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Donnerstag, 6. Juni 2024

Milano Kaliber 9

Milano Kaliber 9

Story:

Rocco Musco (Mario Adorf) arbeitet für den Gangster-Boss den alle «den Amerikaner» (Lionel Stander) nennen. Rocco wird beauftragt, dem aus dem Gefängnis entlassenen Ugo Piazza (Gastone Moschin) auf die Pelle zu rücken. Dieser soll Geld veruntreut und versteckt haben, was dem Boss nicht gefällt…

Meine Meinung:

Milano Kaliber 9 ist ein unglaublich cooler Film. Müsste ich aktuell das Wort «Coolness» neu definieren würde meine Definition lauten wie folgt: Ugo Piazza, Rocco Musco & Chino! Die drei Figuren werden von Gastone Moschin (Mafian Kosto), dem grandiosen Mario Adorf (Der Tod trägt schwarzes Leder) und dem vor kurzem verstorbenem französischen Genre-Darsteller Philippe Leroy (Gang War in Milan) gespielt und die drei machen das absolut fantastisch. Sie tragen den Film und so stört es auch nicht, dass der Film für einen Poliziotteschi-Titel relativ wenig Actionmomente bietet.

Milano Kaliber 9 ist eine der besten Arbeiten von Regisseur Fernando Di Leo (Shoot First, Die Later, Killer Vs. Killers, Der Mafiaboss - Sie töten wie Schakale). Der Film überzeugt durch seinen Plot (hat Ugo das Geld gestohlen oder nicht?), seine starken und coolen Figuren, seine (amüsant dargestellte) Sozialkritik und die wahnsinnig tolle Musik. In Nebenrollen sind Barbara Bouchet (Don’t Torture a Duckling, Amuck) und Frank Wolff (Leichen pflastern seinen Weg, Death Walks on High Heels) zu sehen. Letzterer als Polizeikommissar («Du liest zu viele linke Zeitungen»).

Der Film wird qualitativ durch eine absolut grandiose und hervorragende deutsche Synchronisation zusätzlich aufgewertet. Ich kann mir schlicht nicht vorstellen, dass der Film in Englisch oder Italienisch die gleiche Wirkung erzielen würde, wie mit dieser Kunstform der damaligen deutschen Synchronisation. Schade, dass dies heute genau das Gegenteil ist: lieblose Synchros und qualitativ um Lichtjahre schlechter als früher. Ein Film, dessen Plot und vor allem fieses Finale, leicht an Wenn Du krepierst, lebe ich! erinnert.

Fazit: Pflichtprogramm für Poliziotteschi-Fans!

Infos:

O: Milano calibro 9

Italien 1972

R: Fernando Di Leo

D: Mario Adorf, Gastone Moschin, Barbara Bouchet, Frank Wolff, Luigi Pistilli, Ivo Garrani, Philippe Leroy

Laufzeit der deutschen DVD: 97:24 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 04.06.24

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Koch Media vor = Uncut, Deutsch/Ital. mit Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Gibt es inzwischen von filmArt auf Blu-Ray. Die deutsche Synchronisation ist absolut hervorragend.

Mother of Tears

 

Mit Claudio Simonetti am Brugggore Filmfestival 2024

Mother of Tears

Story:

Eine tödliche Urne, in der der Geist einer Hexe (Moran Atias) eingeschlossen ist, wird an einer Uni von einer Angestellten (Asia Argento) geöffnet. Ein tödlicher Fehler…

Meine Meinung:

Mother of Tears war 2007 der überraschende Abschluss von Dario Argentos (Deep Red, Pelts) Mütter Trilogie nach seinen Klassikern Suspiria und Inferno. Dazwischen gab es inoffizielle Filme mit ähnlichem Inhalt (Demons 6).  Leider hat Mother of Tears die 2. Sichtung nicht bestanden. Der Film müsste eigentlich aus der Sammlung fliegen und entfernt werden. Bei der Veröffentlichung schien ich vom Hype geblendet, auf der anderen Seite haben mir auch schon andere Argentos nach Neusichtungen nicht mehr gefallen (La Sindrome di Stendhal).

