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Mittwoch, 15. April 2020

The Master Review


 DVD wurde 2011 in Amsterdam von Chen Kuan-Tai signiert
The Master

Story:

Kung Fu Schüler Kao Chien (Yuen Tak) rettet Meister Chin Tien Yun (Chen Kuan-Tai) vor dem sicheren Tod. Dieser wurde durch die «3 Evil Masters» (u.a. Johnny Wang Lung-Wei, Chui Fat) verletzt. Diese suchen noch immer nach ihm. Zum Dank bildet Meister Chin Tien Yun Kao Chien in Sachen Martial Arts aus, was Kao Chiens aktuellem Meister (Lau Hok-Nin) nicht gefällt. Folge: Kao Chien fliegt aus der Schule, während die Gangster über die Gegend die Überhand gewinnen…

Meine Meinung:

Nach den Jackie Chan und Yuen Woo-Ping Hits aus dem Vorjahr (Snake in the Eagle's Shadow und Drunken Master) sprangen nun auch die Shaw Brothers auf den Kung Fu Comedy Zug auf und präsentieren mit The Master eine sehr gute und zu empfehlende Arbeit, wenn man Kung Fu Komödien mag.

Ich mochte The Master sehr. Mir gefielen die simplen Inhalte wie: Schüler-Meister, Rachegeschichte, Schüler, der bei externem Meister fremd geht und sich von diesem ausbilden lässt um damit in einem Show-Kampf den aktuellen Meister besiegen zu dürfen. Ich mag solche Inhalte einfach…

Die Story ist unterhaltsam, actionreich und kurzweilig. Dazu kommt, dass der Film mit zwei Stars aufwartet, welche ich in Sachen Shaw Brothers und darüber hinaus immer gerne sehe: Chen Kuan-Tai, der nach eigenen Angaben nach seinen unabhängigen Ausflügen nach Taiwan mit The Master wieder zu den Shaw Brothers zurückkehrte und als selbstverständlich weisshaariger Bösewicht gefällt Johnny Wang Lung-Wei, den ich früher bei Erstsichtung noch nicht kannte. Daher freue ich mich, in Zukunft auch jene Shaw Brothers Filme zu sichten, dessen Sichtungen extrem lange her sind und mit welchen ich ins Shaw Brothers Universum startete.

Chen Kuan-Tai (New Pilgrims to the West) als Held und Meister und Johnny Wang Lung-Wei (Martial Club) als Bösewicht gefallen sehr. Aber auch der restliche Cast macht seine Sache ordentlich, allen voran Jackie Chan Klon Yuen Tak (Kid from Kwangtung). Die vielen Action- und Trainingsszenen sind gut choreographiert und machen einfach nur Spass. Der Humor geht auch absolut i.O. und nervt nicht.

Regisseur Tony Liu Chun-Ku zog erst Ende der 70er Jahre Stellung bei den Shaw Brothers. Er war für sehenswerte Filme wie Ambitious Kung Fu Girl (mit Chen Kuan-Tai in Nebenrolle), Bastard Swordsman plus Fortsetzung (mit Norman Tsui) oder Secret Service of the Imperial Court in Sachen Shaw Brothers zuständig.

Aber auch nachdem die Shaw Brothers Mitte der 80er Jahre ihre Kinofilme einstellten und ins TV-Geschäft wechselten, drehte Tony Liu Chun-Ku für diverse Firmen weitere Filme und darunter weitere sehenswerte Werke wie den Action-Horrorfilm The Haunted Madam (mit Shaw Brothers Star Jason Pai Piao), Devil Hunters (Moon Lee und Ex-Shaw Brothers Michael Chan Wai-Man), Dreaming the Reality (wieder Moon Lee) oder The Big Deal (alle guten Dinge sind drei = Moon Lee). Filme genau nach meinem Geschmack.

Wer Old School Kung Fu und lustige Kung Fu Komödien à la die Jackie Chan Klassiker mag, macht mit diesem sehr guten Shaw Brothers Film nichts falsch! Klare Empfehlung von meiner Seite her!

Infos:

O: Bei Pan Shi Men

HK 1980

R: Lu Chin-Ku

D: Chen Kuan-Tai, Yuen Tak, Johnny Wang Lung-Wei, Chui Fat, Lau Hok-Nin

Laufzeit der US-DVD: 96:01 Min.

Gesehen am: Aug. 2008 / Review überarbeitet am: 25.02.20

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor = Schuber, von Chen Kuan-Tai persönlich signiert (2011 in Amsterdam getroffen), O-Ton, englische Subs, erstklassige Bild- und Tonqualität. Dazu gibt’s ein exklusives Interview mit Chen Kuan-Tai als Bonus (ca. neun Min.). Einziges Manko: die DVD ist nicht anamorph. In Deutschland inzwischen auch auf DVD zu haben (Koch Media). Es gibt Gerüchte, dass statt Mandarin nur die Canto Fassung vorliegt d.h. also nicht der echte O-Ton. Eine Blu-Ray scheint es bisher nicht zu geben (Stand: Feb. 2020).

