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Donnerstag, 18. Mai 2023

The Big Heat


The Big Heat

Story:

 

Eine Bande von Cops (Waise Lee, Matthew Wong Hin-Mung, Phillip Kwok Chun-Fung, Lionel Lo King-Wah) ist hinter Gangstern (Paul Chu Kong, Peter Lai Bei-Dak) her…

 

Meine Meinung:

 

The Big Heat von Regiegespann Andrew Kam (Fatal Termination) und Johnny To (Loving You) sah ich sehr lange nicht. Der Film, ein düsterer, nihilistischer und zuweilen brutaler Crime-Gangster-Streifen hat die Neusichtung mehr als bestanden! The Big Heat ist ein Kracher, der vor allem dank seinem überdurchschnittlich hohen Grad an Gewalt für Furore sorgte.

 

Mehr die Handschrift von Andrew Kam statt Johnny To tragend (positiv gemeint) überzeugt der Film durch eine simple Cops Vs. Gangster-Story, in der Platz für wenig Humor und Klamauk besteht. Es geht humorlos, düster und zuweilen hoffnungslos zu, wenn viele Unschuldige das zeitliche Segnen (Krankenschwester, kleines Mädchen im Rollstuhl, Laborantin…) und auch die Helden gen Ende viel Schaden und Schmerzen (und Verluste) einstecken müssen.

 

Aber auch die Gangster werden nicht mit Samthandschuhen angefasst: die Tötungsszenen sind abwechslungsreich, kreativ und erinnern an Splatterfilme. Daher  nochmal um es erwähnt zu haben: in Sachen blutiger Effekte ist der Film im Vergleich zu anderen modernen HK-Action-Filmen überdurchschnittlich brutal. Es wird nicht nur einfach blutig erschossen, sondern auch andere Werkzeuge halten als Tötungs- und Gewaltinstrumente her: Fahrstühle, Autos, Gratanten, Skalpelle, Feuer, Bohrer etc.

 

Dazu brachte Produzent Tsui Hark (A Better Tomorrow 3) einen tollen Cast zusammen: Waise Lee (Shadow Cop), Venom-Star Phillip Kwok Chun-Fung (Hard-Boiled), Paul Chu Kong (The Killer), Stuart Ong (In the Line of Duty 3), Joey Wong (A Chinese Ghost Story) und in Kurzauftritten sogar noch Namen wie Roy Cheung (School on Fire), Michael Chow Man-Kin (Thou Shalt Not Swear) und Robin Shou (The Cyprus Tigers). Tsui Hark sorgt am Ende auch noch für einen Cameo-Auftritt. Waise Lee in einer seiner besten Rollen und Paul Chu gibt einen herrlich diabolischen Fiesling ab.

 

Fazit: Kracher des modernen HK-Actionkinos und absoluter Must Have Titel!

 

Infos:

 

O: Seng Fat Dak ging

 

HK 1988

 

R: Andrew Kam, Johnnie To, Tsui Hark (laut Waise Lee Interview)

 

D: Waise Lee, Matthew Wong Hin-Mung, Phillip Kwok Chun-Fung, Lionel Lo King-Wah, Paul Chu Kong, Stuart Ong, Betty Mak Chui-Han, Joey Wong, Peter Lai Bei-Dak, Michael Chow Man-Kin, Roy Cheung, Robin Shou

 

Laufzeit der HK-DVD: 92:30 Min.

 

Neusichtung am: 19.04.23 / Sichtung der US-UHD: Juli 2026

 

