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Mittwoch, 22. Januar 2020

Happy Talk: South Seas Hatching Ball Review

Japanuary 2020
Happy Talk: South Seas Hatching Ball

Story:

Ein Professor und dessen Freunde versuchen, einen Ballon zu kreieren und diesen steigen zu lassen. Erste Versuche misslingen. Als es ihnen gelingt, ist die Freude gross. Man zieht durch die Gegend und will erneut einen Ballon entwickeln und in die Lüfte schicken. Ein kleiner Junge, der sich auf der Jagd nach dem Ballon verletzte, erschwert die Mission, als deren Mutter am Ende auf Rache aus ist…

Meine Meinung:

Unbekanntes Regiedebüt von Diva in the Netherworld und Hellywood Regisseur Takafumi Nagamine. Ich kam durch Zufall und gratis (als Geschenk) zu der japanischen DVD des seltenen Filmes, der nicht Mal einen offiziellen englischen Titel (der oben genannte Titel wurde durch einen Kumpel übersetzt) hat und desweitern in vielen Datenbanken nicht gelistet ist (ofdb, imdb). Man findet keine englischen wie auch keine japanischen Reviews oder Inhaltangaben zum Film.

Dadurch waren die Inhalte schwerer zu verstehen, wobei man einer Art Story durchaus folgen konnte. Der Film ist vor allem eine Komödie und daher rein vom Filmgeschmack her weniger interessant für mich, als es Diva in the Netherworld und Hellywood waren. Der Film ist in vier Kapitel unterteilt. Da englische Subs fehlten, war nicht alles lustig, da ich die Dialoge nicht verstand. Meine Meinung wird also dem Film nicht gerecht.

Nebst Komödie gibt es auch eine Liebesgeschichte im Film und sehr viel Musik, Tanz und Gesang (was man auch in Diva in the Netherworld und Hellywood wiedersah). Das Ganze war auf Dauer relativ belanglos und langweilig (weil eben unverständlich für mich und kein Horror-Genre) wäre da in Kapitel drei kurz vor dem Finale nicht ca. fünf Minuten, die dann doch gut ins Horror-Setting passen:

eine Frau tobt und schwingt verärgert die Kettensäge à la Leatherface in Blutgericht in Texas (sogar ähnlich gefilmt – klar als Hommage an Tobe Hoopers Film zu werten), findet einen Zugang zu einem Bus, wo die Truppe um den Ballon schläft, und beginnt mit der Kettensäge ein Blutbad (mind. zwei graphische, blutige Morde). Danach verbrennt die Frau im Bus.

Diese Szenen, die nur paar wenige Minuten ausmachen, kamen unverhofft und überraschend und passen gar nicht zum Rest des Filmes (da Komödie). Dank diesen sonderbaren Szenen war das Ganze nicht uninteressant und ich denke, mit Subs hätte der Film definitiv mehr Spass gemacht. Trotzdem eine schöne Gelegenheit, diesen seltenen jap. Film einmal schauen zu können!

Fazit: Für Fans des obskuren japanischen Horrorfilmes empfehle ich in Sachen Takafumi Nagamine definitiv seine späteren «Kultfilme» Diva in the Netherworld und Hellywood!

Infos:

O: 喜談 南海變化玉 / Kidan nankai kawari dama

Japan 1978

R: Takafumi Nagamine (Regie Assistent: Tatsuya Mori)

D: ?

Laufzeit der jap. DVD: 88:12 Min.

Gesehen am: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan vor = Uncut, O-Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Gäbe es in Japan auch auf VHS. Andere Fassungen (ausserhalb Japans, in Jap. mit Subs, Blu-Ray) sind mir nicht bekannt (Stand: Jan. 2020).

