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Mittwoch, 14. Oktober 2020

Biotherapy Review

Horroktober 2020

Biotherapy

Story:

Eine maskierte Person mit scheinbar übernatürlichen Kräften tötet einige Wissenschaftler. Zwei können entkommen während sie um ihr Leben fürchten. Die Polizei/Agenten (?) sind hinter der rätselhaften Gestalt her…

Meine Meinung:

Biotherapy sah ich nun zum ersten Mal in einer legalen Fassung (mehr dazu unter Fassungen) und in der 2. Sichtung hat mir der japanische Kurzfilm mehr Spass bereitet. Als ich den Film 2015 das erste Mal sah, war ich mehr oder weniger, durch zu hohe, falsche Erwartungen, enttäuscht gewesen. Mit angepassten Erwartungen gefiel mir Biotherapy, eine Mitte der 80er Jahre Kurzfilm-Produktion aus Japan, besser.

Der Film in der Tradition von japanischen Splatter-Kurz-Filmen wie Cyclops, Conton, Guzoo oder Nighty Night würde aktuell bei der Flut an Superhelden-Filmen fast als solcher durchgehen (halt als Bösewicht statt als Held) wäre da nicht das Ende, welches die maskierte Gestalt als Alien entpuppt (die Maske erinnert mich an den von Troma vertriebenen Film Nightbeast).

Die Story gewinnt keinen Oscar und optisch sind die Attacken des Aliens interessant umgesetzt worden. Dazu gibt es einige sehr kreative und fiese Tötungsszenen, wenn das Alien den Wissenschaftlern nach dem Leben trachtet. Dieses versucht damit die Zukunft zu verändern und ist aus dieser angereist (ein wenig an The Terminator erinnernd).

Die Filmemacher legten am meisten Wert auf blutige Spezialeffekte, von denen es ca. 3-5 gute zu sehen gibt inklusiv dem Alien-Make-Up. Liebevolle Effekte-Sequenzen, die von den Maskenbildern und Effekte-Machern sehenswert (für diese Art Film) umgesetzt wurden und denen der Film seinen «Ruf» verdankt (siehe Making of nach dem Film).

Fazit: Für Fans des japanischen Untergrund- und Splatter-Filmes interessant!

Infos:

O: Baioserapii

Japan 1986

R: Akihiro Kashima

D: Jun'ichi Haruta, Yumiko Ishikawa, Hirohisa Nakata

Laufzeit der jap. VHS: 35:42 Min.

Gesehen am: Feb. 2015 / Review überarbeitet am: Okt. 2020

Fassungen: Für eine 2. Sichtung lag mir nun eine offizielle Fassung vor (Bootleg DVD schon entsorgt) = gute Bild- und Tonqualität, Japanisch ohne Subs, mit Making of (nach dem Film), Uncut. Eine andere (legale) Fassung zum Film ist mir nicht bekannt (Stand: Sept. 2020).

Dienstag, 13. Oktober 2020

Flesh for Frankenstein Review


Horroktober 2020

Flesh for Frankenstein

Story:

Baron Frankenstein (Udo Kier) und sein Assistent Otto (Arno Jürging) wollen neues Leben (einen Mann und eine Frau) erschaffen und gehen dabei über Leichen – zudem planen sie dank den zwei selbst erstellten Menschen Kinder in die Welt zu stellen. Dumm nur, dass der Diener und Sexsklave (Joe Dallesandro) von Barons Schwester (Monique van Vooren) seinen ehemaligen, getöteten Kumpel (Srdjan Zelenovic) als «Barons» Experiment wieder erkennt…

Meine Meinung:

Flesh for Frankenstein ist in meinen Augen die beste Verfilmung der Frankenstein Geschichte. Paul Morrissey, der oft mit Künstler Andy Warhol zusammenarbeitete (der Film heisst zum Teil auch Andy Warhols Frankenstein), der den Film auch produzierte, schuf Anfang der 70er mit beliebter 3D-Technik die wohl blutigsten, verrückteste und unterhaltsamste Frankenstein Variante.

Der Film, der durch eine grandiose deutsche Synchronisation und das Over-Acting aller Beteiligten, allen voran von Udo Kier (sicherlich eine seiner besten Rollen!), gefällt, erzählt eine Mischung aus Frankenstein-Motiven, sexuellen Perversionen und viel Blut. Dabei ist der Film sehr unterhaltsam aber auch nicht ernst zu nehmen, was den Schockfaktor angeht.

Dafür sind einige Tricks und Spezialeffekte als solche viel zu gut zu erkennen (die Köpfung). Tabubrechender sind die Szenen, die eine Art Nekrophilie beinhalten. Udo Kier (Suspiria, Bacurau) ist wie gesagt eine Wucht. Er alleine trägt nebst deutscher Sprachfassung, Blutgehalt und Schmuddel-Szenen den Film von allein.

Aber auch der restliche Cast ist sehenswert: Joe Dallesandro (Die wilde Meute) war Stamm-Schauspieler in Filmen von oder um Themen von Andy Warhol und auch der Deutsche Arno Jürging passt mit seinem verrückten Auftreten (diese Augen, dieser verrückte Blick!) perfekt in eine Rolle und steht Udo Kier in Sachen Over-Acting, vor allem im Finale, in nichts nach. Monique van Vooren Schauspiel sind auch sehenswert wie ihre Nacktszenen.

