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Montag, 2. Oktober 2023

Hellraiser IV – Bloodline

Horroktober 2023

Hellraiser IV – Bloodline

Story:

Im Jahr 2127, auf der Raumstation Minos, versucht Paul Merchant (Bruce Ramsay) mit Hilfe neuster Technik und List, die Cenobiten (Valentina Vargas, Jody St. Michael, Michael Polish, Mark Polish) und deren Anführer Pinhead (Doug Bradley), zu beschwören, zu fangen und zu vernichten. Doch dann taucht das Militär auf und nimmt Paul gefangen. Dieser beginnt seine Familiengeschichte zu erzählen…

Meine Meinung:

Die ursprüngliche Idee von Hellraiser IV – Bloodline zu bewerten, fällt nicht einfach. Siehe dazu mehr unter Fassungen. Dass Effekte-Techniker Kevin Yagher (Bordello of Blood, Windtalkers, The Dentist, Alienkiller, A Nightmare on Elm Street 2, 3 & 4) Regie führte, ehe er durch Joe Chappelle (Halloween: The Curse of Michael Myers, Phantoms) und am Ende durch ein Pseudonym (Alan Smithee) ersetzt wurde, hatte ich gar nicht mehr gewusst. Er und sein Team waren auch für die Effekte in Hellraiser IV – Bloodline zuständig.

Hellraiser IV – Bloodline sah ich ewig nicht. Wenn ich mich recht erinnere, war das nebst Candyman 3 – Der Tag der Toten, Halloween: The Curse of Michael Myers und The Dentist 2 (oder war noch Die Killerhand dabei?) eine meiner ersten vier DVDs, welche ich kaufte. Der Film gefällt heute aber zu wenig, um in der Sammlung zu bleiben. Wohl ein Schicksal, welches auch die anderen Hellraiser Fortsetzungen nach Neusichtungen treffen wird. Immerhin fand ich den Film, schwache Weltraum-Szenen hin oder her, leicht besser als sein Vorgänger.

Die besten Szenen hat der Film, der in mehreren Zeit Epochen spielt, in der Vergangenheit. Die besten Szenen beinhalten vor allem die Figuren Angelique, Duc de L'Isle und Jacques. Der perverse Adel. Angelique gab zudem einen wunderbaren Bösewicht und Gegenstück zu Pinhead ab. Weiblich, aber tödlich und dabei erotisch und charismatisch. So gesehen, wer braucht da, als Link zum neuen Hellraiser, einen weiblichen Pinhead? Es wäre auch anders gegangen, wie die Figur von Angelique bezeugt…

Wo der Film hingegen schwächelt sind die digitalen CGI-Effekte, einige der Dialoge wirken lächerlich und alle Weltraum-Szenen waren billig. Auch die Figuren, die dort vorkommen (das ganze Militär war unglaubwürdig und schlecht gespielt) überzeugen nicht. Warum es in den 90ern die Filmemacher im Horrorgenre immer mehr in den Weltraum zog, ist mir nicht bekannt. Selten waren die Filme gut (siehe Filme wie Critters 4, Leprechaun 4: In Space und Jahre später noch Jason X). Die Szenen sorgen dafür, dass nur phasenweise Stimmung generiert wird. Die neuen Cenobiten sind cool und die Splatter-Effekte solide.

Fazit: Schlussendlich wie immer Geschmackssache – für mich hätte nach den ersten zwei Filmen (Hellraiser und Hellbound: Hellraiser 2) Schluss sein müssen!

Gefolgt von: Hellraiser: Inferno

Infos:

O: Hellraiser IV – Bloodline

USA 1996

R: Kevin Yagher, Joe Chappelle

D: Bruce Ramsay, Valentina Vargas, Jody St. Michael, Michael Polish, Mark Polish, Doug Bradley

Laufzeit der deutschen DVD: 81:26 Min.

Neusichtung: Horroktober 2023

Fassungen: Mir lag die alte deutsche 18er DVD von MAWA/Starlight vor = durch schlampige Arbeit in zwei Szenen «zensiert» (Schnitte fallen nicht auf), Deutscher Ton (kein O-Ton vorhanden), Vollbild, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die deutsche Blu-Ray von '84 Entertainment bietet die unzensierte Kinofassung, den Workprint als Bonus, Deutsch/Englisch ohne Subs und das 1, 85:1 Bildformat. Der Film wurde vor Veröffentlichung stark verändert: Szene flogen raus der heute 85minütige Film hätte ursprünglich 110 Minuten laufen sollen, das Budget wurde gedrosselt, Kevin Yagher gefeuert und Joe Chappelle für Nachdrehs angestellt. Kevin Yagher wurde mit dem Pseudonym Alan Smithee ersetzt. Im Trailer sind Szenen zu sehen, welche in der Kinofassung fehlen. Arrow Video wird bald die Hellraiser: Quartet of Torment Edition veröffentlichen, in welcher auch der 4. Teil präsent sein wird. Auch diese haben eine Workprint Fassung angekündigt. Ob es dieselbe ist, welche auf der deutschen Blu-Ray zu sehen sein wird, ist noch unbekannt («Newly uncovered workprint version of the film, providing a fascinating insight into how it changed during post production»). Fans des Filmes sollten also schauen, was die kommende Arrow Video Fassung zu bieten haben wird.

