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Freitag, 20. Januar 2023

Exzesse im Folterkeller Review

 

 

Japanuary 2023

Exzesse im Folterkeller

Story:

 

Mörder und Vergewaltiger Genpei (Shôhei Yamamoto) vergewaltigt die Ehefrau (Yûko Asuka) von Professor Yasuhisa Chino (Hiroshi Nawa) vor dessen Augen. Diese wird daraufhin schwanger. Dies stürzt die Beziehung später ins Verderben: Yasuhisa kann dies nicht verkraften und macht seine Frau zum Sündenbock. Er erniedrigt sie, lässt seinen Frust an ihr aus, bis er sie in den Suizid treibt. Viele Jahre später: aus dem jungen Tatsuya (Shun Domon) ist nun ein junger Mann geworden, der die sadistischen Gedanken und Leidenschaften seines wahren Vaters in seiner DNA spürt. Im Keller hält er sich entführte Frauen, die er erniedrigt, missbraucht und nicht selten auch tötet. Als sein wahrer Vater auftaucht und sich Tatsuya seiner Freundin öffnet, eskaliert die Situation…

 

Meine Meinung:

 

Exzesse im Folterkeller aka Star of David: Beauty Hunting aka Beautiful Girl Hunter ist ein in Deutschland noch immer verbotener Film, den ich seit Jugendzeiten (Gorebauern-Zeiten) nicht mehr sah. Es handelt sich um einen Erotikfilm der Nikkatsu-Studios und um eine Manga-Verfilmung (Graphic Novel von Masaaki Sato). Ich habe erwartet, dass der Film nach Neusichtung aus der Sammlung fliegt.

 

Bis auf ein-zwei Details (S/M-Bondage-Szenen und Gräueltaten des 2. Weltkrieges als Masturbationshilfe) konnte ich mich nicht mehr an den Film erinnern.  Nun sah ich den Film erneut und zum ersten Mal in der deutschen Synchronisation. Diese ist wirklich toll, aufwändig und wertet das Gezeigte auf. Eine richtige Qualitäts-Synchronisation, wie sie dazumal in Deutschland nicht selten üblich war.

 

Was soll ich sagen? Nach der Neusichtung war ich begeistert: so gut und kunstvoll hatte ich den Film von Norifumi Suzuki gar nicht in Erinnerung. Klar, der hat schon einige tolle Filme wie The Killing Machine (Sonny Chiba), Shogun’s Ninja (Henry Sanada), Girl Boss Guerilla (Reiko Ike), Sex and Fury (Christina Lindberg) oder School of the Holy Beast (wohl der beste Nunsploitation Film überhaupt) gedreht, aber Exzesse im Folterkeller ist ja nochmal ein ganz anderes Kaliber = Schön gefilmt, klassische Musik, interessanter Plot/Grundidee (De Sade und Die 120 Tage von Sodom Ansichten), stark gespielt und einfach unglaublich fies, pervers und sadistisch!

 

Dazu gibt es keine Längen, da im Schnitt alle zehn Minuten neue Perversionen dem Zuschauer Freuden entlocken und ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Zudem auch schön abwechslungsreich (nur blutig wird es kaum). Andreas Bethmanns gibt auf seiner Skala acht von zehn Peitschen (in seinem Buch Deep Wet Torture Handbook) in Sachen "Qualität" und seine Wertung ist definitiv gerechtfertigt. De Sade selbst hätte Freude gehabt am gezeigten und gelebten Sadismus.

 

Bunta Sugawara (Street Mobster, Cops Vs. Thugs, Battles Without Honour and Humanity) ist mir nicht aufgefallen. Er, der sonst mehr im Yakuza- und Gangster Genre Zuhause ist, soll einen Gastauftritt absolvieren. Der restliche Cast war toll, glaubhaft, mutig und motiviert dabei! Nebst Lone Wolf & Cub Teil 4 - Die tätowierte Killerin, Flower and Snake 2 und Soul of Bruce Lee bisher einer der besten Filme, welchen ich an diesem Japanuary sah! Positive Überraschung!

 

Infos:

 

O: Dabide no hoshi: Bishôjo-gari

 

Japan 1979

 

R: Noribumi Suzuki

 

D: Shôhei Yamamoto, Yûko Asuka, Hiroshi Nawa, Shun Domon

 

Laufzeit der österreichischen DVD: 99:55 Min.

