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Sonntag, 7. August 2022

Hatching Review


Hatching

Story:

 

Die 12jährige Tinja (Siiri Solalinna) hat keine Freunde und wird von ihrer Mutter ständig unter Druck gesetzt (Tinja soll an einem Geräteturnen Wettkampf teilnehmen). Sie wird gepusht, wo es nur geht. Tinja will es ihrer Mutter auch recht machen, auch als diese z.B. eine Krähe tötet oder ihren Ehemann (Jani Volanen) mit Tero (Reino Nordin) betrügt. Als Tinja im Wald ein Ei findet, nimmt sie es nach Hause und brütet es aus: ein Vogelwesen (u.a. Jonna Aaltonen, Hertta Karen) entweicht diesem und nimmt sich Tinjas Problemen an, mit fatalen Folgen…

 

Meine Meinung:

 

Hatching ist ein Mix aus Horror, Arthouse, Komödie und Coming of Age aus Finnland (und Schweden).  Es handelt sich um das Regiedebüt von Hanna Bergholm, die 2012 im Berlinale Talent Campus ausgewählt wurde, was vielleicht auch die Qualität des Filmes erklärt. Der Trailer zu Hatching sah interessant aus, doch leider hat sich Hatching nicht sonderlich gelohnt.

 

Der Film und Plot waren irgendwie total sinnlos. Vor allem das Ende. Was sollte das? Es wirkte auf mich so, als wussten die Filmemacher selbst nicht, was die Metapher des Filmes sein soll. Zudem hatte ich auch falsche Erwartungen (anhand des Trailers dachte ich, das Mädel mutiert). Dass dies dann nicht passiert, fand ich schade.

 

Der sonderbare Humor und die Darstellung der Familie waren gar nicht mein Fall und speziell das Overacting der Figuren, vor allem der Arschloch Mutter, waren viel zu übertrieben. Wirklich over-the-top und mehr als einmal glaubte ich kaum zu glauben, was ich da eben sah. Sehr unsympathische Figuren, zudem sehr unglaubwürdig. Praktisch keine der Figuren ist wirklich sympathisch. Klar, ich hoffte, dass die nervigen Figuren am Ende sterben, doch Pustekuchen…

 

Von den Figuren fand ich eigentlich nur Siiri Solalinna und Reino Nordin als Tero gut. Der Rest war mehr als schräg. Aber schräg war der ganze Film irgendwie. Von Szenen, die an A Nightmare on Elm Street 2 erinnern, von Tier-Gore (gegen Krähen oder Hunde) bis zu Ekel-Szenen mit Erbrochenem (da gabs eine wirklich sehenswerte Szene!) bis hin zu tollen Creature-Effects war alles dabei. Mit anderen Worten: die Zeit geht beim Schauen definitiv vorbei.

 

Aber lohnt sich der Film für die Sammlung? Negativ = Geld gespart! 

 

PS: Wer Horrorfilme mit Krähen schauen möchte, sollte daher Opera oder The Crow auf die Wunschliste setzen! 

 

Infos:

 

O: Pahanhautoja

 

Finnland, Schweden 2022

 

R: Hanna Bergholm

 

D: Siiri Solalinna, Sophia Heikkilä, Jani Volanen, Reino Nordin, Oiva Ollila

 

Laufzeit der Kinoversion: Ca. 86 Min.

 

Gesehen am: 06.08.22

 

Fassungen: Gesehen im Arthouse Kino in Zürich: Uncut, O-Ton, deutsche Subs. Capelight Master! Kommt Ende Sept. in D von Capelight auf DVD, Blu-Ray etc. heraus. In Bern lief der leider nur Dubbed, daher für Kinobesuch nach Zürich ausgewichen!

