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Samstag, 14. August 2021

The Mid-Night Review

The Mid-Night

Story:

 

Eine Familie wird in ihrem Anwesen von einem unbekannten Täter erstochen und ermordet. Später zieht eine neue Familie (Mutter, Sohn, Hund, Haushaltshilfe) ins selbe Haus ein. Schon kurze Zeit später geschehen mysteriöse Ereignisse. Ob das Haus von Geistern heimgesucht wird?

 

Meine Meinung:

 

Bei The Mid-Night handelt es sich um einen seltenen Gruselfilm aus Taiwan aus dem Jahre 1981, der in mehrere Datenbanken (ofdb, Hong Kong Cinemagic) nicht gelistet ist. Solche seltene Filme sind nur schon deshalb (und vom Genre her) für mich persönlich interessant. The Mid-Night mag zwar kein Kracher sein, aber für Fans des Genres ist der Film gut schaubar. The Mid-Night startet interessant:

 

Ein unbekannter Killer, schwarze Handschuhe, Messer als Tatwaffe und bereits innerhalb von den ersten zehn Minuten sind drei Morde, darunter zwei relativ blutig (war ich überrascht) = mein Interesse war geweckt! Ob es sich bei The Mid-Night um einen Giallo handelt? Wenn man nur die ersten zehn Minuten betrachtet, könnte man dies meinen.

 

Es handelt sich jedoch um einen Gruselfilm und nicht um einen Giallo. Die neue Familie wird von den Geistern gestört, terrorisiert und vereinnahmt (Geist dringt in Person ein und steuert diese). Die Fassung, welche ich sah, hat keine Subs, so dass gewisse Motive nur Interpretationssache sind. Die Geister scheinen die Familie a) warnen und vor dem Täter schützen zu wollen oder b) versuche mit Hilfe der Familie ihren eigenen Mörder von dazumal zu finden und unschädlich zu machen.

 

Das ist der Plot des Filmes. The Mid-Night ist kein Meisterwerk aber absolut grundsolide und okay. Teilweise aufgrund einiger Blut-Effekte gar besser als manch andere Filme dieser Art. Teilweise bietet der Film stimmungsvolle Bilder, hier und da etwas Blut oder einen Make-Up Effekt. Auf der anderen Seite gibt es teilweise eine billige Soundkulisse und billige Kamera-Zooms à la Jess Franco, ohne dessen Qualität zu erreichen.  

 

Teilweise wirkten die Szenen dadurch statt gruselig mehr unfreiwillig komisch, zumindest in der Kantonesisch synchronisierten Fassung (vielleicht wären einige Szenen in Mandarin besser gekommen). Der Familien-Hund überlebt, dafür stirbt ein echtes Huhn bei einer Zeremonie, in welcher augenscheinlich ein Taoist-Priester versucht, das Zuhause von den «bösen Geistern» zu säubern.

 

Fazit: Wer alte und seltene Gruselfilme aus HK oder Taiwan mag, kann sich den Film gut ansehen.

 

PS: Regisseur Yao Feng-Pan hat noch weitere Gruselfilme realisiert: All in the Dim Cold Night, The Blue Lamp in Winter Night (gibt es in Indonesien als VHS/Beta in Englisch), Ghost Under the Cold Moonlight, The Old House (gibt es in Indonesien als VHS/Beta in Englisch), The Midnight Song, The Old Lock, Horror Inn, Keep Out of Danger, Shocking! (liegt mir ungesehen als US-VHS rum), Nightmarish Highway oder Ghost Rapist. Die dürften alle sehr selten sein...

 

Infos:

 

O: Bànyè rén

 

Taiwan 1981

 

R: Yao Feng-Pan

 

D: Fang Cheng, Tang Lan-Hua, Chiang Hou-Jen, Pai Yu, Liu Meng-Yan, Tin Ping-Chun, Wang Wei-Chiang 

 

Laufzeit der US-VHS: 84:54 Min.

 

Gesehen am: 06.05.21

 

Fassungen: Mir lag das US-VHS von World Video vor = Uncut, Dubbed in Canto statt O-Ton Mandarin, keine Subs, Vollbild, gute Bildqualität. Alternativen: es gibt eine VHS aus Indonesien (weltweit einzig bekannte Englisch Dubbed Fassung) und auf Youtube gibt es zumindest die ersten 45 Min. in Mandarin mit festen englischen Subs. Dafür ist dort die Bildqualität im Vergleich zur US-VHS so stark abgedunkelt, dass man teilweise fast nichts erkennt. Eine DVD, Blu-Ray oder deutsche Fassung existieren nicht (Stand: Mai 2021).

