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Donnerstag, 13. November 2025

Diablo


Diablo

Story:

Kris Chaney (Scott Adkins) entführt Elisa (Alanna De La Rossa). Elisa ist in Wahrheit seine Tochter, was Elisa nicht weiss. Ihr «Vater», ein Gangsterboss (Lucho Velasco), schickt seine Männer nach Elisa los. Gleichzeitig mischt sich auch ein Psychopath (Marko Zaror) ins Geschehen ein…

Meine Meinung:

Auf Diablo wurde ich durch ein deutschsprachiges Forum aufmerksam. Sonst hätte ich den neusten Actionfilm mit Scott Adkins (The Expendables 2, Savage Dog, Accident Man) verpasst. Und was soll ich sagen? Für mich ist das seit Triple Threat/Avengement (beide 2019) die beste Scott Adkins Arbeit. Letzterer hat den Film sogar mit produziert. Damit lässt Scott Adkins schwächere Werke wie Ip Man 4, Debt Collectors, Legacy of Lies oder The Intergalactic Adventures of Max Cloud vergessen. Selbst Accident Man: Hitman’s Holiday, der eigentlich noch ganz brauchbar war, wird von Diablo locker übertroffen.

Im Film des mir unbekannten Ernesto Díaz Espinoza (wobei er eine Episode in The ABCs of Death beisteuerte) geht es unkompliziert, unterhaltsam und gradlinig zu. Die Action rockt zu jeder Zeit, der Film drückt von Beginn an mächtig auf das Gaspedal und die Kameraarbeit war toll. Toll heisst in dem Fall total übersichtlich. Ein Genuss. Eine Wohltat. Da erkennt der Zuschauer, was passiert. Keine schnellen Schnitte, keine Wackelkamera. So muss das sein. Die Fights wurden auch gut eingefangen und gefilmt. Der Mix aus harten Kämpfen, kleineren Stunts und blutigen Shoot-Outs machte Spass und gefiel mir.

Der Plot ist dünn und nur Mittel zum Zweck. Dieser wird gut erfüllt und mehr Plot brauche ich auch nicht. Scott Adkins macht als Held eine gute Figur. Toll ist auch der Bösewicht. In ein-zwei Szenen gibt es definitiv The Terminator Vibes. Der Bösewicht wird vom mir unbekannten Chilenen Marko Zaror gespielt, der schon in Savage Dog sowie Undisputed III: Redemption zusammen mit Scott Adkins vor der Kamera stand. Marko Zaror hat als fieser Bösewicht absolut überzeugt. Newcomer Alanna de la Rosa (das Teenie-Mädchen) machte ihre Sache auch glaubhaft und ordentlich. Da haben andere Kinder/Jugendliche in anderen Filmen viel mehr genervt. Das einzige Manko ist, dass Marko Zaror im Finale nicht im Kampf besiegt wird. Auf der anderen Seite, wird eine Fortsetzung angedeutet. Die dürfte von mir aus gerne kommen…

Fazit: Für Scott Adkins Fans zu empfehlen!

Infos:

O: Diablo

USA, Kolumbien 2025

R: Ernesto Díaz Espinoza

D: Scott Adkins, Alanna De La Rossa, Lucho Velasco, Marko Zaror

Laufzeit der Streaming Fassung: Ca. 91 Min.

Gesehen am: 20.07.25

Fassungen: Den Film gibt es bisher nur via Stream. Es gibt keine DVD, Blu-Ray oder UHD (Stand: Juli 2025).

Mittwoch, 12. November 2025

The Woman of Wrath

The Woman of Wrath

Story:

Taiwan während der japanischen Besatzung:

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Shih (Pat Ha Man-Jik) wird an ein anderes Fischerdorf verkauft und mit einem älteren Mann (Pai Ying), der als Metzger arbeitet, zwangsverheiratet. Shih sieht sich täglich Schlägen und sexueller Gewalt ausgeliefert. Ob sie ihrem Leben, welches einem Gefängnis gleicht, entkommen wird?