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die Uncut-DVD von Raptor aus Österreich vor = in einer Szene am Ende Fogging Zensur, sonst Uncut, Deutsch/Jap. mit Subs. Die deutsche Sprachfassung ist qualitativ hervorragend und lohnenswert. Nicht so jedoch die Bildqualität: zu dunkel, zu unscharf. Im heutigen Zeitalter ungenügend. Blu-Ray Alternativen gibt es von Shock DVD Entertainment (Österreich) oder von Impulse Pictures (USA). Der Film steht in Deutschland aktuell noch auf der Verbotsliste. Nachtrag 21.08.23: Für eine Neusichtung lag mir nun die Blu-Ray von Shock Entertainment vor = Deutsch/Jap. mit Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Diese wird dem künstlerischen Film nun mehr gerecht. Als interessante Extras gibt es Auszüge aus dem Manga und ein exklusives Interview mit dem Produzenten des Filmes, dessen Hintergrundinfos spannend sind und ich nicht wusste (z.B. dass Regisseur Noribumi Suzuki von Toei abgeworben wurde). Bunta Sugawara und sein Gastauftritt sind mir diesmal aufgefallen (Autofahrt). Er spielt nicht den Vergewaltiger-Vater, wie es an einem Ort im Netz zu lesen war. Wer den mit der grossartigen und kultigen deutschen Synchro schauen möchte, kommt um die Ösi-Blu-Ray nicht herum! 

Donnerstag, 19. Januar 2023

Soul of Bruce Lee Review

Japanuary 2023

Soul of Bruce Lee

Story:

 

Nachdem sein Meister ermordet wurde, zieht es dessen Schüler (Sonny Chiba) nach Thailand, um den Mörder (Luk Chuen) zu stellen und den Tod seines Meisters zu rächen. Doch im Kampf wird Sonny verletzt. Derweil arbeitet ein Agent (Tadashi Yamashita) ebenso am Fall, während Sonny von Etsuko Shihomi gesundgepflegt wird, ehe der Kampf gegen die Bösewichte (u.a. auch Bolo Yeung) ansteht…

 

Meine Meinung:

 

Ein Japanuary ohne einen Film mit Sonny Chiba (Wolf Guy) ist kein richtiger Japanuary. Soul of Bruce Lee ist dabei ein sehr skurriler und wirrer Film, dessen richtige Entstehungsgeschichte mir unbekannt ist. Es fängt schon beim Herstellungsland an: ist es eine Produktion aus Japan oder Hong Kong? Oder eine Co-Produktion? Laut Datenbanken soll es eine Toei Produktion sein. Aber ohne Gewähr…

 

Fakt ist, dass der Film von Japaner Yukio Noda und Chinese Chan Tung-Man stammt. Yukio Noda hat wohl mit Zero Woman: Red Handcuffs (aka Der Tiger von Osaka) seinen bekanntesten Film abgeliefert, während sämtliche Filme, die unter Mithilfe von Chan Tung-Man stammen, jeweils immer (!) auch einen 2. Regisseur an Bord hatten. Schon schräg! So wundert es nicht, dass der Film, indem auch Japaner und Chinesen vor der Kamera stehen, so wirkt, als sei er aus drei Filmen zusammengeschnitten worden! Wie wohl der ursprüngliche Film ausgesehen haben mag?

 

Soul of Bruce Lee, auch bekannt als Soul of Chiba, ist ein exotischer & wirrer Trash-Bruceploitation Film. Den Bruce Lee-Part mimt dabei Tadashi Yamashita als Anti-Drogen-Agent. Dieser war vor allem im US-Action-Kino zu Hause. Über Sonny Chiba braucht es hingegen keine Worte verlieren. Interessant sind hier nur zwei Dinge: seine Trainingsmethoden mit Stromstössen und die Drogenabhängigkeit seiner Figur! Luk Chuen (Deadly Chase for Justice) spielt den Bösewicht und Endboss, Muskelpaket Bolo Yeung (Chinese Hercules) quasi dessen Leibwächter und Sister Street Fighter Star Etsuko Shihomi hat eine kleinere Nebenrolle.

 

Die Stars machen dabei in den Kampfszenen eine gute Figur. Die Kampfszenen bestehen nicht nur aus Karate, welche Sonny Chiba dank The Street Fighter und dessen Erfolg in den USA, weltweit bekannt machten. Die Kämpfe rocken, sind fantasievoll (Sonny Chiba kämpft gegen vier Männer, die von Affen besessen sind) und schön gefilmt (hier und da auch Zeitlupeneinsätze). Auch mit Blut wird nicht gespart = es gibt auch den ein oder anderen blutigen Shoot-Out (Pistole, improvisierte Pfeile). Besonders das lange Finale ist actionreich geworden und kompensiert für die ein oder andere lahme und wirre Passage im Film.

 

Fazit: Für Sonny Chiba Fans interessant!

 

Infos:

 

O: Ji Sha! Xie Dao Quan

 

HK, Japan, Thailand 1977

 

R: Yukio Noda, Chan Tung-Man

 

D: Sonny Chiba, Luk Chuen, Tadashi Yamashita, Bolo Yeung, Etsuko Shihomi

 

Laufzeit der US-DVD: 93:10 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Rarescope vor. Diese bietet zwei Fassungen zum Film. Die Englisch Dubbed läuft etwas kürzer als die Jap. Originalversion mit englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind auf gutem VHS-Niveau. Mit Fighting Fist befindet sich ein zweiter Sonny Chiba-Film in dem Set (Double Feature). In Deutschland von NEW auf DVD veröffentlicht worden (Deutsch/Englisch, deutsche Subs). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2023).