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Montag, 8. August 2022

Story of Ricky Review

Story of Ricky 

Story:

 

Nachdem seine Freundin (Gloria Yip) durch Drogen-Gangster den Tod fand, dessen Tod er rächte, wandert Ricky (Fan Siu-Wong) ins Gefängnis. Dort kämpft er gegen die unmenschlichen Bedingungen an und nimmt den Kampf gegen die Gang of Four (Yukari Oshima, Frankie Chan, Koichi Sugisaki, Wong Kwai-Hung) sowie den Warden (Fan Mei-Sheng) und dessen Boss (William Ho Ka-Kui) auf…

 

Meine Meinung:

 

Story of Ricky ist die Hong Konger Realverfilmung des japanischen Mangas Riki-Oh und gleichzeitig ein CAT. III Film. Den Film, den ich bereits als Jugendlicher mochte (als trashige Eastern Edition von Laser Paradise gesehen), hat die Neusichtung bestanden. Und der Film gefällt mir nicht nur aufgrund der Nostalgie, sondern vor allem auch dank dem grossen Unterhaltungswert und den herrlich verrückten Ideen.

 

Der Film vereint Zutaten des damaligen HK-Kinos (Low Budget, Action, sonderbaren Klamauk inklusive Urin-Szenen) mit dem Comic-Inhalt. Herausgekommen ist ein herrlich übertriebener Film und der wohl blutigste Hong Kong Film überhaupt. Es kam selten oder nie vor, dass ich solche Splatter-Effekte in einer Produktion aus Hong Kong, sieht man Mal von neueren Filmen à la Dream Home und Co. ab, sah. Teilweise sind die Effekte als solche zu erkennen, aber im Grossen und Gazen sind die Effekte, vor allem für das Budget, erstaunlich sehenswert (und extrem blutig) ausgefallen.

 

Der Film hat Superhelden-Charakter. Ricky, praktisch unzerstörbar und mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, kämpft für das Gute und setzt sich für Schwache und Arme ein. Simpel. Dabei muss er das Böse im Gefängnis bekämpfen. Dabei setzt der Film auf einen bekannteren Cast, als ich dies in Erinnerung hatte: Fan Siu-Wong (Stone Age Warriors), Gloria Yip (The Cat), Fan Mei-Sheng (Die Eroberer), William Ho Ka-Kui (Brother of Darkness), Lam Suet (Fatal Move) oder Yukari Oshima (Brave Young Girls) sind bekannte Namen.

 

Die Ideen der Kampf- oder Tötungsszenen und die Tatsache, wie Rickys Schweigen gebrochen werde soll, ist sehr fantasievoll umgesetzt worden. Ob dies 1:1 aus dem Comic stammt oder noch eigene Ideen dazugekommen sind, ist mir nicht bekannt. Die Action-Szenen besorgte Shaw Brothers Venom Star Phillip Kwok (Das Höllentor der Shaolin, Hard Boiled), der auch in einer Nebenrolle zu sehen ist. Regie führte Nam Nai-Choi, der auch den grossartigen The Seventh Curse realisierte (dessen 88 Films Edition noch ungesehen rum liegt). Gloria Yip arbeitete bereits in The Cat mit Nam Nai-Choi zusammen und gerade für japanische Fans war das Casting von Yukari Oshima ein geschickter Schachzug.

 

Fazit: Die CAT. III Freigabe ist in dieser ultrablutigen und herrlich übertriebenen Comic-Verfilmung mehr als verdient! Dies zog in Deutschland, aus heutiger und vergangener Sicht völlig lächerlich, eine Beschlagnahme nach sich. Es bleibt zu hoffen, dass sich ein Label dem Film annimmt, und ihn davon rehabilitieren lässt! Immerhin war dies in den letzten Jahren immer wieder der Fall. Siehe Filme wie Muttertag, Man-Eater, Hostel 2, Die Rückkehr der Untoten, Maniac, Das Syndikat des Grauens, Last House on the Left, Das Böse, Friday the 13th Part 4, Hexen bis aufs Blut gequält, I Spit on your Grave (Original & Remake), Nightmare Concert, Dawn of the Dead, Battle Royale, The Texas Chainsaw Massacre 2, Tanz der Teufel, Blutgericht in Texas

