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Sonntag, 25. Mai 2025

The White Reindeer

 

The White Reindeer

Story:

Pirita (Mirjami Kuosmanen) lernt bei einem Rentier-Rennen Aslak (Kalervo Nissilä) kennen und lieben. Beide heiraten. Als Rentier-Jäger ist Aslak jedoch lange abwesend. Pirita, die ohne es zu wissen als Hexe geboten wurde, sehnt sich nach Zärtlichkeit. Die längeren Zeitspannen ohne Ehemann lassen sie einsam werden. Sie versucht es mit einem Liebeszauber. Dieser schlägt fehl. Nun verwandelt sich Pirita in ein weisses Rentier und lockt Männer an, um diese zu töten…

Meine Meinung:

The White Reindeer ist ein finnischer Folklore-Film aus dem Jahr 1952. Die s/w Produktion spielt im Setting der Sámi – ein indigener Stamm.  Die Hauptfiguren gehören diesem Volk an. Was ich gelesen habe, wird mit der Darstellung sehr glaubhaft und respektvoll umgegangen. Das ist schön. Der Film, der an internationalen Filmfestspielen erfolgreich lief und Preise gewann (z.B. in Cannes), war nicht uninteressant. Dank Severin Films Box-Set All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 entdeckt.

Was mir am Film gut gefiel waren seine authentischen Settings (Drehorte und die Darstellung der Sámi), die stimmungsvollen, verschneiten s/w Bilder und auch die Kameraarbeit war beeindruckt. Unter anderem wurde direkt vor Ort im Lappland gedreht, was dem Film optisch unglaublich gut bekommt. Praktisch jede Szene ist mit viel Schnee verbunden. Die Massenszenen mit Rentieren sind beeindruckend, auch wenn es eigentlich in der Schweiz nicht anders läuft (halt mit Kühen oder Schafen). Tierschützern dürften wohl einzelne Szenen negativ ins Auge fallen, aber das hat nicht zu interessieren.

Im Grossen und Ganzen ist der Film für mich kein Kracher, aber ok, solide und nicht uninteressant. Das Schauspiel mutete mir hier und da etwas laienhaft an. Aber ich denke, dazumal war diese Art und Weise des Schauspiels normal. Gerade das Spiel mit der Mimik oder das Zeigen von Emotionen wirkte etwas unecht und übertrieben. Erinnerte mich z.T. an wenige Stummfilme, welche ich sah. Ich denke, das war damals einfach so. Ansonsten muss ich vor allem Mirjami Kuosmanen loben, die, gerade auch in den physischen Szenen, eine starke Präsenz abgibt.

Fazit: Eine nicht uninteressante Fairy-Tale, die für meinen Geschmack durchaus noch etwas fantasievoller und düsterer hätte ausfallen dürfen.

Infos:

O: Valkoinen peura

Finnland 1952

R: Erik Blomberg

D: Mirjami Kuosmanen, Kalervo Nissilä, Åke Lindman, Jouni Tapiola, Arvo Lehesmaa

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 68 Min.

Gesehen am: 02.03.25

Fassungen: Gesehen via All The Haunts Be Ours: A Compendium of Folk Horror Vol. 2 von Severin Films = Region-All-Disc, Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Als Extras gibt es u.a. drei Kurzfilme. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: März 2025).

Samstag, 24. Mai 2025

Bruce and the Iron Finger

 

Bruce and the Iron Finger

Story:

Ein Cop (Bruce Lai) ermittelt in einer Mordserie, in welcher der Täter seine Opfer mit der Iron Finger Technik tötete. Das führt ihn zu diversen Kämpfern (u.a. Bruce Leung), ehe er den richten Täter (Ku Feng) findet…

Meine Meinung:

Von den Filmen aus der The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 1., die ich bisher sah (Enter Three Dragons, The Big Boss Part II, Challenge of the Tiger, The New Game of Death, The Dragon Lives Again), gefällt mir Bruce and the Iron Finger, den ich ursprünglich als VHS aus Holland hatte (ungesehen), am besten. Zugegeben, Bruce Lee – Seine Erben nehmen Rache tönt auch amüsant, aber an den kann ich mich kaum erinnern. Zudem schaute ich davon die deutsche Fassung, nicht jene Version aus Severin Films Box. Nachdem Severin Films ihre Box ankündigten, verkaufte/entsorgte ich das VHS aus Holland.

