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Freitag, 15. April 2022

El Topo Review

El Topo

Story:

 

Ein mysteriöser Westernheld (Alejandro Jodorowsky) und ein nackter Junge (Brontis Jodorowsky) reisen durch die Wüste, um diverse Aufgaben zu erledigen, welche das Schicksal für sie parat hält. Dabei wird viel Blut vergossen…

 

Meine Meinung:

 

El Topo ist der wohl bekannteste und erfolgreichste Film von Regisseur Alejandro Jodorowsky (Santa Sangre) und ein Arthouse-Western, der viel Symbolträchtigkeit, What the Fuck Momente, Italo-Western Zitate, religiöse Themen und viel Surrealismus zu einem sonderbaren Werk vereint, welches in der damaligen Hippie-Zeit in den Kinos zum Kult mutierte.

 

Nebst Italo-Western Motiven gibt es auch Anleihen zum Ital. Kannibalenfilm, da viel Tiersnuff und auch aus dem japanischen Kino wurde geklaut = Lone Wolf & Cub, in welchem ein Samurai zusammen mit seinem Jungen durch die Gegend streift und immer wieder auf Aufgabe und Gegner trifft, die es zu besiegen gilt. So auch ein El Topo.

 

Sagte mir der Film früher zu, kam es nun, nach unendlich vielen Jahren, zur 2. Sichtung und heuer hat mir El Topo gar nicht mehr zugesagt. Zwar ist das Schauspiel teilweise ordentlich (gerade von Alejandro Jodorowsky, der auch in die Hauptrolle des schwarz gekleideten Antihelden schlüpft) und auch auf blutige Effekte und optisch ansprechende Szenen wird nicht verzichtet, das Hauptproblem war aber der Inhalt und die Länge des Streifens.

 

Ich fand den Inhalt sinnlos, wurde mit den Figuren nicht wirklich warm (viele der Nebenfiguren fand ich eher nervend), die Laufzeit war klar zu lang (Film ist sehr langweilig und das Schauen anstrengend) und irgendwie fand ich den Film als Ganzes doof. Kann auch darin liegen, dass mich das Interesse nicht (mehr) packte und ich wenig von religiösen Themen verstehe (nicht mein Spezialgebiet).   

 

Dass der Film 1970 jedoch zum Kulthit avancierte, kann ich dank dem Zeitgeist-Faktor gut nachvollziehen. Leider sagte mir der Film nicht mehr zu und ich denke, das Schicksal wird auch die anderen Film in der Anchor Bay Box betreffen…

 

Fazit: Schräger Arthouse Film, den ich nur bedingt empfehlen kann…

 

Infos:

 

O: El Topo

 

Mexiko 1970

 

R: Alejandro Jodorowsky

 

D: Alejandro Jodorowsky, Brontis Jodorowsky, Jose Legarreta, Alfonso Arau, José Luis Fernández, Alf Junco

 

Laufzeit der US-DVD: 124:27 Min.

 

Neusichtung am: 06.03.22

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Anchor Bay aus der The Films of Alejandro Jodorowsky Box* vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Das Master ist sicherlich in die Jahre gekommen und Fans sollten sich neuere Versionen kaufen, z.B. die deutsche Blu-Ray von Bildstörung, die US-Blu-Ray von abkco oder die UK Ausgabe von Arrow Video. * Folgende Titel sind nebst El Topo enthalten: Fando y Lis, La Cravate, The Holy Mountain plus zwei Soundtrack-Discs (zu El Topo & The Holy Mountain).

Pink Flamingos Review

Pink Flamingos

Story:

 

Divine (Divine) ist eine Kriminelle und «the Filthiest Person Alive». Sie lebt zusammen mit ihrem Sohn Crackers (Danny Mills), Cotton (Mary Vivian Pearce) und Edie (Edith Massey) in einem Wohnwagen. Das Paar Connie und Raymond Marble (Mink Stole, David Lochary), die Frauen entführen, vergewaltigen, schwängern und dessen Babys an homosexuelle Paare verkaufen, sagen Divine den Kampf an und wollen ihr den Titel (the Filthiest Person Alive) streitig machen. Keine gute Idee…

 

Meine Meinung:

 

Als ich Pink Flamingos vor unendlich vielen Jahren beim Kumpel zum ersten Mal sah, war dies eine ganz besondere Erfahrung da meine erste Station in Sachen John Waters (Multiple Maniacs, Blood Feast 2), von welchem ich zuvor noch nie was gehört habe! Pink Flamingos ist für mich, auch wenn ich nicht alle seine Filme kenne, seine beste und wohl auch bekannteste Arbeit, die u.a. Divine und Co. über Nacht zu gefragten Untergrund-Stars werden liess. Der Film war ein grosser Erfolg.

 

Pink Flamingos ist eine Zeitgeist-Produktion, die unter diesen Umständen und Szenen, im heutigen Kino unmöglich wäre. Nacktszenen, nicht stimulierter Sex, Inzest, echte Fäkalien (mehr als nur in einer Szene), Tier-Snuff (leider auch echt, auch wenn nicht gewollt), Kannibalismus, Aufruf zur Anarchie und Morden hatten in Amerika folgendes Rating zur Folge:

 

Rated NC-17 for a wide range of perversions in explicit detail. Und dieses Rating-Begründung geht absolut in Ordnung! Nach dem Film hat man das Verlangen nach einer Dusche, um sich den ganzen Schmutz und Dreck abzuwaschen, welchem man zuvor ausgesetzt war. Innovativ, amüsant, mutig, grenzüberschreitend, provokativ. Liebt oder hasst man. Ich mochte den Film, auch nach mehrfachem Schauen!