Der gleiche Cast war auch für Blood for Dracula verantwortlich, wobei dieser deutlich zahmer und weniger actionreich ausgefallen ist als die Frankenstein-Variante, die es für meinen persönlichen Geschmack zu bevorzugen gilt. Wer das blutige Schmuddel-Horrorkino der 70er Jahre mag (alles was sich mit dem Begriff Euro Cult zusammenfassen lässt), sollte sich diesen sehenswerten Film, im besten in deutscher Synchronisation, nicht entgehen lassen!

Fazit: Für jeden Horrorfilm-Fan klar zu empfehlen!

Infos:

O: Carne per Frankenstein

Italien, USA, Frankreich 1973

R: Paul Morrissey

D: Udo Kier, Arno Jürging, Joe Dallesandro, Monique van Vooren, Srdjan Zelenovic, Dalila Di Lazzaro

Laufzeit der deutschen DVD: 94:50 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet am: Okt. 2020 / Sichtung der deutschen Blu-Ray: Mitte Dez- 2024

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Marketing Film vot = Double Feature mit Blood for Dracula, Uncut, gute Ton- und Bildqualität, grandiose deutsche Synchro. Gäbe es inzwischen auch von diversen Labels auf Blu-Ray: Criterion (USA), XT Video («Österreich»), CMV (Deutschland). Nachtrag Dez. 2024: Das Upgrade (der alten Marketing DVD zur CMV Blu-Ray) hat sich gelohnt. Das alte Master (Marketing DVD) war sehr dunkel. Die neue Blu-Ray hat nicht nur eine sehr gute Bildqualität, sondern ist auch sehr hell. Einige der super blutigen Szenen kommen so blutiger und viel besser zur Geltung. Der Film ist eine der besten, wenn nicht gar die beste Frankenstein Interpretation. Udo Kier und allgemein der ganze Cast sind wunderbar wie deren Overacting und die grandiose deutsche Synchronisation macht unendlich viel Spass. Ein Genuss, den Dialogen und dem Schauspiel zu lauschen. Ich musste so viel Schmunzeln. 

Montag, 12. Oktober 2020

The Door to the Flesh Review

Horroktober 2020

The Door to the Flesh

Story:

Hae-Suk Kim und ihre Freundinnen suchen in Seoul nach der Liebe ihres Lebens – es wird zusammen getanzt, gefeiert, ausgegangen, sich Männer angelacht, geheiratet. Doch die erste Hochzeitsnacht endet tödlich, als Hae-Suk Kims Freundin von ihrem neuen Ehemann erwürgt wird. Dieser springt vom Hochhaus in den Tod, doch danach geht das Sterben im Freundeskreis von Hae-Suk Kim weiter…

Meine Meinung:

The Door to the Flesh war für mich als grosser 80er Jahre Slasher Fan interessant. The Door to the Flesh ist ein seltener, wenig bekannter Film und Slasher aus Südkorea aus dem Jahre 1981. Der Film wurde dabei sichtlich von den grossen US-Vorbildern inspiriert, am meisten wohl von Halloween, da mich gewisse Szenen an diesen (oder It Follows) erinnert haben.

Der völlige Verzicht auf Klamauk und der Versuch, einen ernsten und düsteren Film (mit leicht übernatürlichem Touch und Ende) zu drehen, gelang. Zwar ist der Film weitaus harmloser (keinen Tropfen Blut sieht man) und konservativer (man sieht mehr nackte Männeroberkörper als Frauenoberkörper – auf nackte Haut, was Frauen angehen, darf man nicht hoffen) als die US-Vorbilder, aber dennoch fand ich Gefallen an dem Film. Ob eine Zensur stattfand, ist nicht auszuschliessen.

Die Ernsthaftigkeit passt gut zum Film und das Ende mochte ich auch. Zwar war wegen fehlenden englischen Subs nicht alles bis ins Detail klar (die Beziehungen zwischen den Opfern, die "Auflösung" am Ende), aber im Grossen und Ganzen kann man dem Film gut folgen. Es lohnt sich jedoch, Inhaltsangaben im Voraus zu lesen.

Es wird vor allem durch Erwürgen gemordet und der Film hat nebst einer schönen Musik viele stimmungsvolle Parts zu bieten (das Finale im Spital war sehenswert und nur eine von mehreren stimmungsvollen Szenen)! Auch der Einsatz der Kamera ist gut gewählt und es ist eine Schande, dass der Film auf VHS nur in Vollbild vorliegt (2.35:1 wäre das Original Bildformat). Im Abspann sieht man z.B., wie viel Bildinformation fehlt…

Fazit: Für Slasher-Fans inklusive des koreanischen Filmes zu empfehlen!

PS: Andere Filme dieser Art: The Fear of Ancestral Rites

Infos:

O: 육체의 문

Titel zum Film: The Body’s Gate, The Door to the Flesh, Yugche-ui mun, Door of Desire, Lost Corpse

Südkorea 1981

R: Lee Ki-hwan

D: Kim Hae-sook, Kim Byeong-hak, Chang Il-sik, Kim Ki-sup, Yeo Jae-ha

Laufzeit der koreanischen VHS: 89:33 Min.

Gesehen am: Okt. 2020

Fassungen: Mir lag die Original-Kassette aus Südkorea von Sam Boo vor = Bis auf den Abspann wahrscheinlich Uncut*, gute bis teilweise zu dunkle Bildqualität, nur Vollbild (2.35:1 wär Originalbildformat), Koranisch (leicht asynchron) ohne Subs. Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Okt 2020). *Die koreanische Filmdatenbank / Korea Film Archiv gibt hingegen 100 Minuten als Laufzeit an…