Dieses Blog durchsuchen

Samstag, 11. Mai 2024

Wrong Turn

Wrong Turn

Story:

Eine Gruppe von Teens (u.a. Eliza Dushku) erleiden im Backwood von West Virgina eine «Autopanne» und werden kurz darauf von Kannibalen gejagt. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…

Meine Meinung:

Wrong Turn, eine Co-Produktion aus Amerika und Deutschland (nebst Stan Winston gab Constantin Film Geld für die Produktion), war eine der erfolgreichsten Horrorfilmreihen der Neuzeit. Die Reihe brachte es (bis 2024) auf fünf Fortsetzungen und ein Reboot. Wrong Turn lief dazumal aber noch im Kino, was man dem Film ansieht. Die Fortsetzungen, die mir schon früher deutlich weniger zusagten, waren alles Direct to Video Vös = weniger Budget & weniger Qualität.

Wrong Turn ist sehr solide und noch immer gut schaubar. Aber mein Filmgeschmack hat sich etwas gewandelt. Der Film ist mir aktuell zu wenig speziell und zu sehr 08/15. Ich empfinde moderne Backwood-Filme mit Ausnahmen (wie z.B. The Hills Have Eyes, House of 1000 Corpses) als ausgelutscht - ähnlich halte ich es mit dem Zombiefilm. Das haut mich kaum mehr vom Hocker. Und Wrong Turn ist halt sehr 08/15 und bietet keinerlei Überraschungen.

Stan Winston (Predator, Congo, Aliens - Die Rückkehr) war nicht nur als Produzent am Film beteiligt, sondern sein Studio realisiert auch die Effekte: Kannibalen-Masken & Gore-Szenen. Daher gibt es einige nette Make-Up Arbeiten der Effekte-Künstler zu sehen. Was den Cast angeht, wurde auf dazumal bekannte Serien-Namen gegriffen: Eliza Dushku (Buffy - Im Bann der Dämonen) oder Jeremy Sisto (spielt in Six Feet Under eine total unsympathische Figur). Obwohl der Film von Regisseur Rob Schmidt ein Erfolg wurde, konnte er in seiner Karriere keine grossen Würfe hervorbringen. Wrong Turn war sozusagen seine "Eintagsfliege".

Der Film ist mehr oder weniger unterhaltsam, actionreich und kurzweilig. Die Figuren sind ok gezeichnet. Was der Film aber leider nicht ist, ist spannend oder stimmungsvoll. In der Hinsicht wirkt der Film zu hell, zu glatt, zu harmlos und der Plot zu gehabt und bekannt. Überraschungen gibt es keine. Daher fliegt der Film auch aus der Sammlung.

Fazit: Horrorfilm-Fans können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Wrong Turn 2: Dead End

Infos:

O: Wrong Turn

USA, Deutschland 2003

R: Rob Schmidt

D: Eliza Dushku, Desmond Harrington, Emmanuelle Chriqui, Jeremy Sisto, Kevin Zegers, Lindy Booth

Laufzeit der US-DVD: 84:06 Min.

Gesehen am: 06.10.2003 / Neusichtung am: 20.02.24

Fassungen: Mir lag die US-DVD von 20th Century Fox vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Den Film gibt es inzwischen auch in Deutschland auf Blu-Ray. Uncut.

Freitag, 10. Mai 2024

Rouge


Rouge

Story:

China in den 30ern: Chan (Leslie Cheung) und Prostituierte Fleur (Anita Mui) einigen sich auf einen Suizidpakt. 50 Jahre später erscheint der Geist von Fleur bei Reporter Yuen (Alex Man) und dessen Freundin Ah Chor (Emily Chu) und bittet um Hilfe, da Chans Geist nie im Afterlife ankam…

Meine Meinung:

Rouge von Stanley Kwan Kam-Pang stand mit Sicherheit noch auf irgendeiner (Wunsch)Liste von mir. Zwar wird der Film in der hkmdb nur als Drama gelistet, dennoch kommt mit Charakter Fleur auch ein Geist im Film vor, der in der Gegenwart klären will, warum ihr ihr Liebhaber nicht ins Afterlife folgte. Zu meiner Überraschung lag der Film schon seit paar Jahren ungesehenen der Sammlung. Ich bekam den einmal von einem Dealer aus Hong Kong als Geschenk.

