Leiche länger zu sehen, ein weiterer Typ wird im Finale erschossen, mehr Einstellungen als der Farbige erschossen wird). 

 

 





 

XXL Rohschnitt-Fassung/Sneak Preview Vs. Unrated DVD