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Dienstag, 18. Juli 2023

Krähen


Krähen 

Inhalt inklusive meiner Meinung:

 

Krähen wollte ich mit der Kollegin im Kino schauen gehen und habe es aufgrund Krankheit verpasst. In Bern lief die Dokumentation aus der Schweiz, welche über Krähen berichtet, nicht mehr. Ende Mai war ich in Zürich und siehe da: dort lief Krähen noch. Also haben wir den Kinobesuch nachgeholt und was soll ich sagen? Es lohnt sich!

 

Ich bin kein Kenner von Krähen. Ich wusste nur, dass es intelligente Tiere sind, ich mag Krähen und finde sie schön. Mein Kumpel hatte früher Mal eine Krähe. Krähen sind die einzigen Vögel, welche mich nicht nerven. Reguläres Vogelgezwitscher und- Gesang nerven mich nämlich sehr (nebst Laubbläsern), so jedoch nicht die Geräuschkulisse von Krähen. Und ich weiss, dass Krähen auch in Filmen eine wichtige Rolle spielen, so z.B. in Dario Argentos Opera oder dem Film The Crow.

 

Wer also Krähen mag, schön findet und/oder interessant, wird nur schon aufgrund des Settings Krähen mögen. Die Dokumentation stammt von Martin Schilt und es handelt sich um eine einheimische sprich Schweizer Dokumentation. Der Film startet und endet mit coolen Animationen. Auch der Abspann ist ein Genuss für Krähen-Fans. Dazwischen wird auf die Krähen eingegangen. Es geht nicht primär um die Krähen selbst, sondern wie diese auf uns Menschen reagieren und sich anpassen.

 

Die Evaluation (Krähen werden die Menschen sicher überleben) und deren kognitiven Stärken werden anhand von spannenden und eindrücklichen Beispielen gefilmt, erklärt und studiert. Dabei kommen diverse Profis, Wissenschaftler und Forscher zu Wort und es wurde in unterschiedlichen Ländern gedreht, u.a. in den USA, Indien (Müllberge) aber auch Japan. Dabei gibt es viele wunderschöne Aufnahmen aus besagten Ländern zu sehen. Allgemein gibt es tolle Naturkulissen und Aufnahmen zu bestaunen. Und sie zeigen, wie in jedem Land mit Krähen umgegangen wird. Selbstverständlich packen die Japaner gewisse Probleme am besten an, da disziplinierter.

 

Fazit: Krähen ist unterhaltsam, schön, lustig & interessant!

 

Infos:

 

O: Crows

 

Schweiz 2021

 

R: Martin Schilt

 

D: -

 

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 90 Min.

 

Gesehen am: 24.05.23

 

Fassungen: Im Schweizer Kino gesehen im O-Ton (diverse Sprachen mit deutschen Subs). Ob die Doku einmal auf DVD/Blu-Ray erscheinen wird (oder Stream?) ist mir nicht bekannt.

Montag, 17. Juli 2023

Evil Dead Rise


Evil Dead Rise 

Story:

 

Eine Familie (u.a. Lily Sullivan, Morgan Davies, Gabrielle Echols, Nell Fisher) kämpft in einem Häuserblock gegen dämonische Mächte (u.a. Alyssa Sutherland) und um ihr Überleben…

 

Meine Meinung:

 

Das Remake von Evil Dead gefiel mir nach der 2. Sichtung nicht mehr bzw. nur noch durchschnittlich gut. Evil Dead Rise verpasste ich leider (siehe mehr dazu unter Fassungen). Nun holte ich die Sichtung via Stream nach, nachdem doch so was wie ein kleiner Hype um den Film entstanden ist. Der Film vom The Hole in the Ground Regisseur wurde von Bruce Campbell (Star der Originalfilme), Sam Raimi (Regisseur der Originalfilme) und von Rob Tapert (Produzent der Originalfilme) produziert. Bruce Campbells Stimme ist zudem auf dem Filmtonband zu hören.

 

Gute Vorzeichen? Jein. Der Film kommt nicht in die Sammlung. Ich würde den Film als soliden Durchschnittsfilm bezeichnen. Evil Dead Rise ist für eine einmalige Sichtung gut geeignet. Besser wäre es jedoch gewesen, den Film ohne "Evil Dead" Bezug mit einem anderen Titel zu veröffentlichen. Der Film hat einige Querverweise zu den Original-Filmen. Dem modernen Netflix, TikTok und Co. Konsumierer wird das aber nicht auffallen.  Der Film erinnert zum Teil an Filme wie Der Exorzist, The Grudge, Demons 2 und Shining.

