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Freitag, 26. Juni 2020

Super Inframan Review








NIFFF 2006 Spezial
Super Inframan

Story:

Prinzessin Elzibub (Terry Lau Wai-Yue) und ihre Monster wollen die Menschen unterjochen. Dies auch mit Gewalt. Dafür stehen ihr diverse Monster und Geschöpfe zur Verfügung, welche die Erde angreifen. Professor Liu Ying-De (Wang Hsieh) hat eine Wunderwaffe, die den Invasoren den Kampf ansagt: Den Super Inframan (Danny Lee)…

Meine Meinung:

Die Shaw Brothers sprangen mit Super Inframan auf den Ultraman / Kamen Rider Zug auf präsentieren einen spassigen, knallbunten und kindlich-naiven Ableger japanischer Tokusatsu Werke (= Kunst nebst Kaiju Sub-Genre), wobei es in paar wenigen Szenen auch Kaiju-Elemente zu sehen gibt, was mir als Godzilla und Co. Fan selbstverständlich behagte.

Schon die Taiwanesen sahen darin einen Markt und haben aus jap. TV-Serien und neuen selbstgedrehten Szenen eigene Kino-Filme gedreht (The Super Riders V3, The Super Rider bzw. in Deutschland besser bekannt als Roboter der Sterne oder Frankensteins Kung-Fu Monster), während die Shaw Brothers mit Star Danny The Killer Lee durch und durch auf eigene Ressourcen setzen.

Den Film, den ich 2006 zum ersten Mal im Kino sah (Neuchatel International Fantasy Film Fest), hat mir aktuell besser als damals gefallen. Grund: das japanische Tokusatsu und Kaiju Sub-Genre sind mir heute viel vertrauter und ich sehe diese Art der Effekte (= Kunstform) sehr gerne. Daher punktet Super Inframan für mich nur schon durch seine Effekte, Settings, Requisiten und Kostüme.

Der Film ist kurzweilig, actionreich, aufwändig (halt typisch hohes Shaw Brothers Niveau) und bietet viele coole Kostüme, Settings (speziell jene der Bösewichte), Requisiten und Effekte. In den Action- bzw. Kampfszenen sollte jedoch keine Kung Fu Choreographie à la Yuen Woo Ping, Chang Cheh / Venoms Filme und/oder Liu Chia-Liang erwartet werden.

Fazit: Für Fans von Kamen Rider und Co. absolut sehenswert! Schade, dass die Shaw Brothers nicht noch mehr solche Filme veröffentlicht haben...

Infos:

O: Zhong Guo Chao Ren

Hong Kong 1975

R: Hua Shan

D: Danny Lee, Terry Lau Wai-Yue, Wang Hsieh, Dana, Bruce Le

Laufzeit der ZiiEagle-Fassung: Ca. 84 Min.

Gesehen am: Sommer 2006 (NIFFF) / Review überarbeitet am: 22.05.20 / Sichtung der UK-Blu: 22.12.25

Fassungen: Gesehen via ZiiEagle-Box: gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, Uncut, englische Subs einschaltbar. Gibt es in Deutschland auf Blu-Ray von filmArt. Nachtrag Dez. 2025: 3. Sichtung nach der NIFFF und ZiiEagle Sichtung. Shaws Antwort auf Ultraman und Kamen Rider. Coole Effekte. Macht viel Spass. Als Bonus gefällt vor allem das 24minütige Interview mit Bruce Le, der im Film eine Nebenrolle spielt und auch drei Jahre bei den Shaw Brothers war. Das Interview war informativ. Der Film ist Uncut, die Bild- und Tonqualität ist hervorragend und es gibt zum O-Ton englische Subs. 

Donnerstag, 25. Juni 2020

Boxer Rebellion Review

Boxer Rebellion

Story:

China 1900. Ausländische Kräfte wollen ins Land eindringen, Geschäfte machen, das Land plündern, dieses übernehmen. Unter anderem Japaner und Deutsche (u.a. Richard Harrison). Es kommt zu einem Boxer-Aufstand, bei welchem patriotische Kämpfer (Alexander Fu Sheng, Chi Kuan-Chun, Leung Kar-Yan) den Feind bis aufs Blut bekämpfen…

Meine Meinung:

Epos für die Shaw Brothers von Chang Cheh (Vengeance!, All Men Are Brothers) mit geschichtlichem Hintergrund. Chang Cheh erzählt die Geschichte des Boxer-Aufstandes und der ausländischen Eindringlinge (Japanische & Deutsche Streitkräfte), die China übernehmen wollen – doch haben sie nicht mit dem ungebrochenen Wiederstand der chinesischen Helden und Rebellen gerechnet.