Freitag, 13. August 2021

Ultime grida dalla savana Review

Ultime grida dalla savana

Inhalt inklusive meiner Meinung:

 

Das relativ unbekannte Gespann Antonio Climati und Mario Morra sprang nach dem Erfolg von Mondo Cane und Co. auf den Ital. Mondo-Zug mit auf. Die beiden veröffentlichten 1974 Ultime grida dalla savana aka Mondo Bestiale - Der letzte Schrei des Dschungels aka Savage Man Savage Beast ehe zwei Jahre später ein zweiter Mondo fällig wurde: Savana violenta aka Mondo Diavolo. Danach kam noch ein regulärer, wenig bekannter Kannibalenfilm (Green Inferno) und damit war die «Karriere» der zwei Männer auch bereits wieder vorbei.

 

Ultime grida dalla savana widmet sich vor allem als Hauptthema der Jagd und zeigt Bilder von Menschen, die Tiere jagen, oder Tiere, die sich an Menschen rächen oder der Kampf der Natur, wenn Tiere gegen Tiere agieren. Dabei wird viel Wert auf authentisches Material gelegt, auch wenn es hier und da Fake-Szenen gibt (z.B. wie die Eingeborenen am Ende massakriert werden). Die Szene mit dem Touristen, der von Löwen gefressen wird, dürfte auch ein Fake sein.

 

Echt waren hingegen viele unschöne Szenen, in denen Tierfreunden tief zu schlucken haben werden. Dazwischen gibt es unpassende und komische Szenen, die nicht so zum Rest des Filmes passen wollen: halbnackte bis nackte Hippies an einem Festival inklusive Sex, Abfallberge (wie durch die heutige «Klimajugend»), Dusch-, Wasch- und WC-Szenen oder Tiere, die gefangen und gekennzeichnet / gechipt werden – um danach wieder freigelassen zu werden. Einige dieser (Zeitlupen)Aufnahmen sind durchaus ansehnlich und spektakulär.

 

Zum Sprecher selbst kann ich keine Angaben machen, da mir die vorliegende Fassung nur in Ital. Sprache vorlag und ich dieser nicht mächtig bin. Leider machen sich Längen breit und einige Szenen von nackten männlichen Geschlechtsteilen (also nichts für mich) dürften aus einem der vier Afrika-Mondos der Castiglioni Brüder stammen – wohl geklaut oder aus demselben Archiv aufgegriffen.

 

Wer sich an vielem Tier-Snuff nicht stört und das spezielle Mondo-Sub-Genre mag, dem sei die Produktion empfohlen – für meinen Teil gab es eine letzte Sichtung vor dem Verkauf der DVD…

 

Infos:

 

O: Ultime grida dalla savana

 

Italien 1974

 

R: Antonio Climati, Mario Morra

 

D: Giuseppe Rinaldi (Sprecher)

 

Laufzeit der Ital. DVD: Ca. 91 Min.

 

Neusichtung & Review überarbeitet: 05.05.21

 

Fassungen: Mir lag die Ital. DVD vor = Uncut, gute Bildqualität, Ital. O-Ton, keine Subs. Keine Altersfreigabe bzw. «film per tutti» für alle Alter freigegeben!!! Lief in Deutschland zumindest in Deutsch im Kino (als Mondo Bestiale - Der letzte Schrei des Dschungels). International bekannt als Savage Man Savage Beast. Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Mai 2021).

Donnerstag, 12. August 2021

The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare Review

 

The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare

Story:

 

Story Gun:

 

Chan Sum (Wang Chung) & dessen Kumpel (Ai Fei) kommen zufällig in den Besitz von Schusswaffen. Zusammen mit Chan Sums Freundin (Lily Li) beginnen sie, Banken auszurauben. Dabei sterben auch Menschen. Die Polizei ermittelt…

 

Story The Teenager’s Nightmare:

 

Ein Vergewaltiger (Ku Kuan-Chung) vergewaltigt minderjährige Mädchen. Die Polizei (u.a. Yang Chi-Ching , Ng Hong-Sang) ermittelt…

 

Meine Meinung:

 

The Criminals ist eine Art True Crime-Reihe aus Hong Kong aus dem Hause der Shaw Brothers. Meist werden zwei-drei Kurzgeschichten erzählt. Inhalt: Gangster-Geschichten im modernen Setting. Eine willkommene Abwechslung zum klassischen Kino der Shaw Brothers. Teil fünf der Reihe war gleichzeitig der letzte und beste Film der Reihe.

