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Montag, 18. Juli 2022

Love Massacre Review

Love Massacre

Story:

 

Ivy (Brigitte Lin Ching-Hsia) und Louie (Charlie Chin Chiang-Lin) machen sich sorgen über ihre mental auffällige und suizidgefährdete Kollegin Joy (Tina Lau Tin-Lan). Sie lassen aus Hong Kong dessen Bruder Chu Chung (Chang Kuo-Chu) zu ihnen nach San Francisco kommen. Doch zu spät: Joy nimmt sich das Leben. Ivy wird danach von Chu bekehrt und schon bald muss sie feststellen, dass mit ihm etwas grundlegend nicht in Ordnung ist…

 

Meine Meinung:

 

Love Massacre ist ein seltener HK-Thriller aus dem Jahr 1981 von Patrick Tam, der einige interessante Filme wie The Sword, Nomad oder My Heart Is That Eternal Rose realisiert hat. Love Massacre darf gerne in die damalige New Wave Reihe mit Filmen wie Dangerous Encounter - 1st Kind und Co. gereiht werden. Der Film wirkt sehr westlich und wurde teilweise im Ausland (San Francisco) gedreht.

 

Die Stärken des Filmes liegen vor allem in der Musik und seiner Optik. Nur schon der ungewöhnliche Start und Vorspann des Filmes zeigt die Stärken von Patrick Tam auf: fesselt und geht unter die Haut! Danach ist etwas Plot angesagt und der Film nimmt sich Zeit, die Ausgangslage und Figuren zu präsentieren, darunter eine sehr junge Brigitte Lin in der Hauptrolle. Sie, die später zu einem der gefragtesten Stars des 90er Jahre HK-Kinos werden sollte und in unzähligen Produktionen mitwirkte (z.B. Police Story, Dragon Inn, Handsome Siblings).

 

Vor allem im Finale wird das Spiel der Farben und Kontrasten auf die blutige Spitze getrieben: weisse Kleidung, viel Blut, bunte Wäsche im Finale auf dem Dach! Optisch wunderschön in Szene gesetzt und ebenso mit passender, toller Musik untermalt. Dazu stark gespielt - nebst Brigitte Lin macht auch Chang Kuo-Chu (Butterfly & Sword) als irrer Killer eine gute Figur. Vor dem Finale mutiert der Film dann nämlich vom Thriller zum Slasher.

 

Dabei war der Film blutiger, als erwartet. Kompromisslos und ohne sonderbaren HK-Humor und/oder Klamauk, den man sonst aus den HK-Filmen der Zeit kennt. Wie gesagt: New Wave Vibes und orientiert sich mehr am westlichen Kino. Der Film wird im Finale spannend, fesselnd und originell. Ich habe mit den Figuren mit gefiebert und fühlte mich bestens unterhalten!

 

Fazit: Ein Film, der eine Restauration und Blu-Ray Vö mehr als verdient hätte und der leider viel zu selten ist!

 

Infos:

 

O: Oi Saai

 

HK 1981

 

R: Patrick Tam

 

D: Brigitte Lin, Charlie Chin Chiang-Lin, Tina Lau Tin-Lan, Chang Kuo-Chu

 

Laufzeit der HK-VHS: 87:37 Min.

 

Gesehen am: 16.07.22

 

Fassungen: Mir lag die Original-Kassette aus HK von Mei Ah vor, jedoch nicht in der Original Hülle und Packung. Diese ist ein Fake-Produkt (à la einer World Video Kassette) und wurde von einem Deutschen vor ca. 15 Jahren hergestellt und nach Australien verkauft, wo das VHS in Maxims Video Store als Rental-VHS diente. In einigen Szenen wird auch Maxims Video eingeblendet, um vor Kopien zu schützen. Das kennt der Fan von anderen Labels (Ocean Shores z.B.). Zur Fassung: durchschnittliche Bildqualität mit teilweisen Störungen da stark verschimmelt, O-Ton, nur in den ersten zwei Minuten mit englischen Subs. Die HK LD, ebenso selten, hat auch keine englischen Subs. Ein Film, der dringend einer Restauration und Blu-Ray Vö bedarf! Andere Fassungen sind mir nicht bekannt (Stand: Juli 2022) und die HK LD wurde vor paar Monaten für mehrere 100USD in Hong Kong verkauft. 