 

Infos:

 

O: Lik Wong

 

HK 1991

 

R: Nam Nai-Cho

 

D: Gloria Yip, Fan Siu-Wong, Yukari Oshima, Frankie Chan, Koichi Sugisaki, Wong Kwai-Hung, Fan Mei-Sheng, William Ho Ka-Kui, Phillip Kwok, Lam Suet

 

Laufzeit der UK-Blu-Ray: Ca. 92 Min.

 

Neusichtung am: 08.08.22

 

Fassungen: Mir lag die UK-Blu-Ray von 88 Films vor = Schuber, Booklet, Poster, Uncut, O-Ton (mehrere Tonspuren), englische Subs (neu erstellt), exklusive Extras. Bild- und Tonqualität sind perfekt. Die bisher beste Vö zum Film. In Deutsch lohnt sich wohl die Österreichische Blu-Ray von XT Video (Deutsch/Canto mit deutschen Subs, Uncut).

Sonntag, 7. August 2022

Hatching Review


Hatching

Story:

 

Die 12jährige Tinja (Siiri Solalinna) hat keine Freunde und wird von ihrer Mutter ständig unter Druck gesetzt (Tinja soll an einem Geräteturnen Wettkampf teilnehmen). Sie wird gepusht, wo es nur geht. Tinja will es ihrer Mutter auch recht machen, auch als diese z.B. eine Krähe tötet oder ihren Ehemann (Jani Volanen) mit Tero (Reino Nordin) betrügt. Als Tinja im Wald ein Ei findet, nimmt sie es nach Hause und brütet es aus: ein Vogelwesen (u.a. Jonna Aaltonen, Hertta Karen) entweicht diesem und nimmt sich Tinjas Problemen an, mit fatalen Folgen…

 

Meine Meinung:

 

Hatching ist ein Mix aus Horror, Arthouse, Komödie und Coming of Age aus Finnland (und Schweden).  Es handelt sich um das Regiedebüt von Hanna Bergholm, die 2012 im Berlinale Talent Campus ausgewählt wurde, was vielleicht auch die Qualität des Filmes erklärt. Der Trailer zu Hatching sah interessant aus, doch leider hat sich Hatching nicht sonderlich gelohnt.

 

Der Film und Plot waren irgendwie total sinnlos. Vor allem das Ende. Was sollte das? Es wirkte auf mich so, als wussten die Filmemacher selbst nicht, was die Metapher des Filmes sein soll. Zudem hatte ich auch falsche Erwartungen (anhand des Trailers dachte ich, das Mädel mutiert). Dass dies dann nicht passiert, fand ich schade.

 

Der sonderbare Humor und die Darstellung der Familie waren gar nicht mein Fall und speziell das Overacting der Figuren, vor allem der Arschloch Mutter, waren viel zu übertrieben. Wirklich over-the-top und mehr als einmal glaubte ich kaum zu glauben, was ich da eben sah. Sehr unsympathische Figuren, zudem sehr unglaubwürdig. Praktisch keine der Figuren ist wirklich sympathisch. Klar, ich hoffte, dass die nervigen Figuren am Ende sterben, doch Pustekuchen…

 

Von den Figuren fand ich eigentlich nur Siiri Solalinna und Reino Nordin als Tero gut. Der Rest war mehr als schräg. Aber schräg war der ganze Film irgendwie. Von Szenen, die an A Nightmare on Elm Street 2 erinnern, von Tier-Gore (gegen Krähen oder Hunde) bis zu Ekel-Szenen mit Erbrochenem (da gabs eine wirklich sehenswerte Szene!) bis hin zu tollen Creature-Effects war alles dabei. Mit anderen Worten: die Zeit geht beim Schauen definitiv vorbei.

 

Aber lohnt sich der Film für die Sammlung? Negativ = Geld gespart! 