Der Film von Tu Lu-Po (Magic Curse, Crocodile Evil, The Big Boss 2 – Rache in Shanghai!) überzeugt vor allem durch eine grosse Anzahl an Kämpfen, die zudem stark choreographiert wurden. Längen gibt es praktisch keine. Vor allem am Anfang und Mittelteil gibt es erstmal viel Kampfszenen zu sehen, bevor etwas Plot folgt. Der Plot ist sehr dünn. Auf Klamauk wird fast gänzlich verzichtet und der Cast um Bruce Lai (The Ming Patriots, Bruce Lee the Invincible, Edge of Fury), Bruce Leung (Gang Master, Little Super Man, Kidnap in Rome), Addy Sung Gam-Loi (Twins of Kung Fu, Relentless Broken Blade, The Informer), Ku Feng (The Psychopath, The Avenging Eagle, Kuan - Der unerbittliche Rächer) und Lee Hoi-Sang (Die Schlitzaugen mit dem Superschlag, The36th Chamber of Shaolin, Fists and Guts) ist sehenswert.

Die Kampfszenen und deren Choreographie besorgte u.a. Bruce Leung zusammen mit seinem Bruder. Die Kampfszenen von Bruce Leung und Bruceploitation-Star Bruce Lai sind am besten. Ku Feng, der natürlich den Bösewicht spielt, fällt dabei etwas ab. Die Kampfszenen mit Bruce Lai und Bruce Leung rocken. Die sind schnell und rasant choreographiert. Allgemein macht auch die Kamera einen tollen Job. Der Kurzauftritt von Lee Hoi-Sang mündet in einem harten Kampf auf Leben und tot und die 2-3 Kampfszenen von Addy Sung Gam-Loi können sich auch sehen lassen. Addy Sung Gam-Loi spielt einen Schüler von Ku Feng.

Fazit: Ein sehenswerter Bruceploitation-Beitrag mit vielen tollen Kampfszenen!

Infos:

O: Daai Gaau Tau Jyu Sou Noeng Zi

HK 1979

R: Tu Lu-Po

D: Bruce Lai, Ku Feng, Bruce Leung, Addy Sung Gam-Loi, Lee Hoi-Sang

Laiufzeit der US-Blu: 89:28 Min.

Gesehen am: 01.03.25 / 2. Sichtung Mai 2025

Fassungen: Gesehen via US-Blu-Ray von Severin Films = The Game of Clones: Bruceploitation Collection Vol. 1. Dort liegt der Film leider nur Englisch Dubbed vor. Die Synchronisation ist schlecht. Der 35mm Print hingegen schaut richtig gut aus. Es gibt englische Subs, der Film ist Uncut und es diverse Extras, aber keine exklusiven Extras mit Machern der Produktion. In Deutschland heisst der Film Shaolin Handlock. Die deutsche Blu-Ray von Cargo Records hat drei Vorteile gegenüber der US-Blu-Ray: an den Seiten mehr Bildinfos, eine hellere Bildqualität und die deutsche Synchronisation ist mutmasslich hervorragend (ich habe mir den deutschen Trailer auf YouTube angesehen). Die Disc wandert definitiv in meine Sammlung. Dann gibt es noch Aushangfotos mit Nacktszenen, die bisher in keiner bekannten Fassung gefunden wurden. Eine Fassung im O-Ton Kantonesisch ist mir nicht bekannt. Für zehn CHF versuche ich nun, in China eine DVCD zu kaufen. Die dürfte hingegen auf Mandarin sein statt in Canto. Aber mich nimmt es wunder, ob dort ggf. exklusive Szenen zu sehen sind. Nachtrag Mai 2025: Die oben erwähnte DVCD aus China konnte ich erwerben. Der macht in Mandarin (auch wenn Kantonesisch O-Ton wäre) deutlich mehr Spass als mit dem grottenschlechten und ultramiesen Englischen Dub der Severin Films Blu-Ray. Der Plot ist bekannt, daher störten auch fehlende Untertitel nicht und die Kampfszenen sind, trotz Vollbild, nicht verunstaltet. Extra Nacktszenen gibt es aber auch in dieser Fassung nicht. Sehenswerte Bruceploitation mit viel Kung Fu Szenen. Glück, dass trotz den Bilden auf dem Artwork (die nicht vom Film stammen) der korrekte Film auf der Disc zu finden war. 

Freitag, 23. Mai 2025

Am Ende ist nicht Schluss mit lustig

Am Ende ist nicht Schluss mit lustig

Inhalt:

«Krankheit, Sterben und Tod - da gibt es nichts zu lachen, oder? Harald-Alexander Korp sieht das ganz anders. Lachen wirkt entspannend, hilft Sprachlosigkeit zu durchbrechen und schafft Erleichterung. Dieses Buch beschreibt, wie der Humor als Widersacher der Angst auf spielerische Weise Distanz und zugleich Empathie schafft und die Kraft für das Loslassen stärkt.