 

The Criminals 5 – The Teenager’s Nightmare bietet dem Fan zwei Kurzgeschichten: Gun vom Men Behind the Sun Regisseur T. F. Mou Tun-Fei (Lost Souls) und die titelgebende und bessere Story The Teenager’s Nightmare von Exploitation-Spezialist Kuei Chih-Hung (Misfire, Spirit of the Raped, Schweig oder stirb).

 

Dank zwei Episoden ist für Unterhaltung, Kurzweiligkeit und Abwechslung garantiert. Die erste Story, Gun, ist absolut okay und solide aber kein Highlight. Es gibt etwas Selbstjustiz, Sozialkritik, blutige Shoot-Outs und eine Gangster Vs. Polizei Story. Mittendrin: Wang Chung (Cops and Robbers) und Lily Li (Black Magic).

 

Das Highlight ist dann die zweite Episode: The Teenager’s Nightmare. Es geht um einen Serienvergewaltiger, der es auf minderjährige Mädchen im Jugendalter abgesehen hat. Das Ganze wurde mehrheitlich ernst, düster, nihilistisch und authentisch umgesetzt (Drehorte, Blocks, die dreckigen Gemeinschaftsduschen…).

 

Der Film, der an den Hong Kong Film The Rapist erinnert, erinnert phasenweise auch an einen Giallo oder True Crime-Streifen, was das Motiv des Täters und dessen Darstellung angehen. Zwar ist der Plot nicht immer realistisch (ein Typ mit weissen Händen zu finden, der an einer Hautkrankheit leidet, sollte ja nicht so schwer sein…), aber wir haben es schlussendlich (und zum Glück) doch nur mit einem Film zu tun.

 

Etwas missfallen und unpassend wirken humorvolle Szenen, die dem Film wohl Härte rauben sollen (so à la Last House on the Left). Das passt nicht ganz zum düsteren und nihilistischen Rest des Filmes. Die Vergewaltigungen sind nie zu sehen, aber die Vor- und Nacharbeit der Szenen sind bereits harter Tobak und nichts für schwache Gemüter aber optisch innovativ gefilmt. 

 

Nackte Haut gibt es trotzdem viel zu sehen. Und wenn der alte Cop am Ende seine eigene Tochter als Köder braucht, um den Täter zu fangen, oder sich dieser mit einem Magazin stimuliert, welches die minderjährige Darstellerin des Skandal-Filmes Spielen wir Liebe zeigt, dann weiss man, dass man es mit Exploitation in Reinkultur zu tun hat!

 

Interessant ist auch, dass auch ein ausländisches Mädchen unter den Opfern ist (leider keine Stab Angaben zu ihr gefunden). Wie man sie wohl überredet hat, im Film und der Story/Szene mitzuwirken? Bekannte Namen der Episode: Yang Chi-Ching (Kuan - Der unerbittliche Rächer) und in einem Mini-Auftritt wie bereits in Chinatown Kid zu sehen: eine sehr junge Kara Hui (Madam City Hunter), deren Film-Kollegin zum Opfer des Täters wird...

 

Fazit: Wer die Vorgänger bereits mochte, kann bedenkenlos zuschlagen!

 

Infos:

 

O: Heung Gong Gei Ngon Zi Ng: Gaan Mo

 

HK 1977

 

R: Gun: T. F. Mou Tun-Fei

 

R: The Teenager’s Nightmare: Kuei Chih-Hung

 

D: Gun: Wang Chung, Lily Li, Ai Fei, Lam Fai-Wong, Gam Biu

 

D: The Teenager’s Nightmare: Yang Chi-Ching, Ku Kuan-Chung, Kara Hui Ying-Hung, Kong Oh-Oi, Ng Hong-Sang, Lam Fai-Wong

 

Laufzeit der HK-VCD: Ca. 99 Min.

 

Neusichtung & Review überarbeitet am: 04.05.21

 

Fassungen: Mir lag die HK-VCD von IVL vor = Celestial Master, O-Ton, englische Subs, Uncut. Es gibt keine andere Fassung. Im Vergleich zu Celestial DVDs ist die Bildqualität dürftig und stark optimierungsbedürftig. Nicht anamorph und vor allem viel zu unscharf. Ziieagle Fassung: fand ich in der ersten Story vielleicht einen Tick schärfer / weniger pixelig in Sachen Bildqualität. Dafür empfand ich die 2. Story in den dunklen Szenen als qualitativ schlechter.