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Montag, 28. Oktober 2019

Skinner Review

Horroktober 2019
Skinner

Story:

Dennis Skinner (Ted Raimi) ist ein Serienkiller, der es vor allem auf Prostituierte abgesehen hat. Er häutet seine Opfer. Er findet bei Kerry Tate (Ricki Lake) eine Wohnmöglichkeit. Diese bringt sich damit in Lebensgefahr. Ein Ex-Opfer (Tracy Lords) von Skinner will Rache und ihm das Handwerk legen…

Meine Meinung:

Skinner war ein Blindkauf, der sich nicht gelohnt hat. Trotz Namen wie Ted Raimi (Bruder von Sam Tanz der Teufel Raimi), Traci Lords (Ex-Porno-Sternchen) und der KNB FX-Group (Jason Goes to Hell, Bride of Re-Animator). Ich wusste nur, dass es ein Horrorfilm mit Ted Raimi in der Hauptrolle ist, die Disc kam von Severin Films (haben immer ein interessantes Programm) und vor allem die Tatsache, dass man hier eine Unrated Fassung (die meisten VHS/DVDs entsprechen nur der zensierten R-Rated Fassung = mehr dazu unter Fassungen) liess mich zusätzlich aufhorchen.

Der Film hat mir aber gar nicht gefallen. Wirklich gar nicht. Der Low-Budget Serienkiller-Film mit Killer, der einen Fetisch auf Prostituierte und Menschenhaut hegt, konnte mich zu keiner Sekunde überzeugen. Es gab so Vieles, was mir missfiel. Anfangen bei der Tatsache, dass null Spannung und Stimmung geboten werden, bis hin zu einer total unoriginellen und total langweiligen Story und Inszenierung.

Ich musste spulen. Ted Raimi, den ich ansonsten nur von Nebenrollen her kenne (Evil Dead 2, Candymans Fluch, Harte Ziele), konnte mich in einer raren Hauptrolle nicht überzeugen. Sein Schauspiel und Overacting wirkte mehr komisch, unfreiwillig komisch und zuweilen einfach nur unglaubhaft und lächerlich. Die anderen Figuren waren ähnlich trist (Tracy Lords ist eine Katastrophe, hat im regulären Film nichts verloren).

Der Film wirkt im Grossen und Ganzen billig (Optik, Settings, Musik gefiel und passte auch gar nicht) und das Ende war enttäuschend. Da reisen auch die KNB-FX Group Effekte nicht vom Hocker (so oder so überzeugt nur eine einzige Effekte-Szene im Film – der Rest ist nicht der Rede wert). Allgemein sehr unblutiger und nicht expliziter Film mit wenig «Horror-Action».

Fazit: Durch und durch nicht zu empfehlen. Zeit- und Geldverschwendung! Unrated Fassung hin oder her…

Infos:

O: Skinner

USA 1993

R: Ivan Nagy

D: Ted Raimi, Ricki Lake, David Warshofsky, Richard Schiff, Traci Lords, Blaire Baron

Laufzeit der US-Blu Ray: Ca. 88 Min.

Gesehen am: 01.10.19

Fassungen: Mir lag die Code Free US-Blu Ray von Severin Films vor = Neues Master (Unrated), sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, exklusive Extras. Gegenüber der US-DVD hat die Blu Ray oben und unten weniger Bildinfos. Die US-LD soll auch schon der Unrated Fassung entsprochen haben, während andere Fassungen zensiert und nicht zu empfehlen sind. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2019).

Sonntag, 27. Oktober 2019

Mystics in Bali



Horroktober 2019 / NIFFF 2004 Spezial
Mystics in Bali

Story:

Eine Australierin (Ilona Agathe Bastian) wird im indonesischen Busch von einer Hexe (Sofia W.D.) verzaubert und als tödliches Werkzeug für Morde und das Besorgen von Blut missbraucht. Ihr Freund Mahendra (Yos Santo) und später ein Priester kämpfen gegen die Hexe an…

Meine Meinung:

Der von Mondo Macabro als «the Holy Grail of Asian Cult Cinema» betitelte Film aus Indonesien (z.T. auch in Australien gedreht), den ich 2004 am NIFFF erleben durfte (war ziemlich eindrückliches Erlebnis), ist nebst dem taiwanesischen Film The Witch with the Flying Head wohl der bekannteste Krasue Film, der ausserhalb Asiens auch bei Genre-Fans und Sammlern bekannt sein dürfte.