Der Film startet im China der 30er und es gibt auch im späteren Verlauf immer wieder Rückblenden. Mir hat der Start des Filmes nicht besonders gefallen und auch die Musik-Nummern waren gar nicht mein Fall. Die Szenen in der Gegenwart haben mir viel besser gefallen und waren die stärkeren Momente des Filmes. Der Mix aus Drama, Liebesgeschichte und Ghost-Film funktioniert sehr gut. Auf Klamauk wird verzichtet.

Rouge wirkt wirklich tragisch und dramatisch. Verstärkt wird das sicher auch durch die Tatsache des tragischen und zu frühen Ablebens der Stars Leslie Cheung (A Better Tomorrow) und Anita Mui (My Father Is a Hero). Leslie Cheung nahm sich später das Leben während Anita Mui, wie auch einige ihrer HK-Schauspielkollegen (Lam Ching-Ying, Shing Fui-On), den Kampf gegen den Krebs verlor. Immer, wenn Schauspieler zu früh aus dem Leben scheiden, man denke da nur an Namen wie Bruce Lee (Fist of Fury), Brandon Lee (The Crow – Die Krähe) oder Alexander Fu Sheng (The Treasure Hunters), spielt die Zeit mit und macht daraus Legenden.

Sobald der Plot in die Gegenwart wechselt, ist ein gewisses Fesseln vorhanden und eine leichte Spannung entsteht. Anita Mui holt sich Hilfe von zwei Menschen. Beide sind sympathisch und daher funktioniert der Film auch. Diese werden von Emily Chu (The Plot) und Alex Man (The Dragon Fighter) gespielt. Die besten und einfühlsamsten Momente hat der Film dann, wann Alex Man und Emily Chu merken, dass Anita Mui wirklich ein Geist ist und das Finale, in welchem sie auf ihren Schwarm trifft. Mehr sei an der Stelle nicht verraten!

Fazit: Rouge war mir persönlich zu viel Drama, kann aber gut einmal geschaut werden! Eine gewisse Faszination kann ich dem Film definitiv nicht absprechen...

Infos:

O: Jin Zi Kau

HK 1988

R: Stanley Kwan

D: Leslie Cheung, Anita Mui, Alex Man, Emily Chu

Laufzeit der HK-VCD: 46:17 Min. (1. Disc) / 46:16 Min. (2. Disc)

Gesehen am: 20.02.24 / 2. Sichtung: 11.03.25

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von Deltamac vor = O-Ton, englische Subs, solide Bild- und Tonqualität. Die VCD war ein Geschenk eines Verkäufers aus Hong Kong. Davon gibt es inzwischen viele DVD- und Blu-Ray Varianten, die qualitativ ganz sicher interessant wären. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Feb. 2024). Nachtrag März 2025: Rouge sah ich vor paar Monaten als alte HK-VCD von Deltamac. Die war relativ bescheiden, was die Qualität angeht. Die bekam ich geschenkt. Ich fand den Film knapp ok und wollte dem Film in einer würdigen Fassung nochmals eine Chance geben = UK-Blu-Ray von 88 Films besorgt. Die Szenen im modernen Hong Kong mag ich. Alex Man, Emily Chu und Anita Mui waren stark. Leslie Cheung hingegen überzeugt nicht wie alle Szenen, in den den 30ern (oder 40ern?) spielen. Die Gesangsnummern fand ich zudem furchtbar schlecht und öde. Das Finale war weniger intensiv als bei der 1. Sichtung. Es gibt als Bonus (Nebst Trailer, Booklet, Bildergalerie) zwei Interviews mit dem Regisseur. Das alte Interview ist interessant. Das neue Interview, in dem er Englisch spricht, war mühsam und habe ich abgebrochen und nicht zu Ende gesehen. Dazu gibt es ein Wendecover, einen Schuber, O-Ton, englische Subs. Die Bild- und Tonqualität sind exzellent.