Samstag, 6. August 2022

X Review


X

Story:

 

Texas 1979: Eine Gruppe von jungen Erwachsenen (u.a. Mia Goth, Martin Henderson) wollen im texanischen Hinterland einen Amateur-Porno-Film drehen. Dafür wurde sogar ein Anwesen angemietet. Doch der Dreh entwickelt sich anders als geplant und zum tödlichen Alptraum…

 

Meine Meinung:

 

Ich bin kein allzu grosser Fan von Ti West (In a Valley of Violence), auch wenn ich House of the Devil nochmals eine Chance geben sollte (vor ewiger Zeit an einem NIFFF gesehen) und auch wenn ich nicht alle seine Filme kenne (z.B. The Innkeepers). Auch The Sacrament war kein Kracher. X hingegen hat mir aber gut gefallen, auch wenn der Trailer zum Film schon zu viel verraten hat.

 

X, der als Überraschungsfilm auch am NIFFF 2022 gezeigt wurde, erinnerte mich mehr als nur einmal an Tobe Hoopers Klassiker Blutgericht in Texas und Blutrausch. X darf gerne als Hommage an diese Werke genannt werden, auch wenn der Film inhaltlich dann eigene Wege geht. Die 1. Hälfte baut eine klasse Stimmung auf. Wie für Ti West Filme nimmt sich der Film beim Aufbau Zeit.

 

Heuer gefällt mir dieser langsame Spannungs- und Bedrohungsaufbau. Die 1. Hälfte hat mir daher fast besser als die 2. gefallen, die dann mehr Action, Effekte und Horror bietet, dafür an Spannung nachlässt. Es gibt schöne Backwood-Klischees und Blutgericht in Texas Vibes. Neuseeland, wo der Film gedreht wurde, wird gekonnt als Texas-Setting missbraucht.

 

Optisch ist der Film interessant eingefangen und gefilmt worden inklusive toller Film-im-Film Sequenzen. Ti West versteht inzwischen geschickt, sein handwerkliches Können gekonnt auf die Leinwand zu bringen. Es gibt viele ruhige, stimmungsvolle und tolle Aufnahmen (z.B. die See-Szene mit dem Alligator aus der Vogelperspektive).

 

Die Darsteller sind mir allesamt unbekannt, passen aber hervorragend in ihre Rollen. Der Zeitgeist (Film spielt 1979) wurde zudem auch authentisch eingefangen. Es gibt übrigens eine überraschende Doppel-Rolle, welche an der Stelle nicht verraten wird. Tipp: im Abspann genau hinschauen! Mia Goth, die bereits in Nymphomaniac tief blicken liess, schnupperte danach im Suspiria Remake Horrorerfahrung. Auch Martin Henderson spielte bereits in Horrorfilmen mit (The Strangers: Prey at Night).

 

Fazit: Für meinen Geschmack der bisher beste Film von Ti West und Vorfreude auf Pearl, der die Vorgeschichte zu X erzählen wird, ist definitiv gegeben

 

Gefolgt von: Pearl

 

Infos:

 

O: X

 

USA, Kanada 2022

 

R: Ti West

 

D: Mia Goth, Martin Henderson, Jenna Ortega, Brittany Snow, Kid Cudi

 

Laufzeit der US-DVD: Ca. 105 Min.

 

Gesehen am: 06.08.22

 

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Lion Gates vor = Sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs, Uncut. Soll Anfang Sept. 2022 von Capelight P. auf DVD, Blu-Ray und UHD erscheinen.

Freitag, 5. August 2022

John Wick: Chapter 3 - Parabellum Review


John Wick: Chapter 3 - Parabellum 

Story:

 

John Wick (Keanu Reeves) fliegt aus der Organisation und ein Kopfgeld wird auf ihn ausgeschrieben. Er findet Zuflucht bei Sofia (Halle Berry). Derweil schickt die Organisation The Adjudicator (Asia Kate Dillon) los. Diese bestraft mit ihren Killern (Mark Dacascos, Cecep Arif Rahman, Yayan Ruhian) alle (Ian McShane, Laurence Fishburne, Anjelica Huston), die John Wick zuvor trotz Regelbruch geholfen haben…

 

Meine Meinung:

 

Der dritte Teil hat mir von der Reihe bisher am besten gefallen. Da ich solche Hollywood-Werke und neue Actionfilme allgemein selten gut finde, kann nicht von einem Kracher die Rede sein. Aber die 2. Fortsetzung war ok und besser als seine Vorgänger (John Wick, John Wick 2). Das lag vor allem daran, dass auf Dramatik nun völlig verzichtet wird und aufgrund der besseren Bösewichte.