Meine Meinung:

Es gibt Filme, die entsprechen einem Zeitgeist-Phänomen. Die haben nicht viel Budget, aber junge Talente vor und hinter der Kamera. New Wave Vibes. Um Effekte zu sparen, wird auch auf reale Gewalt gegen Tiere nicht verzichtet. Da kommen mir direkt und indirekt Titel wie Cannibal Man oder Silip: Daughters of Eve in den Sinn. Und da passt auch der taiwanesische Film The Woman of Wrath perfekt dazu. Der Film, der ganz leicht auch an Bedevilled erinnert, ist eine Novellen-Verfilmung. Chang Chong-Cheung hat dabei die Novelle The Butcher's Wife verfilmt.

Der Film gehört dabei zur Taiwan New Cinema Bewegung und hatte mit Zensurproblemen zu kämpfen. Ganze acht Szenen flogen aus dem Film, bevor der in die Kinos kam. Der Film, der auf einer Insel Taiwans gedreht wurde und zur Zeit der japanischen Besatzung handelt, ist ein sehr ruhiger Film. Ein Slow-Burner. Ein durch und durch deprimierender Film, abseits des Mainstreams. Der Film wartet mit Pat Ha Man-Jik (Profile in Anger, My Name Ain't Suzie) auf, die dazumal vor allem durch ihre Rolle in Nomad auf sich aufmerksam machte. Ihre wortkarge Leistung ist eindrücklich.

Der Film zeigt eindrücklich das Leid auf, welches ein Mensch ertragen kann. Seelische, sexuelle und körperliche Gewalt. Traditionen und sture Rollenbilder. Auf der einen Seite haben wir ihren Ehemann, der als Metzger arbeitet und auch deshalb von der Gesellschaft geächtet wird. Auf der anderen Seite haben ausgerechnet die anderen Frauen auch viel Hass für Shih übrig und sprechen die Taten des Ehemannes schön. Die Kamera fängt überdurchschnittlich tolle Bilder ein und die Musik ist aussergewöhnlich und trägt nebst Naturkulissen- und Geräuschen (das Brechen der Wellen) viel zur Stimmung des Filmes bei.

Der Cast war allgemein sehr gut. Pai Ying (Assassin, Heroes in the Late Ming Dynasty, Adventure in Denmark) spielt den Metzger ebenfalls stark. Glaubhaft. Das Mädchen, welches im Film hier und da vorkommt, ist auch überzeugend und nervt nicht (auf Humor wird in dem dramatischen Film sowieso total verzichtet). Der Film kann fast als eine Art dramatisches und sozialkritisches Kammerspiel mit Selbstjustiz-Momenten angesehen werden. Und wie zu Beginn erwähnt gibt es hier einige sehr derbe Momente zu sehen, in denen echte Tiere zu Schaden kommen. Hauptsächlich sind es Schlachtungen (Schweine). Wie die Tiere getötet und auch zerteilt werden.

Der makabre Höhepunkt ist dann erreicht, wenn der Metzger seine Frau mit echten Innereien bewirft (laut Interview wurde Pat Ha Man-Jik bei der Szene ohnmächtig). Sie hätte lieber Fake-Innereien gehabt, aber für solche Effekte war kein Geld vorhanden. Aber auch eine Katze (nach ihr wird getreten) und Enten-Babys (fast die schlimmste Szene, fand ich) werden nicht verschont. Das mag für heutige Verhältnisse ein No-Go sein, aber als billiger (Schockeffekt) und als Metapher (für den Metzger ist seine Frau nichts anderes als ein Stück Vieh) waren diese Szenen nachvollziehbar. Und eben dem Zeitgeist geschuldet. Wie bei Cannibal Holocaust und Co.  

Fazit: Eindrückliches Drama, das unter die Haut geht! Toll, noch solch unbekannte Perlen zu entdecken…

Infos:

O: Sha Fu

Taiwan 1983

R: Chang Chong-Cheung

D: Pat Ha Man-Jik, Pai Ying, Grace Chen Shu-Fang, Yang Li-Yin, Li Hai-Hsing

Laufzeit der taiwanesischen Blu-Ray: Ca. 102 Min.

Gesehen am: 15.07.25

Fassungen: Mir lag die neue taiwanesische Blu-Ray vom taiwanesischen Filminstitut vor = 40th Anniversary Restored Edition. Seit mehreren Jahren wurde der Film neu restauriert. Der Film kommt Full Uncut daher (inklusive acht ehemals zensierte Szenen), im O-Ton, mit englischen Subs, einem Schuber, Karten und einem ca. 70seitigen Booklet (Infos in Chinesisch und Englisch, u.a. gibt es Hintergrundinfos zur Restauration, zur Zensur zum Film und es gibt ein Interview mit Star Pat Ha Man-Jik). Die Bild- und Tonqualität sind der Wahnsinn. Der Film schaut aus wie ein aktueller, neuer Film. Ehemals zensierte Szenen fallen qualitativ nicht ab. Es gibt keine deutsche Fassung (Stand: Juli 2025).