 

Was mich störte war der Start des Filmes. Deplatziert und passt nicht zum Rest des Filmes. Die Kamerafahrt wirkte zu unecht, zu digital, zu modern. Gleiches gilt für die Titeleinblendung. Cool hingegen war der Abspann. Den Plot von der Hütte in einem Wald in ein anderes Setting zu verlegen, fand ich hingegen gut. Eine willkommene Abwechslung. Die Jump-Scares und The Grudge Einflüsse (wie sich die besessene Alyssa Sutherland bewegt) waren aber relativ billig. Schon 100x gesehen. Und auch die Einflüsse von Diversität fallen in mehreren Szenen/Beispielen negativ auf, auch wenn viel harmloser, als z.B. bei Netflix und Co.

 

Ansonsten war der Film technisch stark inszeniert, wenn auch sehr dunkel (Stilmittel?). Der Film unterhält aber und schafft es zuweilen auch, zu fesseln, zu packen und eine gewisse Spannung aufzubauen. Es wird gut unterhalten und ich mochte den langsamen Spannungsaufbau des Plots. In Sachen Gore gibt es auch einiges zu sehen, auch wenn der Film in der Hinsicht dem Hype auch nicht ganz gerecht wird. 

 

Viele Gore-Szenen sind viel zu kurz zu sehen (Schrotflinten-Action im Korridor z.B.) oder der Film in den zu dunkel. Viel Kunstblut wurde eigentlich nur in zwei Szenen gebraucht (die Lift-Szene und in der Final-Szene). Abgesehen davon nichts Besonderes, wenn auch interessant, dass Filme von grossen Studios scheinbar (in Deutschland) nie Zensurprobleme bekommen. Würde ein Independent Filme solchen Gore zeigen, wäre der sicher "nur" über die Schweiz und Österreich Uncut zu bekommen.

 

Fazit: Wird dem Hype nicht gerecht! Fans können zwar einen Blick riskieren, aber ich bleibe da lieber bei den alten Filmen…

 

Infos:

 

O: Evil Dead Rise

 

USA 2023

 

R: Lee Cronin

 

D: Lily Sullivan, Alyssa Sutherland, Morgan Davies, Gabrielle Echols, Nell Fisher

 

Laufzeit der Streaming-Version: Ca. 97 Min.

 

Gesehen am: 23.05.23

 

Fassungen: Der Film lief in der Schweiz, mit Ausnahme des BRUGGGORE Filmfestival, nicht regulär in den Kinos (dafür Schrott wie Winnie the Pooh: Blood and Honey oder Cocaine Bear). Und das BRUGGGORE Filmfestival habe ich dieses Jahr leider verpasst. Daher via Stream gesehen in deutscher Sprache: Uncut, HD, deutsche Synchronisation eigentlich absolut ok und gut mit Ausnahme der Stimme der kleinen Tochter. Wirkt zu alt für das kleine Mädel. Soll von Warner am 13.07.23 in Deutschland auf DVD/Blu-Ray/UHD erscheinen.

Sonntag, 16. Juli 2023

Das Lebensende und ich

Das Lebensende und ich

Inhalt:

"Warum nur haben wir solche Angst vor dem Sterben, wo es doch Milliarden vor uns auch schon getan haben? Also setzen wir uns einmal damit auseinander. Ein bisschen so, wie man das vor einer Geburt ja auch tut. Leicht wird der Umgang mit diesem Thema sicher nie. Aber vielleicht leichter, wenn es Zeit für eine Art Vorbereitung gibt."

 

Meine Meinung:                                                                   

 

Ich war vor paar Monaten in Thun an einer Buch-Vorlesung. An dieser haben die Autoren Steffen Eychmüller (Professor für Palliativmedizin) und Sibylle Felber (wirkt in der nationalen Strategie Palliative Care mit) ihr Buch Das Lebensende und ich (Anregungen für einen leichteren Umgang mit der Endlichkeit) vorgestellt. Es war ein spannender und informativer Abend. Das Thema Tod ist in unserer Gesellschaft noch immer ein Tabuthema. Der Vergleich, sich ähnlich wie vor einer Geburt damit zu befassen, zu organisieren, zu planen und sich zu informieren, ist eine gute Idee.