Chang Cheh, der jedoch nichts auf geschichtliche Authentizität gibt (Quelle: Alexander Fu Sheng: Biography of the Chinatown Kid), hat mit Boxer Rebellion ein kleines Epos geschaffen: es wurden bei Requisiten, Kostümen, Bauten, Settings, (ausländischen) Statisten keine Mühen und Kosten gescheut, um den Film aufwändig und sehenswert in Szene zu setzen.

Aus Marco Polo kehrt Richard Harrison als General Waldersee zu den Shaw Brothers zurück und es wird im Film sogar mehrfach Deutsch gesprochen. Die Story ist, wen wundert es, sehr patriotisch und bietet eine stolze Laufzeit von über zwei Stunden. Ich empfand die erste Filmhälfte, besonders die ersen 70 Minuten, als relativ lahm und unspektakulär.

Ein Umstand, dass Boxer Rebellion im Vergleich zu den anderen Shaw Brothers Werken, welche ich in den letzten Wochen sah, der bis dato schlechteste Shaw Brothers Film ist. Die ganzen Massenszenen waren unübersichtlich, die Kampfchoreographie litt darunter (Action von Liu Chia-Liang) und die Stürmung zu Beginn mit vielen blutigen Shoot-Outs war ermüdend.

Doch danach wird es besser und besser, weil sich die Handlung von Massen-Kampfszenen mehr und mehr entfernt und einzelne Helden aufgesplittet gegen kleinere Grüppchen von Gegnern kämpfen = es wird besser, die Kampfszenen und Choreographie werden ansehnlicher, die Qualität steigt. Daher ist Boxer Rebellion am Ende nach wie vor eine gute und sehenswerte Produktion, die auch auf bekannte Namen setzte:

als Rebellen sind zu sehen: Alexander Fu Sheng (seine Jenny ist auch wieder mit an Bord), Chi Kuan-Chun (Disciples of Shaolin) und Leung Kar-Yan (The Odd Couple). Als Art Sekten-Guru, der seine "Lemminge" für seine Sache in den Tod schickt, um sich später bereichern zu können, ist Johnny Wang Lung-Wei (My Young Auntie) zu sehen – einmal mehr als eine Art «Bösewicht». Er bekommt nur eine Kampfszene im Finale spendiert.

Fazit: Für meinen Geschmack aufgrund der ersten Filmhälfte kein Kracher, aber gut = meckern auf hohem Niveau…

Infos:

O: Pa Kuo Lien Chun

HK 1976

R: Chang Cheh

D: Alexander Fu Sheng, Chi Kuan-Chun, Leung Kar-Yan, Johnny Wang Lung-Wei, Richard Harrison, Jenny Tseng

Laufzeit der HK-DVD: 136:53 Min.

Gesehen am: Feb. 2008 / Review überarbeitet am: 21.05.20

Fassungen: Mir lag die HK-DVD von IVL vor = Leicht zensiert (Schnitte fallen nicht auf, weltweit scheint es keine Uncut Ausgaben zu geben), sehr gute Bild- und Tonqualität, O-Ton, englische Subs vorhanden. Es wird auch mehrfach im Film Deutsch gesprochen. Dank Koch Media in Deutschland auch in der fast unzensierten Celestial Fassung zu haben (DVD oder Blu-Ray).

Mittwoch, 24. Juni 2020

Challenge of the Masters Review





Mit Chen Kuan-Tai & Gordon Liu in Amsterdam
Challenge of the Masters

Story:

Wong Fei Hung (Gordon Liu) wird für zwei Jahre zu Meister Lu (Chen Kuan-Tai) geschickt, um in Sachen Philosophie und Martial Arts ausgebildet zu werden. Derweil wird Officer Yuan Ching (Lau Kar-Wing) in den Wäldern von einem Gangster (Liu Chia-Liang) getötet und die gegnerische Schule (u.a. Chiang Tao, Fung Hak-On) von Wong Fei Hungs Vater plant bei einem Turnier illegale Machenschaften einzusetzen, um zu gewinnen…

Meine Meinung:

Mitte 70er Jahre Shaw Brothers Film der nicht nur Martial Arts und Kung Fu in den Vordergrund stellt, sondern auch die Lehre und Philosophie hinter der Kampfkunst und was es heisst, diese zu erlernen. Damit hebt sich der Film von anderen Filmen seiner Art leicht ab. Der Film von Liu Chia-Liang (The 8 Diagram Pole Fighter) nimmt sich dem Wong Fei Hung Setting an (inklusive dem bekannten Wong Fei Hung Themen-Lied).