Beyond Re-Animator Review

NIFFF 2003 Spezial
Beyond Re-Animator

Story:

Nach dem Ende von Teil zwei (Bride of Re-Animator) geht es wie folgt weiter:

Dr. West (Jeffrey Combs) wandert für 13 Jahre ins Gefängnis. Dort beginnt ein neuer Arzt (Jason Barry) seinen Job. Dieser hat Hintergedanken und ist an West interessiert – ebenso wie eine Reporterin (Elsa Pataky). Doch der fiese Gefängnisaufseher (Simón Andreu) wittert die Gefahr in der Sache und ermittelt – doch zu spät. In der Zwischenzeit gibt es schon diverse Tote, die wieder zum Leben erweckt wurden und unter den Gefangenen (Santiago Segura, Nico Baixas) ein Massaker anrichten…

Meine Meinung:

Brian Yuzna, erfahrener B-Film und Horrorregisseur mit Faible für H.P. Lovecraft, zog es nach seinen Jahren in Amerika nach Spanien, wo er zusammen mit Julio Fernández für Filmax die Firma Fantastic Factory gründete und für diese einige B-Horrorfilme realisierte. Darunter waren unter anderem: Faust: Love of the Damned, Rottweiler, Beneath Still Waters aber auch andere Filme von anderen Regisseuren (Dagon, Darkness, Romasanta).

Und natürlich: Beyond Re-Animator – die langersehnte Fortsetzung zum Klassiker der Re-Animator Reihe, bestehend aus Re-Animator und Bride of Re-Animator. Mit Fantastic Factory und Beyond Re-Animator und Faust: Love of the Damned gelang Brian Yuzna ein kurzfristiges Comeback. Leider wurde es zuletzt ruhig um ihm.

Bride of Re-Animator kam 1990 in die Kinos. Konnte die Fortsetzung, nach so langer Pause, überzeugen? Die Antwort ist simpel: Ja! Vor allem wenn man den Film 2003 am NIFFF in Anwesenheit des Regisseurs sichten durfte! Dennoch muss man sagen, dass der dritte Teil nicht an die Qualität der ersten zwei Teile heranreicht! Dies lag am kleineren Budget und damit verbundenen Nachteilen (weniger Effekte, spanische Darsteller, sparsame und wenig wechselhafte Settings).

Auch das Fehlen von Namen wie Bruce Abbott und David Gale machen sich bemerkbar. Zwar wurde versucht, diese adäquat zu ersetzen (Jason Barry und Co.), aber die Klasse der beiden wurde nicht erreicht. Der Film, der am Ende von Teil zwei anschliesst, macht aber auch vieles richtig:

Brian Yuzna gelang es, zumindest Jeffrey Combs einmal mehr für die Rolle von Dr. Herbert West zu gewinnen – was schon ein grosses Plus darstellt. Und jede Szene mit ihm ist ein Genuss und regen zum Teil zum Schmunzeln an. Jason Barry gibt, wie gesagt, eine solide Leistung als «Dan Cain» Ersatz ab. Simón Andreu als Warden gibt sowas wie ein Bösewicht (halt ziemlich platte Klischeefigur) ab und Elsa Pataky ist die einzige weibliche Hauptrolle im Film (und ausser gut auszusehen hat sie nicht viel zu tun).

Der Film ist, wie bereits der Vorgänger, ein Mix aus Humor und Splatter = Fun-Splatter. Dabei gibt es jedoch weniger Gore und Effekte zu sehen als bei den Vorgängern. Dennoch gibt es hier und da einige wirklich schöne und handgemachte Effekte zu sehen – z.B. der Reanimierte ohne Unterkiefer mit der langen Zunge, der aufplatzende Torso, der fliegende Augapfel etc. Für die Effekte war u.a. Screaming Mad George zuständig, der schon öfters mit Brian Yuzna zusammengearbeitet hat (Bride of Re-Animator, Initiation: Silent Night, Deadly Night 4, The Guyver, Necronomicon, Progeny, The Dentist 2, Society und Faust: Love of the Damned). Ich fand es ausserdem schön und wertschätzend, dass der Japaner mit dem kultigen Künstlernamen beim Abspann als erstes gewürdigt wurde!

