Dieses Blog durchsuchen

Donnerstag, 2. Januar 2025

Haunted Samurai

Japanuary 2025

Haunted Samurai

Story:

Rokuheita (Hideki Takahashi) ist ein Samurai des Yagyu Ninja Clan. Als er einen Auftrag nicht ausführt und sein Opfer leben lässt, setzt er sich selbst auf die Todesliste. Er findet Zuflucht an einem abgelegenen Ort. Dort herrschen eigene Probleme, doch seine Vergangenheit holt ihn bald wieder ein…

Meine Meinung:

Haunted Samurai war bis vor kurzem ein ausserhalb Japans unbekannter Samurai-Film. Nur dank dem US-Shop DiabolikDVD gibt es den Film inzwischen auf Blu-Ray. Dies ausserhalb Japans und mit englischen Untertiteln. Der US-Shop DiabolikDVD hat nämlich ein Label geründet und Haunted Samurai, eine japanische Produktion aus dem Jahr 1970 von Nikkatsu, war deren erste Veröffentlichung. Regie führte Keiichi Ozawa (Outlaw: Gangster VIP 2, Outlaw: Black Dagger, Outlaw: Goro the Assassin) und der Inhalt basiert auf einem Comic (?) von Goseki Kojima, dessen Arbeiten auch Ursprung für die legendäre Lone Wolf and Cub Reihe war. Jedoch sollte Haunted Samurai nicht zwingend mit dem grossen «Vorbild» vergleichen werden.

Mir hat der Film besser gefallen als erwartet. Da gilt auch für die Optik, die Bildsprache, die Choreographie der Kampfszenen, die Darbietung der Darsteller und den Plot. Der Plot hat mich inhaltlich halt trotzdem ganz leicht an die Lone Wolf and Cub-Filme erinnert, auch wenn dessen Blutgehalt nicht erreicht wird (was nicht heissen soll, dass Haunted Samurai unblutig inszeniert ist). Und ich fühlte mich an einige der Zatoichi-Fortsetzungen erinnert. So gelangt Rokuheita, unser Held, auch auf Abwege, taucht in einem kleinen Dorf unter und hilft den örtlichen Personen bei Angelegenheiten, doch seine Vergangenheit holt ihn ein.

Die Bilder sind wunderschön und stimmungsvoll (Krähen). Die Kampfszenen ein Genuss und die Effekte können sich ebenfalls sehen lassen (abgetrennte Körperteile, Blut-Fontänen). Der Film ist auch toll gespielt, auch wenn ich die Darsteller namentlich und vom Aussehen her nicht kenne. Für mich ist kein bekannter Name dabei, auf den ersten Blick. Hideki Takahashi (Fighting Elegy) ist als Lead jedoch stark. Gewissenhaft, mit Moral und in Sachen Schwertkampftechnik fast nicht zu bezwingen, wie bald mehrere Feinde feststellen müssen. Die Kampf- und Gewaltszenen sind wohl dosiert und kommen nur sporadisch zum Einsatz. Dessen sollten sich Fans bewusst sein.

Fazit: Für Samurai-Fans zu empfehlen

Infos:

O: Kaze no tengu

Japan 1970

R: Keiichi Ozawa

D: Hideki Takahashi, Masako Izumi, Isao Natsuyagi, Seiichirō Kameishi, Shōki Fukae, Yuji Odaka, Eiji Gō

Laufzeit der US-Blu-Ray: Ca. 83 Min.

Gesehen am: Januar 2025

Fassungen: Mir lag die US-Blu-Ray von DiabolikDVD vor = Schuber, Trailer, Uncut, O-Ton, englische Subs, hervorragende Bild- und Tonqualität. Scheinbar die bisher erste Fassung, die ausserhalb Japans und mit englischen Subs erschienen ist. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Jan. 2025).

Mittwoch, 1. Januar 2025

Genocide

Japanuary 2025

Genocide

Story:

Ein Flugzeug der US-Air-Force stürzt über Japan ab, nachdem es von einem Schwarm Bienen angegriffen wurde. Die Besatzung kann sich zwar retten, doch der Soldat (Chico Lourant), der die Beobachtungen hautnah miterlebte, ist kognitiv dem Wahnsinn verfallen. Diverse Parteien, darunter eine mysteriöse Blondine (Kathy Horan), versuchen hinter das Geheimnis des Geschehens zu kommen…

Meine Meinung:

Für den aktuellen Japanuary habe ich von meinem Kumpel einige Filme geliehen bekommen. Darunter Genocide, ein Film aus dem Jahr 1968 und ein skurriler Genre-Mix aus Sci-Fi, Sozialkritik, Agentenfilm/Krimi/Abenteuer- und Tierhorror. Der Film von Kazui Nihonmatsu (Guila, Frankensteins Teufelsei) ist dabei nur durchschnittlich geraten, trotz internationalem Cast und Namen wie Chico Lourant (The Street Fighter, Detective Bureau 2-3: Go to Hell, Bastards!) oder Kathy Horan (The Green Slime), die auch abgesehen von Genocide in mehreren japanischen Genre-Filmen zu sehen waren.

Leicht erinnert der Film sogar an Tsui Harks Meisterwerk Die Todesgrotten der Shaolin. Der Plot war für mich, und damit werde ich dem Film nicht ganz gerecht, konfus. Dies auch aufgrund Flashback und fehlender englischer Dialoge. Die mir vorliegende Fassung lag nur in Japanisch ohne Untertitel vor, so dass ich die Motive, Erklärungen und Verläufe des Plots nicht 100% verstehen konnte. Der Film hatte aber definitiv Längen und das Schauspiel, besonders von Chico Lourant als kognitiv eingeschränkter, war schlecht und peinlich gespielt (à la Dean Shek in A Better Tomorrow 2).

Der Film startet mit charmanten Effekten, wenn das Modellflugzeug zu brennen beginnt und abstürzt. Die Insekten, vor allem Bienen, sind mehr Nebendarsteller in der Geschichte. Es gibt aber doch einige Close-Ups von Insekten, so dass auch Dario Argento, der dies auch für Phenomena umsetzte, Freude gehabt hätte. Dazu gibt es auch hier und da Archiv-Aufnahmen vom Krieg zu sehen. Auch damit spielt der Film und auch eine (Atom?)Bombe ist für den Plot von Wichtigkeit. Ich habe auch gelesen, dass die von Kathy Horan gespielte Figur (= Bösewicht) eine Holocaust-Überlebende spielen soll. Warum sie aber die Welt (mit Hilfe der Insekten) vernichten will, ist mir unklar. Aber im Grossen und Ganzen ist der Film mehrheitlich lahm und naiv, so dass ich den Streifen nicht wirklich empfehlen kann.

Infos:

O: Konchû daisensô

Japan 1968

R: Kazui Nihonmatsu

D: Chico Lourant, Kathy Horan, Reiko Hitomi, Emi Shindo, Yūsuke Kawazu, Keisuke Sonoi

Laufzeit der jap. DVD: 84:03 Min.

Gesehen am: Jan. 2025

Fassungen: Mir lag die japanische DVD von Shochiku Home Video vor = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität, nur Japanischer Ton ohne Untertitel. War früher in Deutschland (Titel: Genocide - Die Killerbienen greifen an) nur zensiert zu haben. Das Label NEW haben den Film jedoch in der Zwischenzeit auch Uncut veröffentlicht (dürfte wohl 1:1 der DVD aus Japan entsprechen). Es gibt keine Blu-Ray (Stand: Jan. 2025).