 

Denn – wer weiss denn schon, wie z.B. die eigenen Eltern mit dem Thema umgehen? Oder was sich diese wünschen? Wie deren Beerdigung aussehen soll? In meinem Fall kann ich annehmen, dass mein Vater Vorkehrungen getroffen hat. Darüber gesprochen wird aber nicht. Man sei ja gesund und befasse sich damit nicht, auch wenn viele der eigenen Freude in seinem Alter bereits wegsterben. Meine andere Hälfte (Mutter), spricht hingegen gar nicht über solche Dinge. Da weiss ich auch praktisch nichts. Wenn also etwas passiert, kann Druck für die Angehörigen entstehen. Und es gibt in den besten Familien Konflikte und Streitigkeiten.

 

Das sehe ich in meinem Beruf als Dipl. Pflegefachmann genug. Auch dass sich Angehörige nicht einig sind, wenn es um das Thema sterben geht. Dass Angehörige unrealistische Ängste haben. Oder verschlimmbessern, weil sie nicht Bescheid wissen und nur helfen wollen. Oder dass Angehörige untereinander Konflikte haben. Und da zu wenig qualifiziertes Personal (zumindest in der Langzeitpflege), welches mit den Angehörigen darüber professionell sprechen könnte. Informieren kann. Ängste nehmen kann. Deshalb ist der Dialog und/oder auch eine Patientenverfügung sinnvoll.

 

Für mich als Profi bringt Das Lebensende und ich nichts Neues. Aber es ist definitiv eine gelungene Lektüre für Betroffene. Damit meine ich Menschen, die am Sterben sind, Menschen, die chronische Krankheiten haben, Menschen, die vor kurzem jemanden verloren haben oder Menschen, welche z.B. ihre Eltern mit dem Thema sensibilisieren wollen. Ich werde das auch planen: mit den Eltern zusammensitzen, ihnen das Buch schenken und darüber sprechen. Es zumindest versuchen. Mehr kann ich als Kind nicht tun. 

 

So wie das Buch keine Seitenanzahl hat, so gibt es kein Inhaltsverzeichnis. Das Buch bringt Erfahrungen, evidenzbasierte Fakten und Studien-Auswertungen zusammen. Es gibt Bereiche wie "Die Angst vor dem Leiden", "Die Zeit vor dem Sterben" oder "Und was kommt nach dem Sterben?". Das Buch gibt für Laien einfach erklärt wieder, was Sache ist. Warum Morphin nicht schädlich ist, warum es teilweise ungeeignet ist, sterbende Menschen noch mit Nahrung und Flüssigkeit vollzupumpen, um was es sich beim Todesrasseln handelt, was genau beim Sterben passiert etc.

 

Das Buch nimmt den Leser auch in eine aktive Rolle. Es gibt mehrere Seiten, wo Gedanken notiert werden können. Wo Fragen gestellt werden (was würdest du tun, wenn du wüsstest, dass du morgen sterben würdest? Wen willst du an der Beerdigung sehen, wen nicht?). Das ist gut so, damit man sich individuell damit befassen kann. Was ich vermisst habe, waren die Sterbe- und Trauerphasen. Die kamen nicht zu Wort. Selbst die Erkenntnis, dass es diese Phasen gibt, könnte helfen. Was mir persönlich nicht gefiel, waren die Filmempfehlungen, die es praktisch auf jeder Seite gibt. Ich mag keine klischeehaften, zu dramatischen (Hollywood)-Filme zu dem Thema Sterben. Ich tue den Autoren jetzt aber auch unrecht, da auch Dokumentationen zu dem Thema empfohlen werden und ich mir die Filmtitel auch gar nicht wirklich angeschaut habe. Teilweise gibt es auch hilfreiche Links.

 

Wer sich oder andere zum Thema Sterben sensibilisieren möchte, sei nebst Über das Sterben von Gian Domenico Borasio auch dieses Buch sehr zu empfehlen!

 

Infos:

 

In Deutschland erschienen: Ja

 

Sprache: Deutsch

 

 Verlag: Stämpfli

 

Anzahl Seiten: Hat keine offizielle Seitenanzahl

 

Roman/Sachbuch: Sachbuch

 

Art: Taschenbuch

 

Autor: Steffen Eychmüller, Sibylle Felber

 

Erschienen: April 2022