 

Die «Stars» sind damalige Freunde oder bekannte Namen in der «Szene». So spielt sich «Künstler» Divine gleich selbst, der oft als Transvestit auftrat und Regisseur John Waters bereits seit ihrer gemeinsamen Zeit an der High School kannte. Über Verbindungen, mit minimalem Budget und nur an den Wochenenden drehend, entstand dieser schmutzige aber herrlich irre und unterhaltsame Kulthit Pink Flamingos.

 

Fazit: Starker Magen empfohlen und der beste und wichtigste Film von John Waters. Klare Empfehlung meinerseits. Muss man gesehen haben, um es zu glauben!

 

Infos:

 

O: Pink Flamingos

 

USA 1972

 

R: John Waters

 

D: Divine, Danny Mills, Mary Vivian Pearce, Edith Massey, Mink Stole, David Lochary, Paul Swift,

 

Laufzeit der US-DVD: 107:02 Min.

 

Neusichtung am: 06.03.22

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von New Line Cinema vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, diverse Extras, gute Bild- und Tonqualität. Die Original Musik soll es nur in UK geben (Fassungen zensiert). Da für einige Musikstücke keine Rechte gekauft wurden, wurden einige der Lieder ausgetauscht. Soll im Sommer von Criterion als US-Blu-Ray erscheinen. Es gibt keine deutsche Fassung, auch wenn der Film, sogar Uncut, auf ORF 2 lief (O-Ton mit deutschen Subs).

Gang Master Review


Webmaster mit Chen Kuan-Tai in Amsterdam (2011)

Gang Master

Story:

 

Die Mongolen unter der Führung von General Mang Yi Tu (Chen Kuan-Tai) machen es sich zur Aufgabe, die Han-Chinesen auszulöschen. Die Rebellen (u.a. Yuen Tak, Ku Feng, Bruce Leung Siu-Lung) planen zum Angriff über zu gehen, als deren neuer Anführer Fu Zhong Yuan (Austin Wai Tin-Chi) ins Exil geschickt wird, da Mongole (und Chen Kuan-Tais Sohn, was beide zu dem Zeitpunkt noch nicht wissen). Später gelingt es internen Verrätern (Jason Pai Piao, Lau Nga-Lai) Fu Zhong Yuan zwei Morde anzuhängen…

 

Meine Meinung:

 

Gang Master gefiel mir sogar noch besser bei der Erstsichtung vor 12 Jahren. Der Unterschied bestand darin, dass mir nun noch viel mehr der Figuren und Stars im Film auffielen, welche ich vor 12 Jahren einfach noch nicht kannte. So viele bekannte Gesichter in einem Shaw Brothers Film, der mehr Plot bietet als üblich, zu sehen, macht viel Spass!

 

Zudem mag ich die Shaw Brothers Arbeiten zwischen 1980-1985 sehr. Gang Master vereint bereits modernere Sujets im Film und daher ist es nicht verwunderlich, dass einige Szenen z.B. ans Kino eines Jackie Chan oder Yuen Woo-Ping erinnern. Die Kampfszenen haben mir, wie auch der Plot oder den Cast, sehr gut gefallen.

 

Geschichtliche Interessen, Kriege, Rassenhass, Verräter, Twists (Fu Zhong Yuan stellt sich als Mang Yi Tus Sohn heraus = ethisches Dilemma) inklusive vieler spektakulärer Kampfszenen machen Gang Master zu einer überdurchschnittlich tollen Shaw Brothers Arbeit. Da hat Regisseur Tsui Siu-Ming (Mirage) ganze Arbeit geleistet.

 

Was die Kampfszenen angehen gefielen mir vor allem das Finale (Bruce Leung & Austin Wai Tin-Chi Vs. Jason Pai Piao), allgemein die Kampfszenen von Bruce Leung (z.B. der Tötungsversuch von Chen Kaun-Tai) und der Kampf von Austin Wai Tin-Chi Vs. Yuen Tak.  Letzterer war fast das irre, heimliche Martial-Arts-Highlight des Filmes.

 

Chen Kuan-Tai (Challenge of the Masters) und Jason Pai Piao (Shaolin Prince) sehe ich als Bösewichte immer gerne. Austin Wai Tin-Chi fehlt es zwar etwas an Charisma, aber dafür macht er in den Kampfszenen eine gute Figur. Tai Liang-Chun spielt Lau Nga-Lai an die Wand, was die weiblichen Stars angehen. Ku Feng (Kuan - Der unerbittliche Rächer) bringt viel Erfahrung mit, was man seiner Rolle ansieht.

 

Yuen Tak (Iron Angels 2) ist nur in einer längeren Kampfszene zu sehen, die dank der innovativen Ideen und dem Comic-Charakter aber definitiv in Erinnerung bleibt. Sehr überrascht war ich von Bruce Leung Siu-Lung (Kidnap in Rome). Mir war gar nicht bewusst, dass er auch in Shaw Brothers Werken mittat und all seine Kampfszenen sind absolut spektakulär geworden!

 

Fazit: Must See Titel für Shaw Brothers Fans!

 

Infos:

 

O: Bong Ju

 

HK 1982

 

R: Tsui Siu-Ming

 

D: Chen Kuan-Tai, Ku Feng, Jason Pai Piao, Bruce Leung Siu-Lung, Austin Wai Tin-Chi, Tai Liang-Chun, Yuen Tak, Tai Liang-Chun, Lau Nga-Lai

 

Laufzeit der HK-DVD: 84:52 Min.

 

Neusichtung am: 05.03.22

 

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor, die von Chen Kuan-Tai persönlich in Amsterdam signiert wurde (siehe Bild). Zur Disc: Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs. Es gibt keine deutsche Fassung und keine Blu-Ray (Stand: März 2022).