Deep Red
Story:
Jazz Pianist
Marcus (David Hemmings) wird Zeuge am Mord an einem Medium (Macha Méril).
Nebst Polizei (Eros Pagni) beginnt Marcus zusammen mit der Reporterin Gianna
(Daria Nicolodi) an der Suche nach dem Täter. Die Folge: das Umfeld von
Marcus wird dezimiert…
Meine
Meinung:
Deep Red
gilt als Klassiker von Ital. Giallo-Meisterregisseur Dario Argento (Tenebrae, La
Sindrome di Stendhal, Sleepless, Terror at the Opera, Suspiria) und wurde
selbst in den USA in einer zensierten Fassung zum Hit! Das damalige
US-Kinoplakat warb mit dem Slogan:
«When was the last time you were REALLY
SCARED!!!? PSYCHO – THE EXORCIST – JAWS – Now there’s DEEP
RED».
Ich empfand den Film zwar nicht als gruselig, aber in meinen Augen
ist Deep Red ein Knaller und einer der besten Filme von Dario Argento.
Wie oft in
Dario Argentos Arbeiten punktet der Film weniger mit seinem Inhalt (eine
typische wer ist der Mörder und was ist das Motiv Suche), sondern mehr mit seiner
Optik. Der Film hat so viele wunderschöne Kamera-Einstellungen/Settings und
Kamerafahrten zu bieten, dass einem die Spucke wegbleibt!
Auch die
Musik dazu ist der Wahnsinn: Dario Argento arbeitete mit der Ital. Band Goblin
zusammen (was sich später wiederholen sollte, z.B. in Tenebrae) und der
Soundtrack zum Film ist eine Wucht! Nur schon die Musikauswahl im Vorspann! Eindrucksvoll
und einfach nur zum Geniessen! Gerade die Flashbacks, die wichtige Hinweise auf
mögliche Motive des Killers geben und die Kamerafahrten über die Auswahl der
Mordwerkzeuge sind audiovisuell einige der besten Szenen des Filmes.
In die
gleiche Kerbe schlagen auch die Morde im Film. Zwar gibt es nur wenig Morde zu
sehen, dafür sind diese sehr fies (Zähne, heisses Wasser, Lift...) und amüsant
in Szene gesetzt! Die bleiben definitiv in Erinnerung und die wenigen Effekte sind
für dazumal relativ blutig und gut getrickst. Auch hier: Kamerafahrten und
Musik sind purer GENUS, wenn die schwarzen Handschuhe (= sind die Hände von
Dario Argento) zur Tat schreiten!
Dem Film
wurden Längen und Humor zum Verhängnis, so dass viele dieser Szenen im Ausland bewusst
weggelassen wurden. Dies finde ich schade, denn bis auf den trotteligen
Polizisten gefiel mir der Humor und das Zusammenspiel der zwei Hauptfiguren. David
Hemmings und Daria Nicolodi ( Argentos Ex und in vielen seiner
Filme zu sehen, leider 2020 verstorben, RIP!) harmonieren prächtig miteinander und Argento war der Zeit deutlich
voraus (Frau = das starke Geschlecht). Dazu passen auch die Auflösung und der
überraschende Twist im Finale...
Fazit:
Einer von Argentos besten!
Infos:
O: Profondo
Rosso
Italien 1975
R: Dario
Argento
D: David
Hemmings, Daria Nicolodi, Gabriele Lavia, Giuliana Calandra, Piero Mazzinghi,
Clara Calamai, Macha Méril, Eros Pagni
Laufzeit
der UK-DVD: Ca. 121 Min.
Gesehen
am: Jugendzeit / Review überarbeitet am: 21.11.20
Fassungen:
Mir lag die UK-DVD von Arrow Video vor = DC und Internationale Fassung auf zwei
Discs. Ich empfehle den längeren Director’s Cut = Uncut, Ital./Englisch (mit
einigen Passagen in Ital.) und englischen Subs. Die Bild- und Tonqualität sind
sehr gut. Viel Bonusmaterial. Wer davon eine Blu-Ray haben möchte, sollte zur
von Arrow Video zuletzt veröffentlichten Fassung (4K Remastered) oder zur
US-Disc von Blue Underground greifen! In Deutsch gibt es den Film von XT Video
(Österreich) oder 84 Entertainment.