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Sonntag, 10. Juni 2018

The Babysitter Review

The Babysitter

Story:

Der junge Cole (Judah Lewis) freut sich auf die kommende Abwesenheit seiner Eltern und die Tatsache, dass Bee (Samara Weaving), die sexy Babysitterin, am Abend zu Besuch kommen wird. Als Cole schlafen geschickt wird, macht er sich spät nachts aus dem Bett, um zu sehen, was Bee mit dem unbekannten Besuch (Robbie Amell, Hana Mae Lee, Bella Thorne, Andrew Bachelor) anstellt, welcher das Haus betreten hat. Was als lustvolles Beobachten beginnt, entwickelt sich zu einem blutigen Überlebenskampf…

Meine Meinung:

The Babysitter ist ein kurzweiliger und amüsanter «Invasionshorrorfilm» à la Better Watch Out, Deadly Games Stille Nacht/Tödliche Nacht und Motiven aus Kevin – Allein zu Haus. Im Vergleich zum ebenfalls erst vor kurzem veröffentlichten Better Watch Out hat mir The Babysitter, eine Netflix Produktion (bzw. Film sollte im Kino laufen, Netflix kaufte die Rechte und hat dies somit verhindert), deutlich besser gefallen soll heissen: hat klar die Nase vorne und würde ich mir sogar in die Sammlung stellen, was leider nicht geht, da Netflix Produktion und daher nur als Stream verfügbar.

Der Film bietet viel schwarzen Humor, überzeichnete Figurendarstellungen mit Hang zum Overacting, Teeniefilm-Motive (erinnert zum Teil an Filme wie Scream und viele der Nachzügler), fetzige Dialoge, Referenzen an Klassiker (Alien, Freitag der 13., Carrie) und einfach viel Liebe zum Detail. Auch wenn die Figuren total überzeichnet sind und ich auch verstehen kann, wenn sich vielleicht einige Zuschauer an diesen stören oder nerven würden, fand ich diese doch recht sympathisch, da sie auch genau so wirken sollen, wie sie eben dargestellt werden. Bewusste Darstellung und von allen Beteiligten gut gespielt. Man merkt es den Darstellern an, dass sie mit viel Spass dabei waren.

Der Film ist von Beginn an unterhaltsam. Wer den Trailer schaut, weiss um was es geht und die Story Pointe ist bereits entlarvt. Trotz diesem Vorwissen unterhielt mich der Film prima und kurzweilig. Der Trailer gibt auch genau das vor, was der Film bietet. Das Tempo ist hoch und langweilig wurde es nicht. Mit Bluteffekten wird auch nicht gespart, auch wenn einige der Szenen nur kurz zu sehen sind. Die Tötungsszenen sind aber originell und innovativ, und das will schon was heissen im Horrorgenre. Wem der Trailer gefällt, kann sich den Film gut ansehen. Wem der Trailer nicht zusagt, sollte den Film erst gar nicht schauen!

Fazit: The Babysitter macht viel Spass! Schade, dass es wohl nie eine DVD oder Blu-Ray geben wird da Netflix Film…

Infos:

O: The Babysitter

USA 2017

R: McG

D: Judah Lewis, Samara Weaving, Robbie Amell, Hana Mae Lee, Bella Thorne, Emily Alyn Lind

Laufzeit der Originalversion: Ca. 85 Min.

Gesehen am: 22.03.18

Fassungen: Es handelt sich bei The Babysitter um eine Eigenproduktion von Netflix, die Netflix exklusiv via Stream angesehen werden kann. Die deutsche Sprachfassung ist sehr gut. I.d.R. erscheinen deren Produktionen nicht auf DVD / Blu-Ray (siehe Okja). Leider…

Death Wish Review

Death Wish

Story:

Ein Chirurg (Bruce Willis), dessen Frau und Tochter einer Gewalttat zum Opfer fallen, nimmt das Gesetz selbst in die Hand und beginnt die Täter zu jagen…

Meine Meinung:

Das Remake zum Charles Bronson Klassiker Ein Mann sieht rot (O: Death Wish, USA 1974) habe ich mir bewusst im Kino angesehen, damit ich später keinen Blindkauf und Flop leisten muss was DVD/Blu-Ray Kauf angeht. Und ich hatte recht: Das Remake kann nichts und lohnt sich nicht. Auch nüchtern und ohne Vergleiche zum starken Original ist Death Wish kein wirklich guter Film und zeigt einmal mehr, dass Regisseur Eli Roth auch kein wirklich talentierter Regisseur ist. Mehr Name und Bekanntheitsgrad statt Qualität und Können.

Der Film hat mir nicht wirklich gefallen. Wo soll ich anfangen? Zur Story zum Original hat sich im Wesentlichen nichts gehändert. Inhalt läuft ohne Überraschungen ab, somit auch ohne Spannung. Hier und da zwickt etwas trockener Humor durch. Ein reiner Actionfilm mit 08/15 Onlinern ist Death Wish aber auch nicht. Das Gezeigte wird einfach etwas modernisiert – natürlich spielen dabei auch Social-Media-Kanäle eine Rolle. Ob man das nun gut finden muss oder nicht ist die Frage des eigenen Geschmacks.

Der Soundtrack war mir zu modern, mehrfach wird auch Rap-Musik abgespult, was ich persönlich gar nicht mag. Trotz Lauflänge von ca. 107 Min. kamen mir die Gangster weniger nervend vor als im Original.

