Dieses Blog durchsuchen

Freitag, 6. Januar 2023

Shogun's Sadism Review

Japanuary 2023

Shogun's Sadism 

Story:

 

Während der Tokugawa Herrschaft:

 

1. Christen werden verfolgt, gefoltert und getötet.  Iori, der sich (unwissentlich) in eine Christin verliebt, wird nun zum Spielball und seine Geliebte zum Lustobjekt des sadistischen Kaisers.

 

2. Sutezo hat Schulden und wird gezwungen, in einem Bordell zu arbeiten, wo er unmenschlichen Situationen und Erniedrigungen ausgesetzt wird. Zusammen mit der Prostituierten Sato plant er seine Flucht…

 

Meine Meinung:

 

Die japanische Tokugawa-Reihe ist bis ausserhalb Japans, besonders für ihre Folterszenen und Grausamkeiten, bekannt. Der 1976 erschienene Shogun's Sadism aka Tokugawa - Joy of Torture 2 aka Oxen Split Torturing ist dabei einer der grausamsten Teile der Reihe, welche z.B. Filme wie Orgies of Edo oder Bohachi Bushido: Code of the Forgotten Eight beinhalten.

 

Das sahen auch die Deutschen so, die den Film auch beschlagnahmen liessen. Regisseur Yûji Makiguchi war da auch für weitere fiese Filme (zumindest anhand der englischen Titel) bekannt: Nuns That Bite, Decapitation of an Evil Woman, Virgin Breaker Yuki oder The Most Perverted Post War Crimes.

 

Shogun's Sadism sah ich seit Jugendzeiten nicht mehr. Ich wusste nur noch, dass der Film blutig war, dass der Kaiser ein Comic-Charakter darstellte (also überzeichnet gespielt) und die berühmte Folter-Szene mit den Ochsen war mir bekannt (daher rührt auch der Alternativtitel Oxen Split Torturing, eine Folterart, die scheinbar, wie auch das Vierteilen durch Pferde, tatsächlich so durchgeführt wurde). Mehr wusste ich jedoch nicht mehr.

 

Zum Japanuary gab es also eine Auffrischung von Shogun's Sadism. Der Film ist nicht schlecht, aber nichts mehr für die Sammlung. Der Humor und das Overacting, welches dem Film hier und da Härte raubt, passt nicht ganz zum sadistischen Rest des Filmes, an welchem sogar De Sade (nach ihm wurde der Sadismus benannt) Freude gehabt hätte, auch wenn es ihm im besagten Film zu wenig Ärsche gehabt hätte. Der Film ist tatsächlich zuweilen herrlich fies, originell und grausam sadistisch. Auch blutiger als andere Filme dieser Art. Eines des Highlights war dabei tatsächlich die Szene mit den Ochsen, die auch stark gefilmt wurde.

 

Allerdings wurde ich mit dem Film, der Hostel und Co. sprich das Torture Porn Genre vorneweg nimmt, nicht mehr wirklich warm. Auch die Tatsache, dass zwei Episoden erzählt werden, fand ich doof. Das Ende der 1. Geschichte wird z.B. offengelassen und in der zweiten Story hat mich Figur Sutezo und dessen Schausiel genervt. War schlecht und nervend. Dazu kommt, dass der Film länger wirkt als seine "nur" 76 Minuten. Und viele der Sexszenen sind lahm d.h. weder schockierend noch erotisch. Dass grosse Fogging-Zensur herrscht, verbesserte diesen Umstand selbstverständlich nicht.

 

Fazit: Wer Filme wie Tokugawa - Gequälte Frauen und Co. "mag", kann einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Tokugawa onna keibatsu-emaki: Ushi-zaki no kei

 

Japan 1976

 

R: Yûji Makiguchi

 

D: Yûsuke Kazato, Rena Uchimura, Akira Shioji, Masataka Iwao, Ryuichi Nagashima, Yusuke Tsukasa

 

Laufzeit er holländischen DVD: 76:44 Min.

 

Neusichtung am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die holländische DVD von Japan Shock vor = Schuber, Uncut, gute Bild- und Tonqualität, bis auf Fogging Zensur im Master Uncut, O-Ton Japanisch und diverse Subs (Deutsch, Englisch etc.) vorhanden. Die inzwischen auch veröffentlichte Blu-Ray vom gleichen Label hat dann "nur" noch deutsche Subs dafür nebst O-Ton auch eine deutsche Sprachfassung. Titel der Blu-Ray: Tokugawa - Joy of Torture 2.