 

 





 

Sonntag, 17. Juli 2022

Death Wish 3 Review


Death Wish 3

Story:

 

Paul Kersey (Charles Bronson) will in einem New Yorker Stadtteil seinen Freund besuchen. Dieser wird jedoch von Gangs überfallen und getötet. Kersey schwört Rache und bekommt vom örtlichen Polizeichef (Ed Lauter) freie Hand und Rückendeckung, es mit den Gangstern (Gavan O'Herlihy, Kirk Taylor…) aufzunehmen…

 

Meine Meinung:

 

Die sehenswerte Selbstjustiz-Reihe Death Wish mit Charles Bronson (Ein stahlharter Mann) geht in die dritte Runde. Michael Winner, der in mehreren Filmen mit Charles Bronson Regie führte (Ein Mann geht über Leichen, The Mechanic) und/oder den tollen Horrorfilm The Sentinel inszenierte, führte mit der zweiten Fortsetzung zum letzten Mal Regie in der Reihe. Man erinnere sich: Beide Vorgänger, sowohl Death Wish wie auch Death Wish 2, stammten bereits von Michael Winner.

 

Death Wish 3 bietet einige Änderungen: der Plot und die Action von Bronson starten schnell. Schlag auf Schlag. Andere Figuren aus den Vorgängern werden nicht mehr erwähnt und sind für den Plot irrelevant. Death Wish 3 bietet einen grossen Comic-Charakter, dessen die Ernsthaftigkeit und Dramatik der Vorgänger gewichen ist. Mir persönlich gefiel dies, so dass ich Death Wish 3 leicht hinter den Vorgängern einordne.

 

Der Film ist quasi in zwei Hälften unterteilt. Die erste ist ruhiger. Der Plot entwickelt sich langsam. Dosiert kommt es immer wieder zu kleinen Highlights, z.B. wenn Bronson Attacken der Gang-Mitglieder verhindert, Köder bereitstellt (der neue Wagen, der ihn dann auch vom Abendessen bei den Nachbarn ablenkt) oder andere amüsante Szenen (Bronson Vs. Giggler). Tolle Szenen.

 

In der Hinsicht werden auch diverse Nebenfiguren eingeführt. Die Helden sind relativ 08/15 gezeichnet. Mit Martin Balsam (Innocent Prey) war ein Mann an Bord, den ich hier und da aus dem Ital. Kino kenne (Der Clan, der seine Feinde lebendig einmauert, Die wilde Meute, Höllenhunde bellen zum Gebet, Tote pflastern seinen Weg).

 

Was die Bösewichte angehen, sind diese amüsanter gezeichnet. Richtig hassenswerter Trash der übelsten Sorte. Könnten perfekt aus Troma-Filmen stammen - einmal mehr. Besonders Gavan O'Herlihy war ein herrliches Ekel und Arschloch, auch wenn die Taten der Bande der Brutalität aus den Vorgängern nicht das Wasser reichen können. Die 2. Hälfte ist dann sehr actionhaltig und übertrieben dargestellt.

 

Mit Realismus hat das kaum mehr was zu tun. Es gibt mehrere tolle Stunts (allgemein einige fliegende Dummys, welche Hochhäuser runterfallen), eine kleine Love-Story, die schnell im Keim erstickt wird (gut so!) und am Ende greift jeder zu einer Waffe. Der Bodycount ist extrem. Zudem gibt es im Finale auch mehrere Explosionen und jeder übt Selbstjustiz aus. Das kann gefallen, muss aber nicht. Für die Anzahl Filmtoten und Shoot-Outs gabs für meinen Geschmack zu wenig blutige Shoot-Outs, so dass das Finale etwas zu viel des Guten und leicht ermüdend war.

 

Fazit: Kommt nicht ganz an die ersten zwei Filme heran (mag die mehr, da ernster), aber dennoch macht Death Wish 3 viel Spass und bringt gute Laune! Fans der Reihe und von Charles Bronson greifen selbstverständlich zu!

 

Gefolgt von: Death Wish 4

 

Infos:

 

O: Death Wish 3

 

USA 1985

 

R: Michael Winner

 

D: Charles Bronson, Martin Balsam, Ed Lauter, Deborah Raffin, Kirk Taylor, Gavan O'Herlihy

 

Laufzeit der jap. DVD: 90:34 Min.

 

Neusichtung am: 16.07.22

 

Fassungen: Mir lag die DVD aus Japan von MGM vor = Uncut, O-Ton, auch englische Subs, nicht anamorph, gute Bild- und Tonqualität. Gibt es Uncut und in Deutsch von NSM (Blu-Ray).