Der Humor ist teilweise sehr ulkig und mit viel Klamauk behaftet (Ratte Vs. Penis). Ob das gefällt, ist stark Geschmackssache. Das Setting wirkt leider oft auch billig, der Film immerhin sehr amerikanisch obwohl eine spanische Produktion. Das Re-Animator Theme kommt leicht verändert vor und erinnert Fans an die guten, alten Zeiten. Zuweilen wirkt der Soundtrack jedoch auch sehr dürftig und billig (TV-Niveau). Das Finale war enttäuschend (Jason Barry Vs Elsa Pataky) und billig umgesetzt, so dass die Fortsetzung nicht an die Vorgänger heranreicht.

Fazit: Gute Fortsetzung mit Abstrichen, die Fans jedoch zufriedenstellend dürfte. Man sollte die Erwartungen hingegen klein halten, um nicht enttäuscht zu werden!

Infos:

O: Beyond Re-Animator

Spanien 2003

R: Brian Yuzna

D: Jeffrey Combs, Jason Barry, Elsa Pataky, Simón Andreu, Santiago Segura, Nico Baixas

Laufzeit der deutschen DVD: 92:08 Min.

Gesehen am: NIFFF 2003 / Review überarbeitet: 24.02.20

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von e-m-s vor = Uncut, viele Extras, Deutsch/Englisch mit deutschen Subs. Die Bild- und vor allem Tonqualität empfand ich als sehr gut. Da brauche ich aktuell kein Upgrade auf Blu-Ray. Achtung: Die US-Disc (zumindest DVD) ist zensiert! Gäbe es in Deutschland Uncut auf Blu-Ray von Capelight Pictures.

Intruder Review

Intruder

Story:

In einem Supermarkt geht nachts ein unbekannter Killer umher und dezimiert die Angestellten…

Meine Meinung:

Dem Dream Team aus The Evil Dead um Scott Spiegel (Regie), Sam Raimi (Nebenrolle), Ted Raimi (Nebenrolle) und Bruce Campbell (Cameo am Ende als Polizist) gelang mit Intruder ein bekannter 80er Jahre Slasher, der vor allem durch seinen überdurchschnittlichen Blutgehalt für Furore sorgte.

Der Film hat die Neusichtung aktuell bestanden, auch wenn der Film in meinen Augen ausser den Effekten und den kreativen Tötungsszenen sonst kaum mehr etwas zu bieten hat, sieht man Mal von paar speziellen Kameraperspektiven à la Scott Spiegel und dem fiesen, bösen Ende ab.

Das Ende gefiel. Was weniger gefiel war die erste lahme Hälfte. In den ersten 30 Minuten passiert gar nichts. Da kann man gut nebenbei noch andere Dinge erledigen. Den ersten Mord gibt es ab 33 Minuten und selbst in der Unrated Fassung ist der Film nicht gänzlich Uncut – mind. zwei Morde sind im Workprint länger und deutlich blutiger/brutaler. Schade, dass diese zwei Szenen nicht komplett restauriert und in die Unrated eingefügt wurden…

Die Effekte sind sehr gut getrickst worden. Wenn man mit anderen Slasher aus der Zeit vergleicht (z.B. die Freitag der 13. oder Halloween Reihe), so haben diese zusammengefasst in Sachen Effekte und Blutgehalt keine Chance gegen Intruder, der einer der blutigsten 80er Slasher überhaupt ist. Die starken Effekte stammten, und dies überrascht wenig, von der KNB-FX Group, die einen durch und durch hervorragenden Job gemacht haben.

Bei Intruder handelt es sich um einen Low-Budget Film. Dies sieht man dem Film, ausser bei den Effekten und Kameraführung, auch an. Vor allem der ein oder andere der Laiendarsteller war nicht immer überzeugend und das Overacting des Killers zuweilen gar lächerlich.

Interessantes Detail zum Killer: auf vielen Motiven (VHS Cover etc.) wird der Killer sichtlich erkennbar als Hauptmotiv aufs Front-Cover geklatscht – da kommen schon fast Erinnerungen an DVD-Menüs zu Der New York Ripper auf, die auch die Identität des Killers preisgaben.

Fazit: Zwar kein Kracher (bzw. nur was die Effekte angehen), aber für 80er Slasher Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Intruder

USA 1989

R: Scott Spiegel

D: Elizabeth Cox, Renée Estevez, Dan Hicks, David Byrnes, Sam Raimi, Ted Raimi, Bruce Campbell

Laiufzeit der US-Blu: 87:35 Min.

Gesehen am: Vor 2006 / Review überarbeitet: 24.02.20

Fassungen: Mir lag die Code Free US-Blu Ray von Synapse films vor = Erstklassige Bild- und Tonqualität, keine Subs, exklusive Extras, Uncut. Diese liebevolle Synapse Vö lässt keine Wünsche offen. Eine weitere Limited Edition bieten als dritte Disc den Workprint an, der in einigen Mordszenen sogar noch länger und blutiger ist als die Unrated Fassung. In Deutschland Uncut auf Blu-Ray von CMV zu haben.