Donnerstag, 5. Januar 2023

The Whale God Review




Japanuary 2023

The Whale God 

Story:

 

Ein Killer-Wal terrorisiert ein Fischerdörfchen. Dessen Einwohner setzen zum Kampf gegen das Monstrum an…

 

Meine Meinung:

 

Nach dem Erfolg von Moby-Dick im Jahr 1956 schickten Daiei Film (The Snake Girl and the Silver Haired Witch, Gamera - Guardian of the Universe, 100 Monsters) ihre Variante in die Kinos, wobei sich der Film auf die Geschichte Kujira Gami beruht. Vergleiche mit Moby-Dick sind aber definitiv nicht von der Hand zu weisen. Auf dem Regiestuhl nahm Tokuzô Tanaka (der mehrere Zatoichi Fortsetzungen und den vielversprechend aussehenden The Snow Woman drehte) Platz, die Musik besorgte Akira Ifukube (Godzilla, Frankenstein Conquers the World, King Kong Escapes).

 

The Whale God erinnert dabei an vielerlei Hinsicht an Godzilla: tolle Monster-Effekte, Stimmung durch die s/w Bilder und vor allem auch durch die Musik von Akira Ifukube. Da fühlte ich mich praktisch immer an Godzilla erinnert. The Whale God lag mir in einer nicht untertitelten Fassung vor. Offiziell gibt es keine Fassung mit englischen Untertiteln. Der Plot war mir aber im Voraus klar. Ich habe auch die Erwartungen dem Ist-Zustand angepasst.

 

Mir war durch Reviews bewusst, dass der Film nur am Anfang und vor allem im Finale Szenen mit dem «Whale God» sprich Kaiju-Action bieten würde. Mit anderen Worten: Füllszenen und Längen im Mittelteil. Zumindest wenn man die Dialoge nicht versteht. Per Se sind die Szenen sicherlich nicht uninteressant, aber wenn man den Dialogen nicht folgen kann, ist es nur halb so spannend. Es gibt Prügeleien, Charakterisierungen von Personen, Rituale und Zeremonien und natürlich eine Art Liebesgeschichte. Der Film bereitet quasi für das grosse Finale vor.

 

Die mir unbekannten Darsteller haben ihre Sache ordentlich gemacht. Auf Klamauk jeglicher Art und Weise wird (zum Glück) verzichtet. Weibliche Rollen gibt es auch, aber die Männer dominieren, vor allem in den Action-Szenen. Die Action-Szenen (auf Booten im Meer) sind stark und sehenswert in Szene gesetzt. Beim Tier im Film handelt es sich um eine grössere Variante des pazifischen Nordkaper. Die Effekte sind genau nach meinem Geschmack. Vor allem im Finale. Da bekommt der Nordkaper auch eine Art Seele, wenn er von todesmutigen Japanern zu Tode gestochen wird. Der Film hat dabei auch starke Orca, der Killerwal Vibes.

 

Wer das klassische Kaiju-Genre aus Japan mag, kann durchaus einen Blick riskieren!

 

Infos:

 

O: Kujira gami

 

Japan 1962

 

R: Tokuzô Tanaka

 

D: Kojiro Hongo, Kyôko Enami, Shiho Fujimura, Koji Fujiyama, Shintarô Katsu, Bontarô Miyake

 

Laufzeit der jap. LD: Ca. 100 Min.

 

Gesehen am: Jan. 2023

 

Fassungen: Mir lag die jap. LD von Daiei vor = Gute Bild- und Tonqualität, Uncut, jap. O-Ton, keine Subs. Der Film wurde, so wie es scheint, ausserhalb Japans nie veröffentlicht (Stand: Jan. 2023). Eine offizielle O-Ton Fassung mit englischen Subs ist mir nicht bekannt. In Japan sind zusätzlich zwei DVD-Fassung zu haben. Nachtrag 29.01.24: Für eine 2. Sichtung lag mir nun die neue US-Blu-Ray von SRS Cinema vor = Wendecover, Poster, Region All-Disc, jap. O-Ton mit englischen Subs, neu restauriert. Die Fassung ist aufgrund der englischen Subs und der hervorragenden Bild- und Tonqualität der jap. LD vorzuziehen. Der Film hat die 2. Sichtung bestanden. Die Dialoge helfen, damit auch der Plot, die Motive und die Dramatik funktioniert und die hervorragende Bildqualität lässt die Kaiju-Effekte in neuem Licht erstrahlen.