Dienstag, 11. November 2025

Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast

Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast

Story:

Julie (Jennifer Love Hewitt) nagt noch immer an den Ereignissen, die sich in Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast, ereignet haben. Um einen klaren Kopf zu bekommen, fährt sie mit Freunden (Brandy Norwood, Mekhi Phifer, Matthew Settle) auf die Bahamas. Doch im Hotel lauert ihnen der Killer mit dem Haken (Muse Watson) erneut auf und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Derweil macht sich Julies Ex (Freddie Prinze Jr.) auf, seine Angebetete zu retten…

Meine Meinung:

Früher fand ich Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast, die Slasher-Fortsetzung von Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast, besser als den Vorgänger. Den zweiten Teil sah ich 1999 (als 13jähriger in Begleitung der Eltern) sogar im Kino. Ob es daran lag? Nostalgische Erinnerungen? Nun empfinde ich es anders als früher. Unterschiedlich.  Zwar hat der 2. Film mehr Action, mehr Blut, ein höheres Tempo und einen höheren Bodycount, aber ich mochte den langsameren Aufbau des ersten Filmes, dessen Setting und die Figuren des Vorgängers mehr. Figuren à la Ryan Phillippe oder Sarah Michelle Gellar fehlen hier leider.

Schlecht ist Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast deshalb noch lange nicht. Schlecht war z.B. die miese I Know What You Did Last Summer Serie, die 2021 lief. Das ist schlecht. Ich weiss noch immer, was du letzten Sommer getan hast ist immerhin pure Unterhaltung. Zugegeben stupide Unterhaltung (Hauptstadt von Brasilien) mit vorhersehbarem Plot und Figuren (Sohn des Killers), aber auf jeden Fall unterhaltsam. Der Film drückt mächtig aufs Gaspedal, das Setting der isolierten Ferieninsel gefällt (auch wenn mir das Fischerdorf im 1. Film mehr zusagt) und an Jeffrey Combs (Re-Animator) Nebenrolle hatte ich Freude (Das wusste ich gar nicht mehr, dass er mitspielt).

Jennifer Love Hewitt und Brandy Norwood haben überzeugt. Freddie Prinze Jr. gerät in den Hintergrund und Mekhi Phifer (Dawn of the Dead) passt zwar gut in die Rolle, mutiert aber, auch wie unser Killer im Finale, zum Sprücheklopfer à la Freddy Krüger oder Chucky.  Matthew Settle empfand ich als schwach. Seine Rolle ist, wie schon angedeutet, vorhersehbar. Nebst Jeffrey Combs gibt es weitere bekannte Namen in Nebenrollen zu sehen, z.B. Bill Cobbs (Demolition Man). Es gibt nette Slasher-Morde und sogar eine Hommage an Freitag der 13. – Jason kehrt zurück zu sehen. Als Horrorfan fand ich das ziemlich cool.

Fazit: Wer den 1. Teil mochte, kann bedenkenlos einschalten!

Gefolgt von: Ich werde immer wissen, was Du letzten Sommer getan hast und als Reboot Ich weiss, was du letzten Sommer getan hast

Infos:

O: I Still Know What You Did Last Summer

USA 1998

R: Danny Cannon

D: Jennifer Love Hewitt, Freddie Prinze Jr., Brandy Norwood, Mekhi Phifer, Matthew Settle, Muse Watson, Bill Cobbs, Jeffrey Combs

Laufzeit der deutschen DVD: 96:30 Min.

Gesehen am: 1999 (CH-Kino) / Neusichtung am: 14.07.25

Fassungen: Ich sah den Film als 13jähriger 1999 im Kino und für eine Neusichtung lag mir die deutsche DVD von Columbia TriStar zur Verfügung = Uncut, sehr gute Bild- und Tonqualität. Die deutsche Synchronisation ist sehr gelungen. Den Film gibt es inzwischen auch auf Blu-Ray und UHD.