 

Der Film hat kaum Plot und sieht teilweise, was die Optik angeht, wieder wunderbar aus. China-Town zu Beginn, später der Ausflug in die Wüste, der Theater-Saal als Setting gefällt ebenso wie der Einsatz von klassischer Musik, als vor dem Finale das Hotel gestürmt wird und das optische Highlight war das Finale selbst, das, wie viele Szenen des Filmes, Videospiel-Charakter bietet.

 

Die Bösewichte werden von Mark Dacascos, Cecep Arif Rahman (The Raid 2) und Yayan Ruhian (The Raid) gespielt. Natürlich sind genannte Personen in ihren asiatischen Filmen besser und werden hier verschenkt. Auch Mark Dacascos kann nicht an Rollen wie aus Drive oder Der Pakt der Wölfe anknüpfen, aber ich hatte Freude an dem Trio. Tiger Chen habe ich wie Robert Samuels (Don't Give a Damn, The Gambling Ghost, Red Wolf, Police Story 3) nicht erkannt.

 

Schade ist, dass einzelne Szenen aus The Raid geklaut wirken. Oder der Comic-Charakter, den Cecep Arif Rahman und Yayan Ruhian erfahren. Und Mark Dacascos Figur macht sich in einer Szene, fand ich, lächerlich, als er sich im Film als John Wick Groupie outet! Das fand ich unfreiwillig komisch. Ansonsten ist der Film weniger humorvoll als die Vorgänger. Laurence Fishburne (Death Wish 2) hat mich, wie schon im Vorgänger, genervt.

 

Es gibt 2-3 Kampfszenen, die ok sind. Der erste Kampf von "Neo" gegen die Triaden (mit Messern und Äxten), der Kampf mit dem Buch oder wie die Killer Fishburnes Festung stürmen oder die Finalkämpfe waren i.O. In letzteren vor allem wegen den Bösewichten oder weil viel kaputt geht. Die restlichen Kampfszenen sind ermüdend und staged - kennt man zu genüge aus den Vorgängern oder sind unspektakulär (Motorrad, Pferd, Hunde). Und man sieht halt einfach, dass Neo nicht der geborene Martial Arts Star ist. Immer gleiche Moves, steckt unendlich viel ein und bringt die laschen Gegner immer mit dem gleichen Tritt zu Fall. Wenn er zuschlägt, dann sehr soft. Keanu Reeves Defizite und sein Alter werden vor allem im Finalkampf gegen Cecep Arif Rahman und Yayan Ruhian sehr deutlich. Das Ende war unglaubwürdig, billig (das Runterfallen) und nervend (hoffte schon, dass Laurence Fishburne nicht mehr vorkommt)!

 

Fazit: Bis dato bester Teil der Reihe mit dem dünnsten Plot. Wer die Vorgänger mochte, wird vermutlich auch an dem dritten Teil der Reihe seine Freude haben!

 

Gefolgt von: John Wick: Chapter 4

 

Infos:

 

O: John Wick: Chapter 3 – Parabellum

 

USA 2019

 

R: Chad Stahelski


D: Keanu Reeves, Halle Berry, Asia Kate Dillon, Mark Dacascos, Cecep Arif Rahman, Yayan Ruhian, Ian McShane, Laurence Fishburne, Anjelica Huston, Robert Samuels, Tiger Chen, Saïd Taghmaoui

 

Laufzeit der franz. Blu-Ray: Ca. 132 Min.

 

Gesehen am: 05.08.22

 

Fassungen: Mir lag die franz. Blu-Ray von Metropolitan Film & Video vor = Uncut, hervorragende Bild- und Tonqualität. Einziges Manko: keine englischen Subs für englische Passagen. Gibt es von Concorde in Deutschland auf DVD/Blu-Ray.