Der Volksheld, der vielen Fans vor allem durch Jet Lis Rolle in der Once Upon a Time in China Reihe bekannt sein dürfte, wird hier durch Gordon Liu (Martial Club) verkörpert. Interessant ist, dass seine Figur zunächst keine Martial Arts Fähigkeiten beherrscht, sondern diese im Verlauf der Story zuerst erlenen und aneignen muss.

Der Film beginnt stark mit Kampfdemonstrationen im Vorspann, immer ein gern gesehenes Einleitungsprogramm, dass schon darauf schliessen lässt, dass man es mit einem sehenswerten Film zu tun bekommt (siehe auch Filme wie Disciples of Shaolin, The Thundering Mantis, Snake in the Eagle's Shadow…). In diesem geben Chen Kuan-Tai (spielt Gordon Lius Meister) und Gordon Liu alles.

Der Film von Liu Chia-Liang, der übrigens auch die Action-Regie besorgte und eine grosse Nebenrolle spielte (und zwar, und dies ist selten: als Bösewicht – fand ich Klasse!), hat nebst coolem Vorspann drei weitere sehenswerte Actionszenen:

1. Lau Kar-Wing (Treasure Hunters) spielt einen Cop, der Gangster Liu Chia-Liang auf den Fersen ist. Im Wald duellieren sie sich. Extrem coole, spektakuläre und aufwändig choreographierte Action-Szene, in der zuerst mit Schwert und Speer und anschliessend Hand gegen Hand gekämpft wird.

2. Gordon Liu als Schüler und seine Trainings-Kampfszenen mit und gegen Chen Kuan-Tai (Rendezvous with Death) waren spassig, sehenswert und abwechslungsreich. Mit oder ohne Waffen. Highlight: Der Kampf im Regen und Schlamm!

3. Der vorgezogene «Finalkampf» zwischen Gordon Liu und Liu Chia-Liang. Beste Szene im ganzen Film. Spannend und intensiv!

Da der Film die Lehren des Kung Fu zeigt, wirkt sich dies leider ein wenig schade und enttäuschend auf das Finale (das Turnier) aus, da die Bösewichte nicht wirklich besiegt werden, sondern plötzlich alle innehalten und zu einer glücklichen und grossen Gemeinschaft mutieren. Da hätte ich es lieber gehabt, wenn sie sich via Martial Arts in eindrücklichen und harten Fights besiegt hätten. Aber man kann nicht alles haben…

In Neben- und Kleinrollen: Lily Li (ohne Action), Wilson Tong (ohne Action), Ricky Hui (immerhin drei Auftritte), Eric Tsang (1x gesehen), Yuen Biao (nicht gesehen), Lam Ching-Ying (Dito), Fung Hak-On (Schüler vom "bösen Meister").

Fazit: Kein Highlight, aber durch und durch gut und mit mind. vier grossartigen Kampfszenen im Film. Die Sichtung lohnt sich nur alleine deshalb schon…

Infos:

O: Liu A Cai Yu Huang Fei Hong

HK 1976

R: Liu Chia-Liang

D: Liu Chia-Liang, Gordon Liu, Chen Kuan-Tai, Lau Kar-Wing, Chiang Tao, Fung Hak-On, Lily Li Li-Li, Ricky Hui Koon-Ying, Wilson Tong, Eric Tsang, Wong Yu

Laufzeit der US-DVD: 96:43 Min.

Gesehen am: Aug. 2008 / Review überarbeitet: 20.05.20 / Sichtung der UK-Blu: 04.11.25

Fassungen: Mir lag die US-DVD von Tokyo Shock vor = Schuber, Uncut, O-Ton, englische Subs, sehr gute Bild- und Tonqualität. Es gibt keine deutsche Fassung, keine Blu-Ray (Stand: Mai 2020). Nachtrag Nov. 2025: Gesehen als UK-Blu-Ray von Arrow Video (Shawscope Vol. One). Ziemlich gut, aber nicht ganz ein Kracher. Es gibt immer Mal wieder Top-Sequenzen, um danach wieder unspektakuläre Wege zu gehen. Das Intro in den Film gefällt, der Kampf zwischen Gordon Liu und Chen Kuan-Tai im Regen sowie die zwei Kampfszenen von Liu Chia-Liang (einmal gegen Lau Kar-Wing und später gegen Gordon Liu). Der Film war am Ende aber etwas zu zahm und das Game, welches sie spielen, erinnerte mich an Dragon Lord (und genau die Szenen fand ich auch dort überbewertet). Einige Nebenrollen werden verschenkt und zeigen wenig (Wilson Tong, Chiang Tao, Lily Li, Fung Hak-On). Als Extras gefällt das Interview mit Gordon Liu und das Special mit Tony Rayns. Die Bildqualität ist hervorragend.