Im Vergleich zu den noch mieseren Argentos wie Dracula 3D oder Dark Glasses ist der Film irgendwie noch ok, technisch besser und besitzt einen, wenn auch trashigen und mehrfach ungewollt komischen (die Szenen im Zug) Unterhaltungswert. Aber von einem richtig guten Film ist Mother of Tears leider meilenweit entfernt. Da bin ich doch ziemlich erschrocken. Die Neusichtung verdankt der Film dem Ableben des französischen Darstellers Philippe Leroy, dessen Nebenrolle hier etwas an Donald Pleasence aus Phenomena erinnert.

Natürlich erinnern einzelne Aufnahmen, Szenen und Momente an bessere Zeiten (Opera, Tenebre, Sleepless), dennoch wird man als Argento Fan enttäuscht sein, wenn man mit hohen Erwartungen an den Film geht. Das Kaschieren von mangelnder filmischer Qualität durch ultrabrutale Splatter-Szenen (immerhin tolle Effekte von Sergio Stivaletti) spricht Bände. Ohne Erfolg, auch wenn einige Effekte durchaus sehenswert geworden sind. Der Look wirkt billig (wie auch einzelne CGI -Momente), die Musik von Claudio Simonetti (Demons) leider ebenso (teilweise The Omen Vibes) und das Schauspiel der meisten Akteure ist schlecht, wobei Dario seine Tochter Asia (Interstate, The Church) Mal wieder nackt präsentiert.

Fazit: Enttäuschender Abschluss von Dario Argentos Mütter Trilogie!

Infos:

O: La Terza madre

Italien, USA 2007

R: Dario Argento

D: Udo Kier, Asia Argento, Daria Nicolodi, Cristian Solimeno, Adam James, Moran Atias, Valeria Cavalli, Philippe Leroy

Laufzeit der UK-DVD: 97:30 Min.

Gesehen am: April 2008 / Neusichtung am: 03.06.24

Fassungen: Mir lag die UK-DVD von Optimum Home Entertainment = Uncut, Englischer Ton, keine Subs, gute Bild- und Tonqualität. Die Disc wurde am Brugggore Filmfestival 2024 von Claudio Simonetti signiert. Gibt es in Deutsch von diversen Labeln Uncut auf Blu-Ray (ILLUSIONS UNLTD. films, Koch Media, 8-Films).

Mittwoch, 5. Juni 2024

Pumpkinhead - Das Halloween Monster


Pumpkinhead - Das Halloween Monster

Story:

Als der Sohn (Matthew Hurley) des Tankstellen-Besitzers Ed (Lance Henriksen) durch einen Unfall von Jugendlichen, die in der Gegend Motocross fahren, getötet wird, schwört Ed Rache. Dazu nutzt er die Hilfe eines Einheimischen und lässt den «Pumpkinhead» auferstehen, der als Rachewerkzeug dient und die Gruppe von Jugendlichen zu dezimieren beginnt…

Meine Meinung:

Pumpkinhead - Das Halloween Monster hat die 2. Sichtung bestanden. Ich sah den Film seit Ewigkeiten nicht mehr. Viel wusste ich nicht mehr. Ich würde meinen, dass mir der Film sogar noch etwas besser als früher gefiel. Früher wollte ich möglichst viel Action und (Horror)Effekte sehen. So störte mich die 1. Hälfte des Filmes. Dies war aktuell nicht mehr der Fall. Im Gegenteil: nach einem stimmungsvollen Vorspann wird der Plot gekonnt inszeniert, um dem Zuschauer die Figuren näher zu bringen.

Der Aufbau der Story hat mir gut gefallen. Ich mochte zudem die Kleinstadt- und Backwood-Stimmung. Allgemein darf der Film von Stan Winston, einem Effekte-Künstler, der unter anderem mithalf, Effekte für Filme wie Aliens, Predator, Congo, Friday the 13th: Part 3 oder The Thing zu realisieren, als atmosphärisch dicht und stimmungsvoll betitelt werden. Auf die ruhige 1. Hälfte, folgt dafür actiongeladene Horror-Unterhaltung bis zum Ende.