Die Neusichtung brachte einige neue Eindrücke zustande:

Erst in den letzten Jahren erfuhr ich, dass die regulären Fassungen zum Film von ca. 111 Minuten auf ca. 85 Minuten zensiert wurde. Es soll nur Handlung fehlen. Dies betrifft viele Filme aus Indonesien oder den Philippinnen (z.B. Zuma 2). Bei der Neusichtung hat man das gemerkt. Zwar ist dadurch sicherlich das Tempo höher und potenzielle Füll-Szenen sind raus geflogen, aber die Story wirkte nicht immer durchdacht, z.T. leicht wirr und vor allem fühlbar sprunghaft.

Dies ist aber nur ein kleines Manko. Überrascht war ich, als der Film nur in Englisch abspielbar war. Die Englische Synchro ist leider bei einer Stimme (die der Hexe) sehr schlecht geraten, was nervt und an miese Ocean Shores Synchronisationen erinnert. Das gleich-miese Niveau. Ich war im Glauben, dass die Mondo Macabro Fassung im O-Ton wäre. Falsch erinnert.

Der dritte Punkt, der mich überraschte, war folgendes: in Sachen Splatter und/oder Blutgehalt ist der Film enorm zahm. Man kann eigentlich kaum von echten Splatter-Szenen sprechen. Der fliegende Kopf, der die Opfer blutig aussaugt, kommt schon eher in The Witch with the Flying Head zum Tragen, aber nicht hier. Das ist aber nicht negativ, da der Film daneben genug sonderbare, obskure und skurrile Effekte und Verwandlungsszenen zu bieten hat:

Make-Up Maske der Hexe (vor allem die langen Fingernägel waren cool)

Fliegender Kopf mit Innereien dran (nur wenn sich der Kopf vom Körper löst, sah es extrem billig aus)

Laserstrahlen CGI (analog zum damaligen Taiwan und HK Kino) im Finale

Diverse Verwandlungsszenen (in Schweine und/Schlangen) *

* die Effekte Highlights (hatte schon fast Kaiju Charakter)

Dadurch gibt es genug zu bestaunen, auch wenn echter Splatter fehlt und man auch einige sehr billige Tricks in Kauf nehmen muss.

Im Grossen und Ganzen ist H. Tjut Djalils (The Warrior and the Ninja, Satan's Bed oder Lady Terminator) Film jedoch sehenswert – vor allem für Fans des obskuren, asiatischen Kinos!

Infos:

O: Leák

Indonesien, Australien 1981

R: H. Tjut Djalil

D: Ilona Agathe Bastian, Yos Santo, Sofia W. D., W.D. Mochtar, Debbie Cinthya Dewi, Itje Trisnawati

Laufzeit der US-DVD: 85:46 Min.

Gesehen am: NIFFF (Juli) 2004 / Review überarbeitet: Okt. 2018 / Neusichtung (US-Blu-Ray): 04.04.26

Fassungen: Mir lag die Code Free DVD aus den USA von Mondo Macabro vor = Neues Master (= anamorph, hervorragende Tonqualität), diverse Extra vorhanden und korrektes Bildformat. Jedoch sind zwei Dinge negativ: es handelt sich nur um eine stark zensierte Version (soll aber nur Handlung fehlen, Uncut = ca. 111 Min.) und es liegt nur die Englische Fassung vor (die Stimme der Hexe tönt sehr billig à la eine Ocean Shores Synchro vom Niveau her). O-Ton und Uncut ist nur die VCD aus Indonesien (dafür keine Subs und nur Vollbild). Schade, dass Mondo Macabro diese Fassung nicht noch als Bonus auf die Disc geknallt hat. Vom Film gäbe es noch einige exotische Fassungen, die in Sammlerkreisen gehandelt werden: VHS aus Japan (wunderschönes Cover), VHS aus Hong Kong (dito), eine Betamax aus Indonesien (auch Uncut und im O-Ton wie die VCD) plus eine VHS aus Malaysia von Speedy Video (vom Cover her wüsste man nicht, dass es sich um Mystics in Bali handelt = diese Fassung ist nicht Uncut aber 16 Min. länger als die US DVD/jap. VHS Fassung). Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2019). Nachtrag April 2026: Heute via neue US-Blu-Ray von Mondo Macabro den Film erstmals im O-Ton mit englischen Subs gesehen. Der Film hat die Neusichtung bestanden und der Film kommt im O-Ton statt Englischem Dub klar angenehmer und besser (nur schon die Stimme der Hexe). Nebst der Exportfassung befindet sich auch erstmals im Bonus die zweistündige Langfassung an Bord. Szenen aus der Langfassung liegen in einer schlechteren Qualität vor. Der Rest des Masters sieht auch sehr gut aus, was leider nicht vom Schuber und Cover-Artwork behauptet werden kann (schaut zu modern aus). Das Booklet war cool und auch andere exklusive Extras waren spannend (u.a. Interview mit dem Regisseur). Die Effekte des Filmes sind auch heute noch innovativ und einzigartig. Toll. 