 

PS: Wer Horrorfilme mit Krähen schauen möchte, sollte daher Opera oder The Crow auf die Wunschliste setzen! 

 

Infos:

 

O: Pahanhautoja

 

Finnland, Schweden 2022

 

R: Hanna Bergholm

 

D: Siiri Solalinna, Sophia Heikkilä, Jani Volanen, Reino Nordin, Oiva Ollila

 

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 86 Min.

 

Gesehen am: 06.08.22

 

Fassungen: Gesehen im Arthouse Kino in Zürich: Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Capelight Master! Kommt Ende Sept. in D von Capelight auf DVD, Blu-Ray etc. heraus. In Bern lief der leider nur Dubbed, daher für Kinobesuch nach Zürich ausgewichen!

Samstag, 6. August 2022

X Review


X

Story:

 

Texas 1979: Eine Gruppe von jungen Erwachsenen (u.a. Mia Goth, Martin Henderson) wollen im texanischen Hinterland einen Amateur-Porno-Film drehen. Dafür wurde sogar ein Anwesen angemietet. Doch der Dreh entwickelt sich anders als geplant und zum tödlichen Alptraum…

 

Meine Meinung:

 

Ich bin kein allzu grosser Fan von Ti West (In a Valley of Violence), auch wenn ich House of the Devil nochmals eine Chance geben sollte (vor ewiger Zeit an einem NIFFF gesehen) und auch wenn ich nicht alle seine Filme kenne (z.B. The Innkeepers). Auch The Sacrament war kein Kracher. X hingegen hat mir aber gut gefallen, auch wenn der Trailer zum Film schon zu viel verraten hat.

 

X, der als Überraschungsfilm auch am NIFFF 2022 gezeigt wurde, erinnerte mich mehr als nur einmal an Tobe Hoopers Klassiker Blutgericht in Texas und Blutrausch. X darf gerne als Hommage an diese Werke genannt werden, auch wenn der Film inhaltlich dann eigene Wege geht. Die 1. Hälfte baut eine klasse Stimmung auf. Wie für Ti West Filme nimmt sich der Film beim Aufbau Zeit.

 

Heuer gefällt mir dieser langsame Spannungs- und Bedrohungsaufbau. Die 1. Hälfte hat mir daher fast besser als die 2. gefallen, die dann mehr Action, Effekte und Horror bietet, dafür an Spannung nachlässt. Es gibt schöne Backwood-Klischees und Blutgericht in Texas Vibes. Neuseeland, wo der Film gedreht wurde, wird gekonnt als Texas-Setting missbraucht.

 

Optisch ist der Film interessant eingefangen und gefilmt worden inklusive toller Film-im-Film Sequenzen. Ti West versteht inzwischen geschickt, sein handwerkliches Können gekonnt auf die Leinwand zu bringen. Es gibt viele ruhige, stimmungsvolle und tolle Aufnahmen (z.B. die See-Szene mit dem Alligator aus der Vogelperspektive).

 

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt, passen aber hervorragend in ihre Rollen. Der Zeitgeist (Film spielt 1979) wurde zudem auch authentisch eingefangen. Es gibt übrigens eine überraschende Doppel-Rolle, welche an der Stelle nicht verraten wird. Tipp: im Abspann genau hinschauen! Mia Goth, die bereits in Nymphomaniac tief blicken liess, schnupperte danach im Suspiria Remake Horrorerfahrung. Auch Martin Henderson spielte bereits in Horrorfilmen mit (The Strangers: Prey at Night).

 

Fazit: Für meinen Geschmack der bisher beste Film von Ti West und Vorfreude auf Pearl, der die Vorgeschichte zu X erzählen wird, ist definitiv gegeben

 

Gefolgt von: Pearl

 

Infos:

 

O: X

 

USA, Kanada 2022

 

R: Ti West

 

D: Mia Goth, Martin Henderson, Jenna Ortega, Brittany Snow, Kid Cudi

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 105 Min.

 

Gesehen am: 06.08.22

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lion Gates vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll Anfang Sept. 2022 von Capelight P. auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.