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Dienstag, 30. Juni 2020

Heroes of the East Review


Webmaster mit Gordon Liu in Amsterdam, wo die DVD signiert wurde
Heroes of the East

Story:

Chinese Ho To (Gordon Liu) heiratet seine japanische Freundin Kung Zi (Mizuno Yuko). Dies führt bald zu Konflikten aufgrund ihrer Traditionen betreffend Rituale, Lebensgewohnheiten aber auch vor allem die Frage stellend, welche Kampfkünste besser sind – jene aus China oder diese aus Japan. Es kommt so weit, dass sich Ho To gegenüber mehreren japanischen Meistern (Omae Hitoshi, Nakazaki Yasutaka, Yana Nobuo, Shirai Manabu, Sumi Tetsu, Harada Riki, Yasuaki Kurata) im Kampf beweisen muss, um Kung Zi zurückzuerobern…

Meine Meinung:

Nebst Five Element Ninjas der Shaw Brothers Klassiker schlechthin, der chinesische und japanische Kampfkünste miteinander vereint und dabei auf Klischees à la dem Kino eines Wang Yu verzichtet (alle Japaner sind böse und gilt es zu bekämpfen, Chinesische Darsteller à la Lo Lieh als Japaner und Co.). Beiden Nationen und ihren traditionellen Kampfkünsten wird in dem Film von Liu Chia-Liang (My Young Auntie) Respekt gezollt.

Der Film ist einer der besten Shaw Brothers Filme, die ich kenne. Liu Chia-Liang, der einen kleinen Gastauftritt hinlegt (fast nicht erkannt) und für die Action-Szenen zuständig war, hat spektakuläre Arbeit geleistet. Die Kampf-Choreographie ist schlicht der Wahnsinn! Star Gordon Liu (Treasure Hunters), hier mit Haarpracht zu sehen (Welch Seltenheit), war selten besser als hier.

Den Film kann man in zwei Hälften unterteilen: In der ersten Hälfte geht es um die Konflikte, die zwischen Gordon Liu und seiner Film-Frau entstehen. In der 2. Filmhälfte kommen de diversen japanischen Meister ins Spiel, die sich nacheinander mit Gordon Liu duellieren. Ab diesem Zeitpunkt folgen pausenlos absolut sehenswerte, abwechslungsreiche und spektakuläre Kampfszenen bis zum Ende. Der Martial Arts Fan wird bestens bedient.

Schön ist auch, dass man sich echte Japaner an Bord holte, um die japanischen Meister zu verkörpern (oder Gordon Lius Film-Ehefrau). Etwas, was im chinesischen Kino nicht immer der Fall war. Yasuaki Kurata (Fist of Legend) spielt quasi der Endgegner von Gordon Liu, nachdem dieser zuvor alle anderen japanischen Meister besiegte. Auch Yasuaki Kurata macht in den Kampfszenen eine gute Figur und braucht sich hinter Gordon Liu nicht zu verstecken. Es überrascht nicht, dass der Japaner oft im HK-Kino gecastet wurde.

Einziges Manko: Nur der doofe Klamauk durch Sidekick Cheng Kang-Yeh schmälert das Sehvergnügen leicht (war aber weniger schlimm als ich das in Erinnerung hatte). Abgesehen davon jedoch ein absoluter Kracher und wahres Highlight (eines mehr) der Shaw Brothers!

Fazit: Jedem Shaw Brothers und Gordon Liu Fan uneingeschränkt zu empfehlen! 

PS: Die Auftritte von Wilson Tong (Daggers 8) & Norman Tsui (Blood Ritual) sind nicht wirklich erwähnenswert!

Infos:

O: Zhong Hua Zhang Fu

HK 1978

R: Liu Chia-Liang

D: Gordon Liu, Mizuno Yuko, Omae Hitoshi, Nakazaki Yasutaka, Yana Nobuo, Shirai Manabu, Sumi Tetsu, Harada Riki, Yasuaki Kurata, Liu Chia-Liang, Wilson Tong, Norman Chu, Cheng Kang-Yeh

Laufzeit der US-DVD: 105:10 Min.

Gesehen am: Juli 2008 / Review überarbeitet am: 30.05.20 / Neusichtung der UK-Blu: 23.03.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Dragon Dynasty vor = Uncut, erstklassige Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Es gibt bisher keine deutsche Fassung (Stand: Mai 2020) und eine Blu-Ray scheint es bisher nur in Japan zu geben (Stand: Dito). Nachtrag März 2025: Der Film wurde nun als UK-Blu-Ray von Arrow Video gesehen (Shawscope Vol. 2 Limited Edition) = O-Ton, Englische Subs, Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Als Bonus darf Tony Rayns über den Film sprechen. Ihn mag ich meistens. Hier hingegen fand ich seine Links und Theorien uninteressant (über Patriarch und Gender-Quatsch). Dafür war das Interview mit Yasuaki Kurata toll und absolut sehenswert. Informativ und sympathisch. Zum Film = Klassiker von Liu Chia-Liang mit Gordon Liu und Yasuaki Kurata in den Hauptrollen, der den Chinesischen und den Japanischen Kampfkünsten huldigt. Die 1. Hälfte ist in der Tat etwas lahm und der Humor zündet wenig, zumal Cheng Kang-Yeh sehr nervt. In der 2. Hälfte gibt es dann jedoch die ganzen Duelle zwischen den Japanern und Gordon Liu = Absolut sehenswert!