Die Action- und Racheszenen sind unspektakulär und lassen sich an einer Hand ablesen. Was den Gewaltgrad angeht, hätte auch eine FSK16 drin liegen können. Meist ist die Gewalt nur ultraschnell zu sehen und bis auf zwei Szenen ist alles recht harmlos, da auch gut Schwarzweiss-Malerei betrieben wird (wenn die überzeichneten Bösewichte sterben juckt das niemand). Die Gewaltszenen an Willis Frau und Tochter geschehen im off, was schwach ist (vor allem wenn man mit Death Wish 2 vergleicht).

Bruce Willis ist leider auch kein Charles Bronson und hat seine besten Jahre (Stirb langsam Reihe, Last Boy Scout) schon lange hinter sich. Dementsprechend lustlos wirkt sein Auftreten. Auch der restliche Cast kann nicht wirklich überzeugen (die dunkelhäutige Polizistin, die Gangster, Willis Tochter, Willis Frau, Willis weitere Verwạndte) – kommen alle ohne Sympathie oder Charisma aus. Alles 08/15 Figuren. Ausnahme bildet der Detektiv (Dean Norris), der schon oft in seiner langen Filmkarriere Militärs oder Polizisten spielte und dies einfach gut kann. Er ist auch die einzige Figur, welche ich als sympathisch bezeichnen würde.

Der Action- und Rachepart war zu kurz – gemessen an 107 Min. Laufzeit gibt es zu viele Längen, zu wenig Action.

Eigentlich mehr ein Direct To Video statt Kinofilm – dementsprechend mager viel der Erfolg, vor allem in den USA, bisher aus. Trotzdem erstaunlich, dass es Eli Roth nach seinem miesen Kannibalen Film The Green Inferno doch wieder in die Kinos geschafft hat…

Fazit: Besser die alten Death Wish Streifen oder Werke wie The Punisher (das Original) oder neuwertige Streifen wie Death Sentence schauen, die rocken deutlich mehr! Das Remake hingegen kann man aus lassen und verpasst gar nichts.

Infos:

O: Death Wish

USA 2018

R: Eli Roth

D: Bruce Willis, Vincent D'Onofrio, Dean Norris, Kimberly Elise, Mike Epps

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 107 Min.

Gesehen am: 20.03.17 CH Kino

Fassungen: Gesehen im Kino – lief leider nur noch in Deutsch und nicht im O-Ton, Uncut und ab 16 Jahren freigegeben (in Deutschland in den Kinos Uncut und ab 18). Wird in Deutschland voraussichtlich Ende August (31.08.18) auf DVD / Blu-Ray erscheinen.

Desierto Review

NIFFF 2016 Spezial
Desierto

Story:

Ein Trupp Mexikaner wird durch einen Schlepper durch die Wüste geführt. Ihr Ziel: illegal in die USA einreisen. Ihr Problem: ein psychopatischer Menschenjäger mit Sniper und bissigem Hund wartet an der Grenze um Jagd auf sie zu machen...

Meine Meinung:

Desierto war einer von zwei Filmen, von welchen ich am 2. NIFFF Tag mehr erwartete und zumindest hier kann ich behaupten: Erwartungen erfüllt und gar übertroffen = landet auf die Wunschliste, da sehr gutes Niveau! Somit an beiden NIFFF Tagen bisher je ein Film, den ich kaufen werde!

Desierto hörte sich mit der Menschenjagd Inhalt von Beginn an interessant an und ist es dann auch. Wer dieses Genre mag, wird mit dem Film nichts falsch machen. Vor allem bietet der Streifen von Beginn an ein hohes Tempo, welches er praktisch bis zum Ende durchhält. Das Niveau wird stetig gehalten. Es fällt nicht. Der Film ist eigentlich eine einzige Menschenjagd, praktisch ohne Verschnaufpause. Intensiv, dreckig, brutal.

Dass dabei Figuren nur wenig beleuchtet werden und Story Hintergründe fehlen liegt dabei auf der Hand (nicht Mal negativ gemeint). Die Darsteller machen ihre Sache gut, der Film ist intensiv und packend. Technisch hervorragend gemacht, schön gefilmt (vor allem auch die vielen Hundeszenen).

Der Film ist auch schonungs- und kompromisslos, was die Taten des Snipers angehen (Hund sorgt für schmerzhafte Szenen und der Sniper für blutige Shoot-Outs). Eine Spannung ist vorhanden, das Adrenalin bei den Verfolgungsjagden spürt man förmlich aus der Leinwand heraus.

Ich wurde prima unterhalten und Dank der Dauerspannung/Action gibts auch keine Längen, so dass ich den Film nur empfehlen kann! PS: die letzten Szenen mit dem Hund geben Pluspunkte!

PS: Film wirkt nach wiederholtem Schauen nicht mehr so intensiv wie damals am NIFFF – aber sorgt noch immer für packende Unterhaltung, da einfach fast immer was passiert und los ist. Viel Hetzjagd und Action, wenig Verschnaufpausen!

Info:

O: Desierto

Mexiko, Frankreich 2015

R: Jonás Cuarón

D: Gael Garcia Bernal, Jeffrey Dean Morgan, Alondra Hidalgo

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 94 Min.

Gesehen am: NIFFF 2016 (Juli 2016)

Fassungen: Habe den Film am NIFFF (Neuchatel International Fantasy Film Fest) 2016 gesehen in Spanisch mit u.a. englischen UT. Es gibt noch keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2016). Nachtrag 10.06.18: Film gibt es inzwischen Uncut in Deutschland auf DVD und Blu-Ray (Ascot Elite / Universum Film) in Deutsch/Englisch mit deutschen Subs.