Donnerstag, 9. Mai 2024

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger

Story:

Polizist Dottore (Gian Maria Volontè) bekommt eine Beförderung: er wird in ein wichtiges, mit politischen Themen vertrauten, Team aufgenommen.  Dottores Affäre (Florinda Bolkan) witzelt noch, dass er nun zu wichtig sei und sogar mit Mord davonkäme. Gesagt, getan. Dottore bringt seine Affäre um und amüsiert sich, wie seine Partei damit beginnt, Spuren zu verwischen…

Meine Meinung:

Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, der sogar für einen Oscar nominiert wurde, ist ein Mix aus Poliziotteschi, Polit-Thriller, Sozialkritik und bitterböser Satire, in der das dazumal Ital. System und alle, die es betraf (Rechte, Linke, Anarchisten, Studenten, Kommunisten, Politiker, Polizei, der hart arbeitende 08/15-Bürger etc.), ihr Fett abbekommen. Der Film beginnt mit dem Mord von Dottore an Florinda Bolk, die danach nur noch in Rückblenden vorkommt (= Motive und Charaktereigenschaften von Dotorre und seiner Affäre werden dem Zuschauer nähergebracht).

Der Film erscheint zunächst ernst, driftet aber, vor allem gegen Ende, mehr und mehr Richtung Satire ab. Vor allem das Finale erinnerte mehr an eine Theateraufführung, als an einen richtigen Film. Das Ganze ist, bis in die kleinsten Nebenrollen, stark gespielt. Der mir unbekannte Gian Maria Volontè trägt den Film fast allein, aber auch die anderen Gesellen machen viel Spass in ihren Rollen. Auch Florinda Bolkan (Nonnen bis aufs Blut gequält, La settima donna, A Man to Respect, Don’t Torture a Duckling) ist, quasi als einzige starke Frauenrolle, eine Wucht. Kein Wunder, war sie im Italo-Kino der 70er Jahre so beliebt. Die Musik steuerten Bruno Nicolai (A Virgin Among the Living Dead) und Ennio Morricone (Wenn Du krepierst - lebe ich) bei. Tolle Wahl und auch tolle Musik im Film.

Ich empfand den Film, auch wenn sehr dialoglastig, als sehr unterhaltsam und erfrischend. Ganz leicht erinnert der Film an den viel ernsteren, aber nicht weniger interessanten Film Gewalt - Die fünfte Macht im Staat, den es, wie Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger, in Deutschland bislang (leider) auch nur auf VHS zu sehen gibt. Regisseur Elio Petri war mir bisher auch unbekannt. Wenn ich auf seine Filmographie schaue, könnten ggf. noch A Quiet Place in the Country (Zitat aus einem Letterboxd Review: «a haunting psychedelic spiral into madness» mit Franco Nero) sowie The 10th Victim (Artsy sci-fi mit Ursula Andress) interessant sein.

Fazit: Interessant und sehenswert!

Infos:

O: Indagine su un cittadino al di sopra di ogni sospetto

Italien 1970

R: Elio Petri

D: Gian Maria Volontè, Florinda Bolkan, Gianni Santuccio, Orazio Orlando, Sergio Tramonti, Arturo Dominici, Aldo Rendine

Laufzeit der Ital. Blu-Ray: 115:14 Min.

Gesehen am: 20.02.25

Fassungen: Mir lag die Ital. Blu-Ray von Lucky Red vor = 4K Restauration, Uncut, Ital. O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Gibt es in Deutschland nur auf VHS (Stand: Feb. 2024).