Mittwoch, 4. Januar 2023

Full Metal Yakuza Review


Japanuary 2023 / Mit Takashi Miike am NIFFF

Full Metal Yakuza

Story:

Rookie-Yakuza Hagane (Tsuyoshi Ujiki) wird Zeuge, wie sein Boss (Takeshi Caesar) in einen Hinterhalt gelockt & getötet wird. Auch er selbst muss sterben. Ein Wissenschaftler (Tomorowo Taguchi) erweckt Hagane zu neuem Leben: als Yakuza Roboter, ausgestattet mit diversen (Körper)teilen und Funktionen seines früheren Bosses. Und Hagane kennt nur ein Ziel: Rache an den Mördern (u.a. Kazuki Kitamura) seines Bosses…

Meine Meinung:

Ein direkt auf Video gedrehtes und veröffentlichtes Frühwerk von Takashi Miike (Graveyard of Honor, One Missed Call, Gozu), welches ich seit dazumal nicht mehr sah. Der Film hat die Neusichtung bestanden, auch wenn Full Metal Yakuza kein Highlight in Miikes Karriere darstellt und es diverse Defizite zu sehen gibt. So ist der Film z.B. mit 100 Minuten Laufzeit zu lang geworden. Es gibt Längen. Auf der anderen Seite zeigt Takashi Miike bereits, was ihn ihm steckt. Später hat er dies nach und nach optimiert und verfeinert, wenn man Produktionen à la Ichi the Killer oder Fudoh: The New Generation anschaut.

Full Metal Yakuza ist ein Mix aus Satire, Yakuza, Action, Sci-Fi und RoboCop Hommage. Etwas Klamauk/Humor, Trash (gewollt und ungewollt), Mad Scientist und S/M-Sex (immerhin handelt es sich um eine Miike!) darf ebenso wenig fehlen. Der Film hatte ein sehr kleines Budget, was an der Optik ersichtlich ist. Ebenso an einigen, wenigen unschönen CGI-Effekten. Dennoch vermag der Film, gerade was handgemachte Blut-Effekte angehen (Blutfontänen) zu überzeugen. Trotz dem kleinen Budget. Der Film käme in der Hinsicht noch besser, gäbe es eine restaurierte Fassung.

Der Film ist vor allem im Yakuza-Setting angesiedelt. Wenn Miike etwas kann, dann Yakuza-Geschichten erzählen. Die Szenen sind glaubhaft und interessant. Der Plot, egal wie dünn und simpel er auch sein mag, nimmt sich Zeit. Es dauert, bis Hagane und sein Boss getötet werden. Auch für den Rache-Plot nimmt sich der Film Zeit. Die Szenen mit dem Mädel und Strand waren am schwächsten, da lahmes Füllmaterial. Das Ende war dann typisch für Miike - interpretierbar, verrückt und fantasievoll! Was das sollte, weiss nur er, falls überhaupt…

Trotz geringfügigem Budget hat Takashi Miike einen tollen Cast vor die Kamera gebracht. Namen wie Tsuyoshi Ujiki (Cure), Takeshi Caesar (Shinjuku Triad Society), Kazuki Kitamura (The Raid 2) oder Tomorowo Taguchi (Tetsuo: The Iron Man) tummeln sich im Film. Sind einige bekannte Gesichter und gar Genre-Grösse aus Japan dabei. Erstaunlich! Man kann von Miike halten was man will, aber sein Erfolg ist nicht von der Hand zu weisen!

Fazit: Full Metal Yakuza ist Miike Fans zu empfehlen! Vor allem jenen, die seine Frühwerke noch nicht kennen!

Infos:

O: Full metal gokudô

Japan 1997

R: Takashi Miike

D: Tsuyoshi Ujiki, Takeshi Caesar, Kazuki Kitamura, Tomorowo Taguchi

Laufzeit der deutschen DVD: 102:46 Min.

Neusichtung am: Jan. 2023

Fassungen: Mir lag die deutsche DVD von Asian Film Network vor = bis auf die digitale Zensur von Geschlechtsteilen Uncut, O-Ton, deutsche Subs, mittelmässige Bildqualität. Da wären eine Restauration und Blu-Ray wünschenswert. Es scheint weltweit noch keine Blu-Ray zu geben (Stand: Jan. 2023).