Montag, 29. Juni 2020

Die 13 Söhne des gelben Drachen Review

Die 13 Söhne des gelben Drachen

Story:

King Jin (Ku Feng) und seine 13 «Söhne» (= Generale, gespielt von: David Chiang, Ti Lung, Chin Han, Pao Chia-Wen, Lo Wai, James Nam Gung-Fan, Lau Gong, Sung Tuan, Huang Pei-Chih, Wang Kuang-Yu, Chan Chuen, Lau Kar-Wing, Wong Chung) kämpfen gegen den Feind an und versuchen, hinter die feindlichen Linien zu kommen. Doch Intrigen, gesät von Warlord Zhu Wen (Chan Sing), hetzt die Brüder auch gegeneinander auf mit blutigen Folgen…

Meine Meinung:

Die 13 Söhne des gelben Drachen, der den englischen Titel The Heroic Ones trägt, sah ich sehr lange nicht (letzte Sichtung: Oktober 2007). Ich fand den Film laut meinem alten Review eher durchschnittlich und dies ist eine Meinung, die ich sogar aktuell noch teile, obwohl ich mich im Shaw Brothers Universum aktuell besser auskenne als dazumal.

Bei der Anzahl von Filmen, die Chang Cheh realisiert hat, darf jedoch auch Mal ein mittelmässiger dabei sein. Immerhin verdanken wir dem Godfather des Kung Fu so viele tolle Filme (The Delinquent, Five Element Ninjas, The One-Armed Swordsman, Crippled Avengers, The Duel…), da kann nicht immer ein Meisterwerk bei rauskommen.

Der Film von 1970 erzählt eine imposante Geschichte à la All Men Are Brothers. Die Bauten sind fantastisch, die Requisiten und Statisten zahlreich – da wurden keine Mühen und Kosten gescheut, ein imposantes Bild zu zeichnen. Doch leider fesselt der Inhalt gleich null. Ich empfand den Film als öde und lahm und ich stellte diverse Längen fest (Laufzeit von zwei Stunden).

Da sind mir 08/15 Geschichten (Schüler-Meister, Rache-Inhalte etc.) deutlich lieber. Leider wirkten auch die Action-Szenen öde und wenig spektakulär. Besonders in der ersten Hälfte in den ewigen Massen-Szenen taten sich schnell Ermüdungserscheinungen breit. Dazu kommt, dass der Film, trotz den Stars wie Ti Lung (The Avenging Eagle) oder David Chiang (Heaven and Hell), auch in Sachen Figurenzeichnungen wenig überzeugt. So sind einem die Schicksale von den Figuren relativ egal.

Ein grosses Manko ist dann auch, dass Chang Cheh seine besten Figuren vor dem Finale bereits sterben lässt. Würdige Nachfolger der beiden gibt es im Film nicht, so dass der Film und das Finale nochmals eine Runde schwächer ausfallen. In Nebenrollen sind, leider auch mehrheitlich unmotiviert und blass, zu sehen:

Ku Feng (My Son), Lily Li (The 8 Diagram Pole Fighter), Wong Chung (Mobfix Patrol), Lau Kar-Wing (Treasure Hunters), Chan Sing (The Singing Killer), Bolo Yeung (The Rescue) oder Wong Ching (The Chinese Boxer). Zwar viele bekannte Namen, aber mit Ausnahme von Ku Feng wird ihnen kaum Platz oder Tiefe eingeräumt.

Schade!

Fazit: Geschmackssache – für mich jedoch ein mittelmässiger Beitrag von Chang Cheh für die Shaw Brothers – zum Glück eine rare und seltene Angelegenheit!

Infos:

O: Shi San Tai Bao

HK 1970

R: Chang Cheh

D: David Chiang, Ti Lung, Chin Han, Pao Chia-Wen, Lo Wai, James Nam Gung-Fan, Lau Gong, Sung Tuan, Huang Pei-Chih, Wang Kuang-Yu, Chan Chuen, Lau Kar-Wing, Wong Chung, Ku Feng, Chan Sing, Lily Li Li-Li, Bolo Yeung, Wong Ching

Laufzeit der deutschen DVD: 121:19 Min.

Gesehen am: Okt. 2007 / Review überarbeitet am: 28.05.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von MIB vor = Uncut, O-Ton, englische Subs vorhanden. Alle Blu-Ray Master sind bis dato nur zensiert zu bekommen (Deutschland, USA, Japan) im Gegensatz zu den DVD-Celestial Mastern. Die Celestial Master haben weitere Mankos: neue Soundeffekte und teilweise neue Billig-Musik, die direkt aus dem PC stammt…