Und dies pausenlos. Der Film läuft angenehme 82 Minuten, so dass ich den Film als sehr unterhaltsam und kurzweilig empfand. Den Cast fand ich bis in die kleinsten Rollen glaubhaft. Lance Henriksen (House III, Piranha II – Fliegende Killer, Harte Ziele) nimmt man den trauernden Vater gut ab. Inhaltlich erinnert der Film leicht an Friedhof der Kuscheltiere. Vielleicht war seine Kehrtwende im Film, sein ethischer Konflikt, etwas zu schnell, aber das war nur ein Detail am Rande.

Der Pumpkinhead und allgemein die Effekt-Arbeit ist sehenswert. Wie im damaligen Monster- oder Tierhorrorfilm üblich, wird lange zugewartet, bis das Monster zu sehen ist. So wird auch eine Art Spannung beibehalten. Die Effekte waren nach meinem Geschmack. Sehr charmant. Der Film ist, vom Gewaltgrad, relativ harmlos. Aufgrund der Selbstjustiz durch das Monster war der Film in Deutschland früher dennoch ab 18 Jahren freigegeben (wurde inzwischen runtergestuft).

Für die Effekte zeichneten sich u.a. Tom Woodruff Jr. (It, Alien 3, Demolition Man, Starship Troopers) und weitere Mitarbeiter von der Stan Winston Studios zuständig. Sogar ein junger Howard Berger war involviert. Er, der danach ein Teil der KNB-FX Group (Skinner, Dr. Giggles, Night Angel, Nightwish) werden sollte holte sich in dieser Produktion erste Erfahrungen. Howard Berger arbeitete zudem mit Tom Savini (Dawn of the Dead) und Kevin Yagher (A Nightmare on Elm Street 2: Freddy's Revenge) zusammen, ehe er sich später selbständig machte. Stan Winston konnte, zumindest als Regisseur, kaum grössere Erfolge verbuchen. Arbeiten wie Pumpkinhead - Das Halloween Monster blieben die Ausnahme. Der Film war ein gewisser Erfolg und daher waren diverse Fortsetzungen die konsequente Folge.

Fazit: Horror-Fans können einen Blick riskieren!

Gefolgt von: Pumpkinhead II

Infos:

O: Pumpkinhead

USA 1988

R: Stan Winston

D: Lance Henriksen, Jeff East, John D'Aquino, Kimberly Ross, Joel Hoffman, Cynthia Bain, Kerry Remsen, Florence Schauffler, Matthew Hurley

Laufzeit der deutschen DVD: 82:24 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Neusichtung am: 02.04.24 / Sichtung der US-Blu-Ray: Mitte Dez. 2024

Fassungen: Mir lag die alte deutsche DVD von e-m-s vor = Uncut, Deutsch/Englisch, keine Subs, durchschnittliche Bild- und Tonqualität. Da überlege ich mir, ein Upgrade zu tätigen. Die deutsche Synchronisation ist sehr gut. In den USA gibt es den Film z.B. auf Blu-Ray (Shout Factory). Nachtrag Dez. 2024: Ich bekam vom Kollegen die US-Blu-Ray von Shout Factory geschenkt. Das Upgrade auf Blu-Ray hat sich gelohnt. Die Bildqualität ist deutlich besser, es gibt englische Subs, exklusive Extras und ein Wendecover. Alles in allem nahm ich die Bildqualität aber als leicht zu dunkel war, für meinen Geschmack. Aber dennoch um Welten ansehnlicher, als bei der alten deutschen DVD. Ich mag den Film noch immer. In der 1. Hälfte, die ruhiger ist, wird langsam quälend Stimmung generiert. Die 2. Hälfte gehört dann dem Monster und den tollen Spezialeffekten von Stan Winston, der auch Regie führte. Und Lance Henriksen sehe ich immer gerne.