Samstag, 26. Oktober 2019

Kuroneko Review

Horroktober 2019
Kuroneko

Story:

Eine Tochter und eine Mutter (Nobuko Otowa, Kiwako Taichi) werden von Samurais vergewaltigt und getötet. Sie kehren als Katzen-Geister ins Leben zurück um Samurais zu verführen um sie danach töten und ihr Blut trinken zu können. Der örtliche Samurai-Chef Reiko (Kei Sato) beauftragt Samurai Gintoki (Kichiemon Nakamura), dem Fall nach zu gehen und den Gegner zu töten. Gintoki bekommt einen Schock und Gewissenbisse, als er erkennt, dass die Geister seine ehemalige Mutter und Frau sind…

Meine Meinung:

Regisseur Kaneto Shindô (Children of Hiroshima), der 100 Jahre alt geworden ist und auch für den grossartigen Onibaba verantwortlich war, hat Ende der 60er mit Kuroneko einen wunderschönen Geisterfilm geschaffen, der anderen (asiatischen) Ländern wie Taiwan, Hong Kong, Südkorea, Indonesien, Thailand oder den Philippinen Mal wieder in Sachen Qualität, Schauspiel, Effekte und Kameraarbeit um Lichtjahre voraus war. Daher auch wenig überraschend, dass es Film-Studios wie Toei, Toho oder Nikkatsu auch heute noch gibt. Die Japaner tragen Sorge zu ihren Filmen.

Kuroneko war ein Blindkauf. Ich wusste nur, dass es ein japanische Geisterfilm ist (Ghost Cat Mal wieder). Mehr nicht. Da der Film von Criterion und/oder Eureka veröffentlicht wurde, liess mich annehmen, dass ich es mit einem anspruchsvolleren Film zu tun bekommen würde. Und so war es. Der in s/w gedrehte Film erzählt eine spannende, intelligente und extrem stimmungsvolle Geister-Samurai-Story, die fesselt, unterhält und dank der wunderschönen Bildsprache und Kameraführung auch zu gruseln vermag (der erste Ritt durch den Wald mit dem Samurai war absolut grandios in dieser Hinsicht).

In Sachen Atmosphäre gibt der Film, der actionreich beginnt, um sich danach ruhig zu entwickeln (was die Story mit dem zurückkehrten Sohn/Ehemann als Samurai angeht inklusive dessen Gewissensbisse) unschlagbar. Dazu kommt, dass die Figuren allesamt sehr gut gespielt werden. Glaubhaft. Nicht billig. Ohne Overacting. Die Effekte und Kameraführung/Einstellungen können sich, wie es dazumal bei den Japanern üblich war, auch mehr als sehen lassen. Zum Geniessen!

Wer gerne alte Klassiker mag, die noch Wert auf Story, Story-Entwicklung, Figuren und Stimmung legen (und sich am klassischen Setting nicht stören), finden einen wunderschönen Film aus Japan vor, der sich lohnt angesehen zu werden! So muss Kino aussehen! Schade, dass die Japaner heute nicht mehr solche Filme machen…

Infos:

O: Yabu no naka no kuroneko

Japan 1968

R: Kaneto Shindô

D: Kichiemon Nakamura, Nobuko Otowa, Kiwako Taichi, Kei Satô, Taiji Tonoyama

Laufzeit der UK-Blu: 99:21 Min.

Gesehen am: Okt. 2019

Fassungen: Mir lag die UK-Blu Ray von Eureka vor = Booklet, DVD/Blu-Ray, Uncut, Jap. Ton und englische Subs und eine ausgezeichnete Bild- und Tonqualität zeichnen diese Vö aus. Stark! Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Okt. 2019).