Samstag, 30. September 2023

Dream Scenario

 
ZFF 2023 
Dream Scenario

Story:

Familienvater und Professor Paul Matthews (Nicolas Cage) wird über Nacht zum unfreiwilligen Star, als dieser plötzlich in den Träumen von unzähligen Menschen auftaucht. Was zunächst ganz spassig erscheint, nimmt mit der Zeit negative Formen an, als sich die Träume nach einer Zeit bei den Menschen zu Alpträumen formen…

Meine Meinung:

Dass ZFF 2023 hätte ich dieses Jahr fast verpasst. Kollege aus Zürich hat mich daran erinnert. Immerhin habe ich dort in den letzten Jahren auch gute Filme gesehen (Im Westen nichts Neues, The Lighthouse). Der Eröffnungsfilm vom ZFF 2023 stellt die A24-Produktion Dream Scenario dar. Ich mag A24 Produktionen, egal ob selbst produzierte Filme (X, Pearl, Men, Saint Maud, Under the Silver Lake, It Comes at Night), vertriebene (Under the Skin) oder aufgekaufte Titel (Talk to Me).

Dream Scenario, der vom Midsommar Regisseur Ari Aster (Hereditary) produziert wurde, wartet mit Nicolas Cage (Mandy, Windtalkers, Die Farbe aus dem All) in der Hauptrolle auf. Nach Toronto (Weltpremiere) feierte der Film am ZFF, nicht etwa in Zürich selbst, sondern in Winterthur, Europapremiere. Dies war die weltweit 2. Aufführung des Filmes, der allgemein (in Toronto) sehr gut angekommen zu sein scheint.

A24 hat meiner Meinung nach durch den Film Everything Everywhere All at Once, den ich persönlich nicht interessant finde (daher nie gesehen), einen zu grossen Bekanntheitsgrad erlangt. Der Film wurde viel zu sehr gehypt, was natürlich die Folge der Oscar-Gewinn-Serie war. Dream Scenario wird bereits als nächster Oscar-Kandidat angesehen. Spätere A24 Produktionen fand ich schlechter (Bodies Bodies Bodies) und/oder gar nicht mehr interessant (Beau is Afraid).

Dream Scenario ist an sich ein guter Film, der aber im Grossen und Ganzen weniger meinen Geschmack trifft. Der Film wird im Internet als Horrorkomödie oder gar Sci-Fi Komödie beschrieben. Ich würde den Film vor allem als bitterböse Satire auf Social Media und Cancel Culture sehen inklusive Sci-Fi Touch am Ende und viel sozialkritischem Humor, der vor allem die Woke-Generation durch den Kakao zieht. Hauptsächlich ein Drama, wenn man so viel. Aber echter Horror? Nö!

Dabei ist der Plot spanend und originell. Aber richtige Erklärungen gibt es nicht und über das Ende kann man streiten. Es zeigt aber schön auf, wie Social Media, Influencer und dessen Mob Leben zerstören und Personen vorverurteilen können. Man denke da nur an Namen wie Sion Sono, Richard Stanley, Mason Greenwood, Till Lindemann, Benjamin Mendy oder Kevin Spacey, die alle vor Gericht freigesprochen wurden und/oder es gar nicht zur Anklage kam. Von Persönlichkeiten, die seit Jahren tot sind (Klaus Kinski und aktuell auch Maximilian Schell) ganz zu schweigen, wobei es ja auch andere Beispiele gab, wenn ich da z.B. an Harvey Weinstein oder R. Kelly denke. Das Thema ist also aktuell und etwas, womit sich die Menschen auch die Zukunft noch auseinandergesetzt sehen werden, sowie im Guten wie auch im Schlechten.

Der Film ist optisch und technisch stark in Szene gesetzt, fesselt leicht und ist unterhaltsam. Der Film ist auch durchaus sehr lustig und zuweilen sehr komisch (die nachgespielte Sex-Szene war zum Brüllen komisch). Wo der Film auch stark punktet ist der Cast allen voran Nicolas Cage. Der Star einiger der besten Actionstreifen der 90er Jahre (Im Körper des Feindes, The Rock, Con Air) spielt den unglücklichen Softie- Professor enorm gut und oft genug wird die Marke Nic Cage selbst durch den Kakao gezogen. Ganz starke Leistung von ihm. Aber auch der restliche Cast passt wie die Faust aufs Auge zu ihren Rollen.

Fazit: Ein guter, nicht uninteressanter und sozialkritischer Film mit einem hervorragenden Nicolas Cage, der jedoch persönlich weniger meinem Filmgeschmack entspricht = ok für am Filmfest, aber nichts für meine Filmsammlung!

Infos:

O: Dream Scenario

USA 2023

R: Kristoffer Borgli

D: Nicolas Cage, Julianne Nicholson, Michael Cera, Tim Meadows, Dylan Gelula, Dylan Baker

Laufzeit der Kinofassung: Ca. 100 Min.

Gesehen am: 28.09.23

Fassungen: Gesehen am Zürich Film Festival 2023 im O-Ton mit deutschen Untertiteln. Der Film dürfte in der Schweiz noch einen regulären Kinotermin erhalten (18.01.24). Also ist mit einer DVD/Blu-Ray erst deutlich später zu rechnen.