Mit zahlreichen Illustrationen, Erfahrungsberichten und praktischen Übungen.»

Meine Meinung:

Auf das Sachbuch mit dem Titel Am Ende ist nicht Schluss mit lustig inklusive dem Zusatztitel «Humor angesichts von Sterben und Tod» wurde ich durch das «Kriminalmärchen» Der Fall Undine aufmerksam. Einem Roman. Was haben die beiden Bücher gemeinsam? Den Autoren Harald-Alexander Korp. Nachdem ich Der Fall Undine zu Ende gelesen hatte, wollte ich wissen, was der gute Herr sonst noch geschrieben hatte und stiess auf das spannende und vielversprechende Buch mit dem Titel Am Ende ist nicht Schluss mit lustig.

Ich arbeite in der Pflege und daher war das Thema auch für mich interessant. Während meinem langen Frei (ich hatte sieben Tage Frei) und nach der 1. Nacht nach dem Frei hatte ich das Buch bereits durch. Ich war auf der einen Seite voller Vorfreude, auf der anderen Seite war ich auch leicht skeptisch. Das vor allem aufgrund der Tatsache, dass ich mit dem deutschen Humor nicht immer was anfangen kann und ich einige Formen von Humor nicht mag (Clowns, stand-up comedians…). Auf der anderen Seite gibt es auch wunderbaren deutschen Humor (Stromberg).

Mir hat Am Ende ist nicht Schluss mit lustig und dessen Inhalt sehr gut gefallen, auch wenn unliebsame Dinge, die mir persönlich nicht zusagen, im Inhalt auch angesprochen werden (Lach-Yoga, Clowns…). Aber im Grossen und Ganzen gefiel mir der Inhalt. Ich merkte sofort, dass Harald-Alexander Korp viel Erfahrung auf dem Gebiet hat (Sterbebegleitung). Zudem fühlte ich seine Passion und dass er mit Herz dabei ist. Sein Handeln ist kongruent. Und das gefällt mir, denn ich bin der Meinung, dass es in der Pflege zu wenig Menschen mit Herz gibt, die den Beruf als Passion verstehen.

Das Buch ist mit Witzen und Karikaturen ausgestattet. Und Sprichwörtern. Es gibt viel evidenzbasiertes Wissen zu lesen. Das Buch ist also auch für Anfänger, die vom Tod und Sterben nicht viel wissen, geeignet, um sich mehr Infos zu dem Thema anzueignen. Die Sterbe- wie auch die Trauerphasen werden angesprochen wie auch die Sicht auf den Tod in unserer Gesellschaft, weitere Definitionen zum Thema Humor und Lachen sowie Erkenntnisse, wie in anderen Ländern (z.B. Mexiko) damit umgegangen wird. Auch wie in anderen Religionen gestorben und getrauert wird, fand ich sehr spannend und interessant. Andere Romane, welche ich bereits gelesen habe, werden im Roman kurz angeschnitten (z.B. Endloses Bewusstsein von Pim van Lommel).

Vor allem die menschliche Seite des Autors, und wie er die Sache sieht und/oder in der Praxis damit umgeht, fand ich herzlich. Ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch und dessen Inhalte, Trost spenden und Unsicherheiten reduzieren, den Weitblick schärfen und zur Reflektion mit dem eigenen Leben aufrufen kann. Es sind auch diverse (z.T. praktische) Übungen im Roman enthalten. Etwas, was ich natürlich aus der Sicht eines Pflegers schön fand (und interessant, wie auch rührend zugleich), waren die ganzen Praxis-Beispiele (aus dem Hospiz), die Harald-Alexander Korp zum Besten gibt. Ich arbeite seit über zehn Jahren als Nachtwache. Warum nicht Mal in einem Hospiz arbeiten? Sogar solche Gedanken hatte ich jetzt nach dem Lesen des Buches…

Fazit: Wer in der Pflege arbeitet, findet damit eine spannende Lektüre vor!

Infos:

In Deutschland erschienen: Ja

Sprache: Deutsch

Verlag: Gütersloher Verlagshaus

Anzahl Seiten: 255

Roman/Sachbuch: Sachbuch

Art: Taschenbuch

Autor: Harald-Alexander Korp

Erschienen: 4. Auflage 2023 (2014)