Fassungen: Mir lag die Code Free HK-DVD von Mega Star vor = Uncut, O-Ton, englische Subs, gute Bild- und Tonqualität. Sollte der jemals restauriert auf Blu-Ray erscheinen, würde ich sogar über ein Upgrade nachdenken. In Deutschland von HDMV erschienen (Deutsch/Englisch/Canto mit englischen Subs und auch Uncut). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: April 2023). Nachtrag Juli 2026: Für eine Neusichtung lag mir die neue US-UHD von Shout Factory vor. Diese wurde zusammen mit einer Blu-Ray in deren US-Vö veröffentlicht (inklusive Schuber). Die Restauration tat dem Film gut. Obwohl einige Momente nach wie vor etwas dunkel und griessig wirken (Liftschacht, Gänge im Krankenhaus), ist das gegenüber der alten HK-DVD eine Wohltat, den Film nun so schauen zu können. O-Ton und englische Subs sind vorhanden. Der Film, der nach wie vor überzeugt, ist zudem Uncut. Es gibt nebst einem Audiokommentar und zwei Interviews (nicht mit Filmbeteiligten) jedoch ein Interview mit Hauptdarsteller Waise Lee. Dieses dauert ca. 17 Minuten und empfand ich als informativ, da er über den Film und die Dreharbeiten spricht. So fragte sich Waise Lee, ob die Brutalität extra für den ausländischen Markt gedreht wurde. Die Dreharbeiten dauerten 16 Monate und der Umgang mit den Co-Stars sei sehr kollegial gewesen. Die erste Hälfte des Filmes hätte Andrew Kam gedreht. Doch Tsui Hark war nicht zufrieden und somit beendete Johnnie To den Film. Doch auch damit war Tsui Hark nicht zufrieden. Er nahm laut Waise Lee selbst auf dem Regiestuhl Platz, veränderte, schnitt oder drehte Szenen komplett neu und beendete den Film somit selbst. Leider soll der Film an den HK-Kinokassen ein Flop gewesen sein, da dazumal Olympische Spiele live im TV gezeigt wurden und viele diese schauten, statt ins Kino zu gehen. Einmal soll Waise Lee fast einen Hitzeschlag gehabt haben, als sie bei über 30 Grad die Strassen-Verfolgungsjagd gedreht haben. Phillip Kwok soll ihnen zudem Anweisungen gegeben haben, wie sie sich in den Actionszenen schützend zu verhalten haben. Tolles Interview. Waise Lee scheint kaum gealtert und ist ein sympathischer Typ. 

Mittwoch, 17. Mai 2023

Demonia

Demonia 

Story:

 

Liza (Meg Register) und Co. (u.a. Brett Halsey) geraten bei archäologischen Ausgrabungen in einem Kloster an Geister von Frauen, die vor 500 Jahren an dem Ort getötet wurden. Diese nehmen blutige Rache…

 

Meine Meinung:

 

Demonia, einer von Lucio Fulcis (Aenigma, The Devil's Honey, City of the Living Dead) letzten Filmen, wird nach Neusichtung als souverän und solide befunden. Alles andere als schlecht, aber kein Film (mehr) für meine Film-Sammlung. Warum? Dies aus drei Gründen: a) ist der Film spannungsarm, b) in der ersten Hälfte doch relativ lahm und c) baut der Film keinerlei Stimmung auf und auch die Musik war enttäuschend. Punkt c ist der grösste Kritikpunkt.

 

Abgesehen davon ist der Film, wie gesagt, sehr solide und technisch gut in Szene gesetzt. Der Plot gibt nicht allzu viel her und einzelne Szenen sind relativ repetitiv (wie die Nonnen im Ritual getötet wurden). Ich empfand den englischen Dub als überraschend gut. Da waren frühere Italo-Filme weitaus schlechter "synchronisiert" worden. Lucio Fulci spielt in einer grösseren Nebenrolle mit. Er mimt den Inspektor, der sich dem Fall und den mysteriösen Todesfällen rund um das Kloster annimmt.

 

Ansonsten sind nur Brett Halsey (When Alice Broke the Mirror, Demons 6 De Profundis) und Al Cliver (Zwei Supertypen räumen auf, Zombi 2, The Beyond) "bekannte Namen". Der Rest ist mir unbekannt. Aber im Grossen und Ganzen sind die Darsteller bemüht und solide.  Wo der Film im Gegensatz zu Plot, Spannung und Atmosphäre/Stimmung überzeugt sind die Effekte, obwohl auch hinter diesen keine bekannten Effekte-Techniker standen.

 

Die Effekte sind blutig, abwechslungsreich (teilweise ist für das Ableben eine höhere Macht à la Final Destination zuständig) und gut getrickst. Teilweise wurde sicher mit echten Tier-Därmen gearbeitet, sowohl auch mit toten Tieren (Szene im Schlachthaus). Eine Szene hat Cut and Run Vibes. Die Szene war klasse und beinhaltete wohl die echten Tier-Innereien, um "menschliche Eingeweide" darzustellen. Kostengünstig und effektiv! So soll es sein!

 

Fazit: Kein Totalausfall, aber auch kein Kracher! Lucio Fulci Fans können einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Demonia

 

Italien 1990

 

R: Lucio Fulci

 

D: Lucio Fulci, Meg Register, Brett Halsey, Christina Engelhardt, Al Cliver

 

Laufzeit der US-DVD: 80:59 Min.

 

Neusichtung am: 19.04.23

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Shriek Show vor = Englischer Ton (gute Synchro), keine Subs, durchschnittliche Bildqualität, Uncut. Fans des Filmes sei die US-Blu-Ray von Severin Films an Herz zu legen oder die UK-Alternative von Arrow Video (Englisch/Ital., englische Subs, restauriert, diverse exklusive Extras). Gibt es in Deutschland nur auf DVD (von diversen Anbietern, z.B. X-Rated). Uncut und in deutscher Sprache.