Dienstag, 21. Januar 2020

Evil Dead Trap 2 Review

 
 Japanuary 2020
Evil Dead Trap 2

Story:

Emi (Rie Kondoh) ist Reporterin, die über brutale Frauenmorde berichtet. Sie ist mir der übergewichtigen und schüchternen Aki (Shoko Nakajima) befreundet. Als Emi Aki ihren Bekannten Kurahashi (Shirô Sano) vorstellt, ändert sich das Leben des Trios – alle drei haben ihre eigenen Begegnungen mit einem kleinen, mysteriösen Jungen namens Hideki (Shôta Enomoto), was am Ende in einem Blutbad endet…

Meine Meinung:

Teil zwei hat mit dem Vorgänger (Evil Dead Trap) kaum mehr was gemein. Vergleiche sind: gleiches Herstellungsland, übernatürliche Phänomene, blutige Effekte, Figur die Hideki genannt wird. Ansonsten unterscheiden sich beide Filme sehr. Auch Teil drei ging dann wieder in eine andere Richtung (mehr Richtung Thriller).

Da ich alle drei Filme nun in kurzer Zeitspanne neu gesichtet habe, kann ich sagen, dass Teil zwei neu mein Favorit der Reihe ist. Der Film ist in der ersten Filmhälfte sehr ruhig. Dem sollte man sich bewusst sein. Ich wusste dies noch von meiner Erstsichtung her. In der 2. Filmhälfte geht die Post dann so richtig ab.

Der Film gefiel mir aus folgendem Grund etwas besser als der erste Teil: die Story ist mysteriöser, es gibt mehr Settings (= mehr Abwechslung), optisch ist der Film zuweilen sehr stimmungsvoll, die Musik ist wunderschön und einige der Gewaltszenen stehen im krassen Gegensatz zu den ruhigen, sehr gefühlsvollen Bildern in der ersten Hälfte, was eine surreale Atmosphäre heraufbeschwört. Die leuchtenden Neontafeln mit dem Soundtrack zusammen ergeben mehr als nur einmal einen hypnotischen Touch.

Die Figuren sind allesamt mysteriös wie auch der Inhalt des Filmes. Alle drei Hauptfiguren (alle agieren sie glaubhaft und motiviert) weisen einen Link zur Figur Hideki auf – mehr wird aber nicht erklärt. Dem sollte man sich auch bewusst sein: Erklärungen gibt es keine, nach Logik sollte man nicht suchen, die Identität des Frauenmörders wird schnell offenbart. Das könnte nicht allen gefallen und könnte, vor allem Fans, die neu in diesem Filmgebiet sind, vor den Kopf stossen.

Die Spezialeffekte haben mir gut gefallen. Oft geht es nicht sonderlich explizit zur Sache (mehr das Resultat zu sehen oder einfach viele rote Farbe) und wer auf das Blutbad à la Teil eins hofft, sollte seine Erwartungen zurückschrauben (und das Finale abwarten). Harmlos ist der Film aber auch nicht. Die intensive, surrealistische Stimmung und das ernste, humorlose Schauspiel der Figuren verstärken die Intensität der Gewaltszenen im Film.

Fazit: Wer schräge Sickos aus Japan mag, kommt um Evil Dead Trap 2 nicht vorbei!

Gefolgt von: Evil Dead Trap 3

Infos:

O: Shiryô no wana 2: Hideki

Japan 1991

R: Izô Hashimoto

D: Rie Kondoh, Shoko Nakajima, Shoko Nakajima, Shôta Enomoto

Laufzeit der US-DVD: 97:36 Min.

Gesehen am: Juli 2004 / Review überarbeitet: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die Code Free US-DVD von Unearthed Films vor = Uncut, wohl Master des jap. VHS (weil Bildqualität ist auf VHS Niveau), O-Ton, englische Subs. In D Uncut von X-Rated zu haben (DVD, Deutsch/Jap. mit deutschen Subs). Eine Blu-Ray scheint es nicht zu geben (Stand: Jan. 2020). Nachtrag 13.05.23: Für eine weitere Sichtung habe ich nun zur neuen US-Blu-Ray von Unearthed Films gegriffen. Das ist zwar keine HD-Referenz, aber im Vergleich zur alten DVD schon besser. Die Blu-Ray ist Region Free (Trotz Region A Hinweis), kommt mit Schuber, O-Ton und englischen Subs daher. Film ist Uncut. Film der beste Teil der Reihe!

Montag, 20. Januar 2020

Okami – Das Schwert der Rache Review


Japanuary 2020
Okami – Das Schwert der Rache

Story:

Japan im 17. Jahrhundert:

Ittô Ogami (Tomisaburô Wakayama) arbeitet für die Regierung als die Person, welche Todesurteile vollstreckt. Nun soll Ittô Ogami aus dem Weg geräumt werden. Grund: Alt-Samurai Yagyu Retsudo (Tokio Oki) vom Yagyu Clan will Ittôs Platz einnehmen. Dazu wird Ittô eine Falle gestellt, welche im Tode dessen Ehefrau resultiert. Doch statt sich zu stellen und zu sterben, zieht Ittô zusammen mit seinem kleinen Sohn (Akihiro Tomikawa) in die Welt, um am Yagyu-Clan Rache zu üben…

Meine Meinung:

Basierend auf einem japanischen Comic (was denn sonst?) von Autor Kazuo Koike und Zeichner Gōseki Kojima Spielfilm und erster Teil einer sechsteiligen Kinoreihe, die danach u.a. eine TV-Serie (plus TV-Filme), einen US-Zusammenschnitt (aus den Teilen 1 + 2 = Film Shogun Assassin) und 1992 ein Remake erfuhr. Der Film gilt, zu Recht, als grosser Klassiker des japanischen Samurai-Kinos.

Die Story, die erst in Teil sechs endet, nimmt sich Zeit. Die Stimmung ist düster und hoffnungslos. Die Figuren reden nicht viel, vor allem Ittô Ogami ist ein wortkarger Held, der von Tomisaburô Wakayama grandios verkörpert wurde. Auch der restliche Cast ist bis in die kleinste Rolle durchdacht und stark gespielt.

Der Film bietet wunderschöne Bilder aus Japan und wunderschöne Kameraeinstellungen, so dass der Film auch optisch ein Fest für die Sinne ist. Dies gelten auch für die Choreographie der Action-Szenen, die äusserst blutig geraten sind. In meinen Augen ist Okami – Das Schwert der Rache einer der blutigsten japanischen Filme, die im Samurai-Setting spielen.

Die Story ist interessant, simpel aber trotzdem auch spannend. Da die Hauptgeschichte in sechs Spielfilmen erzählt wird, bleibt Platz für Nebenplots und unzählige Angreifer / Kämpfer, die Ittô Ogami an den Kragen wollen. Hier sind es am Ende Verbrecher, die es auf den Samurai abgesehen haben, ohne zu wissen, wer da überhaupt vor ihnen steht (was den Reiz im Finale ausmacht).

Das Motiv vom Helden, der zusammen mit seinem Kind Abenteuer besteht, wurde in anderen asiatischen Filmen aufgenommen und kopiert, so. z.B. in The New Legend of Shaolin (Jet Li) oder Haruschi - das blanke Schwert der Rache (Jimmy Wang Yu). Eine Spannung (sehr intensiv) ist vor allem im Finale gegeben (wie lange kann Ittô Ogami seine Identität vor den Verbrechern verbergen, was passiert, wenn sie es herausfinden sollten?).

Fazit: Einer der besten Samurai-Klassiker des japanischen Kinos und nebst Reihen wie Godzilla, Zatoichi und Co. sicherlich eine der besten jap. Film-Reihen überhaupt! 

Infos:

O: Kozure Ôkami: Kowokashi udekashi tsukamatsuru

Japan 1972

R: Kenji Misumi

D: Tomisaburô Wakayama, Fumio Watanabe, Tomoko Mayama, Shigeru Tsuyuguchi, Tomoo Uchida, Taketoshi Naitô

Laufzeit der deutschen DVD: 83:19 Min.

Gesehen am: Sept. 2006 / Review überarbeitet am: Jan. 2020

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von rem (Lone Wolf & Cub Box mit allen sechs Teilen) und die US-Blu Ray von AnimEigo vor = alle sechs Filme auf zwei Blu-Ray Discs) vor. Für die Neusichtung wählte ich die rem Edition, die für meinen Geschmack qualitativ nach wie vor ausreicht (und die Box und Cover-Motive sind deutlich schicker als bei der US-Blu Ray, die wohl oder übel die Sammlung verlässt). Von rem inzwischen auch auf Blu-Ray erschienen. Zur DVD = Uncut, sehr gute Bild- und Tonalität, O-Ton (keine Fassung Dubbed in